Silbersand Delphi

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon Michaellang » 16.12.2017, 20:13

Das ein Entwickler wie Herr Müller einen LS mit vernünftigem Frequenzgang entwickelt ist mir schon klar.
Ich kenne auch einen Entwickler, der sein Fach mit Sicherheit versteht, aber keine Messungen seiner LS veröffentlicht, da er das schlicht für überflüssig hält. Das vor allem, weil jegliche Messdaten aus seiner Sicht nur zu Diskussionen mit „Möchtegern-Experten“ führt, worauf er keinen Bock hat. Man kann seine LS hören und dann eben per Gehör beurteilen, dass muß reichen.

Funktioniert in der Regel für den Kunden auch sehr gut ;-)

Ausserdem möchte ich zu bedenken geben, dass die meisten Messungen im schalltoten Raum unter bestimmten Bedingungen (Messabstand, Winkel) gemacht werden, die dem „echten“ Frequenzgang im Hörraum des Kunden am Hörplatz kaum entsprechen werden.

Also muss man letztendlich probehören, für sich entscheiden, ob es gefällt und dann idealerweise den LS in den eigenen 4 Wänden erneut probehören, bevor man tatsächlich kauft. Das würde ich zumindest bei sehr hochpreisigen Boxen so machen und auch vom Hersteller/Verkäufer so erwarten.

Und Optimierung der Raumakustik und Einsatz von Korrektursystemen (wie zb. Accourate) ist absolut hilfreich (wenn nicht unabdingbar) beim Weg zum möglichst guten Klang.

Gruss
Michael
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Beitragvon spendormania » 16.12.2017, 20:21

Michaellang hat geschrieben:Man kann vieles optimieren, Schallwanddesign/Schallführungen, Gehäuse/Dämpfung etc.
Heute kann man vieles simulieren und dann entsprechend optimieren. Der Aufwand ist entsprechend hoch (insbesondere beim Gehäusebau).

Doch die Frage ist, was bringt es unterm Strich?

Hallo Michael,

schau mal hier. Das sind zwei Simulationen der Delphi Schallwand mit zwei 13cm Tieftönern und einer 25mm Kalotte. Die Maße sind original 47 x 18 x 25.

Bei asymmetrischer Positionierung des Hochtöners passiert folgendes:

http://abload.de/img/delphiasym_2cwukg.jpg

Die gestrichelte Linie ist die mittige Positionierung ohne Fasen so wie beim Original.

Bekommt nur der Hochtöner links und recht 3,5 cm breite Fasen, sieht's so aus:

http://abload.de/image.php?img=delphifasen_2j7u26.jpg

Das sind schon deutliche Unterschiede.

VG
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Beitragvon FoLLgoTT » 16.12.2017, 21:03

Hallo,

ich verlinke hier mal auf das ausgelagerte Thema bezüglich Kantendiffraktion.

Gruß
Nils
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Beitragvon Hans-Martin » 16.12.2017, 22:20

spendormania hat geschrieben:Das sind schon deutliche Unterschiede.

Hallo Ludger,

wie kann man die Unterschiede klanglich beschreiben, in Worte fassen?

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Michaellang » 16.12.2017, 23:34

Hallo Ludger,

Ich sehe da nur deutliche Unterschiede um 3000Hz und das recht schmalbandig. Wie sich das klanglich auswirkt unter realen Bedingungen in einem Wohnzimmer würde mich auch interessieren.

Hast Du da mal reale Versuche gefahren?

Gruss,
Michael
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Beitragvon spendormania » 17.12.2017, 20:35

Hallo Michael,

Wenn aus +/- 2 dB zwischen 2.500 und 5.000 Hz durch eine veränderte Schallwand +/- 1dB werden, würde ih persönlich nicht darauf verzichten wollen. Meiner Erfahrung nach ist die wegfallende Überhöhung bei 5 KHz dabei noch wichtiger als das Auffüllen der Löcher. Wie sich das ganze dann im Raum auswirkt, liegt an der Bedämpfung desselben. Für meine neue Selbstbaubox habe ich 5 verschiedene Schallwände gefräst, um diese zu vermessen. Gelandet bin ich asymmetrischer Platzierung und abgerundeten Gehäusekanten.

Hallo Hans-Martin

die Überhöhung bei 5 KHz kann zu einer gewissen Härte im Klangbild führen, die Löcher lassen Stimmen nicht so zur Geltung kommen, wie es möglich wäre.

