Was wir zur Zeit hören

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
Hybrid-OLI
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Beitrag von Hybrid-OLI »

Servus Jochen

Schön, daß ich nicht der Einzige bin der mit George Benson was anfangen kann.

Klanglich besteht zu den Originalalben eigentlich kein wirklicher Unterschied.
Freilich ist der Kompressionsgrad je nach Veröffentlichung teils deutlich unterschiedlich.

Was mich bei ein paar Aufnahmen vom Benson George aber doch stört ist die teilweise exorbitante
Höhenarmut einiger Aufnahmen aus der 2. Hälfte der 70er. Da muß ich dann Abhilfe schaffen. ;-)


beste Grüße
Oliver
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alcedo
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Hexaméron - wer kennt das?

Beitrag von alcedo »

Hallo zusammen,

Hexaméron - wer kennt das? Nein, nicht Hexaemeron (die 6 Schöpfungstage aus der Bibel).

Ich las kürzlich über dieses Klavierwerk, einem Auftragswerk einer Prinzessin an Liszt, ihr doch bitte ein Variationswerk nach einem Thema aus Bellinis Oper "I Puritani" zusammenzustellen. Liszt lies 5 Komponisten jeweils eine Variation schreiben und komponierte selbst neben seiner Variation noch die Einleitung, verschiedene Interludes und das Finale dazu. Und diese Komponisten (und zudem begnadete Klaviervirtuosen wie er selbst) sind das who-is-who der damaligen Zeit: Frédéric Chopin, Carl Czerny, Henri Herz, Johann Peter Pixis und Sigismond Thalberg. Letzterer war zu dieser Zeit so berühmt, dass der Auftrag als "Duell" der beiden größten Pianisten der Welt galt.

Die Variationen hören sich sehr gut an, abwechslungsreich, fantasievoll, ideenreich - und für Pianisten sind sie eine echte Herausforderung. Vielleicht sind sie deshalb nicht häufig eingespielt worden - die Auswahl ist zumindest sehr überschaubar.

Beim Vergleichen bin ich auf eine wahre Entdeckung gestoßen: Raymond Lewenthal!

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Wie vom Hexaméron hatte ich auch von diesem Pianisten zuvor noch nie gehört: was für ein Virtuose. Er wurde in den 50ern als großes Talent gehandelt bis er 1953 beim Spazierengehen in New York´s Central Parc von einer Bande überfallen wurde und ihm Arm- und Handknochen gebrochen wurden. Erst 12 Jahre später wagte er sich wieder auf die Bühne und hatte u.a. mit Werken von Alkan riesigen Erfolg. Auf diesem Album sind sowohl Alkan als auch das Hexameron zu hören. Ein virtuoses Feuerwerk!

Viel Spaß,
Jörg
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Marbello
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Beitrag von Marbello »

Ich habe die Aufnahmen auf Vinyl,allerdings auf 2 Lps verteilt.

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Lewenthal ist schon ein bemerkenswerter Tastenlöwe des romantischen Repertoires.
Neben den oben abgegebenen Aufnahmeen gibt es auch das Duell mit Stücken von Liszt und Thalberg, das Henselt Klavierkonzert mit der Lewenthal Variante von Liszt Totentanz, Rubinstein und Scharwnka Klavierkonzerte, die habe ich alle als Vinyl, bei CDs habe ich keinen Überblick. Nach den Covers scheint Lewenthal ja gerne einen dämonischen Eindruck zu kultivieren.
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Bajano
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Mehmet Ergin - Tales From Enchanted Gardens

Beitrag von Bajano »

Hallo zusammen,

auf Empfehlung eines sehr guten Forumsfreundes aus der Pfalz habe ich mir heute das Album Tales From Enchanted Gardens von Mehmet Ergin aus dem Jahre 2003 angehört.

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Die Musik und auch die Aufnahme gefällt mir so gut, dass ich das Album in die Kategorie "Lieblingsalben" aufgenommen habe :cheers:.

