Hans-Martins Referenzaufnahmen zu Mikrofonierungstechniken

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Hans-Martins Referenzaufnahmen zu Mikrofonierungstechniken

Beitragvon Hans-Martin » 20.11.2012, 00:26

cantusfirmus hat geschrieben:... diese 3% Aufnahmen bei denen das Aufnahmeequipment ausgewiesen ist, zählen die dann zu Deinen Referenzaufnahmen? Wenn ja würden mich natürlich ein paar Alben davon interessieren.

Hallo Horst

Nein. Bei vielen Aufnahmen sind Mikrofone und Aufstellung bekannt, aber eine "gute Aufnahme" ist es nicht geworden. Beispiele sind viele RCA Living Stereo und Mercury Scheiben, deren legendäre Ruf noch aus einer Zeit zu uns hallt, als man Kopfhörer mit kleinen quäkigen Lautsprechern bekam, als Kalottenhochtöner das Licht der Welt erblickten, als Frequenzweichen noch aus 1-4 Bauteilen bestanden, usw. Da gab es keine verbindlichen Standards, siehe die Vielfalt bei den Phonoentzerrungen. Fast jedes größere Plattenlabel kochte sein eigenes Süppchen und erst 10 Jahre nach Einführung der Stereoschallplatte kamen erkennbare Maßstäbe zum Einsatz und Dolby schaffte endlich mal rauscharme Klavierplatten (Wobei ich CBS Aufnahmen bis 1972 vermieden habe).

Ich habe eine Julie London CD, Aufnahmen aus den 1950ern, die sind schön schlicht, bringen aber nicht die heute gewohnten Details in der Vielfalt. Auch Freddy Quinn und Lale Andersen verkauften über die Goldene Schallplatte hinaus, heute abgehört, merkt man schon, wie verwöhnt wir doch mittlerweile sind.
Mit Breitbändern auf offener Schallwand geht das allerdings sehr gut.

Oder überhaupt Aufnahmen bei denen Du der Meinung bist, dass die Aufnahme den Musikern gerecht wird.

Das grenzt leider an den altbekannten Konflikt, dass eine überzeugende Aufnahmetechnik und eine große musikalische Leistung nicht unbedingt Hand in Hand gehen. Da kann man z.B. Mahlers 5. Symphonie vergleichen, wiederholt von großen Dirigenten eingespielt und jede technisch betrachtet anders, neben der Interpretation. Ich habe Schuberts 8.+9. von Wandt dirigiert auf RCA in 3 verschiedenen Einspielungen, 2 davon mit den Berlinern am selben Ort und vermutlich mit dem selben Equipment und techn. Team (laut CD-Hülle). Die letzte Aufnahme ist technisch für mich nicht die bessere, sondern bleibt hinter der etwa 5 Jahre früher aufgezeichneten klanglich zurück, was z.B. Raumtiefe und Abbildungsschärfe betrifft.

darin ein Indiz für die mMn zu große Diffusität dieser Aufnahme. Die wird mMn der Präzision der Gitarristen nicht gerecht.

Gerade weil Du dich sehr viel mit diesem Thema zu beschäftigen scheinst, fände ich das wirklich sehr spannend, womöglich unter Musikempfehlungen?

Ich finde das selbst sehr spannend. und kann ich das gern vertiefen, angefangen mit der Übersicht über CDs und Nennung der Mikrofontypen bzw. des Aufstellprinzips. Da kommt dann vielleicht von Sven oder anderen aus der Profi-Ecke noch einiges an Informationen.

Bei Telarc kommen bevorzugt Kugelmikrofone zum Einsatz, sie gelten neben dem tiefreichenden Bass als tonal ausgewogen, sie müssen breiter aufgestellt werden, was zur Laufzeitstereophonie führt. Der Vorteil einer größeren Hörzone wird mit diffuser und weniger greifbaren Wiedergabe bezahlt. Heute lege ich auf andere Dinge Wert, meine Begeisterung für Telarc ist geschwunden, tonal sind sie aber eigentlich überwiegend überzeugend, Ausnahmen habe ich noch nicht erlebt (mit Ausnahme eines Tracks).

