Rolfs Klangwelten

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen
HearTheTruth
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Rolfs Klangwelten

Beitrag von HearTheTruth » 03.09.2019, 20:25

Hallo

Ich möchte Euch heute 2 Alben vorstellen.

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Man glaube nicht, die Musik dieser CD sei so düster wie das Bild des Covers suggeriert.
Eher tropft das musikalische Gespräch des Trio Wasilewski-Kurkiewicz-Miskiewicz leicht dahin, wie die liebevolle Unterhaltung von 3 Freunden, die sich an einem trüben Sonntagnachmittag auf eine Glas Rotwein treffen.
Es wird nicht zuletzt dem Einfluß ihres berühmten und überragenden Produzenten Manfred Eichinger zu danken sein, daß die Dramaturgie der 10 Titel über die gesamte Dauer der 70 Minuten wie aus einem Guß ist, man die Titelübergänge kaum bemerkt und die ganze Platte wie ein breiter, ruhiger Strom wirkt, in dem mannigfaltig Wellenreflexe aus schönen melodischen Wendungen, kompositorischer Rafinesse und klanglicher Duftigkeit aufscheinen.
Ihr Triolog ist behutsam miteinander, voll Freiheit füreinander und im Wechselspiel aus Begleitung und Solo von größter Natürlichkeit.
Wem der Blick über eine weite polnische Ebene an einem verhangenen Winterwochenende mit tiefen Wolken, gedeckten Farben und einer wie verstummten Natur keine Furcht einflößt, sondern wer darin die Leichtigkeit der Wehmut zu spüren vermag, der höre diese Musik... und es werden keine 70, sondern ganz bestimmt 210 oder 490 Minuten
https://open.spotify.com/album/0uZt1xe1 ... Z2ctx7_kBw

Anschließend das selbe Trio,hier nun mit Tomasz Stanko,dem Trompeter der letztes Jahr leider verstarb:

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Er kann so weich spielen, dass man kurz stutzt, aber nein: Tomasz Stanko spielt kein Flügelhorn, es ist alles Trompete, so zart, so breit und so geschmeidig. Er gehört zu den Großen des europäischen Jazz, Tomasz Stanko aus Polen, ein Abenteurer zwischen Harmonie und Chaos, seit Jahrzehnten beschenkt er sein Publikum mit beseeltem künstlerischen Ausdruck, sei es Free Jazz oder wie hier, in einem modernen, lyrischen Stil, durchströmt von kompositorischer Eleganz und Anmut.

Er gewann den deutschen Kritikerpreis und den ersten europäischen Jazzpreis, sein neues Album Suspended Night wird allerorten in den höchsten Tönen gelobt. Es ist eine wunderbare Quartett-Aufnahme, feinsinnig, voller Licht, ganz nah und intensiv. Die bedingungslose Zuwendung und Hingabe zwischen den Musikern besticht, Stanko arbeitet in dieser Besetzung seit Jahrzehnten, und damals waren sie noch Teenager: Bassist Slawomir Kurkiewicz, Michal Miskiewicz, Schlagzeug und Marcin Wasilewski am Klavier. Eine herrliche junge Band, so sensibel, so ganz und gar erfüllt, schlank wie der hauchwarme bewegliche Esprit, der diese Session begleitet.

Besonders auffällig ist Wasilewskis Klavierspiel: butterweich und kraftvoll im Geist, immer hat er etwas zu sagen, niemals leere Worte, stets blickt er tief in sich hinein. Auch das Schlagzeug: sanft und hell, immer im Gespräch, mit fantastischem Feeling und glasklarem Sound. Tomasz Stanko strahlt in charismatischem Glanz, seine Persönlichkeit macht alles klar, aber es bleiben sowieso keine Fragen offen: Auf dieser CD ist keine Note zu viel, es ist ein einzige innige Offenbarung aller Beteiligten.
https://open.spotify.com/playlist/5qSwK ... lwqDl2qPTw

https://www.youtube.com/results?search_ ... full+album

Auf den Flächenstrahlern ein fast virtueller Genuss,wie dafür komponiert.
LG
Rolf
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HearTheTruth
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Beitrag von HearTheTruth » 10.09.2019, 02:42

