Pulsar Trio - Erpelparka Suite

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Beitragvon music is my escape » 23.04.2018, 10:01

cassco hat geschrieben:...auch der aktuelle Silberling von Nils Petter Molvaer geliefert: Nordub


Hallo Sascha, hallo an alle,

auch wenn ich "Nordub" nicht als eine Platte von Molvær bezeichnen würde: klasse ist sie allemal, danke für die Erwähnung. :cheers:

Bild

Sly & Robbie gehören zu meinen Lieblingskünstlern - ganz klischeehaft gehört an warmen Sommerabenden im Garten mit Bier und Gras unschlagbar, auch auf Festivals sollte man sich deren Auftritte nicht entgehen lassen. Ihre Aufnahmen sind genreuntypisch in recht guter Qualität und finden sich sogar auf "Referenzsamplern" wieder.
Eivind Aarset mag ich ebenfalls sehr gerne, konnte ihn letztes Jahr in der Dresdner Jazztonne sehen und hören und das war echt klasse, auch wenn es nicht meine bevorzugte Livemusik ist.
Vladislav Delay ist wie viele finnische Elektroniker im Herzen vermutlich ein Jazzer und zu Molvær muss man angesichts dessen Beliebtheit wahrscheinlich garnix sagen - außer, dass mich an seinem Werk bei Weitem nicht alles begeistert; ich finde, da ist viel Licht und noch mehr Schatten, am meisten stört mich vermutlich die für mich fehlende Langzeittauglichkeit, vieles nutzt sich doch recht schnell ab. "Switch" bspw. gefällt mir recht gut und das Cover zu "Baboon Moon" ist aber immer noch ein absolutes Allzeit-Highlight!

Bild

Grüße,
Thomas
Bild
music is my escape
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 806
Registriert: 03.07.2012, 10:56
Wohnort: Leipzig

Beitragvon cassco » 24.04.2018, 08:45

music is my escape hat geschrieben:
auch wenn ich "Nordub" nicht als eine Platte von Molvær bezeichnen würde: klasse ist sie allemal, danke für die Erwähnung. :cheers:

Grüße,
Thomas


Hallo Thomas,

du hast natürlich Recht.
Bei den meisten neueren Jazz Produktionen (ich sag nur: ACT) geht es zu wie im - sorry - Swingerclub: jeder darf mal mit jedem...
Ich hab mir bei der Digitalisierung meiner CD Sammlung damals angewöhnt, solche Dinger unter einem (Haupt-)Interpreten zu taggen, sonst finde ich die CDs auf Anhieb nicht mehr.
In dem Fall halt unter Nils Petter Molvaer...

Eivind Aarset mag ich auch gerne, kennst die "Electronique Noire" ? Genau mein Ding, möglichst weit weg von irgendwelchen Jazz Standards.
Ebenfalls ziemlich elektronisch aber deutlich moderner ist die Zusammenarbeit von Molvaer mit Moritz von Oswald: "1/1"

Grüße
Sascha

ach ja: die Baboon Moon hab ich natürlich auch :cheers:
Bild
Bild
cassco
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 124
Registriert: 11.01.2016, 15:24
Wohnort: 66***

Beitragvon music is my escape » 24.04.2018, 11:20

Bei den meisten neueren Jazz Produktionen (ich sag nur: ACT) geht es zu wie im - sorry - Swingerclub: jeder darf mal mit jedem...



Hallo Sascha,

Schön formuliert - genauso siehts nämlich aus, eine elende Rumhurerei das Ganze.

Vermutlich haben sie diesen Tabubruch/ schamlose Maximierungsstrategie von den amerikanischen Comicverfilmungen abgeschaut - da war bspw. Batman auch erst mehr oder minder ein ausschließlich aufs Ziel fixierter zölibatärer Einzelkämpfer (solo), später zumindest monogam liiert mit Robin (Duo), als nächste Stufe kam dann die ménage à trois mit Catwoman (in der Musik gern als Trio euphemisiert) und mittlerweile gehts da zu wie im Taubenstall (Orchester, Bigband?), wo sich selbst Superman regelmäßig die Ehre gibt. Naja, irgendwann kommt auch da wieder eine Zäsur mit Reduktion auf die Essenz, schauen wir mal... :wink:

Die Jazz-/ Klassikkollabos mit bspw. Moritz von Oswald oder Henrik Schwarz mag ich übrigens auch ganz gern, genauso wie mit/ von Max Richter oder Jimi Tenor. Selbst das Grammophon-Ding von Tale Of Us (kein Jazz, aber auch weit hergeholt) kann man anhören, wer hätts geglaubt.

Viele Grüße,
Thomas

:cheers:
Bild
music is my escape
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 806
Registriert: 03.07.2012, 10:56
Wohnort: Leipzig

Beitragvon cassco » 24.04.2018, 12:14

music is my escape hat geschrieben:Die Jazz-/ Klassikkollabos mit bspw. Moritz von Oswald oder Henrik Schwarz mag ich übrigens auch ganz gern, genauso wie mit/ von Max Richter oder Jimi Tenor. Selbst das Grammophon-Ding von Tale Of Us (kein Jazz, aber auch weit hergeholt) kann man anhören, wer hätts geglaubt.

