J.S. Bach - Suiten für Violoncello

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Beitragvon Rudolf » 08.05.2010, 15:30

Hallo Bernd,

deine Kritik lässt ja Schlimmes vermuten! :shock:

Ich bin mal gespannt, ob ich das auch so empfinde, vor allem vergleichend zu James R. Gaines' Musikalischem Opfer, das mir sehr gut recherchiert zu sein schien.

Habe aber bislang nur die Einleitung geschafft.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon zatopek » 08.05.2010, 22:44

Hallo Rudolf,

vielleicht war meine Erwartung an das Buch einfach zu hoch und ich habe mich in einer gewissen Enttäuschung zu einer doch zu negativen Rezension hinreissen lassen. Ich denke, die Mängel die ich meine gesehen zu haben, werden vermutlich nicht jedem auffallen (ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu arrogant...) und an sich ist es wirklich flott und recht interessant geschrieben. Man merkt, dass Siblin ein Profi ist, der sehr gut formulieren kann (jedenfalls, soweit an das an Hand der Übersetzung beurteilen kann). Insofern kann man es durchaus auch mit Gewinn lesen. Das Buch bewegt sich durchaus auf einem Niveau mit dem Buch von Gaines und wem dessen Buch gefallen hat, der wird auch mit Siblin nicht schlecht bedient.

Was die Religiösität Bachs anbelangt, so lassen sich viele davon beeindrucken, dass Bach einen großen Teil seines Lebens als Thomaskantor in Leipzig sein Geld verdient hat und übersehen dabei, dass er dies nach meiner Meinung weniger aus Berufung als vielmehr aus pekuniären und persönlichen Motiven gemacht hat. Man sollte deshalb nicht in allen Werken krampfhaft nach einer religiösen Deutung suchen. Sein Parodieverfahren - also die Übernahme urspünglich für weltliche Zwecke komponierte Stücke in geistlichen Werke noch mal zu verwerten - zeigt, dass er im Umgang mit dem musikalischen Material eher unbefangen war. Er hat auch umgekehrt an sich geistliche Stücke zu profanen Zwecken umgewidmet. Sicherlich war er in der Religiösität seiner Zeit und Umgebung tief verwurzelt (wir könne uns heute in unserer doch überwiegend säkularen Welt wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie umfassend der Alltag von kirchlichen Geboten durchdrungen war; damals musste man Strafe zahlen, wenn man nicht in der Kirche anwesend war und die Anwesenheit wurde strikt kontrolliert). Aber das rechtfertigt meines Erachtens nicht die Annahme, alle seine Werke hätten eine religiöse Dimension.

Viele Grüße,

Bernd
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Beitragvon zatopek » 08.05.2010, 22:57

Fortepianus hat geschrieben: Hätte Siblin vorher von Dir gewusst, hätte eine besser recherchierte Version entstehen können :cheers: .

Das ist jetzt aber ironisch gemeint, gell ?

Meine Kenntnisse sind eher rudimentär, was mich aber nicht wirklich stört, weil für mich immer noch das wichtigste die Musik selber ist. Alles andere ist lediglich Beiwerk. Und mal ehrlich: den größten Teil meiner marginalen Kenntnisse habe ich auch aus Booklets und Büchern, also nicht aufgrund einer umfassenden musikalischen Ausbildung (was ich oft bedaure...).

Viele Grüße,

Bernd
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Beitragvon Fortepianus » 09.05.2010, 21:48

Hallo Bernd,

zatopek hat geschrieben:
Fortepianus hat geschrieben: Hätte Siblin vorher von Dir gewusst, hätte eine besser recherchierte Version entstehen können :cheers: .

Das ist jetzt aber ironisch gemeint, gell ?

nein. Ich habe gestern abend angefangen zu gelesen und bin entsetzt. Es ist eben so, wie wenn ein Mensch, der sich sein Leben lang ausschließlich mit Popmusik beschäftigt hat, über eine so feinsinnige Kunst wie Bachs Musik diletantiert. Wie wenn ein Gorilla in einem kunstvoll angelegten Garten rumläuft und seine Kommentare über die beobachtete Flora zum Besten gibt.

Mit keinem Wort versucht er entgegen seiner ständigen Beteuerung, wie nahe ihm die Musik geht, sich dieser verbal zu nähern, er reiht statt dessen aneinander, wer diese Musik schon alles gespielt hat und wie bedeutend sie doch sei. Warum :roll: ?

