ME Geithain RL 921K

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon rpaul » 29.12.2017, 12:26

Hans-Martin hat geschrieben:... Das, was Streamingdienste den Musikern an Tantiemen zukommen lassen, reicht gerade zum Verhungern. Amazon hält Mitarbeiter fast unter Sklavenbedingungen, hat bei Unterhaltungselektronik nahe 48% Marktanteil, zahlt in Deutschland kaum Steuern, solange es Steuersparmodelle im Ausland gibt, alles legal ...

Ich streame nicht. Ich kaufe (CDs oder per download). Und das bevorzugt bei bandcamp.com, da ich da auch einen Euro mehr bezahlen und so die Künstler unterstützen kann ...

viele Grüße
Robert
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Beitragvon Rudolf » 21.07.2018, 17:29

Liebe Geithain-Freunde,

hier mal ein Bild der RL 921K:

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Die Aufnahme entstand bei meinem neuerlichen Besuch bei Claus Bücher:

Claus Bücher revisited

Hieraus zitiere ich mich wie folgt:

Rudolf hat geschrieben:Im Verhältnis zu meinen K+H O 410 wirken sie aber trotz geringerer Höhe massiger. Der optische Vergleich mit einer Neumann wird die Geithain-Aficionados aber weniger interessieren, denn schließlich sind sie - genauso wie ich - von der an einen Breitbänder erinnernden, schlichten Anmutung des Koax-Lautsprechers fasziniert. Hier zeigt schon die Optik: alles aus einem Guss. Auch wenn die große Schwester RL 901K mit ihrem quadratischen Gehäuses diesen Eindruck nochmals unterstreicht, so erscheint mir RL 921K eindeutig wohnraumkompatibler.

Natürlich durfte ich die RL 921K nicht nur anschauen, sondern auch hören. Als Zuspieler fungierten Komponenten aus dem Hause db-system (Dan Bellity), namentlich der Streamer La Rosita und die Röhrenvorstufe "Ray".

Wir streamten einige Stücke, die mir gut bekannt waren, unter anderem Le Voyage de Sahar (Anouar Brahem), Misa Criolla (Mercedes Sosa), Beyond The Double Bass (Renaud Garcia-Fons), Paul Kuhn und zum Schluss eine Live-Aufnahme von Jan Pierre (Marcus Miller). Es war sofort hörbar, wessen Schwester die RL 921K ist. Es sind genauso wie die RL 901K hervorragende Monitore, die ihren Platz ebenso im Studio wie zuhause haben. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wenn jemand einen Studiomonitor als zu kühl oder analytisch empfindet. Zumindest liest man so etwas gelegentlich in anderen Foren. Genauso wie meine Neumann transportiert die RL 921K genau das was auf der Aufnahme ist. Was will ich denn bitteschön sonst hören? Interessanterweise empfand ich die RL 921K (in Claus' Hörraum) trotz Bassniere einen Ticken "fetter" als meine Neumann (bei mir zu Hause). Aber solche Fern-Vergleiche hinken gewaltig, wie wir alle wissen. Zu groß ist insbesondere der Einfluss der Raumakustik. Wenn also jemand einen wohnzimmertauglichen Monitor mit herausragenden Klangeigenschaften sucht, hier ist er!


Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Heule » 21.07.2018, 20:05

Hallo Rudolf,

vielen Dank für deinen Bericht. Und das Furnier finde ich ja mal wunderschön.

Gruß Oliver
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Beitragvon Eusebius » 21.07.2018, 21:08

Ja, diese Box kann ihre Gene nicht verleugnen. Ein toller Lautsprecher!

Das Klischee von den angeblich "kühlen" Studiomonitoren halte ich ohnehin für völlig verfehlt. Anders als viele passive LS aus dem Hifimarkt werden Studio-LS in der Regel eben linear abgestimmt. Aber: What shall's?

