Silbersand Delphi

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon Hans-Martin » 04.12.2017, 00:44

Ralf77 hat geschrieben:
Hans-Martin hat geschrieben:Eine einfache Lösung gibt es nicht.

Hallo Hans-Martin,

Es gibt eine einfache Lösung und die heißt Genelec mit GLM. :cheers:

Hallo Ralf,

es ist eine Frage des Anspruchs. Natürlich gibt es einfache Lösungen, die schon ein ordentliches Maß an Klangsteigerung bringen können (wie Genelecs GLM-System, vorausgesetzt, man lässt kein Hornviech an den Rechner...). Was ich mit "es gibt keine einfache Lösung" meinte, die Dilemmata (Dilemmas) will ich noch einmal darlegen:

Ein Vollbereichslautsprecher kann nicht im Raum aufgestellt werden, ohne dass es Auslöschungen gibt, die bei Abstand von der Wand mit 1/4 Wellenlänge entstehen, diese gehen einher mit einem Phasenproblem, über dessen Einfluss auf die räumliche Abbildung kann man diskutieren. Mehr Wandabstand verlagert diese Frequenz nach unten, hilfreich ist auch die Abschwächung durch die Distanz. Eine wandschlüssige (Flushmount) Montage löst das Problem. Bei Subwoofern kann man mit einer Drehung um 90° zur Wand (oder geringer, von 0°rate ich ab, 30°-45°geht gut) bei den großen Wellenlängen tiefer Frequenzen gute Ergebnisse erzielen. Wandnahe Aufstellung der Hauptlautsprecher bringt eine geringe Raumtiefe der Abbildung mit sich. Ich vermute, weil die Anfangszeitlücke in der Musikaufnahme mit lokalen Reflexionen des LS-Schalls vermischt wird und die Aufnahme verwässert.

FG-Einbrüche lassen sich nicht gut mit DSP korrigieren, ein (parametrischer) Equalizer kann vorausentzerrend mehr Pegel liefern, der mit demselben Mechanismus zur Auslöschung kommt. Alternativ habe ich das nachfolgend beschriebene Konzept mal umgesetzt, aber das würde ich nicht als einfach bezeichnen:

Am Beispiel B&W N800 kann man messen, dass bei Betrieb -selbst wenn so nahe an die Rückwand geschoben wie möglich- ein FG-Einbruch bei 92Hz unvermeidbar ist, diese Frequenz wird niedriger, wenn der Wandabstand steigt, dummerweise geht mit dem Einbruch mehr als nur ein Ton im Bass verloren. Es wird zwar gesagt, dass Peaks im FG deutlicher wahrnehmbar sind als Dips, aber was man bekommt, wenn man den fehlenden Ton von separater Quelle liefert, ist erstaunlich. Schräg gegen die Wand strahlend (äquivalent zu Flushmount), mit dem Bandpass angesteuert, der genau die Lücke füllt, kann man den einen Ton (bis 2 Töne) abhören und zählen, wie häufig er in der Musik kommt, in einem Orgelstück zählte ich etwa 3 Töne in 5 Sekunden. Wichtiger scheint mir der Zugewinn in der Raumabbildung, der sich ergibt, selbst wenn in der Musik diese Töne nicht vorkommen, sprich nicht gespielt werden. Dass die Hauptlautsprecher angemessen verzögert werden müssen, versteht sich. Der Equalizer (oder Raumkorrektur) hängt am Bass (vorzugsweise den getrennten Bässen), die Verzögerung wird auf die Haupt-LS angewandt (ggf auch EQ). Wäre doch praktisch, wenn man ein unmanipuliertes reines Signal dem Haupt-LS zuführen könnte, während DSP mit EQ und Verzögerung beim Bass bliebe. Ist aber leider nicht so möglich.

Meine Kernaussage aber ist: Ein Vollbereichslautsprecher in einem Gehäuse mit der üblichen Anordnung aller Chassis auf einer Ebene kollidiert mit dem Raum und seinen Reflexionen. Wandnahe Bässe mit Raumentzerrung, mehr als 1/2 Wellenlänge von der Wand entfernte Oberbass, Mitten und Höhen, alles angemessen verzögert sind bisher mein Weg gewesen, der letztlich nur noch die Frage offen lässt, welche Wirkung der Raum auf den Hörplatz nimmt.

