RME ADI-2 DAC

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon Daihedz » 16.09.2018, 13:22

Hallo Hartmut

InBox-DSP kann sicherlich hilfreich sein.

grobian.gans hat geschrieben: ... mit dem parametrischen EQ des ADI-2 lassen sich sehr gut kleinere Korrekturen durchführen ...

Es wäre in diesem Zusammenhang jedoch interessant zu wissen, wie präzise die DSP-Fuktionen bei RME (und ganz allgemein auch bei anderen, DSP-fähigen DAC's anderer Hersteller - der Brooklyn jedenfalls scheint in dieser Disziplin gnadenlos durchzufallen) rechnen. In-DAC-DSP's sind in diesem Sinne für den End-User aufgezwungene, unveränderbare, eigentliche Blackboxes, welche schlimmstenfalls sogar auch Verschlimmbesserungen ins Ausdiosignal einrechnen können.

Im partiellen Gegensatz dazu ist jenes DSP zu erwähnen, welches mittels dedizierter PC's oder Raspi's & Co. implementiert werden kann. Dieses ist transparent sowie individuell hoch konfiguierbar und kann für jedes Setup minimal-elegant aufgesetzt werden.

Es kann sogar aus der SIcht der Hersteller, und selbst im höherpreisigen Segment ganz "ohne" gehen: RME scheint in diesem Sinne aktuell etwas zwischen dem ADI-2 DAC und dem ADI-2 PRO in der Pipeline zu haben - den ADI-2 FS. Ein puristischer, bidirektionaler Top-Wandler, nota bene offenbar ohne DSP. Je 2 Kanäle analog und SPDIF In/Out, und dies dafür mit hervorragenden Messwerten, den besten, welche RME nach meinem Wissen je zu bieten hatte:

http://www.rme-audio.de/products/adi_2_fs.php

OutBoxDSPhile Grüsse
Simon

PS: Der Winter naht - eine ideale Zeit, um Sox zu stricken ...
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Beitragvon grobian.gans » 16.09.2018, 18:12

Hallo Simon,

ob das Kästchen „falsch“ rechnet, wage ich nicht zu sagen. Ich habe die ermittelten Filter aber im Vergleich über Equalizer APO und den DSP in foobar gehört. Diese beiden Lösungen waren für mich stimmiger als dieselbe Filterkette im DSP des ADI (fast dieselbe, denn der ADI lässt nicht alle Abstufungen für Gain und Quality zu).

Der ADI ist m. E. aber ein sehr guter DAC mit gutem Bedienkomfort. Er vertritt derzeit meinen B.M.C DAC 1, der zur Überprüfung außer Haus ist. Im Gegensatz zum ADI hat der DAC 1 mehr Musikalität, weswegen ich ihn auch nach seiner Rückkehr wieder in Betrieb nehmen werde. Was die Convenience anbetrifft, ist mir aber der ADI lieber (Anzeige, Quellenwahl, etc...).

Grüße

Hartmut
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Beitragvon Happajoe » 16.09.2018, 20:36

Amirm - der Author dieser Messung hat geschrieben: ... the distortions were due to overflow in the signal processing/filtering in the Mytek Brooklyn ..."

Somit könnte es einen grossen Unterschied machen, ob der Brooklyn mit oder ohne aktiviertem DSP betrieben wird.

Versteh ich nicht, wo hätte denn der Brooklyn Dac eine DSP Funktion ?

Gruß Christian
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Beitragvon KSTR » 16.09.2018, 20:43

Daihedz hat geschrieben:Es kann sogar aus der SIcht der Hersteller, und selbst im höherpreisigen Segment ganz "ohne" gehen: RME scheint in diesem Sinne aktuell etwas zwischen dem ADI-2 DAC und dem ADI-2 PRO in der Pipeline zu haben - den ADI-2 FS. Ein puristischer, bidirektionaler Top-Wandler, nota bene offenbar ohne DSP. Je 2 Kanäle analog und SPDIF In/Out, und dies dafür mit hervorragenden Messwerten, den besten, welche RME nach meinem Wissen je zu bieten hatte:

http://www.rme-audio.de/products/adi_2_fs.php
Ich sehe das als technisches Update des "Ur-ADI-2" http://www.rme-audio.de/products/adi_2.php auf den aktuellen Stand der RME-Audioschaltungstechnik. Den Wandler gibt es ja nun schon etliche Jahre und er hat begründet seine Anhänger, weil "auf der Baustelle" einer Live-Tonaufnahme zB ist übersichtliche, schnelle Bedienbarkeit ein wichtiges Merkmal.
Das werte ich äusserst positiv, RME lässt seine Bestandskunden nicht im Stich, indem Geräte technisch weitergepflegt werden ohne unnötig an der bewährten Produkt- und Bedienphilosophie zu drehen.
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Beitragvon Daihedz » 16.09.2018, 21:10