Wem das nicht gefällt, der dreht halt an drei Schräubchen der eingebauten Endstufen und hat die Höhen milder, die Mitten kräftiger oder den Bass satter ohne die Grundqualität des LS zu beeinträchtigen. Das ist alles kein Problem. Man kann sich den Klang doch ganz einfach einstellen.

Die Denke ist halt die der Passivhöerer, die davon ausgehen, dass ein LS so ist wie er ist. Punkt. Aber ein aktiver Studio-Monitor hat eben keinen betonierten FG. Bei Aktivmonitoren aus der Profiszene ist das nur die Grundeinstellung, die ohne großen Aufwand auf die gewünschte Hörpräferenz in den eigenen vier Wänden hin verändert werden kann.

Meine 901k waren völlig linear abgestimmt. (Den Auslieferungsschrieb habe ich noch.) Ich habe sie mir auf einen durchgehend zu den Höhen hin abfallenden FG eingestellt und bin davon (wie andere Besucher auch) völlig begeistert.

Gruß!
Rainer
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Beitragvon shakti » 21.07.2018, 21:10

wie sagt man in den US Foren : "more meat on the bones" .....

das koennte auch an den Geraeten "Streamer La Rosita und die Röhrenvorstufe "Ray" gelegen haben, die Geraete von Dan Bellity werde nicht ohne Grund gerne mit schlanken Lautsprechern , zB Silbersand, gepaart.

ich stelle auf jeden Fall fest, dass mir das kubische Design einer 901 besser gefaellt.

Mag daran liegen, dass ich auch ein Freund der aktiven Martin Bullfrog bin.
Da ist man dann vom Design gewissermaßen vorbelastet.

https://jazzlampe.wordpress.com/2017/02 ... rog-aktiv/

Gruss
Juergen
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Beitragvon claus B » 22.07.2018, 10:56

Hallo Juergen,

shakti hat geschrieben:... das koennte auch an den Geraeten "Streamer La Rosita und die Röhrenvorstufe "Ray" gelegen haben, die Geraete von Dan Bellity werde nicht ohne Grund gerne mit schlanken Lautsprechern , zB Silbersand, gepaart.

Jetzt weiß ich nicht so richtig, was ich darauf antworten soll.

Vielleicht etwa so, man muss schauen, das man sich am Fleisch nicht verschluckt. :cheers:

LG

Claus
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Beitragvon Eusebius » 22.07.2018, 21:52

Claus, seien wir doch dankbar, dass es Highend-Weise gibt, die uns ab und zu mit solchen prägnanten Sentenzen an ihrer tiefen Weisheit teilhaben lassen. Es gibt genügend Jünger, die gläubig an ihren Lippen hängen und derartige Einsichten aufsaugen wie der Schmetterling den Nektar.

Gruß!
Rainer
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Beitragvon shakti » 22.07.2018, 22:17

manch einer mag gerne lesen, was ich schreibe und entsprechend an meinen Erfahrungen teilhaben wollen, manch einer mag mag lieber der klanglichen Philosophie hängender Kinderbett-Matratzen und Kissen folgen.

So freue ich mich, dass jeder BuntBär anders ist und Toleranz ein hohes Gut ist. :D

gruss
Juergen
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Beitragvon Horse Tea » 22.07.2018, 23:23

Eusebius hat geschrieben:Es gibt genügend Jünger, die gläubig an ihren Lippen hängen und derartige Einsichten aufsaugen wie der Schmetterling den Nektar.

Wirklich? Jünger? Gläubig? Saugen? Woher weißt Du das?
Ich denk mir lieber meinen Teil...

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon Mister Cool » 23.07.2018, 08:03

Das „Glauben“ als solches ist ungefährlich. Gefährlich wird es, wenn es mit „Wissen“ verwechselt und als solches weitergeheben/propagiert wird...

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon shakti » 23.07.2018, 08:41

weitergeben tue ich meine persoenliche Erfahrungen, welche somit fuer mich ein "Wissen" darstellen.
entsprechend werden auch von anderen Foristen Erfahrungen mit der Community geteilt.

