Aktiver Vinyl-Genuss - für die Unverbesserlichen ...

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

heute war mir mal wieder nach Vinyl. Und auf den Teller kam:

The Concert for Bangla Desh
Apple Records ‎– STCX 3385

Discogs:
https://www.discogs.com/de/Various-The- ... ase/559574

Eine meiner ältesten Anschaffungen. Keine Ahnung, warum nun gerade die heute auf den Teller kam. Vielleicht, weil ein auch altes Shure M75 im Einsatz war?

Derjenige, der den Eintrag bei Discogs erstellt hat, hat übrigens das Prinzip eines Plattenwechslers nicht verstanden:

"The sides of the records are partially auto coupled for continuous play
between sides A and C, or D and F. However auto coupling is
not possible between C and D since they both reside on the same record."

Mein Englisch ist zum Ausgleich nicht gut genug, um das richtig zu stellen. ;)

So oder so - es ist interessant, dieses Zeitdokument einmal wieder zu hören, auch wenn es nur die ersten beiden Seiten waren. Ist halt blöd, eine "Wechslerpressung" auf einem normalen Plattenspieler zu spielen.

Gruß

Jochen
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llucki
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Beitrag von llucki »

Hallo Jochen,

ja, lustig, davon hat bei mir mal irgend jemand im Jahr 1980 ein Exemplar mitgebracht und nicht wieder mitgenommen, ich weiß schon lange nicht mehr, wer das war. Seitdem zieht es immer mit mir um. Gehört habe ich es tatsächlich eher wenig bis gar nicht, aber so etwas schmeisst man ja nicht weg.

Die Box sieht übel mitgenommen aus, das tat sie schon, wenn ich mich recht entsinne, als man mir sie brachte. Aber die Platten sehen eigentlich gut aus, wie ich gerade geprüft habe. Ein dickes Booklet in gutem Zustand liegt drin.

Danke für den Hinweis, ich werde die Tage mal reinhören! (Mit 40 Jahren Verspätung...)

Viele Grüße
Ludger
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llucki
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Beitrag von llucki »

Hallo zusammen,

die Tage hatte ich nach längerer Zeit mal wieder die Scheibe Miles Davis - Kind Of Blue als MFSL 45er aufgelegt.

Auch wenn man klanglich noch so verwöhnt ist, bleibt das etwas Besonderes: eine perfekte Darbietung, perfekt aufgenommen und auf perfekten Tonträgern.

Einfach perfekt! Als stünden die mit ihren Instrumenten im Raum, von der Muse abgeknutscht.

Über das Alter der Aufnahme sage ich jetzt einfach mal gar nichts.

Viele Grüße
Ludger
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llucki
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Beitrag von llucki »

Hallo Jochen,

zur The Concert for Bangla Desh nochmal: die habe ich mir zwischenzeitlich nochmal angehört und ich erinnerte mich wieder, warum sie damals selten lief:
Ravi Shankar mag musikalisch gut sein, auf Dauer ging es mir aber auf die Nerven, auch heute noch.
Der westliche Part wird nicht von der ersten Garde bestritten. Und gut drauf waren sie zudem nicht an dem Tag, wie ich finde. Für mein Empfinden ist das nichtssagend.

Ein schönes Zeitdokument, wenn man es sich nicht anhört...

Viele Grüße
Ludger
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Thomas K.
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Beitrag von Thomas K. »

llucki hat geschrieben:
17.06.2020, 12:58


Der westliche Part wird nicht von der ersten Garde bestritten. Und gut drauf waren sie zudem nicht an dem Tag, wie ich finde. Für mein Empfinden ist das nichtssagend.

Ein schönes Zeitdokument, wenn man es sich nicht anhört...

Viele Grüße
Ludger
Na,Na,

nicht erste Garde, Bob Dylan? Und er war sogar gut bei Stimme! Hör mir die Scheibe gerade an. Danke Jochen, das Du sie mal in Erinnerung gebracht hast.
Ravi Shankar, ob man ihn mag oder nicht, ist auch erste Garde,

Viele Grüße
Thomas
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llucki
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Beitrag von llucki »

Klar, die Aussage bezieht sich natürlich nur auf mein Empfinden.