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Texas Blues Rock in der besten Spielart.Wie Stevie die Seiten bearbeitet,zusammen mit seiner tollen Stimme, das ist wie mit einem Hengst über das texanische Grasland zu gallopieren bis die Steppe glüht.
Diese Gitarre Texas`hat sich in mir eingebrannt und wird immer wieder gestramt!!!
Stevie für mich lebst Du immer weiter!!!
Gestern habe ich das sensationelle Debütalbum „Texas Flood“ von Stevie Ray Vaughan (SRV) vorgestellt. Als es Anfang der 80er erschienen ist, hat es die Blueswelt aufgerüttelt und gleichzeitig die Zweifler auf den Plan gerufen, die sich fragten, ob das eine Eintagsfliege gewesen sei. Spätestens mit seinem zweiten Album, „Couldn’t stand the Weather“, hat SRV diese verstummen lassen. Erneut hat er ein Bluesalbum vorgelegt, das vor Virtuosität, Leidenschaft und Abwechslung nur so strotzt. Gleich der Opener „Scuttle Buttin“, ein sehr schnelles Instrumental, zeigt Gitarrenkunst auf höchstem Niveau. Und wenn sich jemand an das Covern des Jimi Hendrix-Songs „Voodoo Child“ wagt und das über 8 Minuten in einer nie dagewesenen Form interpretiert, die sogar das Original übertrifft, ist das schon etwas ganz Großes. Ich möchte hier nicht auf alle Stücke eingehen, aber das fast 10 Minuten lange „Tin Pan Alley“ muss einfach noch hervorgehoben werden. Das ist wohl einer der besten Bluessongs, die je gemacht worden sind. Mehr Gefühl geht nicht. Das gesamte Album ist großartig. Spätestens damit ist wohl allen Skeptikern klar geworden, dass da ein neuer, ganz hell leuchtender Stern am Blueshimmel erschienen war.
https://open.spotify.com/album/5vxBO...RXC0CSJpYiAZKQ
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Beitrag von HearTheTruth » 10.09.2019, 04:23

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20 Jahre, nachdem Musiker wie Jan Garbarek oder Terje Rypdal Norwegen als bedeutenden Ort auf der Landkarte des Jazz markiert hatten, kam Bugge Wesseltoft wie aus dem Nichts mit seinem Label Jazzland Records. New Conception Of Jazz – das war 1996 zunächst der Titel seines Debütalbums. Als zwei Jahre später Sharing erschien, hatte sich der Name auch als Projekt-Bezeichnung etabliert. Die New Conception Of Jazz war keine feste Band, sie stand vor allem für den Komponisten und Produzenten diese Musik, Bugge Wesseltoft. Der norwegische Pianist, der seine Kunst stets zu 100 Prozent unter Kontrolle hatte, verwirklichte unter dem Alias seine Vision von Pop, Elektronik und Jazz.
Für sein Zweitwerk Sharing verband Wesseltoft den Sound des klassischen Piano Trios mit Synthesizern, Hammond, Samplern und Loops. Die elektronische Musik der 90er Jahre hat diesem Album ihren Stempel aufgedrückt. DrumnBass, Acid Jazz, House und HipHop sind alle vernehmbar, und doch ist Sharing ein gänzlich originäres Werk. Elektronische Beats wurden Mitte der 90er oftmals noch generell als „Techno“ geschmäht; viele Jazzkritiker empfanden sie als kalt und gefühllos. Die Geschmeidigkeit, mit der nun Bugge Wesseltoft analoge und digitale Klänge miteinander vermengte, überraschte nicht nur Journalisten.
Für Sharing holte sich der Pianist neben Freunden wie Ingebrigt Flaten am Kontrabass drei Seelenverwandte mit ins Boot: die Szene-DJs Olle Abstract und Pål "Strangefruit" Nyhus sowie den begnadeten Soundtüftler Jan Bang. Dazu kam Sängerin Sidsel Endresen mit ihren ätherischen Vocals auf „You Might Say“. Der Song zählt längst zu den Wesseltoft-Klassikern.
Nils Petter Molværs Trompete beginnt als sanfter Hauch in „Bree’n Glue“, dann prägt sie das trippige, beinahe 14minütige Stück, das den Hörer mit einem satten House-Beat auf den Dancefloor schickt. Ein ekstatisches Ende für ein gefühlvolles, treibendes, atmosphärisches Album.

https://open.spotify.com/album/6CHyuJao ... 2pJ-yyzrdw
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Beitrag von HearTheTruth » 10.09.2019, 05:17

