Manger Biegewellen-Schallwandler

Diskussion über aktive Schallwandler

Manger MSW an den Seiten nur ein Marketing-Trick?

Beitragvon musikgeniesser » 01.07.2011, 16:18

Moin Charles,
moin Gert,
moin Forenten,

ich habe mir die Schaltpläne von Manger (ich bin dort im DIY-Bereich registriert) noch einmal angesehen: Spule (3,9mH) in Reihe ist ein Tiefpass, wenn ich mich nicht täusche. Stimmt also, was Du schreibst, Charles.

Ich bin noch im Denkfluss, wie Ihr gleich sehen werdet.

Meine anfänglich begeisterte Sparwut hat sich schon wieder fast gelegt. Wenn ich mich auf höchstem Niveau -- wie hier -- bewegen möchte, müssen die Mitteltöner noch für die Regelung hergerichtet werden, was sie sicher erheblich verteuert. Ebenso wird die Elektronik aufwendiger, da in ihr die Regelkreise vorgesehen werden müssen. Dies alles relativiert -- neben der weiterhin erforderlichen Schalldruckverlauf-Anpassung -- den Kostenvorteil der Mitteltöner-Lösung sehr. Man kann die Kosten noch ein bisschen senken, indem man nur einen regelt und den anderen parallel mitlaufen lässt, ohne dort einen eigenen Regelkreis zu haben, aber dann wird's auch nicht leichter: dann muss ich für das Gewicht des Sensors auf dem geregelten auf dem ungeregelten ein Dummy-Gewicht aufkleben, um Gleichstand der Parameter zu erreichen, muss paarweise eng toleriert selektieren und, und, und...

Darüber hinaus ist auch bei höheren Frequenzen noch Schall vorhanden, was für den Mitteltöner durchaus zu einer Herausforderung werden kann; für die Regelung ist sie es sowieso. Die Regelung nimmt zu hohen Frequenzen ab, wenn ich Dich, Gert, richtig verstanden habe. Du schriebst irgendwo, dass Du bei 8 kHz einen Regelungsfaktor von 1 hättest, sprich, das geregelte Signal sei dem ungeregelten gleich; auf deutsch: keine Regelung mehr. Und was ist dann bei 16 kHz? Gibt es dort dann einen Faktor kleiner 1, sprich regelungsbedingten zusätzlichen Schmutz? Gar ein Zweiweg-System an den Seiten einzubauen, scheidet sicher aus.

    -- 1 kHz: - 0 dB (oder schon -3 dB? Ich weiß es nicht)
    -- 2 kHz: - 6 dB
    -- 4 kHz: - 12 dB
    -- 8 kHz: - 18 dB
    -- 16 kHz: - 24 dB

Es ist -- gerade im Lautsprecherbau -- eben meist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Dies ist mal wieder ein beredtes Beispiel dafür.

Herzliche Grüße

PETER
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Beitragvon Winfried Dunkel » 01.07.2011, 16:46

Hallo zusammen,

um das Anheizen der Diskussion in Sachen Mehrrichtungsabstrahlung zu vermeiden, möchte ich lediglich folgendes äußern: Als altgedienter "Tonaufnehmer" erscheint mir Schallabstrahlung zur Seite, nach hinten etc. nicht sinnvoll. Je nach individueller Raumakustik wird das Musikgeschehen "zerflektiert", werden Informationen hinzugefügt, die mit dem Original nicht mehr konform gehen. Damit könnte ich weder hören noch arbeiten.

In den siebziger Jahren versuchten sich zahlreiche Lautsprecherhersteller an in mehreren Richtungen abstrahlenden Systemen (Namen muß ich sicher nicht nennen) - das Ergebnis erwies sich stets als unbefriedigend, da die Schallabstrahlung in mehrere Richtungen letzten Endes mit den üblichen aufnahmetechnischen Parametern kollidiert, mithin etwas hinzufügt, das tonträgerseitig nicht vorhanden ist.

Die Manger MSMc1 setzen die in der Aufnahme enthaltenen Raum- und sonstigen Informationen in frappierend realistischer Weise um - was will man mehr?

