Lohnt aktiv geregelt nur für gute Aufnahmen?

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon Shefffield » 05.01.2011, 14:38

Moin, Torben.

powerohr hat geschrieben:Ich lese aber aus den meisten Beiträgen heraus, dass Spitzenlautsprecher, wie auch von Thomas geschrieben, mit guten Aufnahmen einfach den Horizont erweitern, bei schlechten Aufnahme zwar immer noch gut und natürlich besser als passive LS sind, aber eben auch nichts hinzuzaubern können.


Hinzuzaubern nicht - aber noch so Manches 'rausoperieren. Mir fällt beim Hören über ein selbst gebautes, mittels Acourate/BruteFIR digtal entzerrtes System (Zoé, an anderer Stelle hier im Forum besprochen) auf, dass ich auch in einem wüstem Metall-Brett auf einmal verfolgen kann, was der Basser spielt (da ich selbst wieder damit anfange, habe ich da besonders ein Ohr drauf). Ich habe einige Aufnahmen, bei denen ich das über verschiedenste Passive und auch (minimalphasig gefilterte) Aktive nicht 'rausarbeiten konnte, jetzt habe ich die Auflösung auf einmal.

Selbstverständlich werden auch die diversen Fehler dieser Aufnahmen jetzt noch mehr auf dem Silbertablett gereicht, aber damit kann ich persönlich besser leben als mit der Matsche, die ich vorher hatte.

Mein persönliches Fazit ist also: Lohnt! Auch für schlechte Aufnahmen.

Ist aber natürlich, wie so Vieles im Leben, vollständig von individuellen Vorlieben abhängig...

Grüße,
Axel
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Beitragvon Franz » 05.01.2011, 14:49

Hallo Axel,

Shefffield hat geschrieben:Selbstverständlich werden auch die diversen Fehler dieser Aufnahmen jetzt noch mehr auf dem Silbertablett gereicht, aber damit kann ich persönlich besser leben als mit der Matsche, die ich vorher hatte.

So ist es. Du hörst den Tonträgerinhalt und wie er gestaltet wurde. Das muß man so mögen und auch wollen. Wer etwas anderes will, der muß eben mit anderen Lautsprechern abhören. Geregelte Aktive in Verbindung mit acourate bietet mir ein Musikerlebnis in den eigenen 4 Wänden, das ich bis dato so noch nicht erleben konnte. Du kannst regelrecht in die Aufnahmegestaltung hineinhören. Ich finde das faszinierend. Und wenn man dann seine Tonträger sorgfältig aussucht, wird man belohnt. Aber wie gesagt, man muß das explizit so auch wollen. Wenn ich bei anderen auf deren Anlagen meine Tonträger anhöre, weiß ich, was mir dabei abgeht. Die Ablösung des Klangbildes von den Lautsprechern selbst ist dabei der für mich wichtigste Aspekt dabei.

Gruß
Franz
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Beitragvon Alex8529 » 05.01.2011, 16:25

Tach Zusammen,
Tach Torben,

tja wie Du siehst, ist es schon ein wahres Desaster, wenn man zu (zum Teil schweineteuren) Aktiv-LS noch diverse Klangmanipulatoren und mit Liebe zum Detail ausgesuchte Tonträger braucht, um zu einem einigermaßen anständigen Hörgenuss zu gelangen..... :shock:

Ein Trauerspiel, wohl wahr, (und das allein schon ohne Erwähnung noch zusätzlich notwendiger Stromreiniger, Netzleisten, Anschlußkabel, pi pa po, etc.....) :wink:

Schönen Tag noch

Frank
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Beitragvon powerohr » 05.01.2011, 17:50

Hallo,

kurz zu Kai
aston456 hat geschrieben:Ich dachte, Du seist noch ein Passivo (brrrrr.....), aber es scheint ja, Du bist schon auf der sonnigen Seite der Lautsprechertechnik angekommen.


Also von Brühwürfeln habe ich mich schon verabschiedet. Darum bin ja hier im Forum gelandet. Ich habe eigentlich das gleiche System wie Udo, der im Vorstellungsthread sein System darstellt. Also DIY Visaton Concorde Vollaktiv CB mit 3 Hifi-Akademie ClassD Endstufen an einem RME Fireface400 am Akku. Musik als Flac kommt direkt von einem optimierten Rechner mit CMP2 und mit Acourate erstellten Weichen. Selbstverständlich ist die Anlage auf den Hörplatz eingemessen. Entsprechend hört sich das schon einmal an.
Das ganze System kostet dabei nicht mehr als der Lack bei Silbersand :wink:
Den Unterschied macht dazu eigentlich nur noch eine aktive Regelung. Alles andere kann man irgendwie einstellen. Will man aber diese Regelung haben, wird es teuer. Nur eben diese Regelung scheint es zu sein, die bei den guten Aufnahmen diese Trockenheit und Räumlichkeit erzeugt. Wenn ich aber jetzt nur mittelmäßige Aufnahmen habe, womit wir wieder beim Thema wären, machen die geregelten Lautsprecher vielleicht wenig Sinn.
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Beitragvon Christian Kramer » 05.01.2011, 18:31