Die Oberflächlichkeit, mit der er sich Bach zu nähern versucht, findet ihr Pendant in seinem Schreibstil. Er versucht erst gar nicht, einen roten Faden erkennen zu lassen. Es ist eine flapsige Kollage von Belanglosigkeiten. Da stößt einem doch sauer auf, wenn gleich der erste Satz des Umschlagtextes lautet:

Die alte, aber wahre Schlussfolgerung lautet, dass jede Zeit Bach auf ihre eigene Weise neu erfindet.

Ist Bach jetzt also wirklich tot?

Nein. Setze mich ans Klavier und tröste mich über das Ärgernis mit einer Fuge aus dem "Wohltemperierten". Wie da nach kurzem die Zeit aufgelöst wird - die Polyphonie lässt die Tastatur vor meinen Augen verschwimmen, die Tasten laufen mit den einzelnen Stimmen nach hinten weg von mir, die Tastatur wird nahezu unendlich lang. Und es beginnen diese Stimmen sich zu kreuzen und miteinander zu sprechen, die Zeitachse wird zur Raumachse auf der Tastatur nach hinten. Ist es Raum? Ist es Zeit? Es ist egal, es ist aufgelöst. Und verwundert reibst du dir eine Träne aus dem Auge, wenn diese Gebilde in einem einzelnen Dur-Akkord kristallisiert geendet hat. Weil du als Ameise geahnt hast, dass es etwas noch Größeres gibt als dich.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon zatopek » 10.05.2010, 19:50

Hallo Gert,

ja, du hast vollkommen recht: das Buch ist oberflächlich und schlampig recherchiert. Typischer Musikjournalisten-Stil, nur auf Effekte bedacht. Was die Sprache angeht, so habe ich den Verdacht, es liegt nicht an Siblin, sondern - wie leider so oft - an einer miesen Übersetzung. Aber das kann ich nicht beurteilen, weil ich das Original nicht kenne.

Aber etwas Positives sehe ich, wenn es gelingt, über solche Bücher mehr Menschen zu klassischer Musik, insbesondere zu Bach zu bringen.

Viele Grüße,

Bernd

P.S.: Mein Neid darauf, dass du ein Musikinstrument beherrschst und Werke von Bach spielen kannst, kennt keine Grenzen ...
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Beitragvon Rudolf » 24.05.2010, 23:21

Nun, liebe Freunde,

ich habe die Pfingsttage gemütlich auf dem Liegestuhl im Schatten unserer Eiche zugebracht.

Zuvor hatte ich Pablo Casals Aufnahmen der sechs Cellosuiten aus den Jahren 1936 bis 39 erstanden und sie auf einen mp3-Player unserer Kinder kopiert.

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So konnte ich immer ein Kapitel im Buch, das nach den insgesamt 6 x 6 = 36 Sätzen gegliedert ist, lesen und danach den zugehörigen Satz hören.

Und was soll ich sagen? Mir haben Buch und Musik sehr gut gefallen! Ich muss erwähnen, dass ich von Anfang an nicht Bernds und Gerts Anspruch an das Buch hatte, z.B. mehr über verschiedene Interpretationen der Cellosuiten zu erfahren. Siblins Buch hat eher ein journalistisches denn ein literarisches Format, und ich bin dankbar, dass Bernd insofern meine Erwartungshaltung vorgeformt hatte.

Mir hat es viel Spaß gemacht, als Nicht-Musiker etwas über die Faszination der Cellosuiten zu erfahren und zu erleben. So meine ich nun zu wissen, weshalb mir als Jazzfreund die Suiten für Violoncello so ausnehmend gut gefallen: durch die fehlenden Spielanweisungen, aber auch durch die Beschränkheit des Violoncellos, mit seinen nur 4 Saiten polyphone Melodien zu reproduzieren, ist der Solist in höchstem Maße gefordert, durch eigene Kreativität und Improvisationskunst die Suiten "zum Swingen" zu bringen.

Vor den historischen Aufnahmen Casals hatte ich mir bereits die (2te) Einspielung der Suiten von Yo-Yo Ma intensiv angehört.

