Kabel-Einbrenn-HD-Datei von Audio Engineers

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StreamFidelity
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Kabel-Einbrenn-HD-Datei von Audio Engineers

Beitrag von StreamFidelity »

Hallo zusammen,

ich klaue erstmal was von Hans-Martin:
Hans-Martin hat geschrieben:
24.05.2016, 19:41
... es gab da mal eine CD von Purist Audio Design, kostete was bei DM700 und darauf waren Frequenzsweeps, Rauschen in Variation, abklingende Amplituden. Die Densen DeMagic war etwas ähnliches. Beide sollten eine Entmagnetisierung von ferromagnetischen Materialien im Signalweg bewirken. Denn die Hysterese und unterschiedliche Auswirkung auf den Hochtonbereich gegenüber niedrigeren Frequenzen könnte die Zischlaute von den anderen Tönen desintegrieren. Tatsächlich konnte man nach Durchlaufen einer solchen Einbrenn-und Entmagnetisierungs-CD eine Verbesserung feststellen, transparentere Höhen, mehr Offenheit in der räumlichen Tiefe, weniger Nerviges.
Für Einbrenn-CDs kann man immer noch viel Geld hinlegen. Nun gibt es einen Kabelhersteller aus Texas, der entsprechende Files kostenlos anbietet: Audio Engineers System Burn-in and Fine tuning.

Enthalten sind neben vielen "bunten" Rauschen auch Breitspektrum-Sweeps. Das Ergebnis soll besser sein als bei den bisher angebotenen Einbrennverfahren. Die Musikfiles kann man sich herunterladen und sollen in normaler Lautstärke abgespielt werden. Ein längerer Spaziergang empfiehlt sich, da die Geräusche nervig sein können. Audio Engineers empfiehlt das wöchentlich, bis kein Unterschied zu vorher/nachher mehr zu hören ist. Ich bin gespannt.

Ich spiele das in Roon ab.

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Grüße Gabriel
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

StreamFidelity hat geschrieben:
12.01.2021, 14:09
Audio Engineers empfiehlt das wöchentlich, bis kein Unterschied zu vorher/nachher mehr zu hören ist.
Hallo Gabriel,
ein Kabelhersteller mag das wöchentlich empfehlen, ich rate zur erneuten Anwendung nach dem Einschalten, weil Aus und Ein größte Stromänderungen im Gerät gegenüber Normalbetrieb darstellen, dabei ferromagnetische Bauteile magnetisieren.
Beim LS-Kabel spielt Magnetisierung wohl eher eine untergeordete Rolle, mehr die Aufladung des Dielektrikums.
Hast du schon mal Elektronik (auch Frequenzweichen u. Röhren mit Stahlstiften) mit einem externen Demag-Tool entmagnetisiert? :cheers:
Grüße
Hans-Martin
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StreamFidelity
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Beitrag von StreamFidelity »

Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben:
12.01.2021, 16:51
Hast du schon mal Elektronik (auch Frequenzweichen u. Röhren mit Stahlstiften) mit einem externen Demag-Tool entmagnetisiert?
Nein bisher nicht. Hast Du weitere Infos oder einen Link dazu?

Grüße Gabriel
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Gabriel,
hier eine kleine Linksammlung, drauf gekommen bin ich vor gut 20 Jahren, als bei einem Röhrenvorverstärker nach kurzer Betriebszeit Verzerrungen auftraten. Gleichstrom magnetisierte die Stahlkappen der Widerstände, entmagnetisiert war der Effekt vorübergehend weg, da war der nächste Schritt schon naheliegend.... Ich habe das in der Joelist berichtet, wo sich namhafte Röhrenhardliner (Guido Tent, Thorsten Lösch, Chr.Rintelen etc.) austauschen, die waren noch nicht drauf gekommen, offensichtlich kein etabliertes Wissen - obwohl man nur 1+1 zusammenzählen muss...

Geht man mit einem Magneten über eine Schachtel mit Widerständen, wundert man sich, Stahlkappen werden auf den Keramikkörper über den Widerstandsfilm gepresst, Elkos mit Stahldrähten konnektiert, Steckkontakte vernickelt, etc.
Auch hier ist es naheliegend, dass Entmagnetisierung getestet werden kann..
Grüße
Hans-Martin
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo Hans-Martin

ich fand das schon beim PPP interessant. Dort gibt es eine Funktion auf der Fernbedienung mit der Aufschrift „CleanWave“. Folgende Erklärung kann man dazu lesen:

"... aktiviert die CleanWave Funktion und im Display können Sie den Zeitablauf in Form eines Rückwärtszählens der Sekunden sehen, wie lange dieser sehr nützliche Effekt dauert. Alle Komponenten magnetisieren im Laufe der Zeit (Stromfluß induziert Magnetismus). Vielleicht verwenden auch Sie die eine oder andere Spezial CD oder Gryphons Exorzisten, um den Magnetismus zu entfernen, da dieser die Wiedergabe „einbremst“ und verschlechtert. Die o.g. Methoden zielen vor allem auf den Signalweg, die Clean Funktion des Premier aber auch auf die Stromwege, was vorteilhaft ist. Sie sollten diese Funktion beim Auflegen einer neuen CD, eines Filmes oder einer Schallplatte kurz benutzen, damit Ihre Anlage in dieser Hinsicht stets „auf den Punkt“ spielt..."