Alex8529 hat geschrieben:Tach Zusammen,
Tach Torben,

tja wie Du siehst, ist es schon ein wahres Desaster, wenn man zu (zum Teil schweineteuren) Aktiv-LS noch diverse Klangmanipulatoren und mit Liebe zum Detail ausgesuchte Tonträger braucht, um zu einem einigermaßen anständigen Hörgenuss zu gelangen..... :shock:

Ein Trauerspiel, wohl wahr, (und das allein schon ohne Erwähnung noch zusätzlich notwendiger Stromreiniger, Netzleisten, Anschlußkabel, pi pa po, etc.....) :wink:

Schönen Tag noch

Frank


schaut mal hier rein. :wink:

Grüße Christian
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Beitragvon Alex8529 » 05.01.2011, 18:50

Christian Kramer hat geschrieben:schaut mal hier rein. :wink:


Hallo Christian,

vielen Dank, also geht es doch auch ohne all dem Brimborium, mit dem guten Klang.

Beste Grüße

Frank
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Beitragvon Rossi » 05.01.2011, 20:19

powerohr hat geschrieben:Etwas hart formuliert, würde ich für mich behaupten, dass sich der Musikgeschmak dann dem Lautsprecher anpassen muss, weil scheinbar insbesondere Rockmusik, aber auch weniger aktuelle Jazzaufnahmen mehr aufs Küchenradio als auf 40k € LS abgestimmt sind. Wenn ich bei meiner Musik bleibe, geht's auch kostengünstiger, weil die Aufnahmen prinzipiell nicht mehr zulassen.

Können diejenigen Forumsteilnehmer, die vielleicht solche Lautsprecher besitzen, meinen Eindruck teilen?


Hallo Torben,

ich würde mal so sagen:

1) Bin ich Aktivhörer?
Dies sollte jeder für sich zu Beginn entscheiden, der eine bevorzugt vielleicht passiv, der andere aktiv. Bei mir ging vor über 25 Jahren der Schritt in Richtung Aktivlautsprecher, weil mir damals wie heute das Klangbild viel mehr zusagte. Ich möchte keine anderen Lautsprecher mehr. Diese Direktheit, Präzision, Livehaftigkeit, Genauigkeit etc. konnte/kann mir kein Passivlautsprecher bieten, zumindest dann, wenn man im gleichen Preisbereich bleibt. Ich bin der Überzeugung, daß es auch annähernd perfekte Passivsysteme gibt, die es mit unseren aktiven Lautsprechern aufnehmen können, ich bin aber auch der Überzeugung, daß dies nur zu einem höheren Preis möglich ist.
Wie es aussieht, hast Du Dich ja bereits für aktiv entschieden. Wie Kai war ich nämlich auch erst der Meinung, daß Du dem passiven Lager zuzuordnen bist. Aber damit ist Punkt eins für Dich bereits mit ja beantwortet.

2) Wie hoch ist mein Budget?
Beziehungsweise welche Summe bin ich bereit, in Lautsprecher zu investieren? Dies sollte der natürliche limitierende Faktor sein.
Wobei man unterscheiden kann:
Reicht es maximal nur für den Lautsprecher A zum Preis X und daher kaufe ich Lautsprecher A?
Oder reicht es theoretisch auch für den Lautsprecher B zum Preis Y, wobei Y größer X, allerdings bin ich dennoch nur bereit, maximal den Preis X auszugeben und daher kaufe ich Lautsprecher A?
Dies muß wiederum jeder für sich selbst entscheiden, so verstrahlt wie die meisten hier sind, dürfte die erste Variante die häufigere sein.

3) Wie klingen welche Aufnahmen?
Sicher wäre es wünschenswert, wenn wir nur aus guten Aufnahmen wählen könnten. Dem ist aber leider nicht so. Ich sehe dies aber eher pragmatisch. Das Wichtigste ist mir die Musik, diese muß mir gefallen. Wenn dann noch eine gute Aufnahme hinzukommt, umso besser. Ich würde nie eine CD nur wegen der Aufnahmequalität kaufen, ausgenommen allenfalls sogenannte Test-CDs, die das Machbare darstellen wollen.
Ich genieße jede Musik, die bei mir spielt, schließlich gefällt sie mir, deswegen habe ich sie mir ja auch gekauft. Und ich freue mich über jede gute Aufnahme, weil ich dann die von mir gewählte Musik noch mehr und noch intensiver genießen kann.
Abschließend möchte ich noch anmerken, daß ich übrigens nicht den Eindruck habe, daß "weniger gute" Aufnahmen auf hochwertigen Aktivlautsprechern enttäuschender klingen als anderswo und man das Potenzial von hochwertigen Aktivlautsprechern mit solchen Aufnahmen nicht nutzen kann. Im Gegenteil, ich habe den völllig subjektiven Eindruck, daß alles, was ich auf meinen Lautsprechern höre, besser klingt. Dies hat aber auch eine Menge mit Punkt eins zu tun, da mir das Klangbild aktiver Lautsprecher generell so gut gefällt. Mag auch sein, daß es da draußen passive Boxen geben mag, die mir bei "weniger guten" Aufnahmen ein schöngefärbtes und daher ìm ersten Augenblick genauso oder sogar noch ansprechenderes Klangbild bieten können.
Aber ich bin zufrieden, so wie es bei mir klingt, warum sollte ich mir dann Gedanken machen?
(Der letzte Satz bezog sich allein auf die Lautsprecher, Optimierungsmöglichkeiten sehe ich bei mir nach wie vor beim Thema Raum und Datenverarbeitung, nur um Mißverständnissen vorzubeugen.)

