Aktiv-Monitore im Vergleich: Abacus A-10, Adam A5X, Adam A8X

Diskussion über aktive Schallwandler

Aktiv-Monitore im Vergleich: Abacus A-10, Adam A5X, Adam A8X

Beitragvon Fujak » 14.05.2011, 16:47

Wie alles begann...

Kurz vor Ostern telefonierte ich mit Herrn Sonder von Abacus-Electronic in Nordenham, um mir nach den vielen positiven Berichten über den Abacus-Monitor A-10 auch mal einen eigenen Eindruck zu verschaffen und mir zu diesem Zweck ein Testpärchen schicken zu lassen. Im Gespräch mit ihm erfuhr ich nebenbei auch, dass ich im Zuge meines Erfahrungsberichtes über die APC-Monitore offenbar einen Begriff geprägt hatte, der bei Abacus mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist: Naturlautstärke™ (und weil ich schon einige PN-Anfragen hatte: bitte das ™ nicht allzu ernst nehmen ;) ) . Der Begriff bezieht sich auf eine Pegelfestigkeit, die es ermöglicht, auch das Fortissimo eines Orchesters bzw. einer Kirchenorgel über den gesamten Frequenzbereich verzerrungsfrei und präzise in der gleichen Lautsstärke wiederzugeben, wie man sie live hören würde. Gerade im Bassbereich stellt dies hohe Anforderungen an Verstärker und Membran.

Allerdings geht es bei einem kleinen Monitor wie dem A-10, der gerade etwas über 10 Liter Nettovolumen aufweist, nicht um solcherlei Kriterien wie Naturlautstärke™, sondern um all die andern Tugenden, die einen guten Monitor / Lautsprecher ausmachen: tonale Linearität, Präzision, Räumliche Abbildung / Ortungsschärfe, Natürlichkeit etc.. Zudem ist mir bei dem Test auch wichtig gewesen, wie ein solch kleiner Monitor klingt, wenn für die unteren Oktaven ein Subwoofer eingebunden wird.

Während der Abacus A-10 auf die Reise geschickt wurde, kam mir die Idee, dass es doch reizvoll sein könnte, ein oder zwei weitere Aktivmonitore im Vergleich dabei zu haben. So lässt sich leichter einordnen, wo der Abacus-Monitor in Relation zu anderen Mitbewerbern steht. Gesagt getan: Beim Händler vor Ort hörte ich mir einige Monitore (KRK, Genelec, Focal, Adam, Dynaudio) in ähnlicher Größe und/oder in ähnlicher Preisklasse im Vergleich an.

Ich entschied mich für ein Kontrastprogramm: Zum einen wählte ich den größten Adam-Monitor aus der A-Serie aus, den A8X, der mit 1.200,- € preislich ähnlich wie der Abacus-Monitor liegt und für mich von allen Monitoren der Preisregion bis 1.500,- € pro Paar in der Gesamtheit aller Kritierien beim Händler am stimmigsten klang. Da dieser deutlich größer ist als der Abacus A-10, wählte ich noch ein kleineres Modell aus der Adam A-Serie aus, den A5X, einen alten Bekannten, der mir bereits beim ersten Zusammentreffen (viewtopic.php?f=16&t=1457) gefallen hat. Sowohl in Hinblick auf Abmessungen als auch Preis (580,- €) fällt er kleiner als die beiden anderen Monitore aus.

Kleiner Schlenker: in der gleichen Größe wie der A8X aber zum doppelten Preis gibt es noch den Adam S2-X, der mich von allen Monitoren in dieser Größe beim Händler am meisten beeindruckt hat. Gegen diesen direkt klingenden, in den Mitten sehr detailliert und zudem (auch außerhalb des Sweetspot) räumlich zeichnenden Monitor hören sich m.E. alle anderen Monitore bis zu dieser Größe und Preisklasse (ca. 2.500,- € pro Paar) blutleer an - auch die A-KLasse von Adam. Ich erinnerte mich, dass sich ein User aus unserem Forum genau zwischen diesen beiden Monitoren dann doch letztlich für den Adam A8X aufgrund von mehr Pegelreserve entschieden hatte. Das kann ich verstehen, denn ohne Subwoofer-Unterstützung, ist der S2X schnell am Ende. Da käme dann nur noch der nächstgrößere S3X in Betracht, der mich schon bei meinem ersten Besuch dort vor einem halben Jahr überzeugte - aber natürlich in einer anderen Preisklasse angesiedelt ist (einen Erfahrungsbericht von mir kann man hier nachlesen: viewtopic.php?f=16&t=1457).

Zurück zum Thema:

Zu den Testkandidaten:

Um einen Größenvergleich zu ermöglichen, habe ich alle drei Monitore maßstabsgerecht in ein Bild montiert:

Bild


1. Design

Das Äußere der Monitore von Abacus und den beiden Adams könnte unterschiedlicher nicht sein: Der Abacus-Monitor ist ein kleinerer kompakter Monitor, der mit seinen beiden runden Chassis sehr harmonisch und gefällig aussieht - ich hatte ihn in der Farbe weiß schicken lassen. Der große Adam A8X hingegen ist schon ein ziemlicher Brocken, der zudem mit seinen Chassis, insbesondere dem ART-Hochtöner sowie den Bedienelementen eher technisch aussieht. Die Wuchtigkeit wird ein wenig geschmälert durch die gebrochenen Kanten, welche die Abstrahlung verbessern sollen. Auch der Adam A5X sieht ziemlich technisch aus, ist aber durch seine kleineren Abmessungen etwas gefälliger im Aussehen. Beide Adam-Monitore zeigen zudem mit ihren paarigen Bassreflex-Öffnungen an der Frontseite, dass sie keine geschlossene Box sind wie der Abacus-Monitor. Wenn man alle drei Monitore nebeneinander sieht, wird eines schnell klar: Der Abacus-Monitor hat von allen den höchsten WAF ;) - zumindest für mich persönlich.


2. Verarbeitung

Die Verarbeitung ist bei den Abacus-Monitoren wie auch bei den Adam-Monitoren sehr gut - nicht nur in Hinsicht auf das Gehäuse, sonderen auch Schalter, Drehregler und Anschlussbuchsen machen einen soliden Eindruck. Lediglich die kleinen einstellbaren Filter bei den Adam-Monitoren finde ich ein wenig zu zart. Man wird sie andererseits aber auch nicht ständig verstellen müssen.

Herausheben möchte ich hier aber auch, dass das Gehäuse des Abacus-Monitors durch das Echtholzfurnier mit seiner dezenten Maserung einen wertigeren und ästhetischeren Eindruck macht, während die Adam-Monitore eine schwarze Folienbeschichtung mit sog. Perlstruktur aufweisen.