Bei Delos nimmt man bevorzugt ORTF, mit den Nieren bekommt man eine Äquivalenzstereophonie. Die finde ich persönlich sehr überzeugend.

Bei Opus 3 nimmt man bevorzugt ein AKG C-24 Blumlein Mikrofon, was zu einer Intensitätsstereophonie führt, die mit korrekten Obertönen (keine Phasendifferenzen) punktet. Aber die Rauminformation für den Grundton ist um die Phasendifferenzen beraubt und das will korrigiert werden, schon sind wir beim Thema FLOW ...

... von dem profitiert aber auch ORTF.

Alle 3 genannten Labels kommen unerfreulicherweise invertiert - und der Einsatz von Stützmikrofonen oder Raumzusatzmikros ist nicht ausgeschlossen (teilweise bestätigt).

Ich werde hier nachfolgend Beispiele von Aufnahmen zeigen, zu denen zusätzlich irgendwelche aufnahmetechnischen Details herauszufinden waren, vorzugsweise im Rahmen der CD und dem Beiheft.
Forum-typisch ist natürlich die offene Diskussion derr Beiträge und die Aufforderung, die Liste zu komplettieren.

Aber, wie gesagt, das Wissen um die verwendeten Mikrofone und ihre Aufstellung bei der Aufnahme hilft zwar zu einer Verständnisgrundlage für den Klang, macht aber noch nicht die perfekte Aufnahme. Deshalb das Fragezeichen hinter "Referenzaufnahmen".

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Melomane » 20.11.2012, 00:41

Hallo,

falls die hinter diesem moderatorischen Eingriff (?) stehenden Fragen lauten:

- was sind Referenzaufnahmen?
- welche gibt es?

--- hm, ich schätze, dass darauf jede Zeit und letztlich jeder Hörer ihre/seine eigenen Antworten findet.

Ich denke da z.B. an die Überlieferungen, dass der Chef von RCA ein Faible für Violinen und ihre Wiedergabe hatte. Dass Bert Kaempfert zwei Mikros und einen Kübel Hall geliebt haben soll. Dass die Aufnahmen nach Wechsel der Lautsprecher auf einmal so mistig klangen. Dass ein kleiner Schubs am Vol-Regler aus einer miesen Aufnahme die "richtige" machte. Dass das Buch "Living Stereo" eine Bibel sein soll (ich finde es übrigens wirklich anregend). Oder nur Promotion zum guten Verkauf der Platten des Autors. Etc. pp.

;)

Edit: Nicht zu vergessen die Definitionsebene - technische Referenz oder interpretatorische.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Hans-Martin » 20.11.2012, 01:16

Hallo Jochen
Das geht ja furios los...
Ich hatte auf Horsts Vorschlag hin eigentlich nur vor, die Aufnahmen aufzulisten, zu denen Informationen vorliegen, wie sie zustandegekommen waren.

Ob man bei z.B. Opus3 schließen kann, dass alle Aufnahmen mit einem AKG C24 gemacht werden, bei Bedarf unterstützt von zusätzlichen Mikrofonen, muss jedem selbst überlassen werden.

Aber ohne solche Information tappt man doch völlig im Dunkeln.
Wer Blumlein-Aufnahmen schätzt, freut sich über Informationen, wo er mehr findet.
Die können manchmal auch auf der Webseite des Plattenlabels zu finden sein.

Wer auf ORTF abfährt, dito.

Melomane hat geschrieben: falls die hinter diesem moderatorischen Eingriff (?) stehenden Fragen lauten:

- was sind Referenzaufnahmen?
- welche gibt es?

