RCM Dipolith

Diskussion über aktive Schallwandler

RCM Dipolith

Beitragvon beltane » 01.02.2019, 05:24

Hallo zusammen,

die RCM Technology GmbH - ein Handelsunternehmen und auch Hersteller von Lautsprechern und Subwoofern aus Paderborn - hat den Lautsprecher Dipoloth vorgestellt.

Dieser ist als Dipol mit einer offenen Schallwand ausgestattet und verfügt, sofern ich die Bilder richtig interpretiere, über 2 Tieftöner und jeweils einen Mittel-, Hoch- sowie Superhochtöner. Die Ekektronik besteht aus aktiven Frequenzweichen und Class D Verstärkern. Ergänzend wird auch ein passender Subwoofer angeboten.

Vermutlich handelt es sich um digitale Frequenzweichen, denn die Systeme sind einmessbar, können wireless angesteuert und optional mit einer Streamingfunktion ausgestattet werden.

https://www.dipolith.audio/dipolith/

https://www.lite-magazin.de/2018/12/rcm ... ment-wird/

https://www.fidelity-magazin.de/2019/01 ... nstrahler/

http://audiovision.de/rcm-technology-pr ... nstrahler/

Leider finden sich auf der Website des Herstellers keine genauen technischen Daten. Der Preis liegt bei knapp unter 9750,00 € für das Lautsprecherpaar.

Durchsucht man das Internet, findet man die Firma RCM im zeitlichen Ablauf unter verschiedenen Namensvariationen, z.B.:

http://lautsprechershop.de/pdf/alcone/RCM%20akustik.htm
https://www.moneyhouse.de/Ralph-Mantel-Paderborn

Viele Grüße

Frank
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beltane
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Beitragvon Daihedz » 01.02.2019, 12:15

Hallo Frank

Ich finde jede Neuentwicklung im Dipolbereich potenziell interessant, welche sich optisch vom bisherigen etwas unterscheidet, und das ist bei den Dioplithen sicherlich der Fall. Das Design macht für mich etwas auf PopArt. Und wennschon gross, was bei Dipolen generell bald mal der Fall sein muss, dann bitte richtig und sichtbar gross. Das ist beim Dipolith auf ganz eigene Art gelungen. Sehr schön.

Wo Lob gesprochen wird, darf sicherlich auch in einem kurzen Nachsatz noch etwas (akustisch-sachlich bezogene) Kritik nachgeschoben werden:

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Ein Hochtöner gehört bündig in die Schallwand eingebaut, sonst gibt es frühe Reflexionen. Und falls denn Tiefenstufen unumgänglich sind, dann sollten diese mittels eines sanften Übergangs à la Waveguide überwunden werden. Überhaupt sollten Stufen auf der Baffle vermieden werden. Aber dann geht das Design flöten. Dann scheint mir der HT etwas weit weg vom MT montiert worden zu sein, möglicherweise auch wieder dem Design zuliebe. Hier wird etwas in Bezug auf die Homogenität der vertikalen Polare verschenkt. Und zuletzt der HT-Schreck überhaupt: Ist das wirklich?! wirklich ein Vifa 25XT, welcher verbaut wurde? In einem 5K-Euro-Lautsprecher? Diesen 20-Euro-Vifa habe ich einst als einer der in Bezug auf Verzerrungen schlechtesten HT ausgemessen, welcher mir je untergekommen ist ...

Dass selbst ein technisch nicht ganz lupenreiner Dipol das zugefütterte Audiomaterial spektakulär gut wiedergeben kann, und es der Dipolith aufgrund seiner Grösse, welche eine +- korrekte Basswiedergabe erlauben sollte, es mühelos auch tun kann, sei unbestritten. Aber er hätte es sicherlich noch besser können, wenn in den Konstruktionskriterien Akustik vor Design gestanden hätte. Und dass auch Audio-Redaktoren ins (funktionale) Schwärmen geraten können, kann ich bei einem solchen Konstrukt gut nachvollziehen. Dennoch - ich wünschte mir ausser dem exaltierten Attributsgeschwurbel auf den Links, und vom Hersteller erst recht zwingend infomässig etwas mehr Fleisch am Knochen. Insbesondere würden mich u.a. die XO-Frequenzen und auch die Frage interessieren, ob es sich um einen Volldipol mit auch nach hinten homogen abstahlender Charakteristik handelt. D.h. ob auch rückwärtig ein MT- und HT strahlt. So wie es bei dem verlangten Preis eigentlich zu erwarten wäre. Ansonsten könnte dieser potenzielle Mangel gleich auch als Verbesserungsoption auf der ToDo-Liste für den MKII stehen.