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Die legendäre (Fusion-) Rock-Formation KRAAN feat. HATTLER, WOLBRANDT & FRIDE meldet sich mit einem grandiosen Livealbum zurück. ´The Trio Years´ erscheint als CD im dreiteiligen Digipack-Format sowie als Doppel-Vinyl-Edition (180-Gramm-Pressung / Klappcover / gefütterte Innenhüllen) auf 36MUSIC. Die 1970 in Ulm gegründete Formation KRAAN, auf deren musikalisches Konto zeitlose Albumklassiker wie ´Andy Nogger´, ´Let It Out´ oder ´Flyday´ gehen, zählt bis heute zu den wegweisenden Vertretern des grenzüberschreitenden (Fusion-) Rock-Genres und begeistert seitdem die Fans mit ihrem innovativen, mit Psychedelic-, World- und Funk- Elementen angereicherten Mix aus Rock und Jazz. Dabei kreiert die perfekt eingespielte Band, die seit 2008 in Triobesetzung aktiv ist, vor allem bei ihren stets gefeierten Konzerten eine geradezu magische Atmosphäre, klingen ihre Stücke auf wunderbare Weise frisch, melodisch entspannt und gleichsam elektrisierend. Mit ´The Trio Years´ präsentieren KRAAN ihr mittlerweile fünftes Live-Album, dessen Aufnahmen zwischen 2008 und 2017 mitgeschnitten und jetzt von Produzent JÜRGEN SCHLACHTER zu einen formidablen Hörerlebnis editiert wurden, das den bandtypischen, unverwechselbaren Gruppensound perfekt wiedergibt. Dabei präsentieren sich HELLMUT HATTLER (Bass), PETER WOLBRANDT (Gitarre) und JAN FRIDE (Schlagzeug) in virtuos spielfreudiger Höchstform, brillieren auf den zwölf von schwerelos anmutenden Jazz-Harmonien, melodisch packenden Rockthemen und druckvollen Grooves geprägten Stücken mit homogenem Zusammenspiel und inspirierten Soloexkursen. So finden sich hierauf neben Klassikern wie ´Holiday Am Marterhorn´, ´Andy Nogger´, ´Jerk Of Life´ oder ´Nam Nam´ (in einer grandiosen 18-minütigen Fassung) sowie drei Tracks von ihrem letzten Studioalbum ´Diamonds´ (´Club 20´, ´The Schuh´, ´Akua´) auch bei KRAAN-Gigs selten gespielte Nummern wie ´Silver Buildings´ (vom 2007er Album ´Psychedelic Man´), ´Wintruper Echo´ (´Nachfahrt´ / 2000) oder die TAB-TWO-Komposition ´Dinner For Two´. KRAAN pur!
https://open.spotify.com/playlist/1YwI0 ... XNyMHjX__w
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Beitrag von HearTheTruth » 13.09.2019, 05:04

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Seven ist das siebte Studio-Album der Band Soft Machine aus Canterbury und erschien ursprünglich im Jahr 1973. Roy Babbington, zuvor Session-Musiker, ersetzte Hugh Hopper am Bass, als dieser eine Laufbahn als Solo-Künstler einschlug. Soft Machine sind eine englische Rock und Jazz-Fusion-Band aus Canterbury, sie benannten sich nach dem Buch The Soft Machine von William S. Burroughs. Sie waren eine der zentralen Bands in der Musik-Szene vonCanterbury und werden von Kritikern weitgehend als Band mit großem Einfluss auf die Rock-Musik angesehen.
https://open.spotify.com/album/6uZVGcok ... HRi1Nhf1lQ

Ein Album was ich bestimmt schon 100 Mal von Anfang bis Ende durchgehört habe.Eine meiner absoluten Lieblingsbands.
LG
Rolf
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Beitrag von HearTheTruth » 15.09.2019, 03:26

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Spielt genauso wie Peter Green!

