Zwei Fragen zu einem Double Bass Array

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Zwei Fragen zu einem Double Bass Array

Beitragvon treble trouble » 09.09.2019, 21:40

Hallo zusammen,

wie vor einiger Zeit in meinem Vorstellungs-Thread geschrieben, liebäugle ich mit einem DBA von meroVinger. Es ist aber gar nicht so einfach, sich dafür zu entscheiden:

1) Wie verlegt man die Kabel, vor allem auf der Rückseite, dass es OK aussieht?
2) Wie sollen die Gehäuse aussehen?
3) Wie ist die Auswirkung der Wandmontage im Nachbarhaus?
4) Wie ist die Stimmigkeit über den ganzen Frequenzgang im Zusammenspiel mit den Boxen?

Punkt 1) ist nicht ganz einfach zu lösen. Ich habe immer wieder ein paar Ideen, bspw. einen ca. 1,5m breiten Vorhang von der Decke zum Boden aufzuhängen, wo links und rechts die DBA-Boxen herausschauen und unter dem Vorhang die Kabel verlaufen, bevor sie dann in der Fußleiste verschwinden. Allerdings muss ich dafür vermutlich etwas dickere Fußleisten installieren. In dem einen Moment denke ich mir, dass das schon irgendwie klappen wird und ich das Problem irgendwie löse, wenn das DBA an der Wand hängt. Im nächsten Moment denke ich, lediglich ein oder zwei normale Subwoofer und ich habe das Problem erst gar nicht...

Punkt 2): So schön es ist, sich frei etwas auszudenken, wie die DBA-Gehäuse aussehen sollen, so schwierig ist es, sich da auf etwas festzulegen. Einfacher wäre es, zwei oder drei Vorgaben zu haben, die man einfach im Online-Shop ankreuzt und höchstens noch leicht modifizieren lässt. Aber hier habe ich langsam schon eine Idee, wie es aussehen könnte.

Und jetzt komme ich zu meinen Fragen:

3) Wenn die DBA-Boxen an der Wand hängen, wie wirkt sich das auf das Nachbarhaus aus (ich wohne in einem Reihenmittelhaus)? Überträgt sich das Dröhnen durch die Wandmontage ggf. sehr viel stärker auf die Wand als bei einem Subwoofer, der auf dem Boden im Wohnzimmer steht? Hat da jemand schon Erfahrungen gemacht oder eine Abschätzung? Bei den Nachbarn auf der Seite der hinteren DBA-Boxen habe ich keine große Angst. Die müssten durch den ausgelöschten Bass ja eher weniger davon mitbekommen als bei normalen Subwoofern, oder? Oder kann man da gar nichts zu sagen, weil sich Bass ziemlich unberechenbar verhält?

4) Jemand meinte, dass er gehört/gelesen habe, dass ein DBA sehr gut für Heimkinos sei, aber zum Stereo-Hören durchaus problematisch sein kann. Der sehr trockene, klare Bass würde nämlich ggf. nicht zum Rest der Anlage (also zu den Boxen) passen, so dass es kein stimmiges Gesamtklangbild ergebe. Mein Eindruck auf den letzten Westdeutschen Hifi-Tagen (decOrus mit DBA) war da ganz anders, nämlich überaus positiv, aber ich habe dort auch nicht sehr intensiv und viel Musik gehört. Was meint Ihr zu dieser Aussage?

Schöne Grüße
Gert
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treble trouble
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Beitragvon Fujak » 10.09.2019, 09:57

Hallo Gert,

Ein DBA ist schonender für die Nachbarschaft, weil sich Wellen nicht aufschaukeln. Dröhnende Raummoden versetzen die Wände mehr in Schwingung als kontrollierter Bass durch ein DBA. Die Aufhängung an der Wand wird - wennsie am Gehäuse erfolgt wenig Schall in die Wand leiten, wenn das Gehäuse mechanisch beruhigt ist. Die Aufhängung lässt sich zudem so gestalten, dass sie nur minimale Fläche für die Schallweiterleitung ermöglicht. Haken und Öse besispielsweise besitzen nur eine minimale Auflagefläche ähnlich wie Spikes.