VG
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Beitragvon Christian » 17.12.2017, 23:42

Wenn ich mich recht entsinne, dann ist doch schon in diesem Thread viewtopic.php?f=16&t=8362 erwähnt worden, dass der mit ähnlicher Technologie aufgebaute, aber ungeregelte Lautsprecher von Dr. Lutz bewusst auf ein Gehäuse verzichtet, um die Abstrahlung zu verbessern. Ich hoffe, das hilft Euch in der Diskussion weiter :wink: ...

Viele Grüße
Christian
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Beitragvon FoLLgoTT » 18.12.2017, 08:54

Hallo Christian,

Christian hat geschrieben: Ich hoffe, das hilft Euch in der Diskussion weiter :wink: ...

Nicht wirklich. Kein Gehäuse ist keine Lösung, es sei denn, man möchte gezielt einen Dipol erschaffen. ;)

Gruß
Nils
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Beitragvon Rudolf » 18.12.2017, 09:02

Liebe Freunde,

ich finde es klasse, dass ihr das Thema der Kantendiffraktion ausgelagert habt.

Zur Delphi selbst: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Hochtöner asymmetrisch angeordnet sind. Insofern wären die weiter oben durchgeführten Simulationen mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht kann einer der Eigentümer, die in diesem Thread bestimmt mitlesen, einmal nachmessen?

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon KSTR » 18.12.2017, 09:56

Ja, auf allen Bildern erkennt man dass der HT um einige wenige mm seitlich versetzt ist. Ich hätte da jetzt keine akustische Absicht vermutet weil eigentlich zu wenig um wirklich was zu ändern.
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Beitragvon phase_accurate » 18.12.2017, 10:18

Moin Forenten

Wenn man davon ausgeht, dass man diesen gegeben LS noch weiter verbessern könnte, dann wäre die Bekämpfung der Kandendiffraktion sicher ein wichtiges Thema.

Ich unterstelle nun aber Herrn Müller, dass sein Entwicklungsziel vielleicht gänzlich umgekehrt war: Aus einem möglichst unauffälligen Design (was ja auch ein wichtiges Verkaufsargument ist) möglichst viel hearauszuholen, (was an sich durchaus legitim ist). Und möglichst unauffällig bedeutet für viele 1.) möglichst klein und 2.) keine "ausgeflippten" Formen.

Mit einer kompakten zweiwege Konstruktion in einer eckigen Kiste ist man da schon mal nahe dran. Nun hat er mit zusätzlichen technischen Massnahmen (Regelung und Doppler Kompensation) erreicht, dass andere negativen Auswirkungen einer kleinen Box mit Miniwoofern minimiert werden, nämlich harmonische Verzerrungen, IMD und Doppler Verzerrungen. Wenn man es so betrachtet ist das Ganze Konzept schon nachvollziehbar.

Gruss

Charles
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Beitragvon Christian » 18.12.2017, 21:18

Rudolf hat geschrieben:Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Hochtöner asymmetrisch angeordnet sind. Insofern wären die weiter oben durchgeführten Simulationen mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht kann einer der Eigentümer, die in diesem Thread bestimmt mitlesen, einmal nachmessen?

Hallo Rudolf,

ich hatte seinerzeit immer auf Deinen Bildern nach der Asymmetrie gesucht, konnte das aber nicht richtig nachvollziehen. Nachgemessen bei mir haben die TMT ca 18mm Abstand zu den Kanten und der HT ca. 35mm. Mit anderen Worten, alles schön symmetrisch in der Vertikalen :D .

Viele Grüße
Christian
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Beitragvon Rudolf » 18.12.2017, 22:51

Alles klar Christian,

dann hat mich mein Gedächtnis getäuscht. :?

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon KSTR » 18.12.2017, 23:46

Ne, hat es nicht. Auf den Vorserie-Mustern, den schwarzen, deren Bilder überall rumfliegen in Netz, haben die HT einen minimalen seitlichen Offset, gut zu erkennen an den nicht fluchtenden Schrauben.
Auf den Bilder des Serienmodells, wie es zB beim Franz steht, ist der Offset dann weg, alles sauber in Line, wie es wohl auch immer gedacht war.
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Beitragvon Herbert Z » 24.12.2017, 06:13

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