Since the late 1960s, Snowy and his characteristic guitar-playing have made their mark on tasteful blues rock. Whether as a member of Thin Lizzy (on the albums Chinatown and Renegade), working with Peter Green (Fleetwood Mac), as an indispensable tour musician for Pink Floyd and later Roger Waters, or as a highly-respected solo artist: Snowy has always remained true to his love for excellent, handmade music. Over a period of two years, Snowy worked on his new album at home in his studio. Mostly on his own...for the first time in his long and distinguished career. The result: 13 tracks that move between blues and rock, and show off his elegant guitar style which has enthralled fans the world over. If you're talking beautiful guitar tones, nuances and mature articulation, then that is Snowy's guitar-playing down to a T. The opening track, the instrumental 'Opening Peace', gives a nod to one of Snowy's great idols: 'Every guitarist is influenced by someone, and in my case it was Peter Green. The association works perfectly, and the track is airy and atmospheric'. The album however is not just 'happy go lucky'. White has seen and experienced a lot over the course of his eventful life, and this is reflected in the thoughtful 'Wrong Side Of The Tracks' and 'It's Always Love-That Breaks Your Heart' or the almost nine minutes of 'Out Of Control', in which Snowy gives himself the time and space to express his emotions. For 'Blues On A Borrowed Guitar', Snowy rang his old pals Kuma Harada (bass), Max Middleton (keys) and Jeff Allen (drums) and recorded the song in a spontaneous session on a borrowed guitar, naturally. His White Flames colleagues Juan van Emmerloot (drums) and Walter Latupeirissa (bass) joined him on a second session in Holland, resulting in the two tracks 'Life Full Of Lonely' and 'Everything-It's Alright'. And everything is alright for Snowy White. An unassuming gentleman who is happy with himself, his life and his career even if he maybe never quite received the adulation other guitarists with his skills enjoyed. Released is a mature, beautifully balanced and multi-facetted album by a true master of his art.
Ein neues Snowy White Album !
Nach der letzten hervorragenden DVD Veröffentlichung "After Paradise" aus 2012 hat Snowy White eine wunderbare relaxte Aufnahme veröffentlicht !
Snowy White habe ich seit seiner damaligen Ohrwurmsingle "Bird of Paradise" ins "Herz geschlossen" und habe ihn auf seinen seltenen Konzerten mehrmals Live erlebt, sowohl mit seiner Band aus den Anfangstagen (Kuma Harada + Jeff Allen, Max Middleton....), als auch mit der "Blues Agency", mehrmals mit den "White Flames" (Walter Latupeirisse + Juan van Emmerloot), ebenso mit dem "Blues Project"....
Für mich einer der besten englischen Bluesspieler überhaupt, weil er sein ganz eigenes "Ding" macht !
Im letzten wunderbaren Blues-Stück des neuen Albums "fragt" Snowy charmant "How Was It For You?"
Nachdem ich die CD nun mehrmals gehört habe kann ich nur Antworten: Grossartig !
Top Empfehlung !!!!! Hoffentlich gibt Snowy bald wieder Konzerte !
https://open.spotify.com/playlist/6ML2d ... lVRXbIohzA
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Beitrag von HearTheTruth » 15.09.2019, 04:33

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David Sylvians neues Band-Projekt NINE HORSES besteht neben Sylvian aus Steve Jansen, Sylvians Bruder und ebenfalls ex-Japan Mitglied, und dem Kölner Elektronik-Komponisten, Produzenten und Remixer Bernd Burnt Friedman. Sylvian, die Pop- und Style-Ikone der Achtziger, Gründer der Band Japan, legt nach Jahren des Experimentierens mit Nine Horses Snow Borne Sorrow sein erstes Pop-Album seit Dead Bees On A Can (Virgin 1999) vor. Inhaltlich ist Snow Borne Sorrow eine Fortführung von Sylvians letztem Soloalbum Blemish Songs, die vom Scheitern, Zweifeln und dem Verfall von vermeintlich Beständigem handeln. Ein weiterer thematischer Bezugspunkt ist die allgemein düstere Stimmung nach dem 11. September, und so setzt Sylvian u.a. sein politisches Engagement, welches 2004 durch seine in Zusammenarbeit mit Ryuichi Sakamoto veröffentlichte Single "World Citizen" begann, fort.
https://open.spotify.com/playlist/5YOoX ... NkIaW7_30A
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Beitrag von HearTheTruth » 15.09.2019, 04:49

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1986 veröffentlichte David Sylvian die Doppel-LP "Gone to Earth" als zweites Soloalbum nach dem Ende von Japan (das erste war "Brilliant Trees", 1984). Deutlich ausgeglichener und ruhiger als der Vorgänger bestand die erste LP aus Vocaltracks, während die zweite ausschließlich instrumental war. Nach dem bei Kritikern für seine ungewöhnliche Instrumentierung beliebten "Brilliant Trees" wurde "Gone to Earth" wegen seiner Poplastigkeit damals von vielen als Enttäuschung bezeichnet.

Die Tracks der ersten LP sind verträumter Jazzpop, allesamt mit dem Gesang von David Sylvian. Kaum ein anderes Album passt so gut zu der Stimmung eines romantischen Sonnenunterganges wie diese erste LP/CD. Den passenden Abschluss der ersten LP bot das wundervolle "Silver Moon", bei dem die Sonne schließlich sinkt und das letzte Abendrot in Mondlicht übergeht.