Wen die offen sichtbaren LS-Chassis stören, hat bei dem Abacus-Monitor die Möglichkeit, eine schwarze Frontabdeckung zu verwenden.


3. Ausstattung

Der Abacus-Monitor A-10 verfügt über folgende Bedienelemente auf der Rückseite:
Netzschalter, Wahl Schalter, um zwischen permanentem Betrieb und signalgesteuertem Betrieb zu unterscheiden. Daneben gibt es einen Drehregler für den Pegel sowie einen weiteren Drehregler, mit dem ein Hochpass mit 12dB/Oktave stufenlos von 200 Hz bis abwärts auf 16 Hz eingestellt werden kann. Dieser ist insbesondere dafür hilfreich, wenn man höhere Pegel fahren möchte, ohne den Lautsprecher an sein Limit zu bringen. Zudem ist dieser Hochpass-Regler hilfreich, wenn es darum geht, einen Subwoofer mit einer definierten Übernahme-Frequenz (zum Beispiel 80 Hz) anzukoppeln.

Ebenfalls an der Rückfront befindet sich neben dem Sicherungshalter die Euro-Buchse für den Netzanschluss. Desweiteren eine Eingangsbuchse Cinch sowie über eine Combo-Eingangsbuchse XLR/KLinke für eine symmetrische Ansteuerung.

An der Frontseite befinden sich eine LED für die Betriebsanzeige (Stand-by: rot, Betrieb: grün) sowie eine LED für Peak-Limit.

Abacus A-10: Rückseitiges Anschluss- und Bedienfeld

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Die beiden Adam-Monitore haben Netzschalter, Pegel-Regler und Kontrolleuchte für Betrieb auf der Vorderseite angebracht. Auf der Rückseite befinden sich neben der Kaltgeräte-Buchse für den Netzanschluss ebenfalls eine Eingangsbuchse Cinch sowie eine Eingangsbuchse XLR für eine symmetrische Ansteuerung. Zusätzlich besitzt der kleinere Monitor A5X einen so genannten Stereo-Link, eine zusätzliche Cinch-Eingangsbuchse für den zweiten Stereokanal sowie eine weitere Cinch-Buchse, mit der über ein Cinch-Kabel beide Monitore miteinander verbunden werden. Dadurch kann man beide Monitore in ihrem Pegel synchron an einem der beiden Monitore einstellen. Dies ist dann praktisch, wenn dies die einzige Möglichkeit der Lautstärkeregelung darstellt, zum Beispiel beim Betrieb an einem DAC oder PC, der über keine eigene Lautstärkeregelung verfügt.

Des weiteren finden sich drei kleine Regler, mit denen die einzelnen Chassis eingestellt werden können: ein Shelving-Filter für den Tweeter, eine Pegelregler für den Tweeter in einem Regelungsbereich von -4 dB bis +4 dB, sowie ein Low-Shelving-Filter für den Tiefmitteltöner, der ab 300 Hz abwärts wirkt. Beide Shelving-Filter haben einen Regelungsbereich von -6 dB bis +6 dB.

Adam A5X: Rückseitiges Anschluss- und Bedienfeld

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Adam A8X: Rückseitiges Anschluss- und Bedienfeld

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4. Technische Merkmale

Abacus:

Bild

Hersteller-Informationen im Internet:
Abacus A-10: http://www.abacus-electronics.de/110-0-A-Box.html


Adam Audio A5X und A8X:

Bild

Hersteller-Informationen im Internet:
Adam A5X: http://www.adam-audio.com/de/pro-audio/ ... escription
Adam A8X: http://www.adam-audio.com/de/pro-audio/ ... escription


5. Klang

Nun zum wichtigsten Kriterium Klang, welches ich in mehrere Unterdisziplinen aufgeschlüsselt habe:

1. Höhen
2. Mitten
3. Bass
4. Pegel
5. Räumliche Abbildung
6. Gesamtbetrachtung

Als Testmaterial verwende ich mir vertrautes Material vorzugsweise aus Klassik und Jazz von 44.1KHz / 16bit bis 192KHz / 24bit. Worum es sich u.a. dabei handelt und warum ich diese Stücke nehme, kann man in meinem Hörbericht über die APC-Lautsprecher nachlesen: viewtopic.php?f=16&t=1730.

Die Lautsprecher bilden ein gleichseitiges Dreieck zum Hörplatz von etwas über 3 Metern. Die Raumakustik ist auf Wohnraumniveau gedämpft, mit Teppich, Möbeln etc., die akustischen Spiegelflächen zusätzlich mit Basotect versehen.

Ich bin mir dabei durchaus bewusst, dass ich hier mit dem Abacus A-10 und dem Adam A5X sogenannte Nahfeld-Monitore in ein Midfield setze und damit natürlich klangliche Nachteile hinsichtlich Bündelungsverhalten etc. entstehen. Dazu muss man bei den Adam-Monitoren einbeziehen, dass der schnelle und stärker bündelnde ART-Hochtöner nur 3dB pro Meter verliert, während der Tiefmitteltöner 6dB pro Meter leiser wird. Dadurch ergibt sich zwangsläufig eine Höhendominanz bei fortschreitendem Hörabstand, die ein Korrektur erfordert (näheres dazu später).

Zuspieler ist meine bewährte Kette aus Netbook -> Hiface (mit externer PSU) -> Apogee Big Ben -> RME Fireface UC. Einen Vorverstärker habe ich nicht eingesetzt, da die Vergleiche mit der VV-Sektion meines Symphonic Line RG10 keine klanglichen Unterschiede hervorbrachten. Alle Monitore wurden also direkt aus dem Fireface UC versorgt und überdies symmetrisch verkabelt.

Voranschicken möchte ich ein paar grundsätzliche Vorbemerkungen, um die nachfolgenden Beschreibungen besser einsortieren zu können: Klangbeschreibungen sind naturgemäß immer subjektiv. Was in miener Wahrnehmung und Beurteilung negativ klingt, mag für einen anderen genau richtig oder sogar positiv sein - und umgekehrt. Alle Kritikpunkte bewegen sich auf einem insgesamt hohen klanglichen Niveau; auf keinem der Monitore hört sich Musik ungenießbar an, aber ich habe bewusst eine hohe Messlatte bei der Beurteilung angesetzt, die sich vorallem aus meiner bisherigen Wiedergabekette aber auch aus den Hörerfahrungen mit wirklich guten Aktiv-Lautsprechern speist - allen voran die AGM 3.3 und 8.4, die großen B&Ms, sowie einige Geithains (Silbersands habe ich bislang noch nicht genießen können - ein Besuch bei Sigi steht noch aus).

