Was wir zur Zeit hören

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
hkampen
Aktiver Hörer
Beiträge: 624
Registriert: 11.02.2018, 23:40
Wohnort: Köln

Beitrag von hkampen »

Moin,

Bossa Nova höre ich auch gerne, nicht nur bei den sommerlichen Temperaturen. Eins meiner favorisierten Alben ist Edu & Tom mit Edú Lobo und Antonio Carlos Jobim, zwei Urgesteinen des Genres, von 1981. Das Ganze ist dann angenehm gewürzt mit etwas Jazz.

Bild

https://play.qobuz.com/album/z44a4zow7hxcc

Viele Grüße
Harald
Bild
Bajano
Aktiver Hörer
Beiträge: 560
Registriert: 31.10.2015, 18:24
Wohnort: Zwischen Bonn und Koblenz

Beitrag von Bajano »

alcedo hat geschrieben:
07.07.2022, 12:20

Ich dagegen habe das Album zu Ende gehört - gefiel mir wieder richtig gut!
Und nein, ich war danach nicht durchgeschwitzt.
Hallo Obba Jörg,

vielen Dank für den Impuls! Ich habe mir das Album gerade mal wieder komplett angehört und bin ebenfalls total begeistert!
Eine wirklich mitreißende Live-Aufnahme mit hohem Fußwippfaktor und eine gute Gelegenheit, die Luftgitarren zu schwingen :cheers:.

Kein Wunder, dass Dein Enkel schon nach zwei Titeln „durch“ war :lol:.

Viele Grüße,
Oliver
Bild
Jupiter
Aktiver Hörer
Beiträge: 1375
Registriert: 25.07.2014, 15:51
Wohnort: Bad Dürkheim / Pfalz

Beitrag von Jupiter »

Hallo Harald

schönes Album, überhaupt ist der Bossa Nova aus dieser Zeit von Jobim und anderen immer hörenswert.

Gruß Harald
Bild
Hybrid-OLI
Aktiver Hörer
Beiträge: 279
Registriert: 15.02.2017, 19:23

Beitrag von Hybrid-OLI »

Allen Freunden der Bossa Nova und / oder von Stan Getz, sei diese Box hier ans Herz gelegt.

Bild

So man sie nicht sowieso schon hat, unbedingt besorgen. :cheers:


groovige Grüße
OLI
Bild
alcedo
Aktiver Hörer
Beiträge: 1308
Registriert: 09.12.2019, 20:21
Wohnort: NRW

Scharwenka - ein wiederzuentdeckender Spätromantiker

Beitrag von alcedo »

Hallo

in einem anderen Thread habe ich über eine Anregung durch Horse Tea neue spannende Interpretationen und Entdeckungen mit der ehemaligen Primaria des Artemis Quartetts Natalia Prishipenko gefunden. Allerdings habe ich mich nicht auf die AQ-Alben konzentriert, sondern auf Aufnahmen nach ihrem dortigen Weggang.

Meine Neuentdeckung (und absolute Empfehlung) sind die Violinsonaten von Philipp Scharwenka (1847-1917), einem früher sehr bekannten, heute jedoch vergessenen Komponisten der Romantik.

Bild

Natalia Prishipenko spielt hier mit Oliver Triendl zusammen unglaublich lyrisch-melodiös mit einem zum Dahinschmelzen schönen Violinenklang. Ihr Klavierpartner bildet mit ihr eine symbiotische Einheit und agiert auf Augenhöhe. Perfektes Zusammenspiel!
Man höre sich nur mal den 1. Satz von op.110 an! Oder die Tarantella am Ende der Suite op.99 - wer da nicht in die Musik (und seinen Hörsessel 8)) quasi hineingezogen wird ...

Abgerundet wird der äusserst positive Eindruck noch durch ein informatives Booklet und einer gelungenen Aufnahmetechnik.

Absolut hörenswert !!

Viele Grüße
Jörg
Bild
alcedo
Aktiver Hörer
Beiträge: 1308
Registriert: 09.12.2019, 20:21
Wohnort: NRW

Schostakowitschs 2. Klaviertrio in einer traumhaften Aufnahme

Beitrag von alcedo »

Hallo,

auch hier noch einmal eine Empfehlung zur wunderbaren Geigerin Natalia Prishipenko.

