Andree (Backes & Müller BM Prime 8)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Buschel » 11.03.2015, 07:41

Hallo zusammen,

mal etwas ganz anderes, über das ich gerade gestolpert bin: Meine Prime 8 werden berühmt. :mrgreen:

Meine, Produktfoto 1, Produktfoto 2

(Man vergleiche die Maserung)

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 03.05.2015, 14:37

Hallo zusammen,

kaum nimmt man sich mal wieder ein wenig Zeit, geht es vorwärts. ;)

Mein Convolver-NUC -- leider ohne nennenswerte Besserung des PSU whining -- ist seit einigen Tagen wieder in Betrieb. Das Hören ist jetzt mit Reduktion der Überhöhung durch Moden wieder so wie ich es gewohnt war: trockener und harter Bass.

Bis heute Vormittag war die Bedienerfreundlichkeit des Convolvers allerdings noch sehr rückständig. Für jedes Filter hatte ich eine eigene conf-Datei, so dass ich beim Wechsel auf ein anderes Filter (z.B. für Heimkinobetrieb) immer in die Kommandoshell gehen und den TV auf den NUC-HDMI umschalten musste. Außerdem konnte ich bisher die NUC-internen Quellen nicht als Eingang für brutefir setzen. :cry:

Um die internen Quellen in brutefir zu bekommen, habe ich snd-aloop installiert und konfiguriert. Die für mich wesentliche NUC-interne Quelle ist kodi, das ich für das Anschauen von Trailern und einige gerippte mp3/mpc für Nebenbeihören benutze. kodi lässt sich so starten, dass es alsa statt PulseAudio verwendet, wonach das Loopback-device für die Audioausgabe auswählbar wird.

$ AE_SINK=ALSA kodi


Damit kann brutefir das Audiosignal von kodi endlich am anderen Ende der loop abgreifen, und die Raumkorrektur wird auch auf dieses Signal angewendet.

*snip*
device: "alsa" { device: "hw:Loopback,1"; ignore_xrun: true;};
*snip*


Die nächste Verbesserung betrifft die conf-Datei für brutefir. Alle von mir benutzen Filter-Varianten sind jetzt in einer einzigen conf-Datei definiert und können per command line interface zur Laufzeit umgeschaltet werden. Die Konfiguration beinhält jetzt alle inputs, alle output, alle FIR-Filterkoeffizienten und die entsprechenden Filter-Vorgänge. Der Einfachheit halber addiere ich vor der Filterung immer die Eingangssignale vom usb-interface und der alsa-loