Lisa Gerrard & Patrick Cassidy - Immortal Memory (Pop)

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Lisa Gerrard & Patrick Cassidy - Immortal Memory (Pop)

Beitragvon Franz » 19.02.2008, 00:40

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Aus der Amazon.de-Redaktion
Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann -- zumindest hinter mancher Frau. Lisa Gerrard ist vielleicht so eine. Anfang der Achtziger gründete die Sängerin zusammen mit Brendan Perry die viel geliebten Dead Can Dance, die bald Kult und dann Legende wurden. Denn als Gerrard 1995 mit The Mirror Pool ihre Solokarriere startete, entwickelte die sich so prächtig, dass Dead Can Dance das Zeitliche segneten. In letzter Zeit nun war Lisa Gerrard zur gefragten Hollywood-Soundtrackkomponistin avanciert, wobei sie auch vor Blockbustern von eher fragwürdigem Inhalt wie etwa dem propagandistischen Kriegsdrama Black Hawk Down von Regisseur Ridley Scott nicht zurückschreckte. Bei den Arbeiten an Gladiator, ebenfalls von Scott, für das Lisa eine Oscar-Nominierung und den Golden Globe einheimste, lernte sie Patrick Cassidy kennen, einen der meistbeachteten irischen Komponisten für gemäßigte zeitgenössische klassische Musik, der sie auch beim Whale Rider-Soundtrack unterstützte.
Auf Immortal Memory nun taucht er als gleichwertiger Partner auf, und schon wird alles besser. Cassidy scheint genau das richtige Gegenstück für die Sängerin und Komponistin Gerrard zu sein. Wieder ohne die Fesseln einer Auftragskomposition ist die dunkle atmosphärische Dichte endlich wieder da, das spirituelle Moment noch stärker spürbar als früher, die Leitlinie. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dead Can Dance, gäbe es sie noch, heute womöglich eine ähnliche Platte gemacht hätten wie diese. Immortal Memory -- ein schöner Titel in diesem Zusammenhang. --Rolf Jäger

Kulturnews
Die erfolgreiche Band-Gründerin (Dead Can Dance) und Hollywood- Komponistin ( "Gladiator", "Whale Rider") weiß, wie man mit den Mitteln von Pop und Klassik wirkungsvolle Filmmusiken ohne Filme schreibt - eingängig und glatt, als sei die Dissonanz noch nicht erfunden. Dasselbe gilt für die Musik des irischen Komponisten Patrick Cassidy. Alles webt und wabert so klangvoll, dass Wagners "Rheingold" daneben wie Stockhausens Neunte wirkt - am stimmungsvollsten immer dann, wenn Rheintochter Lisas Stimme aus den Klangfluten auftaucht und einen frommen Wortnebel verbreitet, der sich aus christlich-byzantinischen, aramäischen und gottgefälligen literarischen Quellen (Milton, Yeats) speist. Die Musik ist visuell und malerisch und könnte leicht mehrere Hollywood-Studios arbeitslos machen. Wozu noch ins Kino gehen, wenn's solche Hörfilme gibt! (jn)

Gruß
Franz
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