Bekanntermaßen wurde 1944 Schostakowitsch vom Tod des Musikkritikers (und besten Freundes) Iwan Sollertinski hart getroffen. Sein 2. Klaviertrio aus diesem Jahr widmete er dem Andenken des Freundes.

Bild

Wer jemals dieses berühmte Trio gehört hat, wird wohl niemals diesen unglaublich traurigen, eisigen Beginn vergessen. Ein wie aus weiter Ferne gespieltes Cellosolo mit Dämpfer und Flageolett. Und noch nie habe ich diese fade Intonation so einsam, kalt, wie erfroren gehört, ja gefühlt. Weder das Borodin Trio noch das Trio Kremer-Maisky-Argerich (meine bisherige Lieblingsaufnahme) haben das so gespielt.
Was das Trio Mangova-Prishepenko-Klinger hier abliefert, ist unglaublich!

Der 3. Satz (Largo) fußt im scharfem Kontrast dazu, der barocken Form der Passacaglia folgend, auf einem Bassthema, dessen wie in Stahl gegossene, massige Choral-Akkorde das Klavier zu Beginn vorstellt. Und dieses Ostinato hämmert Sebastian Klinger wie kaum ein anderer - wie Schicksalsschläge hallt es in den Raum.

Dann das Finale, dessen Spiel mit Zingharese-Melodien und Überraschungspausen à la Kodály und eingearbeiteten jüdischen Themen wohl den abschließenden Totentanz charaktierisieren soll.

Ich bin fasziniert von dieser Aufnahme!

Und die Presse offenbar auch:
"Mit unglaublicher Energie entrollen die drei Musiker die apokalyptische Schreckenskulisse." WDR 3 Hörzeichen, 2007

Viele Grüße
Jörg
Bild
Harry_K
Aktiver Hörer
Beiträge: 305
Registriert: 07.08.2016, 17:19
Wohnort: Nördlich von München

The Prayer Cycle

Beitrag von Harry_K »

Nach langer Zeit mal wieder etwas anderes gehört.

Ein Rezensent schreibt im großen Versandhaus: Basierend auf neun Gebeten ist ein meditatives Werk von großer Ruhe und Schönheit entstanden. Die neun Stücke, in Ton und Tempo sehr ähnlich gehalten sind, in ihrer Struktur sehr frei und bilden die Basis für die Gesangslinien verschiedener Sänger. Es ist äußerst spannend, bekannte Stimmen wie Alanis Morisette, Linda Ronstadt, Nusrath Fateh Ali Khan oder Ofra Haza in diesem neuen Kontext zu hören. Die Musik greift zum Teil auf klassische Choralstrukturen zurück, nimmt aber auch arabische Strukturen auf und bedient sich z.T, auch der flächigen Ästhetik von Filmmusiken.

Bild

Viele Grüße
Mathias
Bild
alcedo
Aktiver Hörer
Beiträge: 1308
Registriert: 09.12.2019, 20:21
Wohnort: NRW

Franz Schmidt - auch ausserhalb Österreichs eine lohnende Entdeckung

Beitrag von alcedo »

Hallo Klassikfreunde,

schon länger reizte mich die 2020 herausgekommene (LIVE-Aufnahmen von 2031-2018) Gesamtausgabe aller 4 Symphonien von Franz Schmidt unter Paavo Järvi.

Bild

In Österreich ist sein "Buch mit sieben Siegeln" jedem Chorsänger bekannt - aber wer kennt hierzulande wirklich Franz Schmidt?
Allenfalls sein Opern-Intermezzo aus "Notre Dame" werden wohl einige aus dem üblichen Encore-Programm einiger Dirigenten ihm zuordnern können.

Immer wieder hörte ich mal rein - und legte sie wieder beiseite. Am Wochenende hatte ich genügend Muse und hörte alle nacheinander. Fast 40 Jahre benötigte der Komponist für seine - Brahms/ Mahler/ Bruckner nahestehenden - Symphonien.

Empfehlen möchte ich insbesondere die 4. Symphonie (die wohl auch die bekannteste von ihm ist). Sehr melancholisch und ausdrucksstark; allein der Beginn mit seinem langen, tonal kaum definierbaren Solo der Trompete! Kein Wunder bei dem geschichtlichen Hintergrund: Seine erste Frau musste ab 1919 in einer Nervenheilanstalt behandelt werden, seine einzige Tochter Emma starb 1932 kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes und er selbst litt zunehmend unter einer Reihe von Krankheiten. Schmidt bezeichnete die Komposition als ein »Requiem für meine Tochter« und fügte hinzu: »Ich weiß nicht, ob sie mein stärkstes Werk ist, aber das wahrste und innerlichste auf jeden Fall.«
Das brodelnd pulsierende Trompetenthema des Anfangs bildet übrigens - nun jedoch verklärt, gereift, befriedet - auch den Schluß der Symphonie, ein Zyklus schließt sich.

Wirklich hörens- und entdeckenswert!
Auch aufnahmetechnisch sehr gut eingefangene Live-Atmosphäre.

Rezension: https://www.br-klassik.de/aktuell/br-kl ... i-100.html

Als Alternative zu dieser Aufnahme kann die Petrenko-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern aus 2020 herangezogen werden.

Viel Spaß beim Entdecken dieser Symphonien,
Jörg
Bild
Marbello
Aktiver Hörer
Beiträge: 115
Registriert: 16.06.2016, 16:10
Wohnort: Berlin

Beitrag von Marbello »

Zum Vergleich gibt es ja auch noch
Neeme Järvi mit Detroit Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra
Bild
Melomane
Aktiver Hörer
Beiträge: 2645
Registriert: 14.10.2011, 18:30

Beitrag von Melomane »

Hallo,

Vergleich, das ist das Stichwort. :cheers: Vorhin hörte ich die Aufzeichnung einer schon vor Wochen ausgestrahlten Radiosendung. Thema war der Vergleich diverser Einspielungen von Mendelssohns Sommernachtstraum. Für die Sprecherin war die mit Hans Vonk die beste:

https://www.qobuz.com/de-de/album/mende ... 6408104070

Mich spricht die weniger an. Deutlich mehr hingegen die Aufnahme mit Ivan Fischer:

https://www.qobuz.com/de-de/album/mende ... 3385374183

Die Tempi eher langsam. Das intensive Dirigat erzeugt eine wunderbare Stimmung, bringt für mein Empfinden die zauberhafte Szenerie sehr schön vor die Ohren. Und vergisst darüber hinaus nicht den Humor des Schauspiels. Die Einspielung kommt mir auf den Einkaufszettel. Liebhaber sollten auch mal reinhören. Ich habe bislang nur den Stream kurz angetestet. Das reichte immerhin, auch eine schöne Aufnahmequalität festzustellen. Also mein Daumen geht dafür hoch!

Viele Grüße

Jochen
Bild
Hironimus_23
Aktiver Hörer
Beiträge: 656
Registriert: 29.12.2012, 21:49
Wohnort: Norddeutschland

Madredeus - O espírito da paz

Beitrag von Hironimus_23 »

Hallo Zusammen,

schon viele Jahre habe ich dieses Album nicht mehr gehört und immer noch begeistert es mich, wie damals.

Musik mit portugiesischem Ursprung, etwas Fado und die tolle Stimme von Teresa Salgueiro.
Ruhige, manchmal auch traurige, aber wunderschöne Musik.

Bild

https://open.qobuz.com/album/0724383004652
https://open.spotify.com/album/7ksuir9e ... uvCcOgddNQ

Viel Spaß beim Reinhören,
Hironimus
Bild
alcedo
Aktiver Hörer
Beiträge: 1308
Registriert: 09.12.2019, 20:21
Wohnort: NRW

Mozart: Klavierkonzert Nr.20

Beitrag von alcedo »

Hallo Klassikfreunde,

trotz "Sommerpause" habe ich mich in den letzten Tagen mal wieder mit einem der bekanntesten Klavierkonzerte Mozarts beschäftigt, dem d-Moll-Konzert KV466. Es gilt oftmals als Prototyp der kommenden Klavierkonzerttypen.