Hallo Christian
Happajoe hat geschrieben:
Amirm - der Author dieser Messung hat geschrieben: ... the distortions were due to overflow in the signal processing/filtering in the Mytek Brooklyn ..."

Somit könnte es einen grossen Unterschied machen, ob der Brooklyn mit oder ohne aktiviertem DSP betrieben wird.

Versteh ich nicht, wo hätte denn der Brooklyn Dac eine DSP Funktion ?

Gruß Christian

War vielleicht etwas ungenau, resp. missverständlich von mir formuliert. Besser/präziser/originaler weiter unten im Mess-Tread wird aufgeführt, dass eine spezielle, offenbar schludrig programmierte Funktion innerhalb der DSP-pipe des Brooklyn die Störungen verursacht:

Amirm - der Author dieser Messung hat geschrieben: ... An update. I received a message from Michal Jurewicz (member alias mehow), the designer of Mytek Brooklyn, with some remarks on my measurements. I wish I still had the Mytek to verify what he is saying but I am going to go ahead and provide his data regardless.

On the clipping, he confirms that it is the MQA decoder that causes the clipping. Disabling MQA decoder, eliminates the problem (graph in red):

The question I sent him which unfortunately he has not responded to, is why enabling MQA decoding impacts non-MQA content which I used for my testing.

It seems that they have a new dsp pipeline that includes MQA decoding and it is that new pipeline that now clips on non-MQA content. So to fix that, also means to give up on MQA decoding just the same!

That's not good. They should go back and properly integrate MQA into their decoding pipeline so that it doesn't impact non-MQA content. A simple check of the content flag for MQA should enable them to do this without a user switch to turn MQA on and off.

Of course it would be unfortunate if it overflows on MQA content but at least let's get the 99% answer right (i.e. non-MQA content).

On the second harmonic clipping, he says this is due to the attenuator (volume control) circuit which was intended to have a "warm" sound. Shutting off the volume control makes most of the second harmonic distortion to go away (graph in blue):

I guess this is their attempt to create the "tube" sound with those high levels of second harmonic distortions and at any rate, cater to subjective audiophile needs this way. Not my cup of tea. I want my volume control to be fully transparent and not inject gobs of second harmonic distortion into the path. If I want to distort it, I will do it elsewhere, thank you very much.

Above all, they should document all of this. People may for example choose to not use their volume control if they knew it acted as we have discovered.

Anyway, I appreciate the reach out and more information. My conclusion now is that the DAC is of higher quality the original stated within the constraints that these modified settings provide.

Vielleicht lohnt es sich, den gesamten Original-Thread zu lesen. Und beim Vergleichshören denn auch genau zu wissen, was nun im Brooklyn situativ aktiviert und was deaktiviert ist, bevor gegenüber dem RME ein Urteil gefällt wird. Hardwaremässig scheint der Brooklyn Amirm jedenfalls sehr gefallen zu haben. Aber das steht nochmals woanders im Originalthread ...

ErgänzendeUndZumSelbstlesenAnimierende Grüsse
Simon
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Beitragvon Daihedz » 16.09.2018, 21:23

KSTR hat geschrieben:... Ich sehe das als technisches Update des "Ur-ADI-2" http://www.rme-audio.de/products/adi_2.php auf den aktuellen Stand der RME-Audioschaltungstechnik. Den Wandler gibt es ja nun schon etliche Jahre und er hat begründet seine Anhänger, weil "auf der Baustelle" einer Live-Tonaufnahme zB ist übersichtliche, schnelle Bedienbarkeit ein wichtiges Merkmal.
Das werte ich äusserst positiv, RME lässt seine Bestandskunden nicht im Stich, indem Geräte technisch weitergepflegt werden ohne unnötig an der bewährten Produkt- und Bedienphilosophie zu drehen.