Grundsätzlich spielt aber der Aufbau der Trennwände zwischen den Häusern m.E die wichtigere Rolle, wie viel Schall von Haus zu Haus übertragen wird - insbesondere ob es zwei eigenständige Mauerwerke sind und wie die Isolierschicht dazwischen beschaffen ist. Weitere Punkte betreffen, die Frage des gemeinsamen Fundaments, über das ebenfalls Schwingungen übertragen werden können sowie die Dachkonstruktion. Bei einem Flachdach z.B. , das über alle Häuser gezogen wird, überträgt sich natürlich ebenfalls Schall.

Zu Deiner Frage 4: Das halte ich für ein Märchen, dass ein DBA für Stereowiedergabe nicht passt; frage mal Deinen Namenskollegen (Fortepianus), der ein DBA auch für Audio betreibt. Das Gegenteil ist der Fall: Viel sauberer und wie aus einem Guss. Die Einbindung ist genauso aufwändig wie von einzelnen Sobwoofern in Hauptlautsprecher (Phase Gruppenlaufzeit, Crossoverfrequenz). Verwendest Du Acourate, dürfte es überhaupt kein Problem sein, einen Klang wie aus einem Guss hinzubekommen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon freezebox » 10.09.2019, 12:13

Hallo Gert,

Ich hatte mir auch ewig den Kopf darüber zerbrochen, wie ich die (theoretische) Auswirkung der Rückstoßkräfte auf die Wände in den Griff bekomme, wenn ich die DBA an der Rückwand des Hörraumes anbringe. Dann kam ich auf die Idee, die Treiber impulskompensiert in ein Kunststoffrohr zu packen, das ich einfach vertikal an die Wand hänge. D.h. ich schraube die beiden Treiber einfach in die Enden eines Rohres mit geeignetem Durchmesser. Die Länge des Rohres entspricht dabei der halben Raumhöhe und es hängt genau auf mittlerer Höhe an 2 Haken an der Wand. Damit wirkt nur noch die reine Luftschallanregung auf die Wand, da sich die Rückstoßkräfte der Treiber ja gegenseitig kompensieren. Die Luftschallanregung ist ja aber durch die gegenphasige Ansteuerung und Auslöschung mit dem Schall der Haubtlautsprecher ebenfalls nahezu Null - besser und ruhiger gehts kaum. Und es funktioniert! Die Röhren aus 11mm dickem PE-Kunststoff (Wasserrohr-Reststücke vom Zuschnitt vom Bauspezialisten) tun keinen Mucks, die Gehäusefrage ist gelöst. Habe sie mit weißem Stoff bezogen und sie fallen kaum auf.

Zur Ansteuerung Stereo-Mono: hier bemerke ich bei Stereo-Ansteuerung, dass bei wenigen Stücken mit einseitiger Bassaufnahme die Raummoden wieder durchschlagen, weil die DBA dann eben nicht mehr richtig funktioniert. Daher läuft sie bei mir Mono unterhalb von 70Hz. Die Anbindung an die Hauptlautsprecher ist, wie Fujak schreibt, nicht schwieriger als mit einem Subwoofer, allerdings ist die Einstellung des Delays und des Pegels der DBA nicht ganz ohne - hier empfehle ich mit REW und dem Wasserfalldiagramm zu arbeiten. Ich hatte mich langsam damit rangetastet, und dachte zuerst, es ist ein Messfehler als schlagartig die 34Hz Mode komplett verschwand, und der Einbruch oberhalb 34Hz zu einer Geraden aufgefüllt wurde - das hatte ich nur mit acourate oder anderen EQs prinzipbedingt vorher so nicht hinbekommen und will ich auch nicht mehr missen!

Grüße, und viel Erfolg
Jörn
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Beitragvon Mister Cool » 10.09.2019, 13:16

freezebox hat geschrieben:Hallo Gert,
D.h. ich schraube die beiden Treiber einfach in die Enden eines Rohres mit geeignetem Durchmesser.
.....
Die Röhren aus 11mm dickem PE-Kunststoff (Wasserrohr-Reststücke vom Zuschnitt vom Bauspezialisten) tun keinen Mucks, die Gehäusefrage ist gelöst. Habe sie mit weißem Stoff bezogen und sie fallen kaum auf.


Hi,
wie hast Du die Flansche für die Chassis am Ende an die Rohre befestigt? Geklebt?