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Im Vergleich hierzu wirkt Casals Interpretation aus heutiger Sicht etwas hölzern. Ich muss aber auch gestehen, das mir die formidable Aufnahmetechnik bei Yo-Yo Ma ein besonderes Gefühl des Dabeiseins vermittelt. Trotzdem kommt beim wechselweisen Lesen und Hören der von Casal eingespielten Suiten eine erhabene Stimmung auf, vor allem, wenn man bedenkt, zu welchem Zeitpunkt sie entstanden sind.

Neben den biographischen Kapiteln über Bach und Casals gibt es in Siblins Buch noch eine dritte Erzählebene. Sie schildert, auf welchen Wegen sich der Autor selbst den Cellosuiten nähert: durch Mitgliedschaft im Bachverein, durch Teilnahme am Chor zum Vortrag einer Bach-Kantate, durch den (vergeblichen) Versuch, wenigstens das Prelude der 1. Suite selbst auf dem Cello zu erlernen bis hin zum (erfolgreichen) Versuch, die 1. Suite vollständig als Transkription auf der Gitarre zu spielen. Dazwischen liegen zahllose Interviews mit Cellisten und Biografen.

Das alles kommt sympathisch unpathetisch daher, und nie habe ich den Eindruck, Siblin wolle sich als besonderer Bachkenner outen und sein Buch als (pseudo)wissenschaftlichen Beitrag zur Bachforschung verstanden wissen. Insofern verzeihe ich ihm die eine oder andere biografische Ungenauigkeit gerne.

Ich sehe aber auch, dass Leser wie Bernd als Connaisseur der Cellosuiten und Gert als praktizierender Bach-Kenner weiterführende, für sie neue Informationen vermissen mögen. Für Bach-Novizen wie mich kann ich Auf den Spuren der Cellosuiten dagegen sehr empfehlen.

Viele Grüße
Rudolf

PS: Als nächste werde ich mir übrigens die Aufnahmen von Wispelwey und Lipkind besorgen.
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Beitragvon zatopek » 25.05.2010, 19:33

Hallo Rudolf,

hab Dank für deine Meinung zu dem Buch. Im Grunde bestätigt sie meine bisherige Ansicht, dass das Buch als Einstieg in das Werk J.S. Bachs gut geeignet ist, für eine vertieftere Auseinandersetzung aber leider zu wenig bietet.

Viele Grüße,

Bernd
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Beitragvon zatopek » 06.12.2010, 16:37

Hallo Ulli,

die Aufnahmen von Queyras und vor allem Wen-Sinn Yang sind absolute Spitze - jedenfalls von den neueren. Gerade Wen-Sinn Yang würde ich persönlich immer gerne empfehlen. Er spielt ausgesprochen gut. Vielleicht ein wenig modern, also ohne große Ausmalungen und Verzierungen. Da sind andere - wie etwa Pergamentschikow - wesentlich experimentierfreudiger. Aber er drängt sich auch nie in den Vordergrund, läßt einfach der Musik ihre Bahn. Die DVD´s sind ein Hochgenuss. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es Spass machen kann, einem Solocellisten beim Spielen zuzusehen. Aber es ist einfach ein Vergnügen, ihn zu beobachten, wie er die Stücke interpretiert. Seine Erläuterungen waren für mich sehr lehrreich und informativ. Man sollte sie unbedingt anhören.

Die Aufnahme des französische Cellist Queyras war und ist zu recht vielgerühmt worden. Er spielt technisch absolut brilliant und virtuos. Das klingt alles so selbstverständlich und mühelos. Auch da gibt es ausreichend Gegenbeispiele, bei denen man geradezu mitbangen muss, ob sie die Kurve noch kriegen, oder sich selber aus der Bahn werfen.

Ein Ranking würde bei mir je nach Lust und Laune immer anders ausfallen. Mal mag ich es karg und schlicht, wie bei Bylsma, mal verspielt und phantasievoll wie von Pergamenschikow oder auch breit und romantisch wie bei Mischa Maisky. Und dazwischen gibt es noch unendlich viele Abstufungen. Nicht umsonst sind die Suiten bei Cellisten sehr beliebt und die Zahl der Aufnahmen ist Legion ...