Gruß: Winfried
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Beitragvon Zwodoppelvier » 01.07.2011, 16:59

Hallo Peter,
da ein ausführlicherer Beitrag aus Zeitgründen im Augenblick nicht möglich ist, gehe ich nur kurz auf die seitlichen Wandler ein. Damit eine phasenkorrekte Addition gelingt, muß die Position der Wandler von den Kanten exakt stimmen und ein gleicher Phasen-/Frequenzgang vorliegen. Vermutlich wurden deshalb stets MSW verwendet. Auf die Idee mit Mitteltönern oder guten Breitbändern bin ich vor knapp 20 Jahren natürlich auch gekommen, habe sie aber wegen obiger Gründe beiseite gelegt.
Sehr interessant fand ich damals aber den Ansatz von Herrn Dr. Esper (damals Fa. CME, welche Studiomonitore herstellten), der in dem von ihm konstruierten Lautsprecher KRO eine Elektronik implementiert hatte, die die Wirkung der Seitenwandler hinsichtlich Kompensation der Druckverhältnisse darstellen konnte. Dieser Lautsprecher klang phänomenal. Dank sechs 30er Bässen und kompletter Aktivansteuerung aller Chassis ging es auch runter bis 20Hz bei vollem Schalldruck. Leider hat dieses System wohl nur bei Insidern Beachtung gefunden; dabei wäre es eine ausführliche Beschreibung in einem echten Fachmagazin Wert gewesen !

Gruß Eberhard

Nachtrag @Winfried: bei den seitlichen MSW geht es ja NUR um die Korrektur des Druckabfalls, der durch die endliche Schallwandbreite bedingt ist. Gerade deshalb wird ab 1kHz mittels HP gefiltert und die "Zerflektion" verhindert. Die Korrektur des Druckabfalls ist m.E. eine gut nachvollziehbare Maßnahme, um die Ortung der Box als Entstehungsquelle des Schalls weiter zu minimieren. Neben der Eliminierung von Zeitfehlern durch Einschwingvorgänge (üblicher Chassis) kam es Herrn Manger genau darauf an ...
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Beitragvon JOE » 01.07.2011, 17:07

musikgeniesser hat geschrieben:Das mit dem Verlassen des optimalen Hörplatzes bei wenig bis nicht angewinkelten Boxen eine gleichzeitige Verschlechterung beider Boxen eintritt, leuchtet mir nicht ein. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich das aufklären ließe.

Du hast völlig recht, Peter, der Satz auf den Du Dich beziehst, ist so grob verkürzt, dass er nicht nur unverständlich ist, sondern sogar einen falschen Eindruck vermittelt!

Angesichts der Tatsache, dass sich hier inzwischen etlliche ausführliche weitere Erläuterungen finden (konnte sie aus Zeitgründen leider nur überfliegen), belasse ich es mal mit meinem bloßen "Schuldbekenntnis". :oops:

Gruß
Joe
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Beitragvon musikgeniesser » 01.07.2011, 17:11

Na: nichts! Um die Frage, was man denn mehr wolle, zu beantworten.

Moin Winfried,
moin Eberhard,
moin Forenten,

Manger hat versucht, die Vorteile der In-Wand-Montage auf frei stehende Monitore zu übertragen, so verstehe ich das. Grundsätzlich empfinde ich ein gewisses Befremden, wenn von der Idee der Punktschallquelle abgewichen wird, was hier ja der Fall ist. Mir scheint fast, dass mit Blick auf die Sprungantwort ein wenig übers Ziel hinausgeschossen worden sein könnte. Dem theoretischen Ideal kommt man noch ein Stückchen näher, aber praktisch handelt man sich jede Menge Ärger mit zusätzlichem Schall ein, den man eigentlich gar nicht gebrauchen kann. Andererseits wird hier ab 1 kHz gefiltert, was die Nachteile möglicherweise vermeidet, auf jeden Fall begrenzt.

Wie gesagt, ich kann das alles nicht einschätzen und würde mir das gerne einmal anhören, wobei ich an einen umschaltbaren Lautsprecher denke. Manger hat sicher kein unmittelbares Interesse daran, am Ende vielleicht sogar den Nachweis zu führen, dass zwei Chassis besser als sechs sein sollten, aber vielleicht ist Manger da viel offener, als wir hier argwöhnen; vielleicht, weil sie wissen, dass sechs am Ende doch besser sind. Auch das kann ich nicht einschätzen.