Ich hätte noch eine Frage zu Messung mit Acourate.
Ich nehme an, nach dem Du die Delays für die hinteren DBA mit REW bestimmt hast, hast Du sie in die entsprechenden Acourate XOs eingetragen (rotiert). Wird die Pulsmesung (Logsweep) mit oder ohne DBA durchgeführt?

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon freezebox » 10.09.2019, 14:20

Hallo,

Ich hatte es etwas anders gemacht. Die Treiber wurden untereinander mit Gewindestangen verbunden und in die Rohre gehängt und mit Karosseriemasse abgedichtet. Der Korbaußendurchmesser hatte ziemlich genau den Rohrinnendurchmesser. Heute würde ich Teller aus Holz anfertigen, die ich auf die Rohrenden schrauben würde - geht prima mit Holzschrauben in PE. Bei geeignetem Korbmaß kann man sich die Holzteller sparen, wenn die Rohre ordentlich abgeschnitten wurden und direkt den LS auf das Rohrende schrauben.

Derzeit nutze ich noch mein miniDigi als DSP für XO und EQ. Wollte demnächst das ganze auf acourate umstellen, dann würde ich das Delay schrittweise in der acourate convolver Matrix verändern, sonst müsste ich ja immer einen neuen Filter erstellen und laden..

Die Über-Alles Messung sollte mit kompletter DBA passieren - macht aber in meinen Augen nur Sinn, die DBA Mono auf allen 4 Positionen anzusteuern während die Mains Stereo gemessen werden (also Main Li + 4x DBA subs, Main Re+ 4xDBA subs).

Grüße,
Jörn
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Beitragvon Mister Cool » 11.09.2019, 11:31

freezebox hat geschrieben:Die Über-Alles Messung sollte mit kompletter DBA passieren - macht aber in meinen Augen nur Sinn, die DBA Mono auf allen 4 Positionen anzusteuern während die Mains Stereo gemessen werden (also Main Li + 4x DBA subs, Main Re+ 4xDBA subs).


Hi,

das ist genau das, was ich gedanklich noch nicht ganz verarbeitet und wo ich noch "Bauchschmerzen" habe.

Angenommen die 2 vorderen Subwoofer haben ihre eigenen Weichen (z.B. XO1L48.dbl+XO1R48.dbl) und Korrekturdateien (z.B. Cor1L48.dbl+Cor1R48.dbl)
Das gleiche gilt für die 2 hinteren Subwoofer, sie haben ihre eigenen Weichen (z.B. XO4L48.dbl+XO4R48.dbl) und Korrekturdateien (z.B. Cor4L48.dbl+Cor4R48.dbl)

Und ich stelle es mir vor, dass sowohl die Weichendateien als auch die Korrekturdateien für die Fronts und Rears unterschiedlich sein sollten. Die Weichendateien sind einfach, die kann ich ja selbst bestimmen (Trennfrequenz, Weichentyp und Delay). Komplizierter/unklar wird es (zumindest für mich) bei den Korrekturdateien. Wenn wir alle 4 Subwoofer (also Front und Rear) zusammen messen, wüsste ich nicht, wie jetzt das Acourate diese Front und Rear Kanäle auseinander halten und dementsprechend die unterschiedlichen Korrekturdateien für Front und Rear generieren kann.

Ich stelle mir das so vor, dass wenn ich die Fronts und Rears getrennt auf den gleichen Target einmessen/korrigieren würde, dann, abgesehen von unterschiedlichen Delays, würden auch die Korrekturen für den FG und die Phasen (die Inversen) für Fronts und Rears unterschiedlich ausfallen.
Wie soll das gehen wenn alle 4 Subs gemeinsam gemessen werden?