Bob Dylan mochte ich nie, von den Beatles mochte ich Ringo Starr und George Harrison nicht...

Eric Clapton hätte es vielleicht für mich retten können, hatte bei diesem Konzert aber nur einen sehr kleinen Beitrag.

Es hatte einfach meinen Geschmack nicht getroffen, woran sich auch Jahrzehnte später nichts geändert hat.

Ravi Shankar sagte ich ja, musikalisch sicher untadelig. Nur diese Aufnahmen kann ich mir nicht lange anhören, auf mich wirkt es nach einer Weile nervig, nicht entspannend oder involvierend.

Wie wir wissen, ist das alles Subjektiv, ich teile nur mit, wie es auf mich wirkt. Ich höre mit großem Genuss Musik, die von manch Anderem abgelehnt wird. Jeder Jeck ist anders, wie der Kölner sagt.

Viele Grüße
Ludger
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Thomas K.
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Beitrag von Thomas K. »

Hallo Ludger,
das war auch von mir nicht so ernst gemeint. Die Aufnahme ist auch meiner Meinung nach entweder von vorneherein nicht so gut, was ich aber nicht glauben mag, oder etwas seltsam abgemischt, woran ich eher glaube.

Viele Grüße
Thomas
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo ihr beiden,

zum Thema Abmischung: Die klingt für mich relativ dünn, wie so viele Alben aus der Zeit. Heute haben wir in der Regel andere Klangvorstellungen und andere Anlagen. Mit solchen der damaligen Zeit, die nicht "neutral", sondern vielleicht eher "musikalisch" ausgelegt waren, klangen die Scheiben anders, "vollmundig", ohne allerdings den Bass, der heute vielfach so geliebt wird. Aber das ist nur meine Erinnerung, die nicht unbedingt die aller sein muss oder gar der damaligen Realität entsprechen. Diese Liebe gab es natürlich auch - man baute dann die passenden Lautsprecher und ging der Mitwelt auf die Nerven. ;) Aber ich meine mich wie gesagt zu erinnern, dass die Platten dem nicht unbedingt Vorschub leisteten.

Apropos Erinnerung: Ich habe damals While my Guitar gently weeps rauf und runter gehört. :roll: Bin übrigens noch nicht weiter gekommen mit dem erneuten Hören. Mir fehlt der Plattenwechsler, damit's nicht nur akustisch interessant wird. 8)

Ein Zeitdokument liegt da tatsächlich vor. Wer weiß denn heute noch, was der Anlass für das Konzert war. Gelegenheit somit vielleicht, die Suchmaschinen zu bemühen.

Viele Grüße

Jochen
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo nochmal,

ab und zu brauche ich sowas:

The Beatles
The Decca Tapes
RE 2017
DOL930HG

https://www.discogs.com/de/The-Beatles- ... e/10844380

Eigentlich bräuchte es dafür auch die passenden Komponenten: altes Röhrenradio mit Dual und Kristallsystem. Aber da die Pressung neuzeitlich ist, mag ein Shure M95 als Kompromiss herhalten dürfen.

Viele Grüße

Jochen
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

nochmal zur Abmischung des Concerts: Es ließ mir doch keine Ruhe. Und so wurde heute ein altes Shure-MM mit ifi iPhono MK 1 mit dem Röhrenvollverstärker von Cayin bekannt gemacht. Dann noch die passenden Klipsch Lautsprecher - und Ravi Shankars Truppe spielt höchst farbenprächtig und zumindest für meine Ohren anhörbar. Manchmal ist wohl weniger mehr. Also weniger Auflösung in Kauf und keinen Hochleistungstonabnehmer nehmen und dann läuft der Laden. Wie gesagt für mich. Und da wir gerade dabei sind, wird das gleich digitalisiert. Ihr wisst, fehlender Plattenwechsler. Muss doch in die richtige Reihenfolge zu bekommen sein, ohne ständig die Platten zu drehen.

Viele Grüße

Jochen
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llucki
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Beitrag von llucki »

Hallo zusammen,

Ravi Shanka bei dem Konzert höre ich mir aber auch nochmal in aller Ruhe an, vielleicht war ich an dem Tag nicht aufmerksam genug.