Rundstrahler sind aus ihrer Nische nie herausgekommen und das hat sicher gute Gründe. Das größte Problem dürfte immer noch der Raum sein und da ist es besser, man regt zusätzliche Reflexe gar nicht erst an, wenn keine Notwendigkeit dazu besteht.

Auch ich erinnere mich noch an die Rundumstrahler, die teilweise aber keinen schlechten Ruf hatten. Die Arcus TL 1000 kommt mir in den Sinn, in der nicht weniger als elf (!) Systeme installiert waren; und das als Passiv-Box. So etwas kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Wenn ich eine Box mit seitlichen Strahlern bauen würde, würde ich sie immer unkompliziert -- am besten fernbedienbar -- zu- und abschaltbar vorsehen.

Herzliche Grüße

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Beitragvon musikgeniesser » 01.07.2011, 17:18

Moin Joe,

wir sind hier weder auf hoher See, noch vor Gericht. Ein Schuldbekenntnis ist gar nicht nötig, aber es ehrt Dich und freut mich sehr, dass Du kurz Laut gegeben hast.

Herzliche Grüße

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Seitlich zusätzliche Systeme: das Prinzip

Beitragvon musikgeniesser » 01.07.2011, 18:39

Moin Forenten,

um die Sache mit den Seitenstrahlern abzurunden, hier die Erläuterung aus dem Kronos-Flyer von Audio Physic.

Audio Physic hat geschrieben:Die Verbindung von optischen und akustischen Ästhetik-Ansprüchen führte zu ungewöhnlich aufwändigen Lösungen: Die vier 25-cm-Bassmembranen verteilen sich auf beide Seiten des Tieftonmoduls der Kronos, was eine schlanke Schallwand ohne Kompromisse im Bassfundament ermöglicht. Sie arbeiten Rücken an Rücken in zwei separaten geschlossenen Kammern, um eine gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden. Doch auch im Grundtonbereich erfordert die betont schlanke Bauweise gewisse Kunstgriffe, um zu verhindern, dass die Box dünn klingt. Der Klang soll schließlich im Gegensatz zum filigranen optischen Auftritt satt sein und in gleicher Güte von der untersten Oktave bis zu den feinsten Obertönen reichen. So unterstützen seitliche Chassis mit 18 Zentimetern Durchmesser, die nur im schmalen Frequenzbereich von 250 bis 500 zum Einsatz kommen, den frontseitigen Mittel-Hochtöner.

Das Ergebnis ist eine schmale Silhouette in Verbindung mit einem substanziellen Klang, der sich gemeinhin nur mit einer breiten Schallwand erreichen läßt. Zudem verbesserte sich damit das Rundstrahlverhalten der Kronos, die somit die Vorteile kleiner Zweiwegboxen mit der Fülle von Boxenriesen verbindet. Das Ergebnis ist weit mehr als die Summe seiner Teile vermuten lässt.

Es dürften 250 Hz bis 500 Hz gemeint sein, aber das steht da nicht. Das ist weitenteils Verkaufsprosa, aber das Prinzip wird deutlich. Ob das Prinzip eine Verbesserung ist, weiß ich nicht. Vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit, das heraus zu finden.

Herzliche Grüße

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Beitragvon Zwodoppelvier » 01.07.2011, 19:09

Hallo Peter,

daß seitliche Tiefmitteltöner das Rundstrahlverhalten verbessern ist schon eine sehr überraschende Aussage - ich glaube dies weniger. Überhaupt finde ich die Erklärung seitens MANGER selbst viel klarer und verständlicher.

Aber noch einmal zum MSW selbst: aufgrund des Schwingspulen-Durchmessers von 70mm tritt schon eine spürbare Bündelung auf. Auch wenn der Bereich im Inneren dieses Kreises zur Schallabstrahlung beiträgt (im Zentrum sitzt allerdings ein Dämpfungsgummi hinter der Platte). Für optimalen Frequentgang müßte man, wie Winfried schreibt, genau auf die Ohren zielend aufstellen/sitzen.