Mag sein, dass ich in dem Ganzen etwas missverstanden habe, aber aus meiner Sicht die Herausforderung besteht einerseits darin, die Summe der Signale (Front+Rear) als Ziel für die Über-Alles-Korrektur zu nehmen, und andererseits die Fronts und Rears als zwei getrennte Signale aufeinander zu optimieren.
Das ist ein Bisschen wie "eine Gleichung mit zwei Unbekannten" :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon uli.brueggemann » 11.09.2019, 12:16

Alwin,

wenn es für jeden Sub eine Weiche inkl. einer Korrektur gibt ist dann ja die erste Unbekannte in Deiner Gleichung bereits erledigt. Wobei idealerweise die Korrektur dann so gestaltet ist, dass sich die vorderen und hinteren Subs passend ergänzen.
Danach kommt die Messung über alles. Wenn dabei alle Subs mit dem linken bzw. rechten Sweep angesteuert werden laufen sie mono. Was am besten per Messung über den AcourateConvolver geht. Jeder Weg in der Matrix zwackt sich dann mithilfe des Filters seinen Signalanteil ab und spielt dann genau diesen. Alle Subs im gemeinsamen "Konzert". Die Korrektur über alles wird dann am Ende wiederum jedem Filter hinzugeschlagen. Zweite Unbekannte erledigt.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Mister Cool » 11.09.2019, 15:04

Hallo Uli,

mag sein, dass ich zu kompliziert denke, aber das habe ich nicht ganz verstanden.

wenn es für jeden Sub eine Weiche inkl. einer Korrektur gibt


Weiche ist einfach, aber woher soll die Korrektur für jeden Sub kommen?
Damit wir das gleiche meinen, wenn wir das gleiche sagen, versuche ich es etwas genauer zu beschreiben.

Wenn ich annehme, dass das DBA Prinzip darauf basiert, dass die hinteren Subwoofer das "schlucken" was die vorderen "ausstrahlen" und somit die Reflektion des ausgestrahlen Schalls verhindern, dann funktioniert es am besten, wenn (meine Annahme/Verständnis - laienhaft dargestell):
- der FG des hinteren Subwoofers gleich dem FG des angekommenen Schalls ist
- der "Phasenverlauf" des hinteren Subwoofers gleich dem "Phasenverlauf" des angekommenen Schalls ist
- der Pegel/Schalldruck des hinteren Subwoofers gleich dem Pegel/Schaldruck des angekommenen Schalls
- das Delay des hinteren Subwoofers auf das ankommende Schalls angepasst ist

Dazu kommt noch das invertieren des hinteren Subwoofers

Alle diese "Parameter" stecken in der CorXXX.dbl Datei. Nur woher?
Rein funktionel ist Acourate schlau genug und hält bereit passende Funktionen, um alle diese "Parameter" zu bestimmen. Ich denke ausnahmsweise "einfach" und sage salopp: messe das, was der vordere Subwoofer ausstrahlt und nimm diese Messung als Target für die hinteren Subwoofer. Den Rest wird Acourate schon "richten" :-)
Aber da taucht die erste Frage/Schwierigkeit auf: wo/was messe ich als das, was der vordere Subwoofer ausstrahlt?
- am Hörplatz nicht -> da messe ich bereits den Direktstrahl vermischt mit den Moden (die ja von dem DBA verhindert werden)
- direkt vor dem vorderen Subwoofer nicht -> das ist nicht das, was an dem hinteren Subwoofer ankommt
- direkt vor dem hinteren Subwoofer? Das würde noch am ehesten dem entsprechen, was er "wegschlucken" soll.

Mag sein, dass ich wieder zu sehr "um die Ecke" gedacht habe, aber ich wäre bereit folgendes kleines Experiment durchzuführen, wenn ich eine Empfehlung für eine praktikable Umsetzung des Target-Abgleichs bekäme:

So stelle ich mir das vor:

1. Mikro steht direkt vor dem hinteren Subwoofer (z.B. vor dem linken)
2. Pulsmessung von Subwoofer Vorne L+R und HT L (als Zeitreferenz)
3. Pulsmessung von Subwoofer Hinten L und HT L (als Zeitreferenz)

ab jetzt wird für mich etwas unklar wie das zu machen wäre

4. Soll ich die Messung aus 3. Sub hinten (Pulse48Ldbl) glätten (Macro1), oder einfach die Pulsdateien auf Pulse48Lmp.dbl kopieren? Dann sind sie "genauer".
5. Angenommen ich habe die Pulse48Lmp.dbl für den hinteren Sub und die Pulsmessung aus 2. Sub vorne Pulse48L.dbl. Diese möchte ich jetzt als Target für den hinteren Sub in Makro 2 verwenden. Es ist kein Problem anstatt der standardmässigen Target.dbl anzugeben/einzubinden und ggf. im Pegel mit Gain anzupassen/anzuheben, aber muß diese Datei vorher irgendwie aufbereitet werden ("Phasenverlauf" extrahiert/entfernt oder was auch immer)? Ich würde diese Pulsmessung ebenfalls, so wie die von 3. nicht glätten

und jetzt wie gewohnt

6. Inverse generieren (Makro 3)
7. Filter generieren (Makro 4)

Damit bekomme ich eine für den hinteren Subwoofer passende CorXL48.dbl Datei, die ich dann...