"Glauben" hingegen entsteht beim Leser, indem er meine (oder andere) persoenliche Erfahrungen zum allgemeinen "Wissen" erhebt, bzw als fuer sich (und andere), ohne Prüfung, als zutreffend ansieht.

Ich biete regelmäßig workshops bei mir an, auf denen ich mit Freunden hochwertiger Musikwiedergabe meine Erfahrungen (zB zum Themenkreis der Geräteaufstellung) teile . Dieses habe ich auch auf den letzten Forentreffen so gehalten.

Die dort erlebte und erarbeitete "Glaubwürdigkeit" (dh der Vorstufe zum "Glauben") und Nachvollziehbarkeit meiner audiophilen Erfahrungen machen fuer einige der Mitleser hier den Wert meiner Berichte aus.

Da ich meiner Erfahrungen nicht mit Messungen belege (was ich auch zukünftig nicht vorhabe) , werde ich damit leben muessen, dass mir einige Foristen diese Erfahrungen prinzipiell "nicht glauben" (womit ich auch weiterhin klar kommen werde) .

Gruss
Juergen
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Beitragvon Eusebius » 23.07.2018, 08:55

Hallo Jürgen!

Weder kennst du die neue Vorstufe von Dan Bellity, noch weißt du - bis auf EInzelbeispiele, in denen zufällig auch Silbersand auftaucht - wer seine La Rosita mit welchen LS kombiniert. Insofern ist dein von Claus zitierter Satz, der wie die Quintessenz einer reichhaltigen Hifi-Erfahrung daher kommt, in Wirklichkeit ohne Substanz.

Gruß!
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Beitragvon Hans-Martin » 23.07.2018, 10:26

Eusebius hat geschrieben:Meine 901k waren völlig linear abgestimmt. (Den Auslieferungsschrieb habe ich noch.) Ich habe sie mir auf einen durchgehend zu den Höhen hin abfallenden FG eingestellt und bin davon (wie andere Besucher auch) völlig begeistert.

Hallo Rainer,

dem würde ich sofort zustimmen, würde dennoch gern wissen, unter welchen Bedingungen der Auslieferungsschrieb zustandekam. Ich vermute: im reflexionsfreien Raum gemessen oder die frühen Reflexionen wurden für die Messung ausgeblendet.

Aber was nützt der lineare Frequenzgang (auch ich bevorzuge am Hörplatz eine zu den Höhen abgesenkte Zielkurve, neben den sich üblicherweise auch bei linearen LS durch Raumeinflüsse abfallenden Höhen, ich vermisse im Konzertsaal nicht die Höhen wie im HiFi-Sound typisch), wenn wir nicht Mono sondern Stereo hören - und die Phantommitte, wo sich meist der Solist aufhält, eine prinzipbedingte Verfälschung erfährt, weil das, was wir vor der Nase haben, nun von beiden Seiten bekommen. Eberhard Sengpiel hat das hier kommentiert. Es wird erkennbar, dass man nicht zugleich mit Equalizer die seitlich spielenden Instrumente unbehandelt lassen kann, und die Mitte voll zu entzerren. Außerdem wissen wir nicht, mit welchen Mitteln die Aufnahme im Mastering behandelt wurde. Da haben die Ohren unter den üblichen 30° der Boxenplatzierung eine ganz andere Aufnahme als bei einem von einem von vorn kommenden Signal. Ein mit 2 LS unlösbarer Konflikt, der sich prinzipiell durch Trinaural beheben ließe.

Da man tiefe Töne durch Laufzeit/Phasenunterschiede ortet, im Konzertsaal die seitlich spielenden Bässe und Pauken dessen Quermoden anregen, würde ich niemals die Tieftöner in der Raummitte, sondern weit auseinander platzieren. David Griesinger rät sogar, die Phase im Bass zwischen den Kanälen um 90° zu drehen, um mehr "Envelopment", also Umhüllung des Hörers zu erreichen (ich vermute, er bezieht sich auf die vielen Aufnahmen, die von Einzelmikrofonen oder Pickups per PanPot ins Stereo gebracht wurden, also keine Laufzeitunterschiede haben, Phasenunterschiede kommen vielleicht von den Halleffektgeräten).