Die Kontinuität und Systempflege bei RME ist Spitze. Punkt. Nicht nur hardwaremässig, sondern auch softwaremässig. Das ist für mich ein sehr starkes Argument für RME, jenseits von allen anderen möglichen Aspekten, über welche sich trefflich und glücklicherweise praktisch endlos diskutieren lässt.

Dezidierte Grüsse
Simon
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Beitragvon Tinitus » 16.09.2018, 22:27

Der Mytek hat kein DSP. Die Störungen kommen vom MQA Modul, was erstaunt, da es bei der Messung nicht aktiv war. Das der schlechte Rekonstruktionsfilter von MQA solche Schweinereien versursacht ist auch anderswo gut dokumentiert:

https://www.computeraudiophile.com/ca/r ... ions-r701/

Noch toller finde ich, dass Mytek zugibt, das die Lautstärkeregelung im Mytek gesoundet ist und ordentlich k2 hinzufügt. Bezüglich der RME ADI-2 gibt es dagegen Berichte, die deren Lautstärkeregelung sehr hohes Niveau attestieren.

Das ein dezidierter Rechner DSP besser kann als die ADI-2 intern liegt auf der Hand. Ein einfaches DSP ist aber besser als keines, zumal der DSP bei bestimmten Sampleraten im Leistungsumfang eingeschränkt wird. Im RME kann man das DSP Modul aber umgehen. Ich nutze meinen ADI-2 Pro (ohne FS) ohne parametrische Equalizer und ohne Upsampling. Von Leuten, die ihn als Allzweckgerät mit Kopfhörern oder IEMs nutzen hört man gutes über das DSP Modul.

Bei den Messungen auf ausiosciencereview muss man genau hinschauen. Der gute man hat zwar gutes Messequipment, macht bei dessen Nutzung aber auch Gehler und seine Art die Lineartät von DACs zu messen oder zu beschreiben, ist mbMn Käse.

Gruss

Uwe
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Beitragvon ony » 17.09.2018, 14:53

Daihedz hat geschrieben:
[...]
Es kann sogar aus der SIcht der Hersteller, und selbst im höherpreisigen Segment ganz "ohne" gehen: RME scheint in diesem Sinne aktuell etwas zwischen dem ADI-2 DAC und dem ADI-2 PRO in der Pipeline zu haben - den ADI-2 FS. Ein puristischer, bidirektionaler Top-Wandler, nota bene offenbar ohne DSP. Je 2 Kanäle analog und SPDIF In/Out, und dies dafür mit hervorragenden Messwerten, den besten, welche RME nach meinem Wissen je zu bieten hatte:

http://www.rme-audio.de/products/adi_2_fs.php

OutBoxDSPhile Grüsse
Simon

PS: Der Winter naht - eine ideale Zeit, um Sox zu stricken ...


Ein schönes Relaunch des Ur-ADI 2, hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm. Danke für die Info!
Mit ca. 680,-€ sogar recht günstig, zumal er ja auch einen AD-Wandler an Bord hat.
Wenn der jetzt noch einen USB-Anschluss hätte und eine etwas "gefälligere" Optik...

Gruß, Roland
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Beitragvon markus_aktiv » 21.10.2018, 11:38

Hallo zusammen,

zur Zeit begehe ich "Mord" an meiner Anlage (kompletter Austausch), aber das ist noch ein anderes Thema.

Jedenfalls bin ich auch äußerst begeistert vom RME ADI-2 DAC der jetzt Bestandteil meiner "neuen" Kette ist. Habe noch keine Schwächen gefunden, im Gegenteil: man merkt wieder das RME das Gerät komplett durchdacht hat vom Klang ganz zu schweigen.

Jetzt kommt das dicke aber: das Thema Stromversorgung. Dieses Thema ist schon seit 2009 aktuell bei mir geworden mit der FIreface UC. Von Autobatterie über verschiedene Netzteile habe ich alles probiert und bin beim Kompromiss Peaktech 6080 gelandet. Bei meiner RME FIreface UCX dann dasselbe Theater bzw. betreiben mit dem Peaktech. Da das Peaktech im Wohnzimmer ausgesprochen schwer zu vermitteln ist habe ich 1. nach einer Steigerung und zweitens nach mehr Tauglichkeit gesucht.

Fündig wurde ich beim Forenuser Stammheim https://www.mpaudio.net/ Lange rede kurzer Sinn bei meiner Fireface UCX war das Thema Stromversorgung damit gegessen. Deutliche Steigerung im Vergleich und dank Einbau in ein schönes Gehäuse von modushop.biz war alles perfekt.