8. CorXL48.dbl auf XOXL48.dbl umbenenne und in eine Multiway-XO Datei einbinden
9. Erneute üblichhe Pulsmessung (aber diesmal alle Subwoofer vorne und hinten laufen mit)

Jetzt könnte man noch ein Paar Delays für die Hinteren Subwoofer ausprobieren/optimieren

10. EQ/Korrektur über alles (also Makro1-4)

fertig :-)

Was sagen die Experten dazu?

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 11.09.2019, 16:07

Hi,

zur Ergänzung - was mir noch im Kopf rumschwirrt.

Wenn ich den Puls des vorderen Subwoofer direkt vor dem hinteren Subwoofer gemessen und als Target eingesetzt habe (inkl. Phase-/Zeitinformationen), dann dürfte ich mir keine Gedanken um die Delays des hinteren Subwoofers machen müssen, denn dann wäre diese passende Verzögerung/Phasenanpassung in der Inverse (berechnet durch Makro3) und später in der Filterdatei enthalten.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Hornguru » 11.09.2019, 17:12

Hallo Alwin

verinnerliche diesen Artikel nochmal
https://en.wikipedia.org/wiki/Double_bass_array

Wenn das vordere Gitter gut aufgebaut ist, wirst du bis Frequenz X (172/Gitterfragment Meter) eine modenfreie flache Schallwelle als Direktschall bzw. Startpunkt haben.

Bis zum Eintreffen auf der Rückwand sind noch keine Moden entstanden.
Danach entstünden Moden, durch Reflektion.

Betrachtung 1:
Bis zum Eintrffen vergehen idR 10-30 msec. (Raumtiefe Meter / 344)
In einem Zeitfenster von 10-30msec. kann man keine vernünftige Bass-Messung machen, und auch keine Moden erfassen. Als Beispiel, mit dem Anspruch ungefähr 1/6 Oktave Frequenz-Auflösung (sehr grob, 10 Perioden) käme man nach 6 Meter / 17msec nur bis 500Hz runter. (1/0.0174)
(!Alles grobe Annäherungen!)

Betrachtung 2:
An dieser Stelle jedoch, löscht das Rückgitter den Schall aus.
Die Reflektion bleibt aus.
Es gab bisher nur Direktschall, welcher dann Verschwand.
Keine Moden die es zu berücksichtigen gibt.

Daher misst man / stimmt im Nahfeld ab (wenige mm vor Membran).
Dieser berücksichtigt nur Direktschall.

Man sollte stets im Auge behalten bis zu welcher Frequenz die Gitterdichte taugt, die man aufgebaut hat.
Hat man zB 3.5 Meter Gitterfragment (Hallo Alwin :wink: ), so funktioniert es lediglich bis / unter 50Hz.
Plus ein wenig Gnaden-Toleranz.

Ist man mit der Grundabstimmung fertig, so schleust man das ganze DBA als Einheit so ein, wie man es mit jedem üblichen Heimkino-Aktiv-Mono-Subwoofer auch machen würde.

viele Grüße
Joschka
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Beitragvon Mister Cool » 11.09.2019, 18:59

Hallo Joschka,


Zu Betrachtung1
Das ist ein „Idealfall“ mit einem 2x4 Gitter direkt an der Wand und 8 gleiche Chassis/Sibwoofer. Das Trifft bei mir nicht zu:
- 2x2 (unterschiedliche Subwoofer)
- Abstände zu Seitenwänden/Boden/Decke sind nicht 1/4 2/4 1/4 und vorne/hinten unterschiedlich
- die vorderen Subwoofer sind nicht direkt an der Wand