Vielen Dank auch für den Hinweis auf das Buch von Hoppstock. Die 5. Suite BWV 1011 ist ja eine Bearbeitung eines Lautenstückes BWV 995 - oder umgekehrt. Da liegt es natürlich nahe, die Cello-Suiten auch für die Lautenstücke heranzuziehen. Silvius Leopold Weiss, zu seiner Zeit einer der am höchsten bezahlten Lautenisten, war ein Freund Bachs. Zumindest sind Besuche von ihm in Leipzig überliefert. Weiss selbst hat ganz ausnehmend schöne Lautenstücke geschrieben. Ich liebe die Aufnahmen des kanadischen Lautenisten Michel Cardin - aber das ist wieder ein anderes Thema.

Viele Grüße,

Bernd
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J.S. Bach - Suiten für Violoncello (Arenas)

Beitragvon Melomane » 30.07.2014, 15:46

Hallo,

neulich wurde ich auf diese Einspielung der Suiten aufmerksam gemacht:
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Bezugsquelle in meinem Fall Qobuz:
http://www.qobuz.com/fr-fr/album/bach-the-cello-suites-adolfo-gutierrez-arenas/8436009800518

Der Tipp hat sich gelohnt - es handelt sich um eine vorzüglich klingende Aufnahmen, das Cello wird sozusagen vollsaftig-körperlich abgebildet, obwohl "nur" 16/44. Über Interpretationen lässt sich wie immer trefflich streiten, mir gefällt die hier vorgestellte von Arenas. Jemand der auf einen historistischen Ansatz Wert legt, ist vermutlich weniger beglückt, mag sich dann aber u.U. mit der Aufnahmequalität trösten.

Gruß

Jochen
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Beitragvon broesel02 » 28.08.2014, 09:52

Zu den Cello Suiten,
die Bibel eines jeden Cellisten!
Ich persönlich bin nicht über die ersten drei Suiten hinausgekommen und für mich war es eine sehr intensive Auseinandersetzung mit dem Material. Bach lässt eine unglaubliche Interpretationsbreite zu die den einzelnen Sätzen und Suiten sehr unterschiedlichen Character geben können. Ich habe dann noch den ersten Satz der letzen Suite eingeübt und erinnere mich noch sehr gut wie ich während einer Musikfreizeit in einer Pause in einem Treppenhaus geübt habe,- und plötzlich ganz viele Zuhöhrer hatte! Bei diesem Satz fasziniert mich die Möglichkeit das Cello in den Akkorden singen zu lassen und der "Gnadenhall" im Treppenhaus unterstützt diesen Charakter sehr. Ein unglaublich intimes Erlebnis.

Mein Favorit unter den Einspielungen wäre auch die Fournier Aufnahme und die Aufnahme mit Janos Starker. Beide Interpretationen für mich sehr schnörkellos und toll gespielt. Als Rarität empfehle ich noch die Aufnahme von Emanuel Feuermann, der leider viel zu früh verstorben ist. Aber die Aufnahme lässt noch einen kleinen Einblick auf das unglaubliche Können dieses Cellisten zu. Die aktuelle Aufnahme mit Ophélie Gaillard empfinde ich dagegen eher zum abgewöhnen.

Richard
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Beitragvon B. Albert » 28.08.2014, 13:16

Hallo Richard,

broesel02 hat geschrieben:... die Bibel eines jeden Cellisten!
Ich persönlich bin nicht über die ersten drei Suiten hinausgekommen und für mich war es eine sehr intensive Auseinandersetzung mit dem Material. Bach lässt eine unglaubliche Interpretationsbreite zu die den einzelnen Sätzen und Suiten sehr unterschiedlichen Character geben können. ...

Nicht umsonst umfasst meine Sammlung Aufnahmen von über 170 verschiedenen Interpreten und ich meine, sie klingen alle unterschiedlich. Der Grund für die ungeheure Variationsbreite liegt meines Erachtens darin, dass Bach selbst keine Angaben über Tempi oder besondere Ausdruckmittel gemacht hat. So war es zu seiner Zeit wohl üblich. Wenn ein Komponist einen Satz mit einer bestimmten Tanzform, wie etwa Allemande, oder Bourree, bezeichnte, wußte die Musiker seiner Zeit wohl im großen und ganzen, was damit gemeint war. Wir Heutigen wissen das wohl nicht mehr. Man ist ja heute nicht einmal sicher, für welches Instrument die Suiten gedacht waren. Es gibt z.B. Musiker die meinen, Bach habe Suiten auf der Bratsche (Viola), die er selber wohl gut spielte, gespielt. Es gibt nicht wenige Aufnahmen mit der Viola; die von Nobuko Imai gefällt mir selber noch am besten.