Egal, wie gut die Boxen allein sind, Klangneutralität, die man aus dem gemessenen FG ableiten möchte, scheitert in der Praxis am Prinzip Stereo mit 2 LS. Ein Ohr zuhalten macht es nicht besser, einen LS abschalten vielleicht, bleibt aber unbefriedigend. Versucht man nun, beide Boxen gleichzeitig spielend zu messen, mit einem Mikrofon auf der Stereoachse, muss man sich klar machen, dass nur 1 Ohr diese Position einnehmen kann. Wir haben aber 2, die räumlich getrennt sind.

Es ist demnach klar, dass wir uns entweder mit dem zufriedengeben müssen, was wir uns eingerichtet haben, oder wir legen qualitativ nach, die letzten 30 Jahre haben uns dazu viele Erkenntnisse beschert.
Man könnte auch ausweichen und auf andere Aspekte setzen, z.B. Temperament, kraftvolle schnelle Musikwiedergabe, die unter die Haut geht und nicht nach akademischer Verfärbungsarmut fragt, dafür mitreisst.

Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Rudolf » 23.07.2018, 10:33

Liebe Freunde,

nun kommt mal bitte wieder runter. Alles nur deshalb, weil ich von einem Ticken "fetteren" Klang als zu Hause schrieb. Das kann ganz viele Ursachen haben, an vorderster Stelle natürlich meine Hörgewohnheiten. Wie lange war ich mit meiner "schlanken" Silbersand glücklich!

Insofern braucht sich niemand Sorge zu machen, dass bei Claus oder bei Geithain irgend etwas schief läuft.

Viele Grüße
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Beitragvon shakti » 23.07.2018, 10:51

sorry fur "off topic", aber wenn ich persoenlich angegangen werde, mag ich darauf gerne kurz eingehen:

Eusebius hat geschrieben:Hallo Jürgen!

Weder kennst du die neue Vorstufe von Dan Bellity, noch weißt du - bis auf EInzelbeispiele, in denen zufällig auch Silbersand auftaucht - wer seine La Rosita mit welchen LS kombiniert. Insofern ist dein von Claus zitierter Satz, der wie die Quintessenz einer reichhaltigen Hifi-Erfahrung daher kommt, in Wirklichkeit ohne Substanz.

und hier noch mal mein Zitat, auf welches Bezug genommen wird:

shakti hat geschrieben:... das koennte auch an den Geraeten "Streamer La Rosita und die Röhrenvorstufe "Ray" gelegen haben, die Geraete von Dan Bellity werden nicht ohne Grund gerne mit schlanken Lautsprechern , zB Silbersand, gepaart.

Ich erkenne dort einen ziemlich deutlich formulierten Konjunktiv, der in der deutschen Sprache gerne verwendet wird, wenn der folgende Sachverhalt eben eine Vermutung ist.

Nach dem Komma geht es dann im Indikativ weiter, welchen ich mir an dieser Stelle erlaube, da ich, um genau zu sein, 8 Anlagen mit La Rosita Streamer kenne, weiterhin selber lange Zeit einen solchen betrieben habe, und deshalb eine gewisse persoenliche Erfahrung in der Kombination mit La Rosita Geraeten habe. (Mehrere der mir bekannten La Rosita streamer laufen nun im übrigen mit externen DACs.)

Es steht Dir (und anderen) natuerlich weiterhin frei, meine Erfahrungen als in "Wirklichkeit ohne Substanz" anzusehen. Doch denke ich kaum, dass es in diesem Forum viele weitere Foristen gibt, die soviele Anlagen und Geraete (auch im direkten Vergleich ) kennen, insofern waere ja nahezu jeder Beitrag hier in "Wirklichkeit ohne Substanz".

gruss
Juergen
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