Zu Betrachtung2
Das was Du mit Messung im Nahfeld meinst, ist das was ich mit dem Mikro vor dem Hinteren Subwoofer meine. Aber das beantworted nicht die Frage, was mache ich mit der Nahfeldmessung -> wie nutze ich sie weiter, um die Grundabstimmung zu erreichen? Daher die Idee mit dem abgleich per Target Curve.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Hornguru » 11.09.2019, 22:10

Nabend Alwin

Vielleicht muss man das nicht so Schwarz Weiß sehen.
2x4 ist kein Ideal. Es ist nur eine mögliche Annäherung.
Ideal wäre ein Flächenwandler der über die ganze Wand geht.
Dein 2x2 sollte auch funktionieren.
Auch 2x1 oder 1x1 geht, alles eine Frage der oberen Grenzfrequenz.
Die rutscht halt immer tiefer :)

Wenn 2x4 in einem kleinen Raum bis 100Hz geht, ist niemand bös dass es bei 10kHz nicht mehr läuft.
Der Flächen-Wand-Strahler wäre bei jeder Frequenz perfekt - und immer Mono :D bis 20kHz...
So musst du deiner Konstruktion einfach verzeihen dass es schon ab 50Hz Moden hat. Oder wo es auch sei.

Was meinst du denn mit Grundabstimmung?
Der Fakt, dass die hinteren Subs anderer Bauart sind, ja das löst du durch Front als Target für Rear.
Richtige Intuition. Wie auch vermutet, immer vom Nahfeld bezugnehmend.
Wenn beide den gleichen Frequenzgang haben, ist auch die Phase, das ganze Transientenverhalten identisch. Das schließt die obere Trennfrequenz mit ein. Weicht diese ab, wird das Ein- und Ausschwingverhalten anders, das kann eventuell Probleme machen.

Die wichtigste Stellschraube ist eigentlich das Delay. An der drehst du bis es am Hörplatz möglichst linear ist. (Feinabgleich)
Der Pegel ist nach Nils Simulationen nicht so empfindlich, selbst -3 oder -6 dB reichen noch zum Ideal (Rear vs. Front).
Marginal verbleibende Imperfektion (Mauerwerk, Möbel...) löst dann die ÜberAllesKorrektur des Komplett-Systems am Hörplatz.

viele Grüße
Joschka
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Beitragvon freezebox » 12.09.2019, 10:52

Mister Cool hat geschrieben:Hallo Uli,

mag sein, dass ich zu kompliziert denke, aber das habe ich nicht ganz verstanden.

wenn es für jeden Sub eine Weiche inkl. einer Korrektur gibt


Weiche ist einfach, aber woher soll die Korrektur für jeden Sub kommen?
Damit wir das gleiche meinen, wenn wir das gleiche sagen, versuche ich es etwas genauer zu beschreiben.

Wenn ich annehme, dass das DBA Prinzip darauf basiert, dass die hinteren Subwoofer das "schlucken" was die vorderen "ausstrahlen" und somit die Reflektion des ausgestrahlen Schalls verhindern, dann funktioniert es am besten, wenn (meine Annahme/Verständnis - laienhaft dargestell):
- der FG des hinteren Subwoofers gleich dem FG des angekommenen Schalls ist
- der "Phasenverlauf" des hinteren Subwoofers gleich dem "Phasenverlauf" des angekommenen Schalls ist
- der Pegel/Schalldruck des hinteren Subwoofers gleich dem Pegel/Schaldruck des angekommenen Schalls
- das Delay des hinteren Subwoofers auf das ankommende Schalls angepasst ist

Dazu kommt noch das invertieren des hinteren Subwoofers

Alle diese "Parameter" stecken in der CorXXX.dbl Datei. Nur woher?
Rein funktionel ist Acourate schlau genug und hält bereit passende Funktionen, um alle diese "Parameter" zu bestimmen. Ich denke ausnahmsweise "einfach" und sage salopp: messe das, was der vordere Subwoofer ausstrahlt und nimm diese Messung als Target für die hinteren Subwoofer. Den Rest wird Acourate schon "richten" :-)
Aber da taucht die erste Frage/Schwierigkeit auf: wo/was messe ich als das, was der vordere Subwoofer ausstrahlt?
- am Hörplatz nicht -> da messe ich bereits den Direktstrahl vermischt mit den Moden (die ja von dem DBA verhindert werden)
- direkt vor dem vorderen Subwoofer nicht -> das ist nicht das, was an dem hinteren Subwoofer ankommt
- direkt vor dem hinteren Subwoofer? Das würde noch am ehesten dem entsprechen, was er "wegschlucken" soll.

