Vergleichsmethode für unterschiedliche Kabel, Tweeks u.ä.

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Vergleichsmethode für unterschiedliche Kabel, Tweeks u.ä.

Beitragvon Mister Cool » 27.11.2018, 15:06

Hallo,

ich bin auf einen interessanten Beitrag gestossen, der zeigt, wie man Unterschiede zwischen unterschiedlichen Komponenten (zu.b. unterschiedliche Kabel, Festplaten,Netzteile) feststellen könnte.

https://www.youtube.com/watch?v=ZyWt3kA ... e=youtu.be

Ich denke hier an unsere Hobbybastler, die Ihre Kabel, Netzteile, Filter optimieren und auf diese Weise die Untesrchiede vorher/naher verifizieren könnten.

Man braucht ein Bisschen Zeit und Geduld, aber es loht sich :-)

Grüsse,
Alwin
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Mister Cool
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Beitragvon Hans-Martin » 28.11.2018, 23:39

Hallo Alwin,
ich denke bei Ethan Winer an einen kompetenten Pragmatiker, der mit überzeugender Argumentation dennoch danebenliegt, wenn es um die Dinge geht, die die Fraktion der Netzkabelklanghörer auch noch ernst nehmen möchte.
Null-Tests gibt es schon sehr lange, speziell bei Verstärkern, Hafler und Baxandall fallen mir da ein.
Es ist bekannt, dass OPAmps sich klanglich unterscheiden, wenn sie am invertierenden Eingang angesteuert werden, nicht nur wegen des Polaritätswechsel. (im Video bei 8:53) High-Ender kennen sogar das unterschiedliche Verhalten von PNP gegenüber NPN Transistoren (auch hier von der Polarität abgesehen).

Mit dem unbefriedigenden Null-Test beim DAC ist Uli auf die Idee mit dem Cleaner gekommen, der StereoDAC nullte ein spiegelbildliches Signal nicht wie erwartet.
Andererseits sollte klar sein, dass das Differenzsignal die echte Nullinie nicht verlassen dürfte, wobei die grafische Auflösung entsprechend hoch sein muss. Ein Oszilloskop hat einen zu dicken Strahl und wie sich das anhört, was man bei 9:27 sieht,

Ich kenne Ethan Winer als "Grobpragmatiker", feine Details, mit denen sich andere beschäftigen, sind nicht sein Ding.

Bei 11:23 zeigt die Schaltung, dass XLR nur mit 'Pin 2 verdrahtet wird, alle anderen sind auf Mases gelegt.
Bei 24:50 hört man doch nach Umschalten zunächst noch etwas musikähnliches, dann nur Rauschen.

Aber was sollte anderes erwartet werden als Rauschen? Die Musiksignale werden beim Nulltest (Gleichtakt) ausgeblendet nur die Gegentaktstörungen werden dargestellt. Da kommt bei mir die Frage auf, wieviele Zyklen einer Schwingung das Gehör benötigt, um einen Ton als solchen erkennen zu können. Für mich ist das die zentrale Frage.
Der Rest ist Rauschen.
Was passiert, wenn man ein Musiksignal (nenne ich hier: Träger) mit Fehlern überlagert, nenne ich diese mal nicht ganz üblich: Modulation.
Ethan Winer entfernt den Träger und stellt nur die Modulation ohne Träger dar.
Mit einem BFO (Schwebungsoszillator) ergänzen Funkamateure die SSB (Einseitenband) Modulation. Daran angelehnt habe ich bei meinen Experimenten mit Audacity das Differenzsignal verstärkt und dem Originalsignal zuaddiert. Dann wird der Fehler schön deutlich, besonders, wenn man den Test in Stereo durchführt.

In sein em Video zeigt Ethan Winer Vorgängermodelle, die zu aufwändig und zu teuer waren, über 3000$ hat er nach eigener Aussage im Video "verbraten", bis dieses einfache Gerät hier präsentiert werden konnte.
Schade um die vertane Zeit, sage ich, die Erfahrung zeigt, dass wir bei Stereo erheblich anspruchsvoller auf Nuancen reagieren, schnell verschiebt sich die räumliche Abbildung. Winers Gerät arbeitet in Mono.
Ich konnte auch nicht erkennen, dass im selben Raum Musik mit Zimmerlautstärke läuft, will sagen, die Ergebnisse sind wertvoll für jemand, dessen Anlage den Lautstärkesteller am Linksanschlag hat.

Auch kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass ein Gerät, welches die Unterschiede zwischen Kabeln nicht zeigen kann, ein bestimmtes Ziel nicht erreicht, nämlich einen Beitrag zu leisten, der die Kabelunterschiede, die jede (OK, besser gesagt: manche) Hausfrau hören kann.
Mir fiel sofort Peter Aczel ein, dessen Magazin "The Audio Critic" stark von seinem Weltbild geprägt wurde, dessen Horizont bekanntermaßen von den ihm zur Verfügung stehenden Messgeräten abhängig war.
Beide, Ethan Winer und Peter Aczel scheinen sich in ihrem jeweiligen Elfenbeinturm genügt zu haben.
Mir fehlt bei beiden eine überzeugende Übereinstimmung mit (nicht nur meinen) Beobachtungen, anders ausgedrückt, physikalische Gesetze sind weltweit gleich, was es zu entdecken gibt, müsste weltweit deckungsgleich sein.
Allerdings haben wie seit Trump einen neuen Begriff kennengelernt: Alternative Fakten. Mal wieder sowas Neumodernes aus Amerika... :mrgreen:
Wer genauer (vielleicht aus einem anderen Winkel auf dieselbe Sache) hinschaut, versteht vielleicht, was ich meine.
Grüße
Hans-Martin
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Hans-Martin
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