Beste Grüße
Jörg
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Guten Morgen in die Runde.

Wie man eine Magnetisierung von Bauteilen über ein Audiosignal aufheben kann, will sich mir nicht erschließen...

Ein Magnetfeld wird ja nicht abgebaut, weil ein künstlich erzeugtes sich langsam abbaut, sondern es muss entgegengesetzt dem bisherigen einwirken. Deswegen muss man eine Entmagnetisierungsdrossel mit kreisförmigen Bewegungen vom magnetisierten Teil entfernen.

Wer schon mal gesehen hat, wie man früher Röhrenfernseher entmagnetisiert hat, musste sicher schmunzeln. Das kann schon mal recht „albern“ aussehen ;)

Wie kann also durch Anspielen eines Audiofiles die Magnetisierung eines Bauteils herabgesetzt werden?

Vielen Dank für Erklärungsansätze... evtl. habe ich hier gerade ein Brett vor dem Kopf :cheers:

Christian
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phase_accurate
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Beitrag von phase_accurate »

Hallo Christian

Mit dem langsamen kreisförmigen Entfernen der Drossel vom Bildschirm erreichte man ein stetig abschwellendes magnetisches Wechselfeld, was natürlich mit einem entsprechenden künstlichen Signal auch erreicht wird. Ich frage mich nur, ob z.B. der Strom durch einen Widerstand (welcher ja neben der Spannung auch noch von dessen Widerstandswert abhängt) wirklich genügt, um seine Kappen zu demangnetisieren.

In meinem Lehrbetrieb gab es ein Entmagnetisiergerät für Kleinteile, welches einen sehr interessanten Aufbau hatte. Es bestand aus Gleichrichter, Taste mit Umschaltfunktion, Elko und Entmagnetisierungsdrossel. Durch das Drücken der Taste wurde der Elko am Gleichrichter aufgeladen und beim Loslassen wieder parallel zur Drossel geschaltet. Dies ergab dann eine gedämpfte Schwingung, mit entsprechendem abklingendem Magnetfeld.

Gruss

Charles
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Benedictus
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Beitrag von Benedictus »

Ich würde aber auch mal hinterfragen, wo die Magnetisierung denn herkommt. Das Audiosignal hat doch eigentlich im Mittel gar keinen Gleichanteil. Der ensteht nur, wenn die Elektronik schlecht abgeglich ist und keine DC-Sperren verwendet werden (also Übertrager, Signalkondensatoren oder DC-Servos).
Das mag bei Röhrenverstärkern anders ein, aber Transistorschaltungen sollten eigentlich Gleichspannungen von höchstens ein paar Millivolt erzeugen, das reicht nicht für eine signifikante Magnetisierung.
Machen solche Demagnitizer also vorrangig bei Röhrentechnik Sinn?
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phase_accurate
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Beitrag von phase_accurate »

Hallo Benedictus

Es werden natürlich alle Audio Schaltungen mit Gleichstrom gespiesen. Was eben auch statische Magnetfelder erzeugt. Wenn meistens nicht auf Audio führenden Teilen dennoch oft in unmittelbarer Nähe zu diesen. In Schaltungen, welche Kleinsignale verarbeiten, sind diese DC Ströme oft grösser, als diejenigen der Audiosignale. Und dann gibt es noch den Einschaltstromstoss ......

Selber habe ich so etwas noch nie probiert. Weiss also nicht, ob es mir wirklich etwas bringt. Vielleicht bringt es schon deshalb etwas weil das Ende des Spezialsignals eine Erholung für das Gehör bedeutet .... :wink:

Gruss

Charles
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

chriss0212 hat geschrieben:
14.01.2021, 07:47
Ein Magnetfeld wird ja nicht abgebaut, weil ein künstlich erzeugtes sich langsam abbaut, sondern es muss entgegengesetzt dem bisherigen einwirken. Deswegen muss man eine Entmagnetisierungsdrossel mit kreisförmigen Bewegungen vom magnetisierten Teil entfernen.
Hallo Christian,
deshalb erzeugt man ein starkes Wechselfeld, welches allmählich abgeschwächt wird. Bewährt hat sich dafür die spiralige Bewegung auf einem Kegelmantel, wobei das Objekt an der Spitze verbleibt, während das Demag-Tool sich besonders langsam entfernt, abschwächt.