Insgesamt habe ich drei ausgiebige Durchläufe über mehrere Tage verteilt veranstaltet, die sich durch folgende Modifikationen unterscheiden:

I. Ohne Acourate-Raumkorrektur
II. Mit Acourate-Raumkorrektur
III. Mit Acourate-Raumkorrektur + Subwoofer


I. Ohne Acourate-Raumkorrektur:

1. Höhen:
Auf Anhieb klangen die Höhen beim Abacus-Monitor am natürlichsten: Fein aufgelöst, seidig, ohne irgendeine Schärfe. Bei den beiden Adam-Monitoren musste ich den Pegel des Hochtöners um 3dB absenken, damit ein vergleichbar harmonisches Klangbild entsteht. Zwar sind auch diese Höhen nicht scharf, aber sie sind zu dominant. Die Gründe habe ich bereits weiter oben dargelegt. Dennoch: beim Langzeithören klingt der Abacus-Monitor gerade wegen seines fein auflösenden Hochton-Bereichs wesentlich angenehmer. Es passierte ganz spontan, dass ich beim Musikhören länger beim Abacus-Monitor hängen blieb.

2. Mitten:
In dieser Disziplin, in der es mir vor allem um die verfärbungsfreie Wiedergabe von Stimmen und Naturinstrumenten geht, finde ich auch hier wieder den Abacus-Monitor am natürlichsten. Der große Adam A8X klingt hier ein wenig belegt und flach, während der kleine Adam A5 X in den Stimmen zwar die gleiche Klarheit und Prägnanz wie beim Abacus-Monitor besitzt, doch gerade bei männlichen Stimmen fällt auf, dass diesen im Vergleich zum Abacus Monitor aber auch zum großen Adam A8X das körperhafte fehlt, nämlich ein gewisser Grundton.

Ein weiteres Feld in diesem Bereich sind für mich Streicher (vor allem Violinen). Da ich dieses Instrument selber spiele, ist es für mich ein repräsentativer Gradmesser, was man wie genau hören können muss. Der obere Mitten-Bereich entscheidet hier, ob dieses Instrument mit unnatürlicher Schärfe im einen Extrem oder im anderen Extrem mit fehlender Prägnanz in Bezug auf den Bogen-Anstrich auffällt. Andererseits muss zugleich auch deutlich hörbar sein, dass ein solches Instrument einen hölzernen Resonanzkörper hat, der dem Ton ein gewisses Fundament gibt. Auch hier fand der Abacus-Monitor den natürlichsten Kompromiss aus all den genannten Anforderungen. Ich spreche deswegen von einem Kompromiss, weil ich mir durchaus noch ein bisschen mehr "Härte" (Prägnanz) im Bogen-Anstrich gewünscht hätte. Die kleine Adam A5 X spielte zwar mit besserem (prägnanteren) Bogen-Anstrich, aber auch hier fehlte der Grundton, der Korpus der Violine wie bei den Stimmen. Bei der großen Adam A8X war zwar der Korpus am besten wahrnehmbar von allen drei Monitoren, aber dies geht zu Lasten der Strahlkraft. Ähnlich wie bei den Stimmen hörte sich hier die Violine immer ein wenig belegt und zurückhaltend an. Wie gesagt: der Abacus-Monitor hat hier den natürlichsten Kompromiss gefunden. Ob Violinen-Konzerte oder Kammermusik: Hier ist der Abacus-Monitor für mich allererste Wahl.

Bei Klavier-Musik (solo und Orchesterwerke), kam beim Abacus-Monitor und beim kleinen Adam-Monitor der perkussive Charakter des Anschlags am besten 'rüber. Bei dem Abacus-Monitor hörte man auch sehr schön bei einer Solo-Aufnahme die typische Grundwärme eines Fazioli-Flügels heraus, während genau diese Aufnahme beim Adam A5X eher tonal flach wirkte und beim Adam A8X eher topfig und bei einigen Tönen im Bass überzogen. Damit komme ich gleich zur nächsten Kategorie:

3. Bass:
In diesem Bereich sind die tonalen Unterschiede der Monitore am größten, daher möchte ich hier etwas ausführlicher darauf eingehen: Dabei überzeugte mich der Abacus-Monitor auf Anhieb. Ich habe ihn bis zu seiner untersten Frequenz von 16 Hz laufen lassen. Bis zu einem bestimmten Pegel (ich rede hier bewusst nicht von Naturlautstärke™) klingt dieser Monitor wie eine große Standbox. Dabei ist dieser Bass unglaublich präzise und dennoch warm und voll. Er ist durchaus in der Lage, meinen etwa 40 m² großen Raum anzuregen.

Faszinierend daran finde ich, dass es sich hier um ein Zwei-Wege-System handelt, bei der der Tiefmitteltöner einerseits per DSP bis hinab auf 16 Hz "gezwungen" wird, dabei aber den Mitten-Bereich keineswegs vernachlässigt. Ich habe hier von der Focal-CD den bekannten Song "Fever" verwendet, der über einen gezupft Kontrabass verfügt und damit extrem starke Bassimpulse an den Tiefmitteltöner schickt. Zugleich muss die darüber liegende Frauen-Stimme ohne Verfärbung oder Verzerrung wiedergegeben werden. Das klappte wirklich beeindruckend.

Hingegen bekam bei diesem Song der kleine Adam Monitor A5X die Krise: schon beim ersten Einsetzen des gezupften Kontrabass, hört man bei gleichem Pegel wie bei dem Abacus-Monitor ein laut vernehmbares Flatter-Geräusch, so dass man befürchten musste, dass der Tiefmitteltöner im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Häuschen gerät. Hier half nur das um -4dB abgesenktes Bass-Shelving-Filter, damit er wieder präzise arbeiten konnte. Der große Adam-Monitor A 8X hingegen meisterte souverän diese Bass-Attacken des gezupften Kontrabass. Unangenehm fiel aber auf, dass der Bass insgesamt wesentlich weniger präzise abgebildet wurde wie mit dem Abacus-Monitor, der erst kurz vor dem Einsetzen des Limiters ähnlich unpräzise wie der Adam-Monitor A8X wird. Wer höhere Pegel ohne Subwoofer fahren möchte, ist mit dem Adam-Monitor A8X sicherlich besser bedient, wer auf einen natürlichen, weil absolut präzisen Bass Wert legt, der sollte lieber auf den Abacus-Monitor setzen.