Die zweite LP wurde durch den Song "The Healing Place" eingeleitet, auf dem ein Sample aus einem Vortrag des Düsseldorfer Künstlers Joseph Beuys zu hören ist. Es gab insgesamt zehn sehr ruhige und atmosphärische Tracks. Zum nebenbei hören sind sie völlig ungeeignet, da sie dann am Ohr vorbei rauschen und kaum etwas hinterlassen. Dem konzentrierten Hörer entfaltet sich dagegen ein weiteres Meisterwerk.

Vermutlich aus Kostengründen wurde bei der ursprünglichen CD-Ausgabe von "Gone to Earth" die zweite LP um vier Titel gekürzt und das Album zur Einzel-CD komprimiert. Ein Frevel an diesem Meisterwerk, der nicht zuletzt die bewusste Trennung der beiden völlig unterschiedlichen Seiten des Albums aufhob.

Jetzt gibt es "Gone to Earth" endlich wieder als Doppelalbum.

Auf der Instrumental-CD ist wieder alles komplett wie einst auf der LP. Die Vocalseite wurde dagegen um drei Remixversionen erweitert, die sich meines Erachtens kaum von den ursprünglichen Versionen unterscheiden. Ob es eine gute Idee der Plattenfirma war, unter dem Gesichtspunkt "Value for Money" den perfekten Schlusspunkt oder Übergang zur zweiten Platte, den Sylvian mit "Silver Moon" gesetzt hatte, zu entkräften, kann jeder für sich entscheiden.

Im Normalfall bin ich kein Mensch, der sich eine Platte noch einmal kauft, nur weil sie jetzt "remastered" ist und vielleicht mit ein paar (häufig zu Recht zuvor unveröffentlichten) Bonustracks aufgeblasen wurde. In diesem Fall liegt es aber anders. "Gone to Earth" war immer ein Doppelalbum, und der Makel der Kürzung ist nun endlich behoben.

Eine geeignete Einstiegsplatte in die Welt des David Sylvian, die niemandem, der Romantik ohne jede Kuschelrockschnulzigkeit mag, fehlen sollte. Ein zeitloser Klassiker.

https://open.spotify.com/album/3EUFd022 ... 4GnQm5jOkQ
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Beitrag von HearTheTruth » 26.09.2019, 10:52

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Eigentlich bin ich der Auffassung, dass Eric Clapton als Gitarrist immer dann am besten gewesen ist, wenn andere Klampfer an seiner Seite ihn herausgefordert haben. Erwähnt seien nur Duane Allman, George Terry oder Albert Lee. Doch es gibt zwei Ausnahmen. Einmal natürlich Slowhands grandiose Leistungen bei Cream. Und dann seine Performance auf der Derek and the Dominoes-Scheibe "Live at the Fillmore", im Original 1973 als Doppel-LP erschienen. Die remasterte und um sieben Tracks erweiterte Version des Albums dokumentiert einen gitarristischen Kraftakt des Meisters, der in dieser Form seinesgleichen sucht. Slowhand spielt sich in den zum Teil ellenlangen Songs in einen wahren Rausch. Wer auf ausufernde Gitarrensoli steht, bekommt mit dem Fillmore-Set die absolute Vollbedienung. Zudem agiert Eric als Sänger stimmlich voll auf der Höhe. Der Saitenzauberer selbst, ein toller Bobby Whitlock an den Keyboards und als Backup-Vokalist sowie die routinierte Rhythmusgruppe mit Jim Gordon (dr) und Carl Radle (bg) präsentieren sich als bestens harmonierende Einheit. Seine drei Musikerkollegen geben Clapton die Rückendeckung, die er braucht, um sich voll auf seine inspirierte Gitarrenarbeit zu konzentrieren. Die an zwei Abenden im Oktober 1970 eingespielten Songs haben des öfteren Jamsession-Charakter. Slowhand improvisiert auf seiner Stratocaster locker vor sich hin. Ein wahres Wunder, dass seine Kumpels ihm bei seinen spontanen Solo-Eruptionen stets folgen konnten. Die Setlist besteht aus Titeln von Claptons selbstbenanntem ersten Solo-Album, Nummern vom "Layla"-Album inklusive der dort vertretenen Blues-Klassiker sowie mit "Presence of the Lord" einem Blind Faith-Song. Alle Nummern sind unheimlich mitreißend und dicht interpretiert. Es ist so gut wie kein Ausfall im Konzertprogramm zu verzeichnen. Als Anspieltips empfohlen seien gleichwohl einmal das mit Wah-Wah-Soli gespickte "Why does love got to be so sad". In der zweiten Hälfte driftet dieser Song in Southernrock-Gefilde ab und lässt dabei - was Wunder - Allman Brothers-Einflüsse erkennen. Auch bei der stampfenden Version des Clapton-Klassikers "Blues power" läuft einem ein wohliger Schauer über den Rücken. Besonders beseelt kommt zudem das bereits angesprochene "Presence of the lord" rüber. Und wer auf Drum-Solos steht, gerät wohl bei dem über 18minütigen "Let it rain" in Verzückung. Bei den Nummern vom "Layla"-Album vermisse ich etwas die wunderbaren Slide-Gitarren-Attacken vom leider viel zu früh verstorbenen Duane Allman. Aber Clapton macht dies durch seine eigenen Gitarrenbeiträge fast wett. Noch ein Wort zum gelungenen Remastering des Doppelalbums. Welten trennen das Vinyl-Album von damals mit seinem eher dumpfen Klangbild und pappigen Drum-Sound von der technisch überarbeiteten Fassung von 1994. Allen Clapton-Fans sei "Derek and the Dominoes. Live at the Fillmore" somit wärmstens ans Herz gelegt. Die beiden CDs dokumentieren eine Sternstunde im jahrzehntelangen Schaffen des vielgepriesenen Gitarristen und Sängers.
https://open.spotify.com/playlist/20...SQCJXdS0KONXoQ
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Beitrag von HearTheTruth » 27.09.2019, 01:55