Gerade gefunden: IC-Beinchen am LF347 auch LM324 werden vom Magneten angezogen. Elektronik ist voll von ferromagnetischen Anteilen an unerwarteten Stellen. Wo Ferromagnetismus ist, ist auch Hysterese, wo Hysterese ist, gibt es auch Verzerrung durch Unlinearität.

Wie kann also durch Anspielen eines Audiofiles die Magnetisierung eines Bauteils herabgesetzt werden?
Anspielen oder Abspielen? Also bis zum Ende, wo das Signal ausgeklungen ist.

Praktisch alle aktiven Schaltungen arbeiten mit Gleichspannung, deutlich höher als der peak-peak Signalwert, entsprechend ist auch der Gleichstrom höher als der Wechselstromanteil des Signals.
Die Frage, wie aus dem Signal selbst eine Entmagnetisierung erfolgen kann, ist berechtigt. Musik besteht überwiegend aus Anschwingen, Mitschwingen, Ausklingen, mit hohem Anteil gedämpfter Schwingung. Entmagnetisierungs-Tracks bringen was, allerdings nicht alles.
Deshalb hilft zusätzliches Entmagnetisieren mit externen (wechsel-)magnetischen Mitteln.
Wer davon eine zusätzliche Wirkung erwartet, wird verblüfft sein, wie vergleichsweise stark der Nutzeffekt ausfällt, gemessen an Entmagnetisierungs-Tracks.
Auf diesen Hinweis wollte ich nicht verzichten... :cheers: ...könnte sogar Charles verblüffen... :wink:
Grüße
Hans-Martin

P.S.:Burn-In verfolgt ein anderes Ziel als Entmagnetisierung: Elkos werden formatiert, bauen ihre volle Kapazität auf, Widerstände gasen Reste von Lacklösungsmitteln aus (getemperte Bauteile weisen eine höhere Langzeitqualität aus),
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Benedictus
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Beitrag von Benedictus »

Die Gleichspannung versorgt natürlich alle Verstärkerschaltungen. Ihr ist die Hysterese aber völlig egal, weil da ja nun tatsächlich nur konstante Gleichsspannung her läuft. Wichtig ist die Magnetisierung und deren Hysterese nur im Signalpfad, und der sollte - wie beschrieben - gleichspannungsfrei sein. Das muss man trennen bei der Betrachtung
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Benedictus hat geschrieben:
14.01.2021, 11:49
Wichtig ist die Magnetisierung und deren Hysterese nur im Signalpfad, und der sollte - wie beschrieben - gleichspannungsfrei sein. Das muss man trennen bei der Betrachtung
Hallo Benedikt,
ich bin darauf gekommen, weil in meinem ersten konkreten Fall Kathodenwiderstände die Ursache waren, ebenso Gegenkopplungswiderstände zur Eingangsröhre. Genauso dürfte sich ein ähnliches Problem bei Transistoren (Emitterwiderstand) darstellen. Dafür spricht auch der Rat aus der einst* vielzitierten Telefunken Anleitung zur Bekämpfung von HF-Störungen, dem Emitterwiderstand mit Ferritperlen mehr Induktivität beizubringen. Stromdurchflossen, aber Signalweg?
Grüße
Hans-Martin

*als Geräte noch eine FTZ Prüfnummer hatten, ich meine, der Bundesadler war auch dabei...
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phase_accurate
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Beitrag von phase_accurate »

Hallo Hans-Martin und Benedikt

Es sind häufig viel mehr Bauteile im Signalpfad, als einem auf den ersten Blick bewusst ist. Emitter- und Kathodenwiderstände sind es ganz bestimmt.

Gruss

Charles
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo,
wer noch mit Weller WTCP lötet, hat gute Gründe für gründliche Entmagnetisierung der damit berührten Bauteile.
Benedikts Bemerkung bezüglich Signalweg darf man bis auf die Netzteilelkos ausdehnen, siehe Matthias Messingschrauben:viewtopic.php?p=193677#p193677
Letztlich kommt das Ausgangssignal aus dem Netzteil als Quelle, ohne Strom geht wohl nix.
Grüße
Hans-Martin
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Beitrag von phase_accurate »

Hallo Hans-Martin

Man kann sogar noch weiter gehen und auch das Stromnetz hinzunehmen. In dem Moment wo die Gleichrichter-Dioden leiten gibt es über selbige und den Netztrafo eine Verbindung ins Stromnetz. Und so liegt plötzlich auch Nachbars Handbormaschine mit den abgebrannten Kohlebürsten im Signalweg.

Gruss

Charles
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