Ein weiterer Belastungstest sind natürlich die tiefen Pedal-Register einer ausgewachsenen Kirchen-Orgel. Ich wählte Orgel-Stücke aus, die im Bass-Bereich bis auf 20 Hz gehen. Auch hier hatte der Abacus-Monitor A-10 klar die Nase vorn hinsichtlich der Präzision. Keiner der anderen beiden Monitore konnte die Bassläufe so durchhörbar und zugleich volltönend darstellen wie dieser Monitor. Zwar schaffte auch hier der Adam-Monitor A8X deutlich höhere und damit realistischere Pegel (und erreichte natürlich auch einen tieferen Bass-Keller als die A5X), aber im Vergleich zum Abacus-Monitor machte es irgendwie nicht so richtig Spaß, diese höheren Pegel zu genießen. Die Präzision der A8X liegt deutlich hinter der Abacus zurück. Zum Teil klang der Bass-Bereich ein wenig überzogen im Bereich von 80-120 Hz, was durchaus auch an den Raum-Moden liegen kann. Sowohl der kräftigere Grundtonbereich wie auch der nicht so präzise Bass wird auf die Dauer leicht anstrengend beim Hören. Das Gehirn muss mehr mitarbeiten, um bei komplexeren Bass-Geschehen den Überblick zu behalten, da der Bass die Feinstrukturen ein wenig überlagert. Aus diesem Grund sollte der A8X im Unterschied zum Abacus A-10 und dem kleinen Adam A5X Monitor weit aus den Ecken heraus aufgestellt werden.

Interessant aber, dass der Abacus-Monitor bei gleicher Platzierung diese Raum-Moden bei weitem nicht so deutlich anregte, obwohl er mit 16Hz mindestens eine Oktave tiefer geht. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass es sich zum einen um ein geschlossenes System handelt, zum anderen aberr auch - wie Herr Sonder zu diesem Thema befragt erzählte - mit dem Transkonduktanz-Prinzip. Es berücksichtigt in seiner Rückkoppelungsschleife zu einem gewisen Teil auch die Raumanregung, welche auf die Membran zurückwirkt.

Der Adam-Monitor A5 X spielte erwartungsgemäß natürlich nicht so tief, jedoch was er im Bass-Bereich spielte, spielte er wirklich sehr sauber, präzise und knackig. Überraschenderweise fand ich ihn angenehmer für die Orgelmusik als den Adam-Monitor A8X.

Zum Schluss versorgte ich die Monitore noch mit Percussion-Musik aller Stilrichtungen (afrikanisch, Rock, Latin, klassisch). Alle drei Monitore spielten sehr knackig und präzise, was den Anschlag anbelangt (hier konnte ich keine Unterschiede feststellen). Die Unterschiede ergaben sich wieder in der Präzision des Bass-Bereichs. Wie schon beim Test der Abacus APC-Lautsprecher mussten sie auch aus der Alpensinfonie (R.Strauss) den Satz "Gewitter und Sturm" über sich ergehen lassen; er treibt einen Lautsprecher in puncto Basspräzision an die Grenze. Hier fiel die Adam A8X dadurch unangenehm auf, dass sie zum einen ein wenig topfig klang und zum anderen ein gewisses Nachwummern aufwies. Dafür konnte sie auch die höchsten Pegel ziemlich souverän meistern. Einen Subwoofer vermisste ich nur an wenigen Stellen. Wesentlich präziser ging der kleine Adam-Monitor zu Werke, der Trommeln aller Art brottrocken von sich gab, sehr knackig und sehr lebendig, wenn auch nicht so weit in die Tiefe reicht. Aber auch hier: was immer er wiedergab, er gab es präzise wieder. Der Abacus-Monitor hatte auch hier wieder einen deutlichen Vorsprung in Bezug auf Präzison, und Tiefgang in der Bass-Wiedergabe.

4. Pegel:
Unbestrittener Pegel-König ist der Adam-Monitor A8X. Deutlich dahinter und befindet sich der Abacus-Monitor A-10, gefolgt mit dichtem Abstand der kleine Adam-Monitor A5 X. Die Unterschiede zwischen dem großen Adam-Monitor und den anderen beiden ist beträchtlich: mit Ersterem kommt man durchaus an die Schmerzgrenze, natürlich mit einigen Abstrichen in der Präzision. Bei dem Abacus-Monitor ist der erreichbare Pegel sehr stark abhängig vom Bass-Anteil. Zum Glück kann man ihn auch auf der Rückseite mit dem Hochpass-Regler so einstellen, dass man für sich subjektiv einen guten Kompromiss finden kann zwischen Bass-Tiefe und Bass-Pegel. Wer beides kompromisslos möchte, müsste sich nach einem größeren Lautsprecher oder einem zusätzlichen Subwoofer umschauen, der den Monitor entlastet. Gleiches gilt in gewisser Weise auch für den kleinen Adam-Monitor A5 X. Allerdings begrenzt dieser schon natürlicherweise den Bass-Bereich. Allerdings, wie das Beispiel in dem Song "Fever" gezeigt hat, gibt es auch Stücke, wo er sehr schnell an seine Grenzen kommt, wenn der Bass-Bereich nicht extra abgesenkt wird.

Zum Kapitel Pegel gehört m.E. aber auch die Frage, wie Lautsprecher als Leisesprecher klingen, sprich: mit Pegeln unterhalb dessen, was man als Zimmerlautstärke bezeichnet. Der deutlichste Unterschied besteht darin, dass beide Adam-Monitore im Leise-Modus eher zur Betonung der oberen MItten neigen, während der Abacus A-10 selbst bei geringen Lautstärken seine tonale Balance behält.

5. Räumliche Abbildung:
In dieser Kategorie gab es eine klare Rangfolge: auf Platz 1 steht der Abacus-Monitor. Der Unterschied war recht deutlich gewesen, mit der er in der Lage ist, Instrumente im Raum klar zu definieren - Punktstrahler-Qualitäten gewissermaßen. Man muss nicht angestrengt in die Musik hinein hören, es wird einem quasi zugetragen, an welchem Platz welche Instrumente stehen. Dabei erweist sich der Abacus-Monitor als relativ unkritisch in seiner Aufstellung. Der sweet spot ist so großzügig, dass man durchaus in einem Stereodreieck von 3 m einen Spielraum von etwa einem halben Meter hat. Das hängt natürlich auch von der Raumakustik ab. Dicht hinter dem Abacus-Monitor folgt der kleine Adam-Monitor A5 X. Auch er hat eine sehr gute Räumlichkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass dies ein Nahfeld-Monitor ist, finde ich erstaunlich, dass er auch auf einer Entfernung von 3 m eine wirklich überzeugendere räumliche Abbildung hin bekommt. Am wenigsten, dennoch immer noch ziemlich gut, bekommt dies der große Adam-Monitor A8X hin. Ich vermute, dass dies auch mit der Gehäuse-Form zusammenhängt. Denn der Hochtöner ist mit dem in der A5 X identisch. Das umgebende Gehäuse bzw. die Gehäusewand, in die der Hochtöner eingelassen ist, ist deutlich größer. Möglicherweise gibt es hier größere akustische Verwirbelungen.