Es gibt m.E.n. viele sehr gute Interpretationen dieses Werks. Zu meinen Favoriten gehören immer noch die Einspielungen von Gulda (insbesondere die mit Abbado am Pult), dem jungen Barenboim mit dem ECO, Curzon unter Britten (was für ein tolles Pianissimo im 3. Satz) oder bei den historisch informierten die Aufnahme mit Bilson und Gardiner. Sicherlich wären hier auch Brendel/Mackeras, Münchinger/ABM oder einige Clara Haskil-Aufnahmen erwähnenswert ...

Bild

Faszinierend finde ich vorallem die experimentierfreudige Erkundungen von Christian Zacharias unter David Zinman aus dem Jahre 1987.
Und hier setzt meine heutige Empfehlung auf: Zacharias konzentriert sich seit Jahren mehr aufs Dirigieren und hat vor 10 Jahren eine spannende Interpretation mit dem Kanadier Jan Lisiecki am Flügel aufgenommen.

Hier wird sensibel und elegant in einem durchgängig sinnvollen Tempo musiziert, Lisiecki spielt geradezu "singend" in der Romanze, der ausgewiesene Mozartkenner Zacharias begleitet präzise.
Eine gute Aufnahmetechnik (im Münchener Herkulessaal) dieses Konzerts aus 2012 rundet das positive Bild ab.

Was ich vorher nicht wusste: Jan Lisiecki war zum Zeitpunkt der Aufnahme (seinem Debütalbum) erst 16 Jahre alt! Wow ...

Rundum hörenswert mit hohem Spaßfaktor.

Beste Grüße
Jörg
Bild
Hironimus_23
Aktiver Hörer
Beiträge: 656
Registriert: 29.12.2012, 21:49
Wohnort: Norddeutschland

Valer Sabadus & Spark - Closer to Paradise

Beitrag von Hironimus_23 »

Hallo zusammen,

das, was ich gerade begeistert höre, könnte auch eine Empfehlung für Fans des Gesangs von Countertenören, hier im konkreten Valer Sabadus, sowie des Klassik-Quintetts Spark sein, oder wie sie sich selbst nennen „klassische Band“.

Ich zitiere hier der Einfachheit halber einen Auszug des Label, der das Musikprojekt gut beschreibt:
Auf ihrem neuen Album »Closer to Paradise« machen Spark, die klassische Band, in einer einzigartigen Zusammenarbeit mit dem international bekannten Countertenor Valer Sabadus das Gefühl der Sehnsucht, diesen schmerzlich schönen Gemütszustand zwischen Wehmut und Glück, musikalisch erfahrbar. Die Bandbreite erstreckt sich von klassischen Meistern wie Antonio Vivaldi, Robert Schumann, Gabriel Fauré, Erik Satie und Kurt Weill bis zum französischen Chansonier Leo Ferré, dem italienischen Cantautore Lucio Dalla, dem amerikanischen Singer-Songwriter Barry Manilow, der britischen Synth-Rock-Gruppe Depeche Mode und der deutschen Kultband Rammstein.
Bild

https://open.qobuz.com/album/u7rg5u3l1grwc

https://open.spotify.com/album/3WyanAXw ... RGQK4fZ_Lg

Viel Spaß beim Anhören
Hironimus
Bild
alcedo
Aktiver Hörer
Beiträge: 1308
Registriert: 09.12.2019, 20:21
Wohnort: NRW

Beitrag von alcedo »

Hallo Hironimus,

kommt mir irgendwie bekannt vor ;-)
viewtopic.php?f=17&t=4691&p=220365#p220365

Interessante Musik 👍

Viele Grüße
Jörg
Bild
Hironimus_23
Aktiver Hörer
Beiträge: 656
Registriert: 29.12.2012, 21:49
Wohnort: Norddeutschland

Beitrag von Hironimus_23 »

alcedo hat geschrieben:
05.08.2022, 17:37
[...]
kommt mir irgendwie bekannt vor ;-)
[...]
upps, sorry, übersehen 8) höre ich aber trotzdem zur Zeit :D
Bild
Antworten