Bewegt man sich aus diesem SweetSpot heraus, nimmt die Wahrnehmbarkeit feinster Details m.E. deutlich ab. Daraus könnte man jetzt schlußfolgern, daß MSW-basierte Boxen nur für den einzelnen Hörer geeignet sind. Aber nach meiner Erfahrung ist dies nicht der Fall ! Außerhalb des SweetSpot hat man in einem riesengroßen Bereich eine praktisch konstante tonale Balance, leicht zum dunklen hin tendierend. Und dies ist absolut faszinierend: durch die praktisch perfekte Impulstreue werden die jedes Instrument eindeutig kennzeichnenden Einschwingvorgänge naturgetreu reproduziert. Wenn man den MSW noch nie gehört hat, fällt meist spontan auf: subjektiv weniger Höhen, nach kurzer Eingewöhnung aber bemerkt man, daß viele Details vollkommen klar und bestens integriert herüberkommen. Dies im krassen Gegensatz zu mancher Box, die auf den ersten Blick mit toller Detailfülle verblüfft, bevor man feststellt, daß diese Details keine echten sind, sondern Artefakte - erzeugt durch Zeitfehler im Zusammenspiel der Chassis. Eine Hörermüdung ist beim MSW nicht nur sehr gering sondern vollkommen absent.

Man könnte in Betracht ziehen, eine leichte Entzerrung auf optimalen Frequenzgang außerhalb des SweetSpot vorzunehmen, denn damit hätte man, wie oben gesagt, eine sehr große Hörzone.

Gruß Eberhard

P.S.: habe jetzt etwas in eile schreiben müssen - das kann man sicher besser formulieren...
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Beitragvon musikgeniesser » 01.07.2011, 19:46

Moin Eberhard,
moin Forenten,

passt schon: liest sich für mich flüssig und gut, Dein Text.

Das mit der Verbesserung des Rundstrahlverhaltens lassen wir hier mal beiseite, das ist Verkaufsprosa oder der koaxialen Anordnung des Hochtöners vor den frontseitigen Mitteltöner geschuldet, die in diesem Text aber nicht weiter vorkam.

Jetzt bin ich einmal in Fahrt und habe den Prospekt über das Manger Schallsystem -- MSS -- hervorgeholt, in dem 14 Punkte dargelegt werden, die es so überlegen machen, machen sollen. 14 Beweise werden sie genannt. Fast rührend, mit welcher Begeisterung Josef Mangers Ideen vorgetragen werden. Hier nun zu den seitlichen Zusatzwandlern.

Manger hat geschrieben:5. Beweis

Pneumatische Wandler-Addition

Vielfach ist eine Vorliebe für kleine Gehäuseformen festzustellen. Dem steht die Tonmeister-Erfahrung entgegen, daß kleine Gehäuse eben "klein" klingen. Psychoakustische Untersuchungen mit einschwingungsfeier Druckerzeugung bestätigen diese Hörerfahrung: kleines Gehäuse -- kleine Gestalt, großes Gehäuse -- große Gestalt.

Im Zeitbereich zeigt die erste Druckfront einen mit der Gehäusegröße verknüpften zeitlichen Druckabfall. Setzt man die mittleren frontalen Gehäusekanten-Abmessungen mit der Schallgeschwindigkeit in Beziehnung (∆t ~ s/cL), ist die Gehäusegröße proportional der Zeit bis zum Beginn des Druckabfalls. Der Impedanzwechsel vom Strahler-Halbradius in den Vollradius ist die Ursache für den Druckabfall.

Das Wunschbild kleines Gehäuse mit großer akustischer Gestalt kann nur dann Wirklichkeit werden, wenn der durch das kleine Gehäuse bedingte Druckabfall verlängert werden kann.

Die im MANGER-Schallsystem MSS integrierten zwei zusätzlichen seitlichen MANGER-Schallwandler verdoppeln die Zeitdauer bis zum Druckabfall. In Verbindung mit dem MANGER-Tieftonsystem (MTT) läßt sich der Druckabfall noch weiter verzögern. Diese additive Wirkung erreicht die Kombination aus MSS und MTT3. Das System erreicht eine n-förmige, aperiodische Ausgleichszeit von 12 ms. In der Frequenzebene ergibt sich daraus ein durch die Wandler-Gehäusekombination ungestörte Periodizität bis 41 Hz.

[Es folgt ein Graph mit der Impulsantwort; Anm. von mir]
Darstellung des durch das Gehäuse bedingten Schalldruckabfalls dt und dessen Korrektur durch die im MANGER-Schallsystem seitlich angeordneten Wandler; zusätzlich das Manger-Tieftonsystem.