--- hm, ich schätze, dass darauf jede Zeit und letztlich jeder Hörer ihre/seine eigenen Antworten findet

Hier war kein moderatorischen Eingriff,
Fragen...
Fragen...
Antworten, die man mit anderen teilen kann.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon cantusfirmus » 21.11.2012, 18:25

Guten Abend allseits,

lieber Hans-Martin, vielen Dank für Deine erste Ausführung.

Zuerst ganz kurz:
Ich hatte auf Horsts Vorschlag hin eigentlich nur vor, die Aufnahmen aufzulisten, zu denen Informationen vorliegen, wie sie zustandegekommen waren.

...das fände ich noch immer sehr spannend, und wenn der Threadtitel nicht gefällt, könnte man denselben natürlich jederzeit ändern.

Worum es mir eigentlich geht? Nun, ich wollte von Hans-Martin wissen, mit welchen Aufnahmen er besonders zufrieden ist. Nicht mehr nicht weniger. Ich finde, dass er sich sehr mit der Aufnahmetechnik auseinandersetzt und daher - so meine Vermutung - besagte Lieblingsaufnahmen (nennen wir sie einmal so) durchaus nicht nur für mich interessant sein können.

Lieber Jochen, mir ist natürlich klar, dass jedes Label seine Präferenzen, jeder Tontechniker sein Lieblingsequipment hat, und dass es ganz sicher nicht die "Referenz" gibt. Dennoch glaube ich, dass gerade in dieser Rubirk "Musikempfehlungen" - die ich in diesem Forum sehr zu schätzen gelernt habe - einen hohen Anteil an wirklich sehr gut aufgenommenen Einspielungen gibt. Warum? Ich denke, weil die Freude ganz besonders hoch ist, guter Musik auf einer noch besseren Aufnahme zu lauschen.
Nicht zu vergessen die Definitionsebene - technische Referenz oder interpretatorische.

Damit stellt sich für mich diese Frage eigentlich nicht, vielmehr würde ich sagen: es soll doch bitte beides bzw. dreierlei zutreffen: Gute Musiker oder Musikerinnen spielen gute Musik (das wird oft vegessen) und die Aufnahme macht auch Freude. Oder wie Hans-Martin gesagt hat: "wird den Ausführenden gerecht".

Also genug der Philosophiererei, ich würde mir einfach wünschen noch mehr von euren "Musikempfehlungen" zu bekommen.

Viele Grüße Horst
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Beitragvon Hans-Martin » 21.11.2012, 20:39

AAA
ABADONE
Man findet kaum etwas im Netz, denn der Begründer des Labels, Hans-W. Steickart, lebt schon lange nicht mehr. Die STAX-Freunde kennen ihn sicherlich von den Messen, denn seit den 1970er Jahren war er Geschäftsführer von Audio-Electronic in Düsseldorf, dem damaligen Stax-Importeur, und nach Auflösung von AE und einer kurzen Pause baute er auch selbst später den Vertrieb wieder neu auf.
So wundert es nicht, dass der überwiegende Teil der abadone Produktion in Kunstkopfaufnahmetechnik mit Neumann KU100 puristisch aufgezeichnet und unkomprimiert auf CD gebracht wurde, besonders hervorzuheben finde ich die überall vorgefundene POSITIVE Polarität der Aufnahmen, anders als die Aufnahmen, die unter dem Audio STAX-Label erschienen und ebenfalls von Hans-W. Steickart produziert wurden.
Mir persönlich gefällt besonders die Jazzaufnahme aus der Sägewerk, Möhnesee, die sehr viel Liveatmosphäre ausstrahlt. Dazu weiter unten noch Bemerkungen.