Ich bin ein Freund von form follows function, und das ist bei diesem Dipol nicht, resp. nur sehr unvollständig gegeben. Aber einzigartig und auf seine Weise schick sieht er dennoch aus, der Dipolith, und er wird sicher auch seine entzückte Kund- und Hörerschaft finden.

Optimierungszugeneigte Grüsse
Simon
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Beitragvon KSTR » 01.02.2019, 12:52

Eher Murks das Ding würde ich sagen. Also zumindest was die Dipol-Eigenschaften angeht... nur im Bass vorhanden, schon ab mittleren Frequenzen ist es aus damit, mit DER Schallwand samt den Seitenteilen nach hinten. Und der Einbau des (vmtl. singulären) Hochtöners zeigt, dass da wohl eher Industriedesigner am Werk waren als echte Akustik-Enwickler, ein solcher hätte so einen Tunnelresonator-Mist niemals zugelassen. Und eine asymmetrische Schallwand auch nicht....
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Beitragvon phase_accurate » 01.02.2019, 14:06

KSTR hat geschrieben:Und eine asymmetrische Schallwand auch nicht....

Asymmetrische Schallwände sind bei Dipolen, zumindest im Bassbereich, nicht per se schlecht.

Gruss

Charles
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Beitragvon beltane » 01.02.2019, 14:19

Hallo zusammen,

den Kritiken hinsichtlich Geschwurbel und fehlenden technischen Beschreibungen sowie Daten kann ich mich nur anschliessen. Insbesondere vom Hersteller würde ich hier aussagefähigere Angaben erwarten. Die Vielzahl an Links von Hifi Journalen habe ich nur als Quellenangaben aufgenommen, da Preis, Art der Endstufen etc. jeweils nicht in jeder dieser Veröffentlichungen aufgeführt worden sind. Ansonsten hätte ich sie weggelassen.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Daihedz » 01.02.2019, 15:43

Hallo in die Runde der steinharten Kritiker

phase_accurate hat geschrieben:... Asymmetrische Schallwände sind bei Dipolen, zumindest im Bassbereich, nicht per se schlecht.

Und ausgerechnet die Bässe, welche die Gehäusebreite vorgeben, sind zwangsläufig symmetrisch angeordnet. Da konnte allerdings designmässig vom physikalischen Aufbau her auch nicht viel verpfuscht werden.

Ich bin im Übrigen überzeugt davon, dass der Hersteller sehr genau weiss, warum er die Polaren seines Konstrukts nicht publiziert - horizontale Constant Directivity ist nebst anderen mitwirkenden Faktoren ausschliesslich durch symmetrische Geometrien erzielbar. Das wäre an sich ein grundlegendes, physikalisches Gesetz. Aber das muss man erst wissen; für mich als zunächst ignorant-begeisterten Selbstbau-Dipolisten z.B. war es eine sich erst langsam zunehmend verdichtende Erkenntis, welche ich mir auf naiv-experimentierende Weise iterativ ersägen musste...

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Aber ich hatte auch nie den Anspruch, sowas je verkaufen zu wollen. Und später eigentlich auch sowas nicht:

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Immerhin: Wenn schon nicht unbedingt ein Hinhörer für ein geschultes Auditorium, ein Hingucker, ein Objekt für die dezent-aufgeschlossene Wohnumgebung ist ein Dipolit allemal ganz sicher. So wie z.B. dasdahier es auch wäre:

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Fehlzündige Grüsse
Simon
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Beitragvon Hornguru » 01.02.2019, 18:03

Man muss aber zugeben: Das Auge hört mit. Und die Dinger sehen wirklich SEHR lecker aus! Respekt! Ein wirklich großer Wurf in Sachen Optik. Und potentiell besser als mancher B&O...

Klar viel geschwurbel. Und gut Geld hat er bezahlt alle Magazine zum Copy Paste seiner hauseigenen Pressemittelung zu Überreden, die praktisch Inhaltsfrei ist.

Trotzdem. Inspirierend der Look! Sollte man übernehmen.
Als DIYler bin ich solchen Erschaffern immer dankbar für Anregungen.

Grüßle
Josh
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