6. Gesamtbetrachtung:
In der Summe aller Vorzüge wird die Musik am glaubwürdigsten und emotional packendsten vom Abacus-Monitor A-10 übertragen. Gerade bei Stimmen und Naturinstrumenten sowie in der Präzision im Bassbereich kommt hier eine Authentizität und Musikalität 'rüber, die ich bei den anderen beiden Monitoren vermisste. Der A8X bringt die Pegel mit natürlicherer Kraft rüber, als der Abacus-Monitor, der kleine A5X hingegen ist sehr impulsgenau und reicht in der räumlichen Abbildung an den Abacus-Monitor heran - aber eben nicht in der Bass-Tiefe. In der Kombination aller Parameter gibt es für mich einen klaren Gewinner: Abacus A-10.


II. Mit Acourate Raumkorrektur

Alle Lautsprecher standen wieder an der gleichen Position in einem gleichseitigen Stereodreieck mit ca. 3m Seitenlänge. Der Wandabstand beträgt auch hier jeweils 80cm von Rück- und Seitenwand.

Alle 3 Monitore wurden mit 60sec. Sweep und Dirac-Pulsen beschickt. Dabei waren alle Klangregler auf neutraler Position, beim Abacus-Monitor habe ich den Hochpass auf Anschlag bei 16 Hz stehen.

Für die Acourate-Nutzer: ich habe in den Makros folgende Werte verwendet:

Makro 1: Long Psychoacoustic; Windowing: 20/10, HF-Treatment: 22.000Hz
Makro 2: Lineare Kurve mit Subsonic-Filter (Bass-Roll-off) entsprechend der konstruktiven Grenzen der einzelnen Monitore: Abacus A-10: 16Hz, Adam A5X: 50Hz, Adam A8X: 35Hz.
Makro 3: entsprechend Makro 2
Makro 4: Windowing: 02/04 R+L identisch, Brickwall-Option deaktiviert, alle Sampleraten aktiviert.

Resultate:

1. - 3. Tonalität (Höhen, Mitten, Bass):
Erwartungsgemäß wurden die tonalen Unterschiede im Frequenzgang nahezu egalisiert. Selbst die erwähnten Unterschiede in der Abbildung von Stimmen und Naturinstrumenten, insbesondere Violinen verschwanden weitgehend. In tonaler Hinsicht haben die beiden Monitore von Adam am meisten von Acourate profitiert, hatten sie hier doch auch am meisten Schwächen. Sie klangen nun deutlich natürlicher und angenehmer. Lediglich im Tiefgang gab es die Unterschiede, die aufgrund der unterschiedlichen Zielkurven bzw. ihrer Konstruktion zu erwarten waren.

In puncto Präzision im Bassbereich behielt der Abacus-Monitor weiterhin die Nase vorne, auch wenn die beiden anderen Monitore in dieser Hinsicht ein wenig gewinnen konnten.

4. Pegel:
Hier konnte der Abacus A-10 und der kleine Adam-Monitor A5X am stärksten profitieren, die beide nun einen deutlich höheren Pegel wiedergeben konnte. Erklärung: Der sog. Room-Gain durch Raummoden wird durch Acourate in die Korrektur eingerechnet, sodass die Membran um diese Frequenzanteile entlastet wird und demnach mehr Gesamtlautstärke möglich wird. Im Modus Leisehören wurde die weiter oben beschrieben Differenz hinsichtlich der tonalen Balance zwichen den Adam-Monitore und dem Abacus Monitor geringer, aber noch wahrnehmbar.

5. Räumliche Abbildung:
Alle drei Monitore profitierten von der Behandlung durch Acourate - am meisten der große Adam-Monitor A8X, am wenigsten der Abacus A-10. Dennoch blieb ein geringer Vorsprung des Abacus-Monitors gegenüber den anderen beiden Monitoren bestehen. Insbesondere die Positionierung der Instrumente gelingt ihm am besten, während die beiden Adam-Monitore eine breitere aber dafür weniger definierte Räumlichkeit aufweisen. Das aber wie gesagt nur noch in geringen Unterschieden.

6. Gesamtbetrachtung:
Trotz Korrektur bleiben Unterschiede der einzelnen Monitore - gerade was die räumliche Abbildung und Präzision anbelangt. Der Abacus A-10 ist hier einfach sehr gut. Auch mit einem solch mächtigen Werkzeug wie Acourate ist es demnach nicht möglich, einen preiswerteren Monitor auf ein ähnlich hohes Klang-Niveau in allen Kategorien zu heben, wie es der Abacus von Haus besitzt. Die Parameter "Räumliche Abbildung" und "Präzision im Bassbereich" sind offenbar auch stark von der Konstruktion des Monitors abhängig.


III. Mit Acourate + Subwoofer

Da vor allem die beiden kleineren Monitore Abacus A-10 und Adam A5X nicht den Referenzpegel Naturlautstärke™ bei Bass intensiven Musik-Aufnahmen erreichen, interessierte mich, wie sich - vor allem diese beiden Monitore - in ein Subwoofer-System einbinden lassen und wie harmonisch sie darin klingen.

Als Subwoofer kam mein bewährter Teufel M11000 zum Einsatz, der mit seine beiden 30cm-Chassis und 800 Watt Sinus-Leistung einiges an Luft bewegen kann. Seine Abmessungen von 70cm x 65cm x 55 cm sind ebenso wuchtig wie sein Klang - vor der Vollaussteuerung sollte man den Statiker seines Vertrauens hinzuziehen. Was mir seit jeher an ihm gefällt, ist die Tatsache, dass er für einen ungeregelten Subwoofer dennoch sehr präzise spielt (auch wenn hier natürlich noch Steigerungen möglich sind...).

Den Abacus-Monitor stellte ich auf einen Cut-off von 80 Hz ein, während ich bei den beiden Adam-Monitoren den Bass-Shelving-Filter auf Maximum (-6dB) absenkte. Da dies natürlich aufgrund der Shelving-Filtercharakteristik nicht ausreichend ist, um die Monitore sauber abzukoppeln, habe ich den Pegel des Subwoofers 10dB höher eingestellt, damit er um diesen Betrag mehr Bassanteile innerhalb seines Wiedergabespektrums (18Hz bis 80Hz) übernimmt, die dann bei der Korrektur durch Acourate die Tiefmitteltöner der Monitore entsprechend stärker entlastet, was ja ohnehin Sinn der ganzen Übung sein sollte.