Welche Aufnahme von Starker meinst du ? Er hat sie meines Wissens wenigstens viermal aufgenommen; am bekanntesten dürften die aus den Jahren 1963 und 1991 sein.

Es ist ja schon bemerkenswert, dass nicht nur Starker die Suiten mehrmals eingespielt hat. Von Pieter Wispelwey, den ich auch einmal an einem Abend live mir allen sechs Suiten am Stück erleben durfte, habe ich drei Einspielungen, von Fournier, Yang, Yo-Yo Ma, Rostropovitch, Maisky, Suzuki und etlichen anderen jeweils zwei. Und sie klingen immer verschieden.

VG Bernd
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Beitragvon broesel02 » 31.08.2014, 23:52

Die Frage welche der Janos Starker Einspielungen ich höre: Mercury Living Presence, SACD Stereo von 2004. Etwas störend ist der Strassenverkehr vor dem Studio :cry:

Die Überlegungen für welches Instrument J.S. Bach die Suiten geschrieben hat sind aus meiner Sicht :mrgreen: eindeutig: Natürlich das Cello!
Aber: Die Celli, wie auch die anderen Violinen- Instrumente zur Zeit von JS Bach waren noch nicht vereinheitlicht. Erst in der Zeit von Romberg wurden die großen Celli "kleingeschnitten" und die kleinen Celli verschwanden für lange Zeit. Daher passt auch nicht alles was J.S. Bach komponiert hat auf unser heutiges "Normcello"

Richard
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Richard Tunnicliffe - Bach - Cello Suiten

Beitragvon dukezero » 11.01.2015, 15:03

Label: Linn Records
Serial: CKD 396 (2 discs)
Title: Bach: Cello Suites - Richard Tunnicliffe
Description: Bach: Cello Suites
Richard Tunnicliffe (cello)
Track listing:
Genre: Classical - Instrumental
Content: Stereo/Multichannel
Media: Hybrid

http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... Ag&dur=268

https://www.youtube.com/watch?v=PVEdpOh2zI0

Recht ordentlich zu hören!

http://www.linnrecords.com/recording-j- ... uites.aspx

Habe bisher einige gute Einspielungen gehört, angefangen von Pablo Casals etc... Diese hier ist brilliant aufgenommen, richtige Grundloundness, grosse Räumlichkeit, der Cellokorpus wird richtig eingefangen, und er spielt das Cello wie Pablo Casals, zupackend, knarzig, beschwingt, den Ton melkend, wie Casals es so nett formulierte! Hier haben Tonmeister etc. mal gezeigt was möglich ist, bei richtiger Mikrofonauswahl, Positionierung, Mischung und Wahl des Aufnahmeortes!!

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Beitragvon B. Albert » 13.01.2015, 23:57

Tach,

ja die Aufnahme ist nicht schlecht. Vll nicht die beste Interpretation, aber ohne große Mängel. Für meinen Geschmack etwas konventionell. Wenn ich mich recht entsinne - es ist schon etwas her, dass ich die Aufnahme gehört habe - verziert Tunnicliff eher weniger. Ich müßte sie mir aber noch mal anhören.

Viele Grüße Bernd
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Beitragvon frankl » 08.01.2019, 02:02

Hallo Forenten,

seit ich vor vielen Jahren mal an einem schönen (und langen) Konzertabend alle 6 Cello-Suiten von Mstislav Rostropovich spielen gehört habe, haben sich auch so einige Aufnahmen davon bei mir angesammelt (die wurden wohl alle weiter oben irgendwo erwähnt). Da fand ich es erstaunlich, dass bei so vielen großartigen Aufnahmen mich eine ganz neue Aufnahme vom ersten Ton an so in ihren Bann ziehen konnte. Deswegen möchte ich in diesem Thread unbedingt die neue Aufnahme von Kim Kashkashian erwähnen, die nicht auf dem Cello, sondern auf der Bratsche gespielt wurde:
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Neben der fesselnden Musik ist auch die audiophile Aufnahmequalität mehr als überzeugend (Polarität korrekt).

Interessant ist es auch, wie anders der Sound der 6. Suite ist, die auf einem anderen (5-saitigen) Instrument gespielt wurde.

Viele Grüße,
Frank
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