Nun war ich voller Hoffnung mit dem ADI-2 DAC. Doch dort zeigt sich dasselbe Schrottnetzteil und klangliche Einbußen dadurch. Eine Woche lang hab ich damit gehört und war mir der klanglichen Steigerung durch das Gerät an sich eigentlich gewiss. Aber es geht noch viel mehr! Denn ich habe das teure Netzteil drangehangen und siehe da, die Sonne geht auf. Natürlich kann man das ignorieren aber man verschenkt wirklich Potential dieses Gerätes.

RME wird nicht müde in Foren und in der Anleitung zu schreiben wie toll die in den DAC eingebauten Linearregler wären und das die Stromversorgung daher wörtlich "unkritisch" wäre.

Also habe ich heute mit dem Multimeter vor der Anlage gehangen und neugierig das Netzteil wieder integriert. Von ehemals 14,6 VDC bei meiner Fireface UCX bin ich beim Netzteil runter auf 14,0. Die Temperatur überwache ich gerade. Allerdings sind meine technischen Geräte sehr gut gekühlt, sie stehen im Erdgeschoss fast auf dem Boden. Der Boden ist immer kalt.

Der Unterschied ist wie Tag und Nacht. Und exakt derselbe wie allen RME Geräten zuvor. Der gesamte Frequenzbereich ist deutlich präziser und "konstanter" abgebildet. Im Vergleich hat der Bass vorher "gewummert" oder "geschwabbelt" und der Hochton, vor allem die Bühnenabbildung waren lange nicht so stabil. Es klingt auch etwas knackiger, aber das kann an den gesteigerten VDC liegen.

Ich empfehle wenigstens einmal das günstige experimentieren mit einer Powerbank.

Viele Grüße,
Markus
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Beitragvon Daihedz » 21.10.2018, 18:03

Hallo Markus

markus_aktiv hat geschrieben:... dasselbe Schrottnetzteil ...

Dieses etwas unspezifische Attribut in Bezug auf die RME-Netzteile liest sich in diesem Forum in etwa so häufig wie das Amen in der Kirche gehört wird. Es würde mich deshalb sehr interessieren, in Ergänzung zum bisherigen gemeinsam zelebrierten Credo auch einmal ein unter Verwendung des RME-Netzteils korrekt an der DC-Versorgungsbuchse des ADI-2-DAC erfasstes Störspektrum (0.1 ... 10Mhz) sowie DC-Sprungantworten bei unterschiedlichen Betriebszuständen des DAC sehen zu können; um besser nachvollziehen zu können, welche allfällige(n), technische(n) Schwäche(n) das RME-Netzteil in seiner Funktion beeinträchtig(t/en). Eine solche Diagnose wäre sicherlich sehr wertvoll, zumal es dann, mit dem präzisen Wissen der möglichen Ursache(n), allenfalls auch möglich würde, die RME-Originalnetzteile selektiv entsprechend zu modifizieren, resp. günstig nachzurüsten.

Bist Du allenfalls in der Lage, einige Deine Beobachtungen und Aussage untermauernde Messungen nachzuliefern? Oder weisst Du um entsprechende Messresultate, welche dazu publiziert wurden?

NachDifferenziertheitHeischende Grüsse
Simon
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Beitragvon SolidCore » 22.10.2018, 09:34

Hallo zusammen

Auch wenn mir die Messergebnisse fehlen, kann ich Markus nur bestätigen. Das Netzteil wirkt sich auf jeden Fall aus, wie bereits beschrieben.
Man benötigt weder 2 Kaffee, noch muss man die Frau hinzuholen, noch mehr als einmal zurückstecken. Der Unterschied ist sehr deutlich hörbar, und für mich eine klare Verbesserung.
Ich war anfangs ebenfalls skeptisch, weil RME mit guten Reglern im Gerät wirbt. Von daher möchte ich jedem empfehlen, es auszuprobieren.
Als zweite von mir empfohlene Maßnahme sehe ich den Austausch der Kabelpeitsche, wenn man sie verwendet. Sobald man mit hochwertigen Digitalkabeln arbeitet, wirkt sie wie ein "Nadelöhr" mit ihren dünnen, einfachen Strippen. Als zusätzlichen Versuch probierte ich verschiedene USB Kabel aus, auch diese zeigten Unterschiede.
Ich selbst, ganz gleich ob jemand anderer Meinung ist, empfand beide Maßnahmen so sinnvoll, das ich den DAC dann doch nicht verkaufen will. Weil er mir vormals zwar ganz gut gefiel, aber nicht ganz meine Vorstellung erreichte. Mit der neuen Bestückung kann man damit wunderbar Musik hören, auch wenn mein eigentlicher Meitner-DAC da nochmal mühelos dran vorbeizieht. Der RME bedient bei mir den Kopfhörer auf sehr hohem Niveau!

