Musik für Vibraphon

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Musik für Vibraphon

Beitragvon Mister Cool » 12.04.2019, 16:35

Hi,

am Mittwoch habe ich mir in Frankfurt Alte Oper das Konzert von Martin Grubinger angöhört. Es ist schon beiendruckend, was er mit seinem Schlagzeugensamble macht. Aber...

... für mich die grösste Überraschung waren nicht die spektakulären Einsätze, sondern ein par Solos auf einem Musser M75 Vibraphon. Das zart, leicht angeschlagene Instrument produziert "himmlische" Klänge!
Das ist wie mit Homeopathischen Mitteln -> je verdünter, schwächer die konzentration (sprich leiser, feiner), desto stärker die Wirkung :-) Einfach unglaublich!!!
Dieses Instrument hat sich sofort auf die Spitze meiner Lieblinge katapultiert.

Da muß ich auch an die CD "Salzau Music On The Water" denken, die uns Martin in Pommelsbrunn vorgespielt hat.

https://www.jpc.de/jpcng/jazz/detail/-/ ... um/6448974

Also, wenn jemand mehr Empfehlung in dieser Richtung hat (auch Vibraphon solo), her damit!

Christopher Dell, Lionel Hampton, Kuniko ist schon bekannt

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Hans-Martin » 13.04.2019, 00:10

Hallo Alwin,
hier eine kleine Liste von mir bekannten Vibrafonisten, wobei mir auffällt, dass viele davon Namensgeber ihrer Gruppe/Band/Set/Quartett/Quintett etc. waren:
Peter Appleyard
Gary Burton
Lars Erstrand (mehrere audiophile Aufnahmen auf opus3, mein Favorit ist Lars Erstrand and Four Brothers), den meisten sicherlich bekannt von Jazz at the Pawnshop
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Lionel Hampton
Wolfgang Lackerschmid (Ballads for Two mit Chet Baker, damals eine audiophile Empfehlung auf Vinyl)
Red Norvo https://referencerecordings.com/recording/the-forward-look
Hazy Osterwald (der Vollständigleit halber hier genannt, obwohl ich keinen Tonträger mit ihm als Vibrofonisten habe)
Dave Pike
Cal Tjader
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auf Crystal Clear Records, Direktschnitt mit 45 UpM
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Mister Cool » 13.04.2019, 00:42

Herzlichen Dank!
Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Thomas K. » 13.04.2019, 12:28

Von Dave Pike kann ich die CD Masterpieces nachdrücklich empfehlen.
Sie ist gleichzeitig eine hörenswerte Exkursion in den deutschen Fusion Jazz der endsechziger- frühsiebziger, und Beispiel für die Qualität, mit der MPS damals produzierte.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon Hans-Martin » 13.04.2019, 14:37

Hallo Thomas,
ich habe Mitte der 1970er zahlreiche MPS Aufnahmen unter dem BASF Label gekauft, darunter 2 von Dave Pike, zu Preisen, die deutlich unter dem üblichen lagen, vielleicht, weil die Auflösung der Sparte im Gange war. Das Label / seine Aufnahmequalität war sehr gut, auf der Höhe der Zeit, konnte aber im Wettbewerb wirtschaftlich nicht überleben.
Ende der 1980er hatte ich MPS-Sampler, die ich mit einem sehr guten CD-Player abspielte. Meine Erwartungen wurden eher enttäuscht, so ähnlich ging es mir auch mit den Platten von Bert Kaempfert: 10-20-30 Jahre später sind die Ansprüche gestiegen, die Melodie ist noch vertraut, die technische Qualität teilweise befremdlich (sie war nicht verändert, nur mein Blickwinkel hat sich durch neuere Aufnahmequalitäten geändert)
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Thomas K. » 13.04.2019, 17:26

Hallo Hans Martin,
ich habe als BASF die Plattensparte auflöste direkt an der Quelle gesessen, da mein damaliger Arbeitgeber seine Firma kurz zuvor an die BASF verkaufte. Werksangehörige bekamen die Scheiben für vier Mark.
Da habe ich mich eingedeckt.
Ich habe einige der Platten mit späteren CD Ausgaben verglichen, die entsprachen sich.
Du hast recht mit den gestiegenen Ansprüchen, aber schlecht sind die Aufnahmen nicht, vergleicht man sie mit anderem was zu dieser Zeit erschien.
Ich habe die Band zweimal live gehört, da sie damals öfters im Rhein Neckar Raum aufgetreten sind, und meine Vermutung geht eher dahin, daß das was uns heute als nicht mehr klanglich up to Date erscheint, damals der Sound der Band war.
Großartige Musik ist es in jedem Fall.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon Hans-Martin » 13.04.2019, 18:42