abadone ABCD 93201
ALEKO Vocalensemble St. Petersburg
Bild
Aufnahmedatum: 16.11.1994
Aufnahmeort: Mariendom Neviges
Mikrofone: Neumann KU100
Mikrofonvorverstärker: Stax MA-2
Aufnahmerecorder: Pioneer D-07 (DAT, 96kHz)
Recording Engineer: Andreas Gernemann
Bild(er) der Aufnahmesituation: 3, siehe Beiheft
Besonderheiten: Kunstkopfumgang mit Branko Glisovic (High-End Society) als letzten Track
Kompression: keine
Polarität: positiv
Supervision: Branko Glisovic (High-End Society)
Co-Produzent: ST-Production
Executive Producer: Hans-W. Steickart

Gesungen wird in russischer Sprache, das wird das Hirn nicht vom Textinhalt abgelenkt, da zählt nur noch die Stimmung.

Vermutlich gibt es eine parallele Aufnahme der High-End Society mit 2 Mikrofonen, ich kenne davon nur das Vinyl, habe mich damals aber nicht für die Mikrofonplatzierung interessiert. In dem Beiheft kann man mehrere Mikrofonkonzepte im Aufnahmebetrieb sehen.


Abadone ABCD 93205
Michael Leuschner, Klavier (Steinway D)
Aufnahmedatum: 11.-13.8.1992
Aufnahmeort: Konzertsaal staatlichen Hochschule f. Musik, Freiburg
Mikrofone: Schoeps mk2, Neumann 2xKM83 +2xKM84 als regelbare Straus Pakete
Mikrofonvorverstärker: Studer A779
Aufnahmerecorder: Sony DAT DTC-55ES
Recording Engineer: Christian Leuschner (VDT)
Polarität: positiv
Bild(er) der Aufnahmesituation: bemaßte Skizze, 2, siehe Beiheft
http://www.leuschner-michael.de


Abadone ABCD 93205
Lob der Orgel - Orgelmusik aus 6 Jahrhunderten
Bild
Alexander Koschel an der G. Silbermann Orgel St. Petri zu Freiberg
Mikrofone: Neumann KU100
Mikrofonvorverstärker: Stax MA-2
Aufnahmerecorder: Pioneer D-07 (DAT, 96kHz)
Recording Engineer: Matthias Stieler
Bild(er) der Aufnahmesituation: 3, siehe Beiheft
CD-Ausführung: Gold
Polarität: positiv
Aufnahme live 25./26. Mai 1995, St. Petri in Freiberg
Weblink: http://www.organist-koschel.com/Seiten/discography.html


abadone ABCD 93301 CD
The New Savoy Jazzmen - Jazz at the Sawmill
Live at the Sawmill, Möhnesee
Mikrofone: Neumann KU100 diffusfeldentzerrt
Mikrofonvorverstärker: Stax MA-2
Aufnahmerecorder: Pioneer D-07 (DAT, 96kHz)
Recording Engineer: Branko Glis4vic
Bild(er) der Aufnahmesituation: 3, siehe Beiheft
Aufnahme live 10.4.1994
Polarität: positiv
Es gibt eine parallele Aufnahme der High-End Society, die mit vielen Mikrofonen konventionell am Studer 262 zusammengemischt wurde. Mehr Information nachfolgend im Thread unter High-End Society.
Die Faszination des Raums der Kunstkopfaufnahme ging von der High-End-Aufnahme für mich nicht aus.
http://www.highendsociety.de/index.php/cds_shop_hee_002.html
Tracklist:
1. Harlem Bound
2. My Blue Heaven
3. At Sundown
4. Just Squezze Me
5. Swinging` on Central
6. Snag It
7. The Girl Of My Dreams
8. A Smooth One
9. Bourbon Street Parade

***************
von mir folgen als Nächstes: audioquest und AudioStax
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hans-Martin » 21.11.2012, 21:27

Die von mir genannten CDs sind selbstverständlich nicht das volle Programm des Labels, sondern nur ein Ausschnitt, der mir vorliegt. Aber er wirft ein Licht auf die Arbeitsweise des Labels. Meine Kommentare sind natürlich vom persönlichen Geschmack geprägt, und Irrtümer muss ich mir vorbehalten, mein Gedächtnis lässt nach...
Ich gehe davon aus, dass Tonmeister Überzeugungstäter sind, die den jeweiligen Stand ihrer Erkenntnisse in die jeweilige Situation einbringen, und ihr bevorzugtes Equipment bedeutet ihnen vermutlich so viel wie einem Musiker sein Instrument, will sagen, es kommt wiederholt dasselbe zum Einsatz.