Ethan Winer (The Audio Expert) empfiehlt, den Hörplatz bei 38% der Raumlänge oder spiegelbildlich im Raum (38% von hinten) zu wählen. Die LS platziert er nach der Regel gleichseitiges Dreieck. 38% oder 62%, da war doch was ... der Goldene Schnitt mit seinem 0,618 / 1 / 1,618 entspricht diesen 62% (gerundet von 0,618). George Cardas empfiehlt die Aufstellung nach dieser Golden Ratio, auch die Raumdimensionen ...

Ethan Winers Empfehlung gilt für das Tonstudio, wo die Auslöschung eines Tons zur Anhebung bei der Aufnahme verleitet.

Ich gehe anders vor, höre den LS samt Nachhall im Raum, suche den besten Hörplatz durch Abgehen des Raums auf Stereo-Achse (mMn bei 33,3%) und stelle die LS bei halbem Wandabstand (16,6%) auf. Ich komme mit oder ohne Raumkorrektur zu solchen übereinstimmenden Ergebnissen. Breit aufgestellte Eckwoofer ändern am besten Hörplatz nichts, man könnte auch von (ansatzweise) mechanischem FLOW sprechen.

Bei einem Subwoofer mit variabler Phase könnte man den Tiefpass auf eine Frequenz stellen, die der aufstellungsbedingten Auslöschung beim Haupt-LS entspricht.

treble trouble hat geschrieben:Aber ich wollte auch nicht das theoretische Maximum erreichen, sondern nur die Delphi mit ein wenig mehr Tiefbass unterfüttern. Für mich (abgesehen davon, dass sie eh mein Budget deutlich sprengt) wäre die bessere Delphi eine größere Box mit größerem Bass, die im Bassbereich also tiefer spielen kann. Im Prinzip so wie die FM-302, nur etwas besser auf den Raum abgestimmt, damit es nicht zuviel wird. Das meinte ich mit "raumangepasst".

Hallo Gert,

welche Maße hat der Raum? Delphi kann 30Hz bei -3dB, so wie ich das bisher verstehe. Das bedeutet, dass der Raum gut über 6m lang sein darf, um dessen erste Mode nicht anzuregen. Ein zusätzlicher Sub sollte phasengleich mit dem Bass der Delphis laufen. Sein Tiefpass bringt eine andere Verzögerung und Phase als die Weiche der Delphis.

Eine größere Membranfläche bringt mehr körperlich empfundenen Druck in diesem Frequenzband, aber welche Musik hat noch Töne in diesem Spektralbereich von natürlichen Instrumenten? Für alle anderen bleibt synthetischer Krams reine Geschmackssache, und ohne Frage, auch Spaßfaktor.

Und mit "bündig" meinte ich, möglichst (im praktischen Rahmen) sauber an den FG der Delphi angepasst, vermutlich am besten mit externer Weiche mit einer Trennung bei vielleicht 60Hz, was man ausprobieren müsste. Im Idealfall würde man hier vermutlich tatsächlich mit einem mehrkanaligen Raumeinmesssystem arbeiten, wobei man dann den Nachteil hat, dass die Mitten/Höhen mit bearbeitet werden, wo ich ein wenig skeptisch bin. Ich habe nämlich bei mehreren Raumeinmess-Demonstrationen die unkorrigierten Mitten und Höhen schöner empfunden als die korrigierten, wo es mir zu nervös/bissig wurde. Der Bass hat aber bei jeder Demonstration immer gewonnen und spielte deutlich trockener als unkorrigiert. Das meinte ich mit "trocken".

Jaja, die grässlichen Demonstrationen von unangemessener Raumeinmessung, ausgeführt von geistigen Kurzschlüssen. Man sollte solche Fälle abhaken, sobald man mal eine ordentliche Einmessung erlebt hat.
Zunächst macht man nichts falsch, wenn man die Zielkurve obenrum der Messung folgen lässt, dann belässt man den LS, wie er in diesem Bereich ist. Darüber hinausgehend darf man natürlich eine Korrektur mit Fingerspitzengefühl als LS-Korrektur ausführen.

Ich denke, dass man diesen Effekt mit auf gleicher Höhe aufgestellten Subwoofern erreichen könnte, auch wenn die Platzierung auf gleicher Höhe nicht die beste Subwoofer-Platzierung ist.