Wikipedia schreibt über den Künstler:
Als Sechsjähriger kam der Sohn einer Tänzerin und eines Musikers mit seiner Familie mit der ersten türkischen Gastarbeiterwelle nach Bremen. Hier verbrachte er seine weitere Kindheit. Im jugendlichen Alter begann Ergin mit der Komposition erster eigener Melodien. Seine erste Band gründete er mit 16 Jahren. Nach dem Abitur begann Ergin zunächst ein Lehramtsstudium, entschied sich schließlich aber doch für eine Laufbahn als Berufsmusiker. Mit 25 Jahren war er bereits durch Auftritte mit Musikern wie Albert Mangelsdorff oder Joachim Kühn als Jazzgitarrist in der Szene bekannt. Bis heute sind es weit über hundert Produktionen, an denen Ergin mitgewirkt hat. Dabei hat er unter anderem mit Stars wie Ute Lemper, Michy Reincke und Katharina Franck zusammengearbeitet.

Früh produzierte Ergin auch selbst Musik, so 1983 das niederdeutsche Musikalbum des Kieler Duos Erichsen Must di ni agern, für das er auch einige Lieder komponierte, arrangierte und die Gitarren einspielte. 1986 gründete er dann eine Musikproduktion mit Studio in Hamburg. Im Rahmen dieser produzierte er bekannte Werbemusiken und Jingles unter anderem für Mercedes, Sparkasse, Otto-Versand und RTL2.

Sein erstes eigenständiges Album als Sologitarrist erschien mit Beyond The Seven Hills (1996). Dieses erhielt eine Echo-Nominierung im Bereich „Beste Jazzproduktion“ und rangierte lange Zeit in den Weltmusikcharts der Musikwoche. Ergin komponiert zudem Scores für Filme und Serien, so schrieb er 2001 die Filmmusik zu Buket Alakuş Kinofilm Anam, der gleichsam auf ARTE und im ZDF zu sehen war sowie als Soundtrackalbum veröffentlicht wurde. Im Konzertbetrieb macht sich der Gitarrist eher rar, hatte aber dennoch bemerkenswerte Auftritte, etwa beim Strings of Fire Festival im Leipziger Gewandhaus.

Mit Ergin Records gründete der Musiker 2002 sein eigenes Musiklabel, unter dem er unter anderem sein zweites Soloalbum Tales from Enchanted Gardens (2003) veröffentlichte.


Viel Hörspaß & beste Grüße,
Oliver
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

ohne viele Worte das:

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deswegen:

https://www.tagesschau.de/kultur/sander ... n-101.html

Viele Grüße

Jochen
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Hybrid-OLI
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Beitrag von Hybrid-OLI »

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Noch zu seinen Lebzeiten 1994 entstandenes Tribute-Album zu einem der allergrößten Soulbrothers ever. Einer der wohl bedeutendsten Soulmusiker - sowohl was seinen persönlichen Erfolg betrifft, als auch seine Wirkung auf andere Musiker. Ebenso trat Mayfield als wichtiger Bürgerrechtler in Erscheinung der sich stets vehement für die Rechte der Afroamerikaner einsetzte. Mit "Superfly" (1972) schuf er einen absoluten Klassiker sowohl des Souls, als auch der Blaxploitation-Ära. Viele weitere, teils richtungsweisende Tracks sollten folgen. Infolge eines bei einem Konzert 1990 erlittenen Unfalls war er bis zu seinem Tode 1999 querschnittsgelähmt, machte aber weiter Musik.

Auf diesem Tributealbum findet sich ein Artists Line Up wie man es wohl äußerst selten zu Gesicht bekommt.
Klanglich okay.
Da die Musik es aber wirklich verdient hat, werde ich noch etwas Hand anlegen.


groove on !
OLI
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

geht doch nichts über eine sorgfältige Edition: ;)

https://www.qobuz.com/de-de/album/treas ... 9497467525

Den Melchior ficht's glücklicherweise nichts mehr an. Der singt einfach nur göttlich! Aber seid gewarnt, sind halt alte Aufnahmen. Aber wenn man sich drauf einlässt, ist man verloren. In der Musik.

Viele Grüße

Jochen
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