Alle 3 Monitore wurden zusammen mit dem mitlaufenden Subwoofern mit 60sec. Sweep und Dirac-Pulsen beschickt. Die Berechnung führte ich der Einfachheit halber als Gesamtberechnung durch, also nicht in getrennte Filter für Monitor und Subwoofer.

Für die Acourate-Nutzer: ich habe in den Makros folgende Werte verwendet:

Makro 1: Long Psychoacoustic; Windowing: 20/10, HF-Treatment: 22.000Hz
Makro 2: Lineare Kurve mit Subsonic-Filter (Bass-Roll-off):18 Hz.
Makro 3: entsprechend Makro 2
Makro 4: Windowing: 02/04 R+L identisch, Brickwall-Option deaktiviert, alle Sampleraten aktiviert.

Resultate:

1. - 3. Tonalität (Höhen, Mitten, Bass):
Von der Einbindung in einen Subwoofer konnte - fast schon erwartungsgemäß - der große Adam-Monitor A8X am wenigsten profitieren. Zwar ist damit das Bassfundament gewaltiger und auch exakter, aber da der A8X ohnehin schon solo bis ca. 40Hz hinabreicht, ist der Unterschied nicht so groß. Anders dagegen bei seinem kleineren Bruder A5X. Dieses Gespann überzeugte mich klanglich auf Anhieb. Hier blieb ich spontan eine halbe Stunde hängen und staunte, was da herauskam. Es klang als Gesamtsystem mit Abstand am besten von allen drei Kombinationen. Es klang wie aus einem Guss harmonisch perfekt. Es folgte der Abacus-Monitor, der mich in Verbindung mit dem Subwoofer nicht ganz so in seinen Bann ziehen konnte. Das hatte mich sehr überrascht, weil so nicht erwartet. Dennoch kann der Abacus-Monitor auch bei Bass intensiven Musik-Aufnahmen mit besseren Pegelreserven aufspielen. Was mir dabei aber auch auffiel: Die Präzision im Basbereich, die ich so an ihm schätze, nimmt durch die Subwoofer-Einbindung ein wenig ab. Vielleicht würde hier ein besser abgestimmtes Filter noch etwas mehr herausholen bzw. ein geregelter Subwoofer.

4. Pegel:
Erwartungsgemäß ist das für den großen Adam-Monitor A8X bis über die Schmerzgrenze kein Thema (für den der es braucht). Insgesamt aber ist das Klangbild nicht so harmonisch, weil es deutlich weniger präzise ist, wie mit den anderen beiden Monitoren. Hinischtlich des Pegels können auch der Abacus-Monitor und der kleine Adam-Monitor A5X durch die Entlastung des Tiefmitteltöners so hohe Pegel fahren, dass man locker den Referenzpegel Naturlautstärke™ erreicht, und zwar ohne den Hauch einer Verzerrung.

5. Räumliche Abbildung:
In Verbindung mit dem Subwoofer haben der kleine Adam-Monitor A5X und der Abacus A-10 kaum Unterschiede gezeigt, der A5X ist in der Bühne etwas breiter, der A-10 etwas definierter in den Positionen der Instrumente sowie eine leicht präzisere Phantom-Mitte. Der große Adam-Monitor war auch mit Subwoofer nicht so gut in der räumlichen Abbildung, der Unterschied zu den kleineren beiden Monitoren war ähnlich groß wie bei den anderen beiden Durchgängen. Wie gesagt, ich vermute, dass es mit den größeren Gehäuseflächen zu tun hat.

6. Gesamtbetrachtung:
Bei meiner Vorgehensweise, Acourate bei der Einbindung eines Subwoofers zu verwenden, bin ich mir durchaus bewusst, dass ich hier ziemlich simpel vorgegangen bin, indem ich Monitore + Subwoofer als Gesamtsystem gemessen und bereschnet habe. Wenn man eine aktive Zweiwege-Weiche mit Acourate baut, die die konstruktiven Eigenarten der einzelnen Monitore und des Subwoofers berücksichtigt, wird man möglicherweise noch bessere Ergebnisse erzielen, und möglicherweise fallen dann auch die Unterschiede geringer aus - und dies auf einem noch höheren klanglichen Niveau. Doch ich bin ganz ehrlich: Diese Tüftelei wollte ich mir ersparen. Mir ging es darum, heraus zu finden, inwieweit ein Subwoofer mit Acourate die Monitore wirklich klanglich nach vorne bringt - und das ist in unterschiedlichem Maße insgesamt überzeugend gelungen.


Fazit:

Abacus A-10: Für mich persönlich bietet der Abacus Monitor A-10 bei weitem den stimmigsten Gesamteindruck in dieser Preisklasse. Was immer die Herren Sonder in diesen DSP einprogrammiert haben, wie immer im einzelnen das Verstärkerkonzept funktioniert: Was dabei herauskommt, ist ein Faszinosum, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Tiefgang, Präzision, Räumliche Abbildung sind seine wichtigsten Ingredienzen, für ein musikalisch mitreißendes und ermüdungsfreies Hören mit diesem Monitor. Diesen Lautsprecher packt man aus, schließt ihn an, hört die ersten Minuten - und liebt ihn. Er klingt einfach lecker. Und wenn man ihn einmal hatte, gibt man ihn nicht mehr her - es sei denn, es handelte sich um ein Testpaket, wie in meinem Falle. ;)

Adam A8X: Wer ein preiswerte Lösung sucht, die aufgrund seines Basspegels einen Subwoofer entbehrlich machen kann, ist mit diesem Monitor in seiner Preisklasse bestens bedient. Allerdings: er liegt in puncto Basstiefe und Bass-Präzision deutlich hinter dem Abacus-A-10. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass wenn man den Abacus A-10 nicht im Vergleich gehört hat, man durchaus angetan sein kann, von seinen klanglichen Qualitäten. Immerhin hat er mich in seiner Preisklase beim Händler im Vergleich mit sicher 10 verschiedenen anderen Monitoren klanglich am meisten überzeugt. Wenn man aber den Abacus A-10 gehört hat, kommt man unweigerlich in die Situation, bei der man abwägen muss, wo die Präferenzen liegen: Präzision und Tiefe (A-10) oder ausreichend Pegel (A8X).

Adam A5X: Angesichts der Tatsache, dass dieser Monitor nur die Hälfte der anderen beiden kostet, ist er für mich in seiner Preisklasse ein Bestbuy. In Bezug auf Präzision und räumliche Abbildung ist er wirklich unerwartet gut. Die größte Überraschung in dem Test ist für mich die Kombination des kleinen Adam-Monitor A5X mit dem Subwoofer. Ich möchte dies allerdings nicht als eine generelle Aussage verstanden wissen, wonach der A5X prinzipiell besser als die anderen beiden Monitore an einem Subwoofer läuft. Es ist eine Aussage darüber, wie es an meiner Kette - insbesondere an meinem Teufel-Subwoofer und mit meiner Konfiguration der Acourate-Filter - klingt.