Mag sein, dass ich wieder zu sehr "um die Ecke" gedacht habe, aber ich wäre bereit folgendes kleines Experiment durchzuführen, wenn ich eine Empfehlung für eine praktikable Umsetzung des Target-Abgleichs bekäme:

So stelle ich mir das vor:

1. Mikro steht direkt vor dem hinteren Subwoofer (z.B. vor dem linken)
2. Pulsmessung von Subwoofer Vorne L+R und HT L (als Zeitreferenz)
3. Pulsmessung von Subwoofer Hinten L und HT L (als Zeitreferenz)

ab jetzt wird für mich etwas unklar wie das zu machen wäre

4. Soll ich die Messung aus 3. Sub hinten (Pulse48Ldbl) glätten (Macro1), oder einfach die Pulsdateien auf Pulse48Lmp.dbl kopieren? Dann sind sie "genauer".
5. Angenommen ich habe die Pulse48Lmp.dbl für den hinteren Sub und die Pulsmessung aus 2. Sub vorne Pulse48L.dbl. Diese möchte ich jetzt als Target für den hinteren Sub in Makro 2 verwenden. Es ist kein Problem anstatt der standardmässigen Target.dbl anzugeben/einzubinden und ggf. im Pegel mit Gain anzupassen/anzuheben, aber muß diese Datei vorher irgendwie aufbereitet werden ("Phasenverlauf" extrahiert/entfernt oder was auch immer)? Ich würde diese Pulsmessung ebenfalls, so wie die von 3. nicht glätten

und jetzt wie gewohnt

6. Inverse generieren (Makro 3)
7. Filter generieren (Makro 4)

Damit bekomme ich eine für den hinteren Subwoofer passende CorXL48.dbl Datei, die ich dann...

8. CorXL48.dbl auf XOXL48.dbl umbenenne und in eine Multiway-XO Datei einbinden
9. Erneute üblichhe Pulsmessung (aber diesmal alle Subwoofer vorne und hinten laufen mit)

Jetzt könnte man noch ein Paar Delays für die Hinteren Subwoofer ausprobieren/optimieren

10. EQ/Korrektur über alles (also Makro1-4)

fertig :-)

Was sagen die Experten dazu?

Grüsse,
Alwin


Hallo Alwin und acourate Experten,

Hier hätte ich ganz ähnliche Fragen zum besten Vorgehen in/mit acourate.

Mein Ansatz wäre, alle subwoofer zuerstmal im Nahfeld zu entzerren, d.h. je eine Nahfeldmessung-> fdw mit kleinem Fenster (z.B. 3/3)-> phase extraction (hier minimal oder linear?)-> invertieren (linear- o. Minimalphasig?)-> conv. mit reiner XO -Kurve -> normalisieren. Damit haben alle subs dann dieselben targets (die reine XO-Kurve).
Dann diese Filter für die Einstellung (Delay, Pegel) der DBA anwenden und anschließend für die Über-Alles Messung als Cor in den Convolver bzw. Logsweep recorder als Vorfilter laden (oder Multiway wav-File). Diese Vorfilter in acourate als XO-Filter liegen lassen, damit sie dann beim Durchlaufen der Über-Alles Korrektur der Room-Makros 1-4 anschließend bei der finalen Cor Filter Erstellung mit übernommen werden.

Grüße,
Jörn
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Beitragvon uli.brueggemann » 12.09.2019, 11:04

Soweit ok. Die minimalphasige Invertierung ist ok.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Mister Cool » 12.09.2019, 12:41

Hallo,

das von mir oben beschriebene verfahren (mit dem Abgleich Front/Rear per Target Curve) bringt nichts. Ein nicht korrigiertes, aber richtig verzögertes hinteres DBA Kanal liefert immer noch das beste Ergebnis.

Also Zeit für Experiment Nr.2 -> Jörns' Methode :-)

Eine Frage zu "Phase Extraction" (Minimum Phase) -> welche Werte gebe ich bei Phase Extraction für die Straight Amplitude below Hz / dB
Straight Amplitude above Hz / dB
ein?
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