Stefan
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Beitragvon Udor » 05.01.2011, 21:10

Hallo Torben

Auch wenn ich dir jetzt keine Kaufempfehlung zu einem geregelten LS kann möchte ich noch mal einen Einwand bringen. Du schreibst:

Nur eben diese Regelung scheint es zu sein, die bei den guten Aufnahmen diese Trockenheit und Räumlichkeit erzeugt. Wenn ich aber jetzt nur mittelmäßige Aufnahmen habe, womit wir wieder beim Thema wären, machen die geregelten Lautsprecher vielleicht wenig Sinn.


Hast du dir schon mal gedanken über die Raumakustik gemacht ? Auch eine SIlbersand oder B&M wird in einem "schlechten" Raum nicht zur höchstleistung aufspielen. An schlechter Raumakustik ändert auch ein geregelter LS nichts. Acourate nutzt du ja schon was ja schon einiges bringt aber auch da gibt es grenzen.

Ich glaube das nur ein probehören in deinen eigenen 4 Wänden hier klarheit geben kann.

Du kannst auch, da du ja praktisch über das selbe setup verfügts wie ich, bei mir mal probehören. Glücklicherweise kann ich mich in meinem Hörraum austoben und hab den soweit es geht akustisch optimiert. Dann weist du in wie weit raumakustische Maßnahmen noch etwas bringen.

Gruß Udo
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Beitragvon powerohr » 05.01.2011, 22:36

Hi Udo,

ich hatte dir ja schon in Haan erzählt, dass mein jetziger Raum nicht besonders ist. Das ist mir auch schon klar. Fahr aber mal bei Gelegenheit nach Bonn zu Krings. Zwar sind die ganz großen Aktive dort richtig eingemessen und gut aufgestellt, aber er hat da auch noch jedemenge älterer B&M so herumstehen. Interessant ist dabei, dass die 701 oder 901 teilweise so spielen, als ob da Musiker im Raum stehen oder eher ich im Raum der Musiker. Sowas wie einen Sweetspot gibt es da nicht. Das kann ich von unserer Concorde nicht behaupten und bei der noch teureren B&M50 klappte dies nebenbeibemerkt auch nicht. Die Musik löst sich bei den Vollgeregelten derart, dass man absolut nicht merkt, aus welcher Box die Musik kommt. Ist ist mir bis dahin noch nie so aufgefallen. Durch die Regelung wird irgendwie erreicht, dass negative Einflüsse auch Chassis und Gehäuse kompensiert werden. Das Gehäuse ist gehörmäßig weg.
Im Übrigen geht es ja auch nicht um eine Kaufberatung. 45000 gebe ich lieber für andere Dinge aus, aber vergleichen kann man ja.

Wenn die Wetterlage mal etwas besser ist, komme ich aber auf einen Kaffee bei dir vorbei.

Beste Grüße
Torben
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Beitragvon nelix37 » 21.03.2011, 23:19

Nun muß ich auch mal meinen Senf dazugeben. Nachdem ich von meinem relativ guten Passivkrempel auf zugegeben billig Aktivkrempel(Adam A8x)umgestiegen bin, hat sich mein Musikgeschmack eigentlich vollständig geändert. Man fängt automatisch an genauer hinzuhören. Vieles was vorher gut geklungen hat, hört sich fürchterlich an. Wenn ich an Duffys letzte CD denke, grausam abgemischt. Andererseits höre ich gerade Danielle de Niese: Händel Arias, was für eine Wohltat. Vorher war es eher umgekehrt. Wo ich uneingeschränkt beipflichten kann ist, das man im aktiven Sektor(mal abgesehen von "aktiven Hifilautsprechern" ) durchweg mehr für sein Geld bekommt. Meine aktiven Lautsprecher haben das gleiche wie meine passiven gekostet. Was die Qualität angeht liegen sie mehrere Klassen darüber. Vor allem Stimmen klingen jetzt endlich natürlich und authentisch. Was die nicht Ortbarkeit angeht fehlte die mir bei meinen Adam erst auch. Ich glaub garnicht das das nur mit den aktivgeregelten Lautsprechern zusammenhängt, sondern vor allem mit der Raumakustik zusammenhängt. Bei mir kam die Räumlichkeit einfach zurück durch eine ander Positionierung der Lautsprecher. Einen halben Meter mehr in den Raum gerückt und schon war es wie früher, auch ohne zwei Mordssubwoofer.
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