Aktiver Vinyl-Genuss - für die Unverbesserlichen ...

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo in die Runde,

mir sind Testschriebe und theoretisch oder vielleicht sogar real existierende reale bzw. nicht vorhandene Unterschiede so was von sch...nuppe. Ich bzw. meine Ohren bin/sind halt mit Platte (nicht unbedingt mit dem Prinzip Analog) aufgewachsen. :cheers:

Viele Grüße

Jochen
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo Jochen,

deswegen heißt der Thread ja auch "... für die Unverbesserlichen". Du wirst dir schon was dabei gedacht haben, als du ihn vor vielen Jahren eröffnet hast. :cheers:
Und ich gebe zu, dass ich inzwischen bereits häufiger wieder Gelegenheit hatte, richtig gute Vinylpressungen zu hören.
Des macht scho Schpass!
Und da ich im Land des Brauchtums (Rheinland) lebe, hat der rituelle Umgang mit Platten aus den Hüllen nehmen, auflegen usw. schon etwas meditativ-beruhigendes. Hier kommt dann auch der richtige Flow-Effekt zum Tragen - dann bin ich im flow :lol:

Beste Grüße
Jörg
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

und weil wir unverbesserlich sind, konnte ich es nicht lassen und habe blind die gekauft:

https://www.discogs.com/de/Walter-Panho ... e/15198004

Also Schuberts Forellenquintett und Arpeggione-Sonate mit Mitgliedern des Wiener Oktetts und für die Sonate mit Gendron und Francaix. Gerade Letzterer als Pianist reizte mich zum Kauf. Und das Scheiblein ist interessant. Wenn auch zunächst enttäuschend. Denn die Pressqualität ist bestenfalls drittklassig. Dann ist zwar die Wiederauflage aus dem Jahr 2018. Aber die Aufnahmen stammen von 1950 (Forelle) und 1952. Also Mono. Eine originale Decca aus den 50ern habe ich nicht gesehen. Wohl aber ein Reissue (Decca ECS) von 1972. Und da heißt es Stereo. Also die übliche Falle, in die man gerne bei der Serie geht ohne genauere Recherche. Man hat's also stereophonisiert. Was nicht unbedingt schlecht sein muss. Dennoch hat man sich das bei meiner Ausgabe gespart.

So, nun zu den positiven Aspekten. Das Remastering hat einen für meine Ohren guten Job gemacht. Natürlich erreicht man bei den alten Aufnahmen nicht die Qualität späterer Zeiten. Dennoch klingen die Instrumente für mich recht gehaltvoll, selbst die Violine lässt auf den zweiten Blick einen silbrigen Glanz erahnen. CDs, die solch alte Aufnahmen enthalten, klingen oft nervig-kühl-dünn. Gleiches gilt in der Regel generell für Aufnahmen vor ca. 1952. Das ist im vorliegenden Fall gemildert und somit eine Überraschung. Dafür Daumen hoch!

Zudem habe ich das Gefühl, dass da in den Nöten der Nachkriegszeit bewusst ein Gegenpart zu all dem gespielt wurde. Als Zeichen der Hoffnung und Lebensfreude, vielleicht auch nur des Empfinden, dass die Musik überlebt hat und damit die Möglichkeit, sich Freude in all der Not zu verschaffen. Nun ja, vielleicht ein wenig überinterpretiert aus derzeitigen Wünschen. Und abhängig davon "swingt" insbesondere das Quintett "wienerisch", was auch immer das Klischee letztlich an Realem enthalten mag. Macht mir Spaß zuzuhören trotz der oben genannten Einschränkungen in Sachen Klang.

Viele Grüße

Jochen
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Tinitus
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Beitrag von Tinitus »

Hallo,

Ich kenne mich bei Klassik ja wenig aus, aber die (ganze Schallplatte) macht mir gerade viel Spaß:

https://m.youtube.com/watch?v=cIRC_SFSd7k

Gruß

Uwe
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo Uwe,

das ist auch ein schönes Scheiblein! :cheers:

Viele Grüße

Jochen
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Tinitus
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Beitrag von Tinitus »

Heute lief unter anderem die hier:


https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail ... um/5168980

Gruß

Uwe
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

hier laufen gerade, also nacheinander, zwei Studiokonzerte aus den Bauerstudios. Erst das mit Ralph Moore und dem Andre Weiß-Trio:

https://www.jpc.de/jpcng/jazz/detail/-/ ... m/10292097

Dann jetzt Max Clouth-Clan:

https://www.jpc.de/jpcng/jazz/detail/-/ ... um/8935443

Wir waren bei beiden dabei. Der Clouth faszinierend mit seiner Klangwelt. Der Weiß als quasi sentimentale Reminiszenz an das letzte Konzert vor Corona. Beide aber saugut aufgenommen, beide evozieren die Konzertatmosphäre herauf. Mitreißend...