Ich möchte jeden ermuntern, seine Tonträger hier samt Detailinformation über Raum und Equipment mit einzubringen, wenn irgend möglich, in der Nähe des entsprechenden Buchstabens. Mit A bin ich noch nicht fertig - und bis ich bei Z angekommen bin, wird eine gewisse Zeit vergehen...

Vielleicht können auch die Moderatoren im Interesse der Übersichtlichkeit nachträglich Beiträge in das alphabetische Schema einzupassen? Keine Ahnung...
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Rudolf » 22.11.2012, 01:00

Hallo Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:Vielleicht können auch die Moderatoren im Interesse der Übersichtlichkeit nachträglich Beiträge in das alphabetische Schema einzupassen? Keine Ahnung...

nach dem Forumstreffen werde ich dich gerne beim Sortieren unterstützen. Bis dahin bitte ich dich die Nennungen von Referenzaufnahmen in loser Reihenfolge zu posten.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Hans-Martin » 24.11.2012, 23:52

AudioQuest Music

Vom gleichnamigen Kabelhersteller unterstützt, war Kavichandran Alexander einer der ersten Recording Engineers dieses Labels, das später zu Sledgehammer Blues Records wurde. Die Aufnahmen wurden bevorzugt puristisch aufgezeichnet.
Kavi Alexander favorisierte Blumlein Mikrofone (gekreuzte, koinzidente Mikrofone mit 8-Richtcharakteristik) auch wenn erforderlich MS (ebenfalls koinzident) oder ORTF, Röhrenelektronik von Tim de Paravicini (EAR)
Da ich momentan den Text nicht finden kann, vermute ich, dass dieselben Mikrofone zum Einsatz kamen wie bei der alten Aufnahme von Kavi Alexander unter seinem eigenen Waterlily Label.
Mikros: Pearl dual rectangular capsules EAR vacuum tube design
Röhrenmixer EAR Tim de Paravicini
Röhrenrecorder EAR 15ips (38cm/sec) Scotch3M996

Seine Diskografie findet man hier

Künstler wie Robert Lucas (ex-Frontmann Canned Heat, starb an Überdosis 2008), Mighty Sam McClain, Doug MacLeod, liefern Blues vom Feinsten, aber auch New Flamenco von Strunz & Farah, und klassisches von Trio Galanterie.
Spätere audioquest wurden von anderen Studios aufgenommen,darüber liegen mir keine Mikrofoninformationen vor.
Keine für mich erkennbare Kompression! Positive Polarität!
Bernie Grundman erledigte das Mastering für viele Audioquest-Aufnahmen, so auch für diese.

AQ1001 Robert Lucas Usin Man Blues
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July 1990

AQ1002 Strunz and Farah Misterio 1988
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Offenbar früher aufgenommen, später veröffentlicht...
The album from the Grammy-nominated, Billboard chart-topping acoustic guitar duo. Strunz & Farah's music is perhaps best described as original international acoustic instrumental improvisational guitar music, world guitar, or ethnojazz. Their music is saturated with their cultural roots: Afro-Caribbean, Latin American folk, flamenco and Middle Eastern music, and draws heavily from the jazz concept of improvisation.
Misterio features:

Jorge Strunz - Guitar, Percussion
Ardeshir Farah - Guitar, Percussion
Ciro Hurtado - Acoustic Guitar
Charlie Bisharat - Percussion, Violin
Luis Perez - Percussion, Wind
Kathlyn Powell - Percussion


AQ1003 Tuxedo Cowboy Woman Of The Heart 1990
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Wohl das einzige Album dieser Gruppe, zumindest listet allmusic.com keine weiteren.
Recording Engineer Kavi Alexander, Tim deParavicini
Mastering John Dent

AQ1005 Trio Galanterie
Bild
Bild
Das Bild der Aufnahmesession zeigt das Blumlein-Stereomikrofon, Purismus (zur Bestätigung meiner eingangs geäußerten These).