Wie ich oben darstellte, ist das höchstvermutlich keine wirklich gute Idee, vielleicht sogar der Worst-Case.

Man muss sich den besten Kompromiss heraussuchen.

Viel Spaß beim Suchen, das wird nicht so einfach, wie es sich aussprechen lässt.

Je nach Sound- und Musikgeschmack ist das vielleicht auch die reine Delphi ohne Subwoofer.

Immer noch eine gute Alternative.

Betreibt man den Subwoofer mit Delphi, sollte Delphi über einen angepassten Hochpass laufen. Der Sub muss nicht zwangsläufig dopplerverzerrungskompensiert sein, solange sein Bereich bei weitem nicht so viele Oktaven umfasst wie die Delphi BMTs, die mehr als 6 Oktaven abdecken. Wenn man mehr Bass hören will, reicht manchmal schon die Verlagerung des Hörplatzes.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon sledge » 12.12.2017, 16:48

Hallo zusammen,

gibt es von der Delphi auch Messungen und technische Werte?
Der Flyer ist da ja relativ ... karg.

Beste Grüße
Dirk
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Beitragvon h0e » 12.12.2017, 17:09

Was soll das bringen? Anhören ist Pflicht.

Nachdem ich noch niemanden etwas schlechtes habe sagen hören, lohnt es sich wohl!

Lediglich Tiefgang und maximaler Pegel sind beschränkt.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon music is my escape » 12.12.2017, 17:18

sledge hat geschrieben:gibt es von der Delphi auch Messungen und technische Werte?
Der Flyer ist da ja relativ ... karg.

Hallo Dirk,

Ich erlaube mir mal, nachstehend einen Beitrag von Franz aus dem OE zu zitieren:

Franz hat geschrieben:Was Silbersand betrifft, so macht Herr Müller keine Teststellung mehr. Er hält davon nichts mehr. Es gab mal eine Zeit Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger Jahre, da hat er Lautsprecher seiner Firma Backes & Müller einigen HiFi-Zeitschriften, insbesondere der "Audio" unter dem Chefredakteur Hannes Scholten zum Testen überlassen, die dann auch regelmäßig "Referenzstatus" erhielten. Damals ging es noch darum, Technik "made in Germany" etwas nach vorne zu bringen, immerhin hatte Friedrich Müller seinerzeit den ersten vollgeregelten Lautsprecher der Welt vorgestellt und serienreif auf den Markt gebracht. Aber wie so oft im Leben wird von allem zuviel gemacht, das läuft sich irgendwann tot, und damals war die Aktivtechnik kaum zu vermitteln und die Händler waren nur an Profit orientiert, das konnte man mit passiven LS besser machen.
Heute macht Herr Müller weder Werbung - da müssen schon solche Verrückten wie ich hier schreiben - noch ist er an Messeauftritten oder Teststellungen interessiert. Er fühlt sich in seiner Nische recht wohl. Ihm geht es um seine Arbeit. Marketing ist ihm wesensfremd. Das mag man bedauern oder nicht. Kenner und Musikliebhaber kommen irgendwann mal zu ihm. Das muß genügen.

Dadurch versteht man den Deiner Ansicht nach kargen Flyer (immerhin gibt es einen :mrgreen: ) evtl. ein wenig besser. Nicht jeder legt Wert auf eine Pseudo-Objektivierung der eigenen Arbeit, noch weniger mag ein Interesse daran bestehen, durch die Angabe von wie auch immer ermittelten Daten und nur Gott weiß wie entstandenen, in der Praxis oftmals recht bedeutungslosen "Messungen" irgendetwas Handfestes vorzugaukeln. Gespielt wird letztenendes auf dem Platz... :cheers:

Grüße,
Thomas
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Beitragvon Frederik » 12.12.2017, 19:21

music is my escape hat geschrieben:Nicht jeder legt Wert auf eine Pseudo-Objektivierung der eigenen Arbeit, noch weniger mag ein Interesse daran bestehen, durch die Angabe von wie auch immer ermittelten Daten und nur Gott weiß wie entstandenen, in der Praxis oftmals recht bedeutungslosen "Messungen" irgendetwas Handfestes vorzugaukeln. Gespielt wird letztenendes auf dem Platz... :cheers:

Nur damit das nicht missverstanden wird, es gibt natürlich objektive Messwerte die in der Lage sind die klangliche Leistung einer Silbersand und anderer hochwertiger Lautsprecher objektiv zu dokumentieren. Es ist keineswegs so, dass sich hier Höreindruck und Messergebnis widersprechen.