Resultat:
* Sehr schmale Gehäuseform
* Sehr große akustische Abbildung
* Kein Gehäuseeinfluß in der ersten Druckfront
* Idealer Phasenverlauf
* Zeitaddition anstatt Frequenzaddition

Wie gesagt, ich finde, dass die Box dann in jedem Fall auch nach oben weitergehen muss, damit das richtig klappt, doch das nur am Rande.

Das mit der Hörzone und der Entzerrung auf sie leuchtet mit ein: ein wenig Höhen hinzugeben, damit in der weiten Hörzone ein ausgewogenes Ergebnis erzielt und damit gut gehört werden kann, ist nichts ehrenrühriges. Man muss ja nicht das letzte herausholen und die Ausrichtung auf einen Hörplatz hin optimieren, wenn man statt dessen ein Suboptimum für eine weite Hörzone finden kann. Oder man verzichtet auf die weite Hörzone und holt das letzte für nur einen Platz heraus, dann ohne Höhenanhebung.

Wenn ich das richtig verstehe, müssen die drei Systeme gleich laut sein. Natürlich nur in dem Frequenzbereich, in dem die seitlichen nicht abgesenkt sind.

Herzliche Grüße

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Beitragvon Winfried Dunkel » 02.07.2011, 09:51

Hallo,

ich denke, die "Sweet-Spot-Diskussion" geht ein wenig an der Realität vorbei: In aller Regel läuft man doch beim Musikhören nicht durch die Gegend, sondern sitzt in seinem Sessel. Und dieser wird halt am optimalen Ort positioniert - wo ist das Problem?

Gruß: Winfried
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Beitragvon Winfried Dunkel » 02.07.2011, 10:36

Nochmal hallo,

bei allen gut gemeinten Vorschlägen, wie man was zusammenstellen kann - bitte nicht vergessen: die MSMc1 ist ein Aktivmonitor! Die integrierte Elektronik mit aktiver Weiche gewährleistet den glatten Frequenzgang. Passive Lösungen erreichen die Reproduktionsqualität des Aktivmonitors nicht. Hört Euch mal die MSMc1 selbst an und Ihr werdet mir zustimmen. Zusammenhangsweise möchte ich noch darauf aufmerksam machen, daß die MSMc1 aufgrund ihrer Analysefähigkeiten (Begriff definiert laut Duden) auch Vor- und Nachteile des vorgeschalteten Equipments deutlich aufzeigen; wenn's also (einwandfreie Raumakustik vorausgesetzt) nicht rundum stimmig rüberkommt, sollte man über die verwendeten Quellengeräte nachdenken. Top-Monitore erfordern die Einhaltung gewisser Spielregeln...

Beste Grüße: Winfried
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Beitragvon musikgeniesser » 02.07.2011, 12:07

Moin Winfried,
moin Forenten,

die Frage der Abstrahlcharakteristik finde ich schon wichtig: wer möchte schön, wenn er Gäste hat und Musik erklingen lassen möchte, extra die Lautsprecher auswechseln? Ich habe halt ein Bändchen-Trauma und wollte mal abklopfen, was einen beim Manger-Schallwandler erwartet. Manger selbst zeigt mit dem Holoprofil, dass der MSW eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert, Eure Äußerungen zeigen, dass man die Frage in den Griff kriegen kann. Insofern betrachte ich das Problem als hinreichend gelöst. Ich finde, für derartige Erörterungen sind Foren wie diese da.

Die Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Der Ersatz des schwächsten Gliedes durch ein verbessertes Glied lenkt die Aufmerksamkeit auf das nächstschwächere Glied, das zuvor möglicherweise verdeckt war. Da es sich bei Manger-Boxen um ungewöhnlich gute Systeme handelt, besteht die Möglichkeit, dass man auf Fehler der Übertragungskette aufmerksam gemacht wird, die man vorher gar nicht kannte oder sogar noch nicht einmal ahnte. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen, aber man kann das nicht oft genug wiederholen. Die Vorteile der Aktivtechnik verschmelzen mit den Vorteilen der Manger-Schallwandler zu einem manchen überraschenden Ergebnis. Mich überrascht das nicht, im Gegenteil, ich finde das einleuchtend.

Fazit: Monitore mit Manger-Schallwandlern sind auf jeden Fall einen Versuch wert.