(This Is A Pure Analog Recording Done Exclusively With Custom-Built Vacuum Tube Electronics . The Recording Was Done “Live”. No Overdubbing Or Electronic Mixing Was Employed . The Microphone Set-Up Was The Classic Blumlein Arrangement . No Noise Reduction, Equalization, Compression, Or Limiting Of Any Sort Was Used In The Making Of This Record .)


Hier endet meine Auflistung von audioquest Aufnahmen. Es gibt natürlich noch mehr, alle vorzugsweise mit minimalistischem Mikrofoneinsatz aufgenommen, jedoch von anderen Recording Engineers, deren bevorzugte Mikrofonaufstellungen mir nicht bekannt sind, deshalb nicht konkret benannt werden.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Melomane » 25.11.2012, 00:16

Hans-Martin hat geschrieben:Röhrenmixer EAR Tim de Paravicini
Röhrenrecorder EAR 15ips (38cm/sec) Scotch3M996

Hallo Hans-Martin,

kann man dazu irgendwo Näheres lesen?

Gruß

Jochen
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Beitragvon Hans-Martin » 25.11.2012, 01:22

Hallo Jochen
Ich habe diese Informationen den Beiheften (Waterlily acoustics WLA WS 66CD) entnommen.
Das Plattenlabel Waterlily acoustics kommt später noch dran.
Tim de Paravicini (EAR) war bei einigen Aufnahmen dabei, seine modifizierten Geräte und Mikrofone sind vielleicht aus der Leidenschaft geboren.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hans-Martin » 25.11.2012, 02:47

AudioSTAX

Die Aufnahmen sind schnell beschrieben, denn einfacher als einen Neumann KU81i vor ein Ensemble zu stellen, geht es kaum. Und schon kann man eine gute Aufnahme für Kopfhörer vorweisen, die bei Lautsprecherwiedergabe sehr räumlich aber glanzlos daherkommt, schließlich bläst der KH senkrechts ins Ohr, während Lautsprecher von schräg vorn kommen.

Aufnahme mit Sony PCM1639 DMR4000.
Keine Kompressoren, Limiter oder Equalizer.
Die Polarität muss ich noch einmal prüfen, ich meinte, sie wären invertiert (unter Vorbehalt)

Stax Kopfbezogene Stereophonie Warschauer Barocksolisten Concerto Avenna
Scarlatti Händel 1987 AXCD90201

Stax Klassik 1 AXCD90202/3
The Test AXCD92001
Bild

Stax Klassik 2 [url]AXCD90204/5[/url]
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Lücoson Quartett, Chopin-Trio Posen
Haydn: Streichquartette Nr. 50-56, Trios H 15 Nr. 25
Mendelssohn: Klaviertrio Nr. 1
Mozart: Klaviertrio Nr. 3

Opernfantasien f. Oboe Englisch Horn, Harfe u Klavier Diethelm Jonas, Renie Yamahata, Antony Spiri AXCD90208 1989
Bild
Verdi, Wagner, Donizetti, Mayerbeer, Mozart, Bellini

Glenn Miller und andere Big-Band Favoriten Rundfunk Tanzorchester Berlin Audio Stax AXCD90301 1988
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With A Song In My Heart Rundfunk Tanz-Streichorchester Berlin Audio Stax AXCD90302 1990