Entscheidend ist halt was gemessen wird, und da kommt es vor allem auf Messungen an die das nichtlineare Verzerrungsverhalten eines Lautsprechers beleuchten.

Klirr und Intermodulationsverzerrungen dürften bei der Delphi niedriger ausfallen als bei einer Kii Three, die zum Beispiel anders als die Delphi weder Sensorregelung noch eine Doppler-Verzerrungs Kompensation einsetzt.

Grüße,
Frederik
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Beitragvon spendormania » 12.12.2017, 21:06

Hallo Frederik,

wie kommst Du darauf, dass in erster Linie die Messung des "nichtlineare Verzerrungsverhaltens" des Lautsprechers wichtig ist?

Den Klang im Raum macht in erster Linie das Abstrahlverhalten unter Winkeln. Und hier deklassiert die Kii Three die Delphi — das kann man schon anhand der Konstruktion sagen.

Mich persönlich würden Messungen des Abstrahlverhaltens der Delphi unter Winkeln sehr interessieren. Aber da es leider keine öffentlich zugänglichen Messwerte gibt, bleibt eben nur Spekulation.

VG
Ludger

P.S.: Der Klirr der Kii Three ist übrigens vorbildlich gestaffelt und bleibt selbst bei 100 dB ab 400 Hz unter einem Prozent. Ich würde mich da nicht trauen, von besserem Klirrverhalten eines der beiden Lautsprecher zu sprechen. Noch dazu wo die Regelung der Delphi ähnlich wie ein Limiter wirkt. Das liesse sich nur durch Messungen bei identischem Pegel feststellen - und die wird es wohl leider nicht geben.
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Beitragvon chriss0212 » 12.12.2017, 22:52

Hallo Ludger

spendormania hat geschrieben:Noch dazu wo die Regelung der Delphi ähnlich wie ein Limiter wirkt

Was hat denn Regelung mit einem Limiter zu tun?

Ein Limiter limitiert bei einem voreingestellten Pegel das Signal... klar kann man hier noch das Verhalten einstellen, aber grundsätzlich ist das die Funktion eines Limiters. Eine Regelung ist etwas Gänzlich anderes. Hier werde Ist- mit Soll-Signal verglichen... stimmt etwas nicht... egal ob zu viel oder zu wenig wird nachgeregelt. Und da das alles analog geschieht, passiert das so schnell, dass man eigentlich nicht mehr von einem verspätetem Einsetzen sprechen kann. Also so, als würde dein Auto in dein Lenkverhalten eingreifen, weil es merkt, dass dein Muskel in die falsche Richtung zuckt. Also ein Eingriff bevor es merklich zu spät ist.

Grüße

Christian
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Beitragvon spendormania » 13.12.2017, 00:43

Hallo Christian,

deshalb schrieb ich ja "ähnlich wie ein Limiter". :wink:

VG
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Beitragvon Frederik » 13.12.2017, 15:28

Hi Ludger,

spendormania hat geschrieben:Den Klang im Raum macht in erster Linie das Abstrahlverhalten unter Winkeln.

Das ist richtig, jedenfalls für die ersten paar Minuten des Hörens.

spendormania hat geschrieben:wie kommst Du darauf, dass in erster Linie die Messung des "nichtlineare Verzerrungsverhaltens" des Lautsprechers wichtig ist?

Nach einiger Zeit, so habe ich das beobachtet, hat man sich an lineare Eigenschaften wie den Frequenzgang und das Abstrahlverhalten nämlich gewöhnt. Je länger man hört, desto deutlicher fallen dafür etwaige nichtlineare Fehler auf.

Diese Erfahrung bestätigt sich immer wieder, vor allem auch beim A/B vergleichen von verschiedenen Lautsprechern. Da ist es sogar manchmal so, dass im ersten Moment Lautsprecher mit ähnlichem Frequenzgang gleich klingen.

Erst wenn man sich ein bisschen eingehört hat, bemerkt man, dass manche Lautsprecher z.B. bei komplexer Musik eher dazu neigen "dichtzumachen", oder den Bass aufdicken. Dann gibt es aber auch Lautsprecher, die einfach nur echt, natürlich und rein klingen.