Dennoch würde ich es soweit generalisieren, dass man bei der Überlegung, einen kleinen Monitor mit einem potenten und präzisen Subwoofer zu kombinieren, den kleinen Adam-Monitor in einen Vergleichstest unbedingt einbeziehen sollte. Für unter 600,- € bekommt man hier einen Monitor, der ab 80 Hz aufwärts kräftig und vor allem präzise genug spielt, um Naturlautstärke™ verbunden mit einer wirklich beeindruckenden räumlichen Darstellung zu erreichen.

Bei mir jedenfalls wird der kleine Adam-Monitor A5X mit dem Teufel (-Subwoofer) im Bunde bleiben. Meine Passiv-Standboxen und meinen Vollverstärker werde ich in liebevolle Passiv-Hände abgeben. Damit bin ich nun (endlich und endgültig) im Lager der Aktivhörer angekommen.
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Ausblick:
Wie ich aus verlässlicher Quelle erfahren habe, laufen die Vorbereitungen für die Fertigstellung der neuen Generation der APC-Lautsprecher bei Abacus-Electronic auf Hochtouren. Bald wird es soweit sein, dass die neuen APC-Lautsprecher endlich das Stadium erreicht haben werden, wo sie einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden können. Und sollten sie mich in ihren Bann ziehen, dann könnte es ziemlich sicher sein, dass die Karten in meiner Wiedergabekette wieder neu gemischt werden. Sollten die kleinen Adam A5X den neuen APC-Lautsprechern Platz machen, dann haben sie bereits jetzt schon ein neues Einsatzgebiet: meinen Desktop-Arbeitsplatz, denn auch dafür eignen sie sich bestens wie ich schon ausprobiert habe.

Nun ist der Bericht doch länger geworden als geplant; ich hoffe aber, er ist dennoch informativ genug, um ihn ermüdungsfrei lesen zu können.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Alex8529 » 14.05.2011, 16:57

Hallo Fujak,

lang war er, aber nicht ein Wort zuviel :cheers:

Nix mit Welten, Bühne und Vorhängen, wenn nur alle Hörberichte annähernd dieses Niveau hätten ...

Danke + schönes WE

Frank
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Beitragvon Matthias » 14.05.2011, 17:34

Hallo Fujak,
Akribisch, aber nicht zu detailverliebt und stets methodisch einwandfrei ... So kenne und schätze ich Deine Berichte. Diesen finde ich besonders wertvoll, er hat mich in meiner Orientierung weiter bestätigt. Da ich die A-10 jetzt wohl nicht mehr bei Dir hören kann, muss ich mir das Testpaket wohl selbst einmal bestellen. :roll:
Viele Grüße und bis bald (Samstag auf der Highend?)

Matthias
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Beitragvon Rossi » 14.05.2011, 18:44

Wären nur alle Testbericht so wie dieser. Bild

Vielen Dank für diesen tollen Vergleich. :cheers:

LG,
Stefan
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Beitragvon wgh52 » 14.05.2011, 19:13

Hallo Fujak,

danke vielmals für die viele Arbeit, die Du mit dem sorgfältigen Vergleichstest und seiner Dokumentation geleistet hast!

So stelle ich mir Vergleichstests vor! Lang ist die Zeit her, als man solche Tests (na ja - zumindest in etwas ähnlich) in Zeitschriften lesen konnte!

Überrascht hat mich nach all den Ergebnissen dann aber doch Deine wohl Preis/Leistungs-getriebene Entscheidung für die A5X plus Teufel Sub! Toll auch, wie Du die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten hast! :cheers:

Gruß,
Winfried

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Beitragvon Fujak » 14.05.2011, 20:07

Hallo zusammen,

es freut mich zu lesen, dass mein Hörvergleich Anklang findet. Danke für die Blumen.

@Matthias: Leider hat es ja nicht mit unserem Treffen geklappt. Aber wie Du schon selbst schreibst: Bestelle Dir das Testpaket und probiere es aus. Und bezüglich unserer gegenseitigen Besuche haben wir ja schon per PN alles geklärt. :cheers:

wgh52 hat geschrieben:Überrascht hat mich nach all den Ergebnissen dann aber doch Deine wohl Preis/Leistungs-getriebene Entscheidung für die A5X plus Teufel Sub! Toll auch, wie Du die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten hast! :cheers:

Ja, die Spannung blieb auch für mich bei meinen Testreihen bis zum Schluss, bzw. endete mit dieser Überraschung. Die Entscheidung ist nicht Preis-/Leistungs-getrieben sondern orientiert sich am klanglichen Resultat von Aktiv-Monitor in Verbindung mit dem Sub. Hier hatte der kleine Adam-Monitor A5X die Nase vorn - wenn es der Abacus A-10 gewesen wäre (womit ich eigentlich fest gerechnet hatte), hätte ich den in meine Wiedergabekette "eingemeindet".

Dennoch bleibt ganz klar festzuhalten: Als "Stand-alone-Monitor" ist der Abacus A-10 in dieser Preisregion für mich das Non-plus-ultra.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Zwodoppelvier » 14.05.2011, 20:17

Hallo Fujak,
auch von meiner Wenigkeit herzlichen Dank für diesen wunderbaren Bericht, dem ich seit Deiner kurzen Anmerkung in einem anderen Strang schon mit großer Spannung entgegengesehen habe.

Über den Ausgang war ich erst etwas überrascht, aber Deine letztliche Entscheidung zu ADAM 5x plus Teufel-Sub ist nachvollziehbar, wenn man wie Du in einem größeren Raum auch im Tiefstbass Originalpegel erreichen möchte und ein Korrektursystem zur Verfügung hat, welches den Hochtonbereich zu zähmen vermag.

Die Abacus A-10 steht als kompakte und auch im Design überaus ansprechende "Plug & Play-Lösung" ganz oben auf der Liste derjenigen LS, die ich nach unserem Umbau unbedingt hören muß...
(meine Aktiv-Bastelei mit MSW + kleinem Bass im Regalgehäuse geht natürlich trotzdem weiter - mit irgendwas muß ich ja vergleichen können)

Gruß Eberhard
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Beitragvon nelix37 » 14.05.2011, 20:22

Ist schon ein amtlicher Test. Respekt!