Supercharge Take That! The Dortmund Concert 1988 AXCD90304
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Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hans-Martin » 25.11.2012, 03:11

BBC

BBC Lengends BBCL4001-7 (1959)
Mahler Symphony No.8 London Symphony Orchestra. Conducted by Jascha Horenstein
Royal Albert Hall
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Blumlein Mikrofon
http://www.musicweb-international.com/classrev/dec98/mahler.html

Tony Duggan hat geschrieben: The first concert to be recorded by the BBC in stereo was Mahler's Eighth Symphony
conducted by Jascha Horenstein from the Royal Albert Hall in 1959. It was an experiment using just one stereo microphone suspended from the dome a figure of eight array - sometimes called Blumlein). Of course it wasn't broadcast in stereo at the time as FM and stereo didn't come in until the middle 1960s
so a mono feed actually went out in 1959. The stereo tape had to wait for 1997 for its first BBC broadcast.
It has now been released on CD on the BBC Legends label and sounds fabulous."
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Beitragvon Hans-Martin » 25.11.2012, 03:14

Clarity Recordings

The Clarity Collection 1995 EAN 744786101024
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Only two microphones are used to record all of the instruments, and the signal are sent directly to a two channel recording system. No limiting or compression is ever employed... To further enhance the quality of our recordings, we use specially built microphone preamps, power supplies, cables, power conditioners and power cords


Alle mir bekannten Clarity Recordings kommen mit invertierter Polarität!


La-La (Means I Love You) - Chico Freeman
Murcia - Chico Freeman
Tears for Eric - Harvey Mandel
Heaven Tonight - Dave Younger
In a Sentimental Mood - Michael Bolivar
Love Me Tonight - Michael Bolivar
Walyungo Jam - Stan Keiser
Cry Me a River - Stan Keiser
Nature Boy - The Hot Club of San Francisco
Baby, It's Cold Outside - Kevin Gibbs
Cancion - Claudia Gomez
Sunny - Mary Stallings
Sonata No. 3
Rite of Spring [Excerpt]
Piano Trio [Excerpt] - Auer
Petrushka [Excerpt]
Soldier's Tale [Excerpt]

Stravinsky The Rites Of Spring, Le Sacre du Printemps EAN 744786100522
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J. Gordon Holt, stereophile Records To Die For hat geschrieben: STRAVINSKY: The Rite of Spring, Les Noces
Eric Kujawsky, Redwood Symphony, Oakland Symphony Chorus
Clarity CCD-1005 (CD only). 1993. Ed Woods, prod.; Bob Porter, eng. DDD. TT: 59:45 This ugly, barbaric, atavistic Rite has the dubious distinction of being the loudest in the ballet repertoire. It also has the ability to arouse the most primitive emotions underlying our veneer of genteel civilization. Few listeners, hearing it at home, can refrain from pacing back and forth and furiously beating time like madmen, driven by a savage urge to do something really violent as long as nothing gets broken. That's how it should be, but it's not the way it usually is.

Hobbled for 40 years by a cultural climate that demanded that a performance illuminate the music's structure rather than its emotional content, the work has not been properly recorded since Muti and the Philadelphians' electrifying reading on EMI---and even that was hampered by a mediocre recording with restricted dynamic range.

Now there's one that does Rite full justice. Don't be put off by the unfamiliar performers; what matters is how familiar they are with the music, and they know it inside out. This is a stunning Rite, and the recording will blow your socks off. The average volume is low to make room for the loud parts, so don't crank it up until you know how loud it's gonna get. The bass drum could trash your woofers!