Schaut man sich dann z.B. eine 2 Sine IMD Messung an, erkennt man das diese Lautsprecher in Folge der Anregung mit den Testfrequenzen weniger Zwischentöne produzieren als solche Lautsprecher, die man beim Hören als verfärbend wahrgenommen hat.

Die Unterschiede im nichtlinearen Bereich sind, meiner Erfahrung nach, diejenigen welche darüber entscheiden, ob ein Lautsprecher langzeittauglich ist und man beim Hören wenig bis gar nicht ermüdet oder ob einen das Musikhören nach einiger Zeit stresst und man geneigt ist abzuschalten.

Das ein optimiertes Abstrahlverhalten mit konstanter Richtwirkung wünschenswert ist, bleibt davon unberührt.

Grüße,
Frederik
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Beitragvon FoLLgoTT » 13.12.2017, 20:18

Hallo Ludger,

spendormania hat geschrieben:Mich persönlich würden Messungen des Abstrahlverhaltens der Delphi unter Winkeln sehr interessieren. Aber da es leider keine öffentlich zugänglichen Messwerte gibt, bleibt eben nur Spekulation.

Mit genügend technischen Daten (Maße, Trennfrequenzen, Filterfunktion) kann man das genau genug simulieren. Aber leider finde ich auch keine Daten zu den Filtern...

Was ich so schon sagen kann: durch die kantige, nicht optimierte Schallwand wird von Stetigkeit keine Spur sein.

Gruß
Nils
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Beitragvon sledge » 15.12.2017, 07:29

h0e hat geschrieben:Was soll das bringen? Anhören ist Pflicht.

Hallo Jürgen,

ich bin bestimmt jemand der sagt, dass am Ende ein Hörtest entscheidend ist, aber grundsätzlich bei allen technischen Dingen, die mich interessieren informiere ich mich zunächst über die technischen Werte. Schließlich ist die Entwicklung eines Aktivlautsprechers kein Vodoo sondern Physik und Elektrotechnik. Da gibt es Pflichten- und Lastenhefte und am Ende Messungen und damit Fakten. Danach in einem Forum für "Aktives Hören" zu fragen ist weder ehrverletztend noch abwegig IMHO, auch wenn der Großteil in diesem Forum der Hearing is believing Fraktion angehören und das vielleicht anders sehen.

Franz hat geschrieben:Was Silbersand betrifft, so macht Herr Müller keine Teststellung mehr. Er hält davon nichts mehr. Es gab mal eine Zeit Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger Jahre, da hat er Lautsprecher seiner Firma Backes & Müller einigen HiFi-Zeitschriften, insbesondere der "Audio" unter dem Chefredakteur Hannes Scholten zum Testen überlassen, die dann auch regelmäßig "Referenzstatus" erhielten. Damals ging es noch darum, Technik "made in Germany" etwas nach vorne zu bringen, immerhin hatte Friedrich Müller seinerzeit den ersten vollgeregelten Lautsprecher der Welt vorgestellt und serienreif auf den Markt gebracht. Aber wie so oft im Leben wird von allem zuviel gemacht, das läuft sich irgendwann tot, und damals war die Aktivtechnik kaum zu vermitteln und die Händler waren nur an Profit orientiert, das konnte man mit passiven LS besser machen.
Heute macht Herr Müller weder Werbung - da müssen schon solche Verrückten wie ich hier schreiben - noch ist er an Messeauftritten oder Teststellungen interessiert. Er fühlt sich in seiner Nische recht wohl. Ihm geht es um seine Arbeit. Marketing ist ihm wesensfremd. Das mag man bedauern oder nicht. Kenner und Musikliebhaber kommen irgendwann mal zu ihm. Das muß genügen.

Hallo Franz,

ich kann mich an einen "Verriss" der BM40? (damalige Audio Referenz) in der HiFi-Vision erinnern. Das war damals eher unschön und wahrscheinlich eher der Grund, dass Herr Müller keine Teststellungen mehr macht. Ich finde es trotzdem bedauerlich, dass es so gut wie keine technischen Werte gibt.

music is my escape hat geschrieben:Dadurch versteht man den Deiner Ansicht nach kargen Flyer (immerhin gibt es einen :mrgreen: ) evtl. ein wenig besser.