Viele Grüße

Jochen
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Und gleich geht es weiter mit Wolfgang Lackerschmid:

https://www.jpc.de/jpcng/jazz/detail/-/ ... um/8151519

Das erste jemals von mir/uns besuchte Studiokonzert. Und gleich ein Klopper! ;)

Viele Grüße

Jochen
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo,

obige Aufnahme mit Wolfgang Lackerschmid interessierte mich besonders, da ich ihn schon mal live erlebt habe. Auf der Suche nach dieser Aufnahme (die es wohl nur als Vinyl gibt) fand ich überraschenderweise eine alternative Aufnahme dieses Konzerts mittels Kunstkopf als binaurale Stereomischung.
https://www.qobuz.com/de-de/album/studi ... cx4vpljmrb

Die Bauer Studios haben einige Aufnahmen dieser Reihe zusätzlich noch als "Studio Konzert for Headphones" herausgegeben (diese gibt es jedoch ausschließlich als HiRes-Download ;-))
Hier ein erster Eindruck davon: https://www.youtube.com/watch?v=eztw9ayxQP8

Interessantes Konzept - werde ich mir mal anhören ...

Grüße
Jörg
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

alcedo hat geschrieben:
18.04.2021, 21:53
"Studio Konzert for Headphones" herausgegeben (diese gibt es jedoch ausschließlich als HiRes-Download ;-))
Jau, Qobuz hat einiges davon. Digitales Backup neu aufgegossen. ;)

Viele Grüße

Jochen
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo an alle Bauer-Studios-Fans

wem die obigen Aufnahmen auch gefallen oder gar besitzt, der kennt wohl auch diesen etwas älteren Thread hier im Forum:
viewtopic.php?f=17&t=6992&hilit=bauer+studios
Allen anderen sei er als Info empfohlen (ich staune immer wieder, welch reichhaltiges und wertvolles Archiv dieses Forum doch darstellt).

Ich habe mir inzwischen einige der "Studio Konzerts for Headphones" angehört. Diese binauralen Aufnahmen sind wirklich sehr räumlich und plastisch. Man fühlt sich noch näher dran am Musikgeschehen. ABER - bei mir stellt sich meistens das Hörempfinden ein, dass ich mit dem Rücken (!) zur Band sitze (also um 180 Grad gedreht). Horizontal (links rechts) und vertikal ist alles prima - nur sagital (vorne hinten) nicht. Andererseits: über die Boxen klingt es (Vinyl) noch wesentlich freier, luftiger, mit mehr Fusswippfaktor ...

Viele Grüße
Jörg
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

ich höre mich dieser Tage durch eine Box mit Einspielungen des Beaux Arts Trios aus den 1960-70er Jahren:

https://www.discogs.com/de/Beaux-Arts-T ... e/11437521

Vor Jahrzehnten gekauft, nie komplett durchgehört. Daran wird nun etwas geändert. ;) Und manches ist für meine Ohren nach wie vor hörenswert. So z.B. die Einspielung von Beethovens Erzherzogs-Trio, ein sowieso wunderschönes Stück.

Viele Grüße

Jochen
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

mal wieder eine Box, die vor Jahrzehnten gekauft, aber nie durchgehört wurde:

Debussy - Pelleas et Melisande mit Karajan und den Berlinern. Oper also.

Und was für eine! Offenbar in Deutschland eher weniger gehört, wenn man als repräsentativ ansetzt die Tatsache, dass unter den Besprechungen bei Amazon keine deutsche ist.

https://www.amazon.de/Pelleas-Melisande ... ll_reviews

Ob es nun Klischee oder tatsächlich so ist wie in einigen Rezensionen zu lesen, dass nämlich das deutsche Orchester mit dem österreichischen Dirigenten zu viel Wagner an die Interpretation gebe, kann ich nicht beurteilen, da mir (noch) der Vergleich mit französischen Einspielungen fehlt. Aber meinen Ohren bereitet das "Klangbad" heute viel Vergnügen. Ich habe die Aufnahme früher beiseite gelegt, weil sie mir langweilig erschien. Da waren zum einen die Ohren noch nicht so sensibilisiert und sprangen eher auf ein herausgeschmettertes Esultate! an. Und zum anderen waren frühere Anlagenkomponenten wohl auch nicht in der Lage, die Musik wie jetzt aufblühen zu lassen und zum Leben zu erwecken.

Ich werde mich bei Gelegenheit umschauen, welche Einspielungen es mit französischen Interpreten gibt, und bin neugierig auf deren Präsentation dieses intensiven Geflechts von Sprache und Musik.

Fast vergessen:

Link zu Discogs:
https://www.discogs.com/de/Claude-Debus ... se/4751469

Ich habe allerdings die Wiederauflage von 1988, digital remastered und in DMM geschnitten.

Und hier noch ein Hinweis zur englischen Wikipedia und den da zu findenden Äußerungen zur Aufnahme:
https://en.wikipedia.org/wiki/Pell%C3%A ... recording)

Viele Grüße

Jochen
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo Jochen,

ja - eine besondere Oper: subtil und mit syllabischem Parlandostil. Wie Trance-Musik wirkt sie immer auf mich ...
Ich habe ebenfalls die Karajan-CDs und zusätzlich die 1992-Aufnahme der Wiener unter Claudio Abbado. Beide gefallen mir ausgepsorchen gut!

Mit französischen Dirigenten habe ich bei Freunden vor Jahren mal die Boulez-Aufnahme aus dem Anfang der 1970er (?) gehört. Ist mir ebenfalls positiv in Erinnerung gebleiben.
Die beiden immer wieder gelobten Aufnahmen unter den Franzosen Cluytens (obwohl aus 1958 8) und mit der überragenden de los Angeles) als auch die (vermutliche) Ersteinspielung unter Désormières haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Viele Grüße
Jörg
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

heute war mal wieder Vormittag des Vinyls. Sozusagen als Drei-Gänge-Menü.

Als Vorspeise wurde ein abwechslungsreicher Antipasti-Teller engagiert serviert vom Pittsburgh Symphony Orchester unter seinem Leiter William Steinberg. Ein bunter Strauß von Appetithappen aus umfangreicheren Werken u.a. von Beethoven, Brahms und Wagner:

https://www.discogs.com/de/William-Stei ... se/9688272

Eine Command Classics, die allerdings schon unter der Flagge Grand Award Record Co. bzw. abc-Records segelt. Und auch wenn George Piros noch den Lackfolienschnitt vorgenommen hat, die Klangqualität ist nicht mehr die von Originalausgaben von Command Classics. Immerhin als Vorspeise, die Appetit auf mehr macht, ohne weiteres geeignet.

Und der Appetit wird bedient. Vom Hauptgericht. Einem Knaller, der schon anderenorts in diesem Forum Erwähnung fand:

https://www.discogs.com/de/Bizet-Shched ... se/7289238

Also das Carmen-Ballett in der superben Kooperation von Melodiya und EMI. Vorzüglich aufgenommen und interpretiert von den Russen. Mir bleibt jedesmal der Mund offen angesichts der Dynamik, der Räumlichkeit, der Transparenz und Plastizität der Aufnahme, die die effektvolle Musik und die ebenso effektvolle Interpretation bestens zur Geltung bringt.

Zum Nachtisch dann noch süße Früchte und Konfekt:

Villa-Lobos und Prokofiev dargereicht vom Stadium Symphony Orchestra unter Leopold Stokowski. Hier nicht als originale Everest, sondern als englische Pressung von 1971 in eher schlichtem Gewande. Aber die Musik ertönt um so farbenreicher. Stokowski, der alte Klangmagier, at his best. Muss man nicht mögen, kann man aber.

https://www.discogs.com/de/Villa-Lobos- ... se/6595380

Leider sind alle drei Platten nicht bei mir als dem Erstbesitzer, sondern eben gebraucht gekauft. Und somit mit einigen Kratzern gesegnet. Nun ja, durch all die Jahrzehnte sind wir ja auch nicht faltenfrei gekommen.

Viele Grüße

Jochen
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