Les Noces, a little gem for four pianos, percussion, and chorus, is equally well performed and recorded, and a perfect way to unwind after the Rite's emotional battering. (XIX-2)
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Beitragvon Hans-Martin » 06.02.2013, 17:17

Chesky Records

Seit 1986 betreiben die Brüder David and Norman Chesky ein kleines Plattenlabel, das sich audiophilen Aufnahmen verschrieben hat. Aufnahmen leitete Bob Katz
Zum Einsatz kommen Mikrofone in koinzidenter Aufstellung, in Blumlein und MS.
Für Mehrkanalaufnahmen werden Calrec Soundfieldmikros eingesetzt.
Neuerdings gibt es binaurale (Kunstkopf-) Aufnahmen.
Früh wurden Oversamplingmethoden eingesetzt, Kompressoren oder Limiter sind nicht dabei.
Nur vereinzelte Aufnahmen kommen ausnahmsweise mit korrekter Polarität, generell kommt alles INVERTIERT, einschließlich der meisten Klassikplatten unter diesem Label, die es auch als LP gab.
Von ihrer Webseite http://www.HDtracks.com kann man hochauflösendes Material herunterladen.

Clark Terry Live At The Village Gate JD49 1991
Bild
Recorded Live At The Village Gate New York 19&20. 11.1990
Recorded using a specially modified microphone with all-tube Manley Reference electronics by David Manley from Vacuum Tube Logic if America (VTL)
Polarität: INVERTIERT

Mit diversen (Jazz-)Samplern und Jubiläumsausgaben bringen die Cheskys audiophiles Material in Kombination mit Erklärungen und Hörkursen.
Jazz Sampler And Audiophile Test CD Vol.1
Bild
Neben guten Aufnahmen auch hier ein interessanter technischer Teil mit polarität, Oversampling, vielfaches digitales Kopieren
Best Of Chesky Classics & Jazz & Audiophile Test Disc, Vol. 2
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Mit Raumtiefe, Breite, Höhe
Auf der Best of Chesky Classical Jazz and Audiophile Test Disc Vol3
Bild
sind die verschiedenen Mikrofonverfahren gegenübergestellt. Blumlein, XY, AB...
The Ultimate Demonstration Disc 1
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Mit einführendem Text.
Rebecca Pidgeon The Raven gibt es auch als HQCD
Bild
Sara K., Badi Assad, Ana Caram, LaVerne Butler usw erschienen ebenfalls auf Chesky, ebenso Paquito D'Rivera, McCoy Tyner, Herbie Mann, David Johansen, Harry Smiths, Livingston Taylor, Beat Kaestli uva.
Alle meine CDs sind mit einzelnen Ausnahmetracks Polarität: INVERTIERT
Bild
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Beitragvon Hans-Martin » 06.02.2013, 17:42

DECCA Record Company Ltd
Früh im Schallplattengeschäft verankert hatte Decca viele Ableger und Sublabels, London (in USA), Teldec (Telefunken-Decca in D), uva.
Die Mikrofone waren häufig Neumanns am sogenannten Decca-Tree, 2 breit auseinandergestellte Mikrofone mit einem vorgelagerten Centermikrofon, um das Loch in der Mitte zu füllen.
Mit wenigen Ausnahmen (Herold/Lanchbery La Fille Mal Gardee) sind alle meine Decca-Aufnahmen INVERTIERT
Aus der langen Historie liste ich nur eine Aufnahme, von der ein Bild vom Orchester samt Mikrofonen die Aufnahmesituation darstellt. Es gibt Bücher über die legendären Deccas, in denen man weitere Informationen finden kann.

DECCA 436902-2
ROSSINI La Cenerentola CHAILLY Bartoli Dara Matteuzzi Corbelli 1993 EAN028943690225
Bild
Rec.Eng. James Lock, Jonathan Stokes
Vor Orchester: 2 Mikrofone auf Schiene + 2 breit aufgestellte Mikros
1 Mikrofon pro Solist,
Bild mit Mikrofonaufstellung im Beiheft S.2
Aufnahmedatum: 22.6-2.7. 1992
Teatro Comunale di Bologna
Monitoring; B&W
Polarität; INVERTIERT
Bild
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