Mittlerweile habe ich die A8x einige Monate und muß sagen die sind sehr raumkritisch. In meinem jetzigen seltsam geschnittenen Wohnzimmer(L förmig mit viel Glas und ohne Türen) verursachen die schon einiges an Bassgewalt. Mußte den Bass auf +6dB setzen und einen dicken Teppich verlegen um es einigermaßen in den Griff zu bekommen. Hab mal eine Messung gemacht, hab eine fürchterliche Mode bei ca 75Hz und ein beschissene Nachhallzeit. Hab es schon mit Raumkorrektur versucht, ist besser aber noch nicht perfekt. Werde wohl der Sache Aktiv mit mehreren Subwoofern entgegentreten. So hab ich mein vorheriges Wohnzimmer auch in Griff bekommen. Im nachhinein hätte vermutlich auch eine A7x gereicht. Aber was ich sagen muß, ich hab noch keine Kalotte gehört die mit den ART hinsichtlich Stimmenwiedergabe mithalten können, zumindest nach meinem Hörempfinden.

Aber was die Teile bei hoher Lautstärke veranstalten ist schon bemerkenswert. Hab letzte Woche eine Party mit den Teilen beschalt. Anstandslos über 5 Stunden Diskopegel in einem 40 Quadratmeterraum. Was jedem aufgefallen ist das bei hoher Lautstärke die Musik immer noch verzerrungsfrei wiedergegeben wurde. Waren die Sicken vorher noch nicht eingelaufen, jetzt sind sie es.
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Beitragvon lessingapo » 14.05.2011, 20:43

Hallo Fujak!

Wieder sehr prägnanter Test,danke.Bin schon gespannt,wie sich dann die neuen Abacus Woofer(mit ihrer
konstruktionsimmanenten Regelung und gegenseitig zügelnden zwei Treibern)mit den A-10 verstehen,ich
hoffe,Du wirst dann nicht nur mit den APC,sondern auch mit Deinen neuen Favoriten den Quercheck zum
Teufel SW machen,noch besser:vielleicht leiht Dir ja zusätzlich noch jemand einen anderen geregelten SW...

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon kingickongic » 14.05.2011, 20:53

Hi Fujak,

deine Testberichte sind wirklich überragend. Gratulation. :cheers:
Freue mich jetzt schon auf die nächste Folge.

Grüsse Romeo
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Beitragvon Franz » 14.05.2011, 22:02

Fujak,

danke für diesen ausgezeichneten Testbeicht dreier aktiver Lautsprecher. Du hast eine besondere Gabe, Technik und Höreindruck zu einem für den Leser nachvollziehbaren Gesamteindruck zu verschmelzen. :cheers:

Für mich etwas überraschend dein Fazit mit dem Einbinden des passiven Subwoofers. Mit passiven Subwoofern hatte ich bisher immer meine Schwierigkeiten, das wirklich als stimmig im Gesamtkonzept zu hören. Aber hier scheint acourate ganze Arbeit geleistet zu haben. Und wie dein Bericht auch zeigt, ist es selbst mit preiswerten Aktivlösungen möglich, auf ein sehr hohes Gesamtniveau zu kommen. Das wird hoffentlich die Hemmschwelle zum Einstieg in die Welt der Aktiven für manche, die mit dem Gedanken spielen, Aktiver werden zu wollen, senken.

Gruß
Franz
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Beitragvon kingickongic » 14.05.2011, 23:03

Hi Franz,

Franz hat geschrieben:Für mich etwas überraschend dein Fazit mit dem Einbinden des passiven Subwoofers.

Da hast du etwas missverstanden, der Teufel SW ist auch aktiv. Die Lautsprecher waren passiv.

Grüße Romeo
:cheers:
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Beitragvon Franz » 14.05.2011, 23:33

Stimmt, das kommt davon, wenn man nicht richtig liest. :cheers:

Gruß
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Beitragvon Fujak » 15.05.2011, 07:46

Hallo Wolfgang,

lessingapo hat geschrieben:Bin schon gespannt, wie sich dann die neuen Abacus Woofer(mit ihrer
konstruktionsimmanenten Regelung und gegenseitig zügelnden zwei Treibern)mit den A-10 verstehen,ich
hoffe,Du wirst dann nicht nur mit den APC,sondern auch mit Deinen neuen Favoriten den Quercheck zum
Teufel SW machen,noch besser:vielleicht leiht Dir ja zusätzlich noch jemand einen anderen geregelten SW...

Meine weiteren Vorhaben gehen tatsächlich in solcherlei Richtungen. Der Bassbereich ist m.E. technisch als auch in Bezug auf den Hörraum der anspruchsvollste Frequenzbereich. Es gibt zum Teufel-Sub sicher einige Alternativen, die noch präziser arbeiten. Ich denke dabei an die neuen APC-Subwoofer und an die geregelten Subs der DD+-Serie von Velodyne, von der ich bislang nur beste Hörberichte gelesen habe. Ulli (modmix) hat so einen bei sich in der Kette und ist als Orgel-Fan sehr zufrieden mit ihm. Aber auch B&M, Geithain, Martin Logan haben interessante Modelle.

Und wer weiß: vielleicht wird auch das neue Modell der APC-Lautsprecher als Stand-alone-Lösung eine attraktive Alternative. Herr Sonder äußerte sich dahin gehend, dass der neue APC-Lautsprecher gegenüber der A-Box-Reihe (natürlich neben mehr Pegel) noch direkter und präziser sei.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Fujak » 15.05.2011, 07:57

Hallo Franz,
Franz hat geschrieben:danke für diesen ausgezeichneten Testbericht dreier aktiver Lautsprecher. Du hast eine besondere Gabe, Technik und Höreindruck zu einem für den Leser nachvollziehbaren Gesamteindruck zu verschmelzen. :cheers:

danke für die Blumen. Mir macht es Spaß, solche Tests zu machen und zu dokumentieren.

Franz hat geschrieben:Und wie dein Bericht auch zeigt, ist es selbst mit preiswerten Aktivlösungen möglich, auf ein sehr hohes Gesamtniveau zu kommen. Das wird hoffentlich die Hemmschwelle zum Einstieg in die Welt der Aktiven für manche, die mit dem Gedanken spielen, Aktiver werden zu wollen, senken.

Das ist für mich eines der Aspekte, die mich an solchen Tests besonders interessieren: mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand durch gezielte Auswahl und Kombination von Einzelkomponenten zu einem überdurchschnittlich guten Gesamtergebnis zu kommen.

Nach diesem Test gelange ich zu der Auffassung, dass es keinen Grund mehr gibt, einer aktiven Lösung aus dem Weg zu gehen. Da ich mich lange (genug) im passiven Lager ausgetobt habe, kann ich nur sagen: Mit einer passiven Lösung gleicher Qualität kann man nur viel Geld verlieren...

Grüße
Fujak
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