Viele Grüße
Ludger
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hier lief gerade

Chris Rea - Wired to the Moon

Magnet/Teldec von 1984, diese hier:

https://www.discogs.com/de/Chris-Rea-Wi ... se/1228698

Musikalisch ganz nett. Und warum dann erwähnt? Ich muss mal Dampf ablassen: Die Scheibe ist einwandfrei gepresst, zwei Seiten ohne das geringste Störgeräusch, kein Höhenschlag etc. Einfach nur gut. Der Dampf: Es packt mich die kalte Wut, wenn ich an heutige Produktionen denke. Da werden 180g als Qualitätsmerkmal verkauft, die Dinger knistern, eiern und haben Höhenschlag, kosten nicht gerade wenig Geld und sind oft totkomprimiert. So, Dampf raus! OK, nicht alle heutigen LPs leiden an Qualitätsmängeln, auch war nicht alles gut aus dem eigentlichen LP-Zeitalter. Aber ich halte mich immer mehr mit dem Kauf neuer LPs zurück.

Apropos: Gestern ging durch das Radio (noch so was Altmodisches ;) ), dass in den USA zum ersten Mal wieder mehr LPs als CDs verkauft wurden. Allerdings haben beide Medien insgesamt rückläufige Verkaufszahlen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.

Noch was: Legt heute besser eure LPs nicht auf den Gartentisch o.ä. Hier zumindest sollen es über 30 Grad werden. :shock:

Viele Grüße

Jochen
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

es nähert sich dem Ende:

Rudresh Mahanthappa - Bird Calls
https://www.discogs.com/de/Rudresh-Maha ... se/6828596

JPC nennt das Album ein Meisterwerk:
https://www.jpc.de/jpcng/jazz/detail/-/ ... um/6681819

Nun, das wird sich für mich wohl erst nach mehrmaligem Hören zeigen. Aber gehört wird das Scheiblein gewiss noch mindestens ein Mal.

Die Pressung meines Exemplar ist zudem gut.

Viele Grüße

Jochen
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo nochmal,

und weiter geht es mit

Pili Pili - Be in two Minds
https://www.discogs.com/de/Pili-Pili-Be ... se/1759872

Und unabhängig von musikalischen Qualitäten zeigt diese Platte aus anderen Zeiten schon mit den ersten Tönen der modernen ACT-Produktion aus dem vorigen Beitrag, wo der aufnahme- und produktionsästhetische Hammer hängt. Schon die ersten Töne zeigen ein deutlich offeneres Klangbild und die Dynamik langt auch ordentlich hin. Tja, ACT erzeugt eben mit dem Kompressor einen modernen-"audiophilen" Klang. Möge er dem gefallen, der ihn sich so wünscht. ;)

Edit: Pili Pili kennt auch schon den Wunsch, dass es möglichst laut klingen möge. Dennoch wird ein lebendiger wirkender Eindruck erzeugt, nicht so "muffig" wie bei modernen Produktionen. Na ja, meine Ohren. :cheers:

Viele Grüße

Jochen
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llucki
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Beitrag von llucki »

Hallo Jochen,

das geht mir bei vielen ACT-Platten ähnlich. Rational sind sie kaum zu bemängeln, aber emotional kommt nicht so viel rüber wie es möglich wäre. Irgendwie erscheint es mir oft zu glatt. ECM z.B. hat das für mein Empfinden besser raus, da spüre ich die Musik besser. Nur um die wohl größten heimischen Labels zu nennen. Viele der kleineren haben es auch raus und z.T. noch besser als ECM, beispielsweise Acousence oder Bauer Studios.
Bei ACT tut es mir ein bisschen um die Musiker leid, die sich gut aufgeboben fühlen, weil sie die Lage der Hörer mit aufwendiger Technik nicht so recht nachvollziehen können. Für viele Musiker ist das, was wir hier betreiben, ziemlich fremd. Es liegt auf jeden Fall in der Verantwortung der Toningenieure (und deren Chefs), die Musik angemessen zu konservieren.

Meine Meinung.

Viele Grüße
Ludger
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