ATC Lautsprecher

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon KSTR » 28.05.2011, 12:05

Ja, so sehe ich das auch, leider sind die Beiträge der einzelnen Komponenten zur "Summenphase" vielfältig und komplex, speziell dann wenn die Chassis nicht phasensynchron laufen (in erster Näherung).

Mit Zentrum des Pulses meine ich den Startzeitpunkt der Pulsantwort des HT allein (+Mikro+ADC allerdings), aber mit Weiche -- weil der Puls von TT/TMT bereits früher starten kann, wenn diese geometrisch vor dem HT liegen. Passend gefenstert mit einem frequenzadaptiven Window und leicht geglättet ist das dann in großer Übereinstimmung mit der Minimalphasen-Version des HT-Pulses, und diese nimmt man als Referenzbezug zur Ermittlung des (Sub-)Sample-Offsets. Genau gleich muss also der Phasenrolloff ganz oben aussehen, des so "hingeschobenen" HT, und des Gesamtsystems. In der Praxis braucht man diese Akribie, wenn überhaupt, nur bei Untersuchungen auf akademischen Niveau. Für Vergleichsmessungen/Optimierungen reicht es, immer gleich zu messen. Da gibt es einen Trick, man befeuert einen leisen Hilfs-HT, der näher am Mikro steht, direkt mit dem Testignal (Logsweep). Dessen "Pre-Pulse" bringt man im Vergleich vorher/nachher zur Deckung, auf welchen absoluten Phasenbezug auch immer, damit sieht man in der dadurch stabileren Differenz der Phasen (optisch, im FG-Diagramm) mehr Details. Man darf natürlich nichts zwischen den Messungen bewegen, mechanisch.

Grüße, Klaus
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Beitragvon KSTR » 28.05.2011, 12:19

Nachtrag : Wenn das Messsystem gesichert über auf's Sample stabile Latenz verfügt, ist der Trick nicht notwendig. Bei Soundkarten-gestützter PC-Software ist das nicht immer garantiert, auch je nach Betriebsumständen ("nicht am Stück messen").
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Beitragvon FoLLgoTT » 28.05.2011, 12:34

Hallo Klaus,
ich glaube ich weiß, was du meinst. Beim Tieftöner kann man den Anfang der Impulsantwort nicht genau erkennen, daher beziehst du dich immer auf den Hochtöner, der in den meisten Fällen ohnehin voreilt. Wenn die Übergänge zwischen den Zweigen korrekt eingestellt wurden (Amplitudengang und Delay), muss dieser ja zwangsläufig voreilen.

Das mit den unterschiedlichen Messanordnungen ist natürlich richtig. Bei meinem HKL-01 haben wir während der Einstellung der Aktivweiche die Messanordnung konstant gehalten. Man kann an dem ungeglätteten Frequenzgang sehr schön erkennen, dass die Zweige an den Übergängen gut in Phase liegen und die Phasendrehungen dort auftauchen, wo man sie aufgrund der minimalphasigen Zweige erwartet.

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PS: wie in der Dokumentation beschrieben, wurde die Trennung zwischen Mittel- und Hochtöner später auf 48 dB/Okt umgestellt.
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.05.2011, 12:42

Ich messe bei Mehrwegesystemen die Chassis immer mit künstlich verzögerten Weichen, den HT zuletzt.
Siehe auch http://www.acourate.com/Tutorial/TimeAlign.html

Da kenne ich ja den genauen künstlichen Versatz. Und seh dann in der Pulsantwort die realen Verschiebungen. Aus den Differenzen lassen sich dann die genauen Zeitbezüge zwischen den Treibern ermitteln.

Grüsse, Uli
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