Hallo Thomas,
nöö :wink: Ich finde es toll wie Neumann oder Genelec mit den technischen Werten ihrer Lautsprecher umgehen. Da wird so gut wie alles dokumentiert und veröffentlicht. Ich persönlich würde mir so etwas von jedem Hersteller wünschen.

music is my escape hat geschrieben: Nicht jeder legt Wert auf eine Pseudo-Objektivierung der eigenen Arbeit,

"Pseudo-Objektivierung der eigenen Arbeit" :shock: Fakten sind keine Pseudoobjektivierung der eigenen Arbeit, sondern geben hilfreiche Anhaltspunkte wie ein LS klingt und warum er so klingt und können dir ggf. schon im Vorfeld vermitteln, ob ein LS für einen geeignet ist.

music is my escape hat geschrieben:noch weniger mag ein Interesse daran bestehen, durch die Angabe von wie auch immer ermittelten Daten und nur Gott weiß wie entstandenen, in der Praxis oftmals recht bedeutungslosen "Messungen" irgendetwas Handfestes vorzugaukeln.

Wenn man will kann man die Daten ja mit vertretbarem Aufwand selber ermitteln und veröffentlichen. :mrgreen: Lautsprecher werden entwickelt und nicht bei Vollmond von einem Druiden dem Volke überbracht. :shock: Messwerte gaukeln eben genau nichts vor, sondern sind belastbare Fakten, die viel über einen Lautsprecher und dass was man von ihm erwarten kann aussagen.

Statt hier allein die Frage nach Messwerte als idiotische Forderung hinzustellen, hätte mir ein einfaches "Nein" auch genügt. :roll:

Da es aber um die Delphi geht, sollten wir das hier nicht weiter vertiefen!

Beste Grüße
Dirk
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Beitragvon Rudolf » 15.12.2017, 08:57

Hallo Thomas,
hallo Dirk,

music is my escape hat geschrieben:Ich erlaube mir mal, nachstehend einen Beitrag von Franz aus dem OE zu zitieren:

Franz hat geschrieben:...


sledge hat geschrieben:Hallo Franz, ...

bitte hier keinen "Crosstalk" zu Beiträgen in anderen Foren generieren.

Danke und viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon h0e » 15.12.2017, 09:06

Hallo Dirk,

die üblichen veröffentluchten Messwerte sind eigentlich nie Vergleichbar, unterschiedliche Messaufbauten und -verfahren, unterschiedliche Darstellung, andere Fensterung und Glättung,...
Darüber hinaus fehlt m.E. nach auch eine Aussagekraft über den Klang.
Daher schrieb ich, was soll das bringen?
Messwertgläubigkeit führt nicht zu zufriedenem Hören, man muss schon mal seinen Ohren glauben.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon FoLLgoTT » 15.12.2017, 09:25

Hallo Jürgen,

h0e hat geschrieben:die üblichen veröffentluchten Messwerte sind eigentlich nie Vergleichbar, unterschiedliche Messaufbauten und -verfahren, unterschiedliche Darstellung, andere Fensterung und Glättung,...

Verschiedene Quellen sind nicht immer vergleichbar, das ist richtig. Aber die vielen Messungen von Anselm Görtz z.B. (Sound & Recording, Production Partner, Neumann usw.) sind vergleichbar.

Darüber hinaus fehlt m.E. nach auch eine Aussagekraft über den Klang.

Die fehlt nur denjenigen, die keine Korrelation zwischen Messung und Klangeindruck hergestellt haben. Kurz: fehlende Erfahrung in dem Bereich.

Gruß
Nils
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Beitragvon Mister Cool » 15.12.2017, 10:59

FoLLgoTT hat geschrieben:...Die fehlt nur denjenigen, die keine Korrelation zwischen Messung und Klangeindruck hergestellt haben. Kurz: fehlende Erfahrung in dem Bereich.

Na ja, so einfach ist es mit der Korrelation (trotz Erfahrung) nicht.

Der gleiche Lautsprecher X mit Messung Y aufgestellt im Raum A klingt anders als im Raum B, und dazu sogar im Raum A auf der Stelle 1 anders als in dem gleichen Raum A, aber auf der Stelle 2.

Also da gibt es einige Faktoren, die diese "Korellation" beliebig kompliziert und eine 1:1 Übersetzung Messung zu Klangeindruck unmöglich machen.

Grüsse,
Alwin
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