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Endlich gibt's das legendäre Doppelalbum auf einer CD, und was die Herren Marriot, Frampton und Co. 1972 im Rocktempel Fillmore East abgeliefert haben, wäre auch den Preis einer Doppel-CD allemal wert. Zwar kann die Digitalscheibe gegenüber der guten Original-LP keinen draufsetzen, aber die sehr realistische Live-Atmosphäre paßt ideal: Mal wird fast zärtlich Voodoo zelebriert, mal der dicke Metal-Hammer ausgepackt, eine Ray- Charles-Nummer verswingt. Steve Marriots tierische Soulstimme setzt allem die Krone auf.

© Audio -- Audio
https://open.spotify.com/playlist/18dRi ... jJAnxhm9Dw
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Beitrag von HearTheTruth » 27.09.2019, 02:29

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In jungen Jahren war Peter Frampton um 1967 bei der britischen Pop-Band The Herd ("From The Underworld") ein Teenie-Schwarm, zuletzt tauchte der feine Gitarrist 1998 in Ringo Starrs All Star Band auf deutschen Bühnen auf. Dazwischen liegen als Stationen die fetzigen Blues-Rock-Abräumer Humble Pie, seine eigene, mäßig erfolgreiche Band Frampton's Camel, 1976 dann der gigantische Soloerfolg Frampton Comes Alive und fast zwei Jahrzehnte später der Versuch, 1995 mit Comes Alive II den einstigen Superstar-Glanz neu aufzu-polieren. Doch Geschichte läßt sich nicht wiederholen. Damals tourte Frampton ständig; von der Reputation als mitreißender Live-Act profitierte Frampton Comes Alive einst ebenso wie von den Single-Zugnummern "Show Me The Way", "Baby, I Love Your Way" und "Do You Feel Like We Do".
https://open.spotify.com/album/3719jlsd ... Q6hUU0qLsw
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Thomas K.
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Beitrag von Thomas K. » 27.09.2019, 15:57

Hallo Rolf,
danke für den Tip mit Humble Pie, die habe ich mir sofort bestellt. Die Platte wurde mir leider in meiner Zivi Zeit geklaut.Ich habe dann später ein ramponiertes Exemplar auf dem Flohmarkt gekauft.
Großartiger Auftritt!

Viele Grüße
Thomas
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HearTheTruth
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Beitrag von HearTheTruth » 27.09.2019, 18:47

Hallo Thomas

Ah, bist auch ein Humble Pie Fan. Gibt ja nicht besonders viele die diese tolle
Rockgruppe noch kennen. Ich mag besonders die Aufnahmen aus den Winterland und Filmore Konzerthallen
aus San Franzisco wo sich seinerzeit die bekanntesten Musiker die Hand gaben.
LG
Rolf
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 27.09.2019, 20:05

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Horse Tea
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Beitrag von Horse Tea » 27.09.2019, 20:14

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