Viele Grüße,
Thomas

:cheers:


Mahlzeit Thomas,

die Endless von Tale of Us hab ich auch, da musste ich gleich zuschlagen, nachdem laut.de ein 5-Sterne Review rausgehauen hat 8) . Fängt spannend an, verliert aber so nach 4 oder 5 Tracks ihren Reiz, am Stück hab ich die Scheibe wenn ich mich recht erinnere erst einmal gehört. Ambient und Neo-Klassik sind mir oft zu "seicht", die älteren Sachen von Nils Frahm sind auch nicht so mein Ding, die All Melody ist aber klasse :D
die Scheiben von Henrik Schwarz mit Wesseltoft (Duo und Trialogue) hab ich natürlich auch :mrgreen:

Max Richter und Jimi Tenor sagen mir beide nix, da hör ich mal rein, Danke :cheers:

Gruß
Sascha
Bild
cassco
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 124
Registriert: 11.01.2016, 15:24
Wohnort: 66***

Beitragvon music is my escape » 24.04.2018, 12:28

Hallo noch einmal Sascha,

Speziell Jimi Tenor hat es in meinen Augen mehr als verdient, ihn sich genauer anzuschauen. Nach einigen Hits in den Neunzigern und speziell, nachdem ich ihn Anfang des neuen Jahrtausends bei einem kleinen OpenAir im Voxxx in Chemnitz erleben durfte, schlägt mein Herz für diesen schrägen finnischen Vogel und ich konsumiere seine enorme Bandbreite immer wieder aufs Neue mit voller Begeisterung und wenn ein Lied von ihm es wert war, dass sich sogar die fantastischen GusGus an einer eigenen Version davon versuchen, sagt das imho eine Menge.

Für den Anfang würde ich sein Album mit Tony Allen (ja genau, DER Tony Allen) empfehlen: "Inspiration Information".

Max Richter ist prinzipiell eher so in Richtung OST/ Score unterwegs, aber auf einem für mich recht ansprechenden Level (mag das Genre sonst nicht ganz so, zu schwülstig). Als Highlight würde ich Dir aber die Neuinterpretation der "Four Seasons" empfehlen. Es ist auch nach ein paar Jahren immer noch berauschend, was Richter hier mit den Berlinern und besonders Daniel Hope aus diesem bis zum Erbrechen oft interpretierten und leider auch zu Tode gedudelten Stück Musikgeschichte rausgeholt hat.

VG,
Thomas
Bild
music is my escape
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 806
Registriert: 03.07.2012, 10:56
Wohnort: Leipzig

Beitragvon Traumhaus » 24.04.2018, 13:20

Hallo Sascha, Hallo Thomas,

Swingerclub, Rumhurerei -lol - jetzt musste ich grinsen.

Ja stimmt, das kann einem so vorkommen. Da wird bei neuen Produktionen schon mal gerne durchmischt. Allerdings kann ich dabei keinen Nachteil erkennen, im Gegenteil, was wären, als Beispiel, die letzten beiden, ganz hervorragenden Wolfgang Haffner Alben ohne die vorzüglichen Gastmusiker.

Ich habe mal am Rande einer Vernissage eines Malers, der ein paar Motive für die ACT Cover entworfen hatte, ein paar Worte mit Siggi Loch wechseln können, der eine große Verbundenheit mit allen Künstlern seines Labels pflegt. Siggi Loch spricht von der ACT-Familie, wobei er sicherlich die Vaterfigur einnimmt. Darüber hinaus ist er ein großer Kunstliebhaber und so einige wertvolle Gemälde zieren seine Räume. Ich denke, das spiegelt sich auch in den sehr kunstvoll gestalteten ACT-Covern wieder.

Interessant auch sein Buch "Plattenboss aus Leidenschaft" das ich gerne empfehle. Kostet bei Amazon als fest gebundenes Buch gerade mal 10€. Meiner Meinung nach sehr lohnend.

Bild

Gruß Bernd
Bild
Traumhaus
inaktiv
 
Beiträge: 97
Registriert: 24.02.2018, 13:03

Beitragvon music is my escape » 24.04.2018, 14:04

Traumhaus hat geschrieben:Swingerclub, Rumhurerei ... Siggi Loch


Hallo Bernd,

ich finde, wir sollten zumindest versuchen, so langsam wieder etwas seriöser daherzukommen... :mrgreen: :cheers:

Nein, ernsthaft: prinzipiell ist an solchen "jeder mit jedem"-Kollabos natürlich nix Schlechtes und selbstredend stellt das auch kein neues Phänomen dar. Vieles dabei Entstehende ist ein Gewinn für alle, vollkommen klar.

Allem wünschenswerten Eklektizismus zum Trotze neige ich aber dennoch dazu, nicht zwangsläufig alles mit allem vermischen zu müssen - ein paar Grenzen, sowohl zwischen den Genres selber als auch deren Interpreten und Künstlern, sollten imho erhalten bleiben und sei es nur, um sich weiterhin die Überschreitung selbiger zu wünschen und allein diese Vorstellung als etwas so Wunderbares zu empfinden, wie es das praktische Resultat niemals sein könnte.

VG,
Thomas
Bild
music is my escape
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 806
Registriert: 03.07.2012, 10:56
Wohnort: Leipzig

Vorherige

Zurück zu Musikempfehlungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste