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Johann Sebastian Bach - Orgelwerke

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
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Rudolf
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Johann Sebastian Bach - Orgelwerke

Beitrag von Rudolf » 13.07.2008, 10:28

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Helmut Walcha
Grosse Orgel der St. Laurenskerk, Alkmaar

Toccata & Fuge BMV 565
Trisonate Nr. 1 BWV 525
Choralpartita BWV 768
Präludium & Fuge BWV 552
6 Schübler-Choräle BWV 645-650

Dies ist eine CD, bei der es mir unmöglich ist, zwischen Qualität der Komposition, Interpretation, Aufnahme und Wiedergabe zu trennen: Hier fließt und passt alles zusammen!

Diese jeglichen irdischen Ballastes (sprich "Schönfärberei") entbehrenden Kompositionen werden von Helmut Walcha kongenial interpretiert. Wenn dann die Lautsprecher nichts draufsetzen, umso besser.

Zwei Fakten erscheinen mir besonders erwähnenswert: Helmut Walcha war von Kindheit an blind. Es ist für mich als Nicht-Musiker unvorstellbar, wie man derart komplexe Musik nur nach Gehör erlernen und auswendig spielen kann. Zum anderen stammen diese Mono-Aufnahmen aus den Jahren 1950 und 1952. Trotzdem vermitteln sie einen herrliches Raum- und Klangerlebnis.

Angeregt durch dieses wunderschöne Musikerlebnis habe ich mir die 10 CD's umfassende Gesamtausgabe der von Helmut Walcha bei DG (in Stereo) eingespielten Orgelwerke Bach's bestellt:

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Viele Grüße,
Rudolf
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realperfekt
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Beitrag von realperfekt » 13.07.2008, 11:23

Hallo Rudolf,
ich darf mich glücklich schätzen, eine ähnliche Einspielung mit dem Titel

ARCHIV PRODUKTION
Musikhistorisches Studio der Deutschen Grammophon Gesellschaft
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Toccaten und Fugen
BWV 565 - Aufnahmedatum 17.9.1956
BWV 540 - Aufnahmedatum 26.9.1962
BWV 538 - Aufnahmedatum 23.9.1962
BWV 564 - Aufnahmedatum 18.9.1956

mit dem Untertitel IX.Forschungsbereich
Das Schaffen Johann Sebatian Bachs
Serie F:Werke für Orgel
Helmut Walcha an der Frans-Caspar-Schnitger-Orgel der St.Laurentkerk in Alkmaar

in meinem Vinyl-Fundus zu haben.
Es dürfte sich dabei um eine der ersten deutschen Stereo-Aufnahmen (1956!) handeln.
Auch hierfür würde ich Deine qualitative Beschreibung gelten lassen!
Sicherlich mal ein Thema, wenn wir uns persönlich beschnuppern.
Peter
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hubertus
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Beitrag von hubertus » 16.08.2008, 00:41

Das haben wir alles auf Vinyl noch zu Hause. Die CD werde ich mir mal kaufen.

Normalerweise sind ja fast alle DG Einspielungen technisch eine einzige Schande. Kein Klassiklabel hat solche sagenhaften Künstler unter Vertrag und macht dann diese gelähmten, zugeschnürten Abmischungen. Eigentlich ein Skandal.

Das gilt interessanterweise nicht für diese DG Sonderserie "The Originals". Da habe ich ganz brauchbare Platten von Fritz Wunderlich, Wilhelm Kempff, Arturo Benedetti Michelangeli u.v.m. im Bestand
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Rudolf
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Beitrag von Rudolf » 28.01.2019, 21:21

Liebe Freunde,

die Orgelwerke Johann Sebastian Bachs gehören zu den musikalischen Großereignissen, zu denen ich immer wieder in regelmäßigen Abständen zurückkehre.

Die eingangs von mir erwähnte Gesamteinspielung von Helmut Walcha zählt immer noch zu meinen Favoriten, aber sie ist kürzlich eingeholt, wenn nicht gar überholt worden von derjenigen der französischen Organistin Marie-Claire Alain:

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Die Werke wurden in verschiedenen Kirchen (unter anderem dem Freiberger Dom und der Laurenskerk, in der auch Helmut Walcha aufgenommen hat) im Zeitraum von 1986 und 1994 aufgenommen. Marie-Claire Alain zeichnet sich dabei ebenso wie Walcha durch das Fehlen jeglicher Manieriertheit aus und lässt Bachs Werken sozusagen freien Lauf. Die Aufnahmetechnik ist superb und der Wechsel der Spielorte und damit der Orgeln gibt dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz. Marie-Claire Alain hatte Bachs Orgelwerke übrigens dreimal komplett eingespielt, wobei dies die letzte Aufnahme ist.

Viele Grüße
Rudolf
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 28.01.2019, 21:50

Hallo Rudolf,

deine Begeisterung kann ich gut nachvollziehen, auch ich schätze die Walcha-Einspielungen gegenüber vielen anderen, weil sie keinerlei erkennbare Allüren oder Affektiertheit erkennen lassen. Gewiss manchen zu nüchtern, zu sachlich, dafür aber mit meinen Ohren immer wieder gern gehört.
Wikipedia hat geschrieben: Helmut Walcha erblindete im Alter von neunzehn Jahren infolge einer frühkindlichen Pockenimpfung. Er bestand im 15. Lebensjahr die Aufnahmeprüfung am Leipziger Konservatorium und wurde der jüngste Orgelschüler Günther Ramins. Er entwickelte sich dort zu einem bedeutenden Bachinterpreten. Von 1926 bis 1929 war er Stellvertreter Ramins an der Thomaskirche.
..., also Stellvertreter unmittelbar nach/trotz Erblindung. Ich denke, er hat aus dem Gedächtnis gespielt, nachdem er das Werk gelesen und eingeübt hatte.

Ich habe einige LPs von Marie-Claire Alain (frühe 1980er Jahre), habe sie auch einmal live Konzert spielen gehört, aber nochmal das gesamte Orgelwerk wäre mir doch zu viele, nachdem die grünen DG-Boxen mit HW einen Teil des Regals einnehmen.

Grüße
Hans-Martin
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Rudolf
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Beitrag von Rudolf » 28.01.2019, 22:03

Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben:Gewiss manchen zu nüchtern, zu sachlich, dafür aber mit meinen Ohren immer wieder gern gehört.
für die Ohren eines Protestanten wie geschaffen ... :D

Evangelische Grüße aus dem katholischen Rheinland
Rudolf
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