Herzliche Grüße

PETER
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Beitragvon Winfried Dunkel » 03.07.2011, 10:16

musikgeniesser hat geschrieben:die Frage der Abstrahlcharakteristik finde ich schon wichtig: wer möchte schön, wenn er Gäste hat und Musik erklingen lassen möchte, extra die Lautsprecher auswechseln?

Hallo Peter,

es ehrt Dich, wenn Du Gästen optimale Hörmöglichkeiten bieten willst - hanseatische Noblesse, chapeau! Ich glaube aber, es wird wohl keine Lautsprecher geben, die sowohl Punktortung als auch gleichzeitige Unabhängigkeit vom Hörplatz ermöglichen. Bei Vorführungen für mehrere Personen wird es sich kaum umgehen lassen, daß diese wechselweise im "Punkt" sitzen. Und im Rahmen sportlicher Aktivitäten...

Beste Grüße: Winfried
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Beitragvon musikgeniesser » 03.07.2011, 11:51

Moin Winfried,
moin Forenten,

Bewegung ist immer gut, gar keine Frage. Dazu sollte ich vielleicht etwas zu meinen Hörgewohnheiten sagen: ich hatte meine besten Boxen immer im Wohnzimmer, also nie einen extra Hörraum. Ich finde den Gedanken naheliegend, den größten Raum zum Hören der Musik zu wählen. Vielleicht sollte ich hier in Erinnerung rufen, dass ich alleine lebe und mein Wohnzimmer einrichten kann, wie ich es will. Freunde, die zum Musik -- zum Lautsprecher -- hören zu Besuch kämen, habe ich gar nicht. Die würden mir alle einen Vogel zeigen, wenn ich das vorschlagen würde. Nur in diesem Falle -- also nicht, wenn sie mir einen Vogel zeigten, sondern, wenn ich sie fürs Lautsprecher hören einlüde -- würde sich ein häufiger Sitzplatzwechsel anbieten und ich würde das dann auch so machen. Aber die Frage stellt sich für mich nicht. Ich spreche von geselligem Beisammensein. Und da hätte ich keine Lust auf

    "ey, Peter, man ist das dumpf, dreh mal die Höhen rein. Wo ist eigentlich Dein Equalizer? Sag mir einfach, wo der Höhenregler ist, ich stehe gerade günstig -- wie bitte, wie teuer waren die Boxen? Würde ich gleich wegschmeißen, vorher aber noch den Hersteller auf ordentlichen Schadensersatz verklagen. Wenn Du einen Zeugen brauchst, stehe ich gerne zur Verfügung, ich mache das wirklich gerne."

Also eine gewisse Alltagstauglichkeit ist mir wichtig. So, wie ich Eure Einlassungen hier verstehe, hat der MSW diese Alltagstauglichkeit. In einem weiten Bereich sind die Ergebnisse vollauf befriedigend -- und das Niveau reicht mir für gesellige Beisammensein --, ohne, dass das schon alles wäre: in der optimalen Hörzone ist nochmals eine Verbesserung möglich, wo der MSW dann erst so richtig Spaß macht.

Für mich heißt das, dass der MSW tatsächlich interessant für mich ist. Und genau das ist es, was ich wissen wollte.

An dieser Stelle danke ich Euch für Eure Zeit und Mühe und grüße herzlich

PETER
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Beitragvon Punktstrahler » 03.07.2011, 15:14

Hallo Peter,

ich kenne diverse Manger-Kreationen und kann Dir gerne auch meine Eindrücke hierzu noch schildern. Die Zerobox 109, Kompaktbox, passiv, mit nur 1 Manger Chassis und dem 20er Bass hat mir persönlich damals am besten zugesagt. Auf einem guten Ständer, Boxen eingewinkelt direkt auf den Hörer - wunderbar!

Die zusätzlichen Chassis auf der Seite bringen m.E. keine gehörmäßige Verbesserung mehr, vergrößern zwar den sweet-spot, bringen aber auch Nachteile, die hier schon erwähnt wurden, ich erspare mir deshalb die Wiederholung.

Entscheidend ist in der Tat die Frage, wievielen Zuhörern will man etwas gutes tun. Für mich persönlich wäre es wie oben geschrieben die 109er....

Grüße vom Punktstrahler Winfried

P.S. Der finanzielle Aufwand für die zusätzlichen Chassis sind natürlich auch nicht ganz unerheblich.
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