Thomas K. hat geschrieben:Du hast recht mit den gestiegenen Ansprüchen, aber schlecht sind die Aufnahmen nicht, vergleicht man sie mit anderem was zu dieser Zeit erschien.
...
Großartige Musik ist es in jedem Fall.
Hallo Thomas, ich bin da ganz bei dir.
Ich fand nur, dass die späteren CDs (von den alten Aufnahmen) mit den guten CD-Aufnahmen der späten 1980ern nicht mithielten.
Zu meinen einfach nachzuvollziehenden Kriterien gehört seit jeher die Kantabilität und der Grad, inwieweit es der Darbietung gelingt, mich zum Mitsingen zu animieren. Zieht mich die Darbietung in den Bann, ihr zu folgen (magische Greifbarkeit der Instrumente) oder wende ich mich schnell anderen Dingen zu? Ist da noch eine andere Ebene als nur die Achse Links-Rechts (z.B. Solist im Vordergrund, begleitende Instrumente abgesetzt dahinter)? Räumlichkeit ist noch ein anderes Thema, welches ich aber nicht sonderlich hoch einstufe, eher unter ferner liefen. Bei den beiden CDs blieb fast alles aus, was mir etwas bedeutete. 15 Jahre vorher fand ich die LPs sehr schön, aber auch neutral (die CD in Farben ausgedrückt grau, also nicht eingefärbt, sachlich, etwas zu steril, wenig inspirierend). Ein 1:1 Vergleich war nicht möglich, da auf der CD andere Musikstücke als von meinen LPs geliefert waren.
Ich glaube, ich habe damals zwischen DM 5 bis maximal 8 im Plattenladen bezahlt.

Unweit meines Hauses findet auf dem Parkplatz einer Möbelhauskette regelmäßig ein Flohmarkt statt. Im Sommer hatte ich ein Live-Erlebnis von einem polnischen Marimbaphonspieler, der mehr als eine Stunde verzaubernde Klänge in die Umwelt entließ.
Mein Schwippschwager spielt Bass in einer Jazzcombo, der Bandleader spielt das Vibrafon, und zu unserem letzten Feuerwehrfest kamen im Festzelt 2 Bigbands zum Auftritt, eine mit Marimba, die andere mit Vibrafon. Dank meiner silbernen Pickel auf den Schultern hatte niemand was dagegen, dass ich mich auf weniger als 1m an diese Instrumente annäherte und das Instrument gewissermaßen hautnah erleben konnte. Das ist doch ganz was anderes als aus der Konserve... traumhaft für meine Ohren, auch wenn es definitiv nicht Gary Burton an den Schlägeln ist...
Will sagen, Vibrafon und Marimba haben mich schon immer fasziniert.
Grüße
Hans Martin
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Beitragvon uli.brueggemann » 13.04.2019, 19:16

Vielleicht etwas off-topic aber m.E. dennoch interessant:

Bei Anne Bisson - Us and Them (https://www.youtube.com/watch?v=ZZ9bJ2a7gSE) singt sie ab 4:30 zu einem Instrument mit, welches ein Vibraphon sein könnte (woran erkennt man dies eindeutig?). Sie trifft dabei auf jeden Fall den passenden Ton.

Bei Dave Pike - Besame Mucho - (https://www.youtube.com/watch?v=WV10KpAV5XQ) singt er zu seinem Vibraphon-Spiel begleitend mit. Für mich herrlich schräg daneben. Es muss ihm aber Freude gemacht haben.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Thomas K. » 14.04.2019, 09:09

Hallo Uli,
Anne Bisson kannte ich bisher nicht, finde die Art ihres Gesanges aber großartig.
Zu Dave Pike, das mitsingen war bei Ihm zu der Zeit als ich ihn Live hörte, absolut üblich.
Das ist auch auf dem von mir empfohlenen Sampler zu hören. Ich gebe zu das könnte einen Neuhörer stören.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon hkampen » 14.04.2019, 09:19

Hallo zusammen,

The Modern Jazz Quartett darf in der Liste nicht fehlen. Pyramid (Youtube zum reinhören) ist für mich ein Meisterwerk! Ein Album von The Modern Jazz Quartett gehörte neben John Coltrane auch zu meinen ersten Jazz-Alben, daher hab ich dazu eine ganz besondere Beziehung.

Leider hatte ich noch nicht das Glück, das Instrument live zu hören.

Grüße
Harald
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Beitragvon ToP3 » 14.04.2019, 11:25

Moin zusammen.
Hier noch 3 Vibraphonisten,
die noch nicht genannt wurden:
- Mike Manieri (Steps Ahead)
- Warren Wolf
- Stefon Harris

Grüße
Udo
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Beitragvon Marbello » 14.04.2019, 22:48

Hervorragend ist (war) auch Walt Dickerson.
Es gibt etliche,auch klanglich sehr gute LPs vom Label Steeple Chase.
Mein persönlicher Favorit ist "To my Son"
---Bild---
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Beitragvon Siriuslux » 16.04.2019, 07:13

Hallo zusammen,

Als Luxemburger darf man Pascal Schumacher nicht vergessen:
https://www.pascalschumacher.com/discography

Ich mag die Left Tokyo Right, auch wenn sie sehr bassbetont ist.

Gruß, Jörg
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