Gruss
Stephan
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Beitragvon KSTR » 22.10.2018, 17:29

Ich habe vor einiger Zeit meinen Adi2-Pro FS bzgl der internen Versorgungen analysiert und vermessen. RME hat da einen 1a Job hingelegt, auf *keiner* der wichtigen Spannungen (+-15V für die OpAmps, sowie ganz besonders die +5V für die Wandler, also deren Versorgungs- und Referenzspannung) ist auch nur ein Hauch eines Durchgriffs von eingangsseitigem Ripple, Lastwechseleinbruch usw. zu sehen, und das war nach der zwei- bzw dreistufigen Reglerkette auch nicht zu erwarten. Ein Netzteil mit extrem wenig Ripple und extrem laststabiler Spannung (minimalstem Ausgangswiderstand) bringt hier nichts, ist uU sogar kontraproduktiv (habe ich schon mal beschrieben warum).

Ich messe und höre (im Blindtest!) keine Änderung egal welche Güteklasse an Versorgung ich dranhänge, im Standalone-Betrieb (KH). Das Szenario verschiedener Versorgungen eignet sich perfekt für einen BT, da nur ein 2-poliger Umschalter, es gibt keine Ausrede das nicht zu machen und deswegen gebe ich keinen Pfifferling auf Beschreibungen á la "Der Unterschied ist wie Tag und Nacht" die sehend ermittelt wurden, sehend höre ich mir alles mögliche zurecht wovon nach ordentlicher Prüfung nichts übrigbleibt (meistens, manchmal bestätigt der BT nämlich ein "Bauchgefühl").

Jedoch, in einem Punkt ist das Werksnetzteil ohne jede Frage suboptimal, nämlich im Ableitstrom bzw der Netzkopplung, das ist wie bei jedem typischen Schutzklasse-2 Schaltnetzteil ziemlich grottig. Das kann (nicht: muss) im Geräteverbund durchaus einen Einfluss haben, weil der Ableitstrom über die Audio- und/oder USB/SPDIF-Kabel abfließt, zu den anderen Geräten. Einfluss auf die Audiosignale im Interface selber hat es aber keinen.

Da ich meinen RME für manche speziellen Messungen aber extrem potentialfrei brauche, jedoch nicht immer auf Batteriebetrieb zurückgreifen will, habe ich dem Werksnetzteil einen hochisolierenden medizinischen DC/DC-Wander nachgeschaltet und auch gleich noch etwas Siebung und Resonanzdämpfung eingebaut. Der Ableitstrom ist jetzt nur noch ~2% vom ursprünglichen Wert, und jetzt habe ich unter 20pF Netzkopplung. Natürlich nur mit optischem I/O. Für USB brauche ich noch den Isolator von Intona.
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Beitragvon Daihedz » 22.10.2018, 20:16

Hallo Klaus

KSTR hat geschrieben: ... suboptimal, nämlich im Ableitstrom bzw der Netzkopplung, das ist wie bei jedem typischen Schutzklasse-2 Schaltnetzteil ... weil der Ableitstrom über die Audio- und/oder USB/SPDIF-Kabel abfließt, zu den anderen Geräten ... dem Werksnetzteil einen hochisolierenden medizinischen DC/DC-Wander nachgeschaltet und auch gleich noch etwas Siebung und Resonanzdämpfung eingebaut. Der Ableitstrom ist jetzt nur noch ~2% vom ursprünglichen Wert, und jetzt habe ich unter 20pF Netzkopplung. Natürlich nur mit optischem I/O ...

Danke. Deine fundierte Antwort macht Sinn. Und macht Appetit auf mehr - deshalb ...

Frage 1: Verrätst Du uns den Typ Deines DC/DC-Wandlers?

Frage 2: Wie effizient in derselben Absicht wie beim DC/DC-Wandler könnte eine Reihenschaltung von zwei stinknormal-gängigen Netztrafos aus der allgemeinen Starkstromtechnik sein, z.B. 240V-400V <-> 400V-240V, welche dem Netzteil vorgeschaltet wären? Hintergrund: Ich habe zwei solcher aktuell arbeitslosen Dinger in einer meiner Wühlkisten.

Teilerhellte Grüsse
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Beitragvon Daihedz » 22.10.2018, 21:04

Hallo in die The(r)menrunde

Und nochmals Fragen:

Wie warm wird es im Innern des ADI-2 DAC (und auch des ADI-2 PRO fs) im regulären Betriebsalltag bei Umgebungstemperaturen von 20°C ... 30°C?

Ich stelle die Frage, da sowohl der ADI-2 DAC, als auch der ADI-2 PRO fs in relativ kleinvolumigen Gehäusen daherkommen, und laut Datenblatt von RME Leistungsaufnahmen im Leerlauf von 7W, resp. 10W und maximal von 18W, resp. 22 Watt aufweisen. Da mache ich mir potenziell Sorgen um die Langlebigkeit der Elektrolyt-Elkos. Oder anders herum gefragt: Ist ein externer, flüsterleiser PC-Ventilator (z.B. sowas wie ein BeQuiet Silentwings 3) zusätzlich angezeigt, welcher die Lüftungsschlitze der Geräte dezent etwas anblasen würde und so den von mir befürchteten, vorzeitigen Hitzekollaps verzögert? Oder doch nicht?

Heissgrüsse
Simon
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Beitragvon KSTR » 22.10.2018, 22:35

Hi Simon,

Der DC/DC-Wandler ist ein Traco THM30-1213, 12V (9-18V) in, 15V out. Natürlich Overkill mit 5kV Isolationsspannung und auch nicht billig, aber eben sehr geringe Kopplung. Eingangsseitig habe ich eine Polklemme angebracht, um die Primärseite auf definiertes Potential legen zu können, oder zumindest auf ein ruhiges (statt an gleichgerichteter Netzspannung über den typischen 1nF-EMV-Kondensator). Damit baut sich die restliche Kopplung nur gegenüber diesem Potential auf und ist dies in der Nähe des sekundärseitigen Potentials, gibt es praktisch keinen Ableitstrom mehr durch/über das Interface.
Schaltung ist einfach: Primärseitig rein über eine große Common-Mode-Ferrithülse mit 4 Windungen (ausserhalb des kleinen Alu-Gehäuses), dann über zwei 0.1R, am Traco dann 20uF SMD MLCCs, ausgangsseitig dto, dann über zwei 0.1R auf einen 470uF Elko, dann wieder zwei 0.1R zum abgehenden kurzen Kabel. Damit haben die verschieden Keramik-Cs im Original-NT, am Traco und im RME weniger Kämpfe miteinander. Spannungsabfall ist gering, 0.3...0.4V, d.h. es fließt knapp unter 1A (passt zur Werksangabe).

Back-to-Back Netztrafos verringern die Kopplung nur nennenswert wenn die Koppelkapazität eben auch klein ist, deutlich kleiner als die im Schaltnetzteil (typ. 1nF), das geht am besten mit wenig Leistung und räumlich möglichst getrennten Wicklungen, d.h. ein CI-Kern, R-Core (aber ein richtiger, es gibt auch falsche), oder dergleichen. Ringkern kann man dagegen vergessen.

In diesem extremem Hochsommer wurde mein Interface schon richtig gut warm, so gute 45°C waren das locker, an der Unterseite. Es sind aber ausschließlich 105°C-Elkos verbaut, und allesamt recht große Bauformen (mit entsprechend meist über 5000h@105°C-rating), d.h. ich hab da wenig Angst dass die Elkos frühzeitig ableben, und irgendwann, nach 10 Jahren Dauerbetrieb vlt., wechselt man sie halt. Im Signalweg sind eh keine Elkos, bis auf vier edle überdimensionierte Nichicon Muse Bipolars an den Analogeingängen.
Etwas Zugluft mit einem kleinen Lüfter würde aber sicher nicht schaden, bzw auf jeden Fall darf man die Lüftungsschlitze nicht blockieren und v.a. die Unterseite nicht thermisch blockieren. Also das Interface nicht mit unter die Bettdecke nehmen, oder eben doch, als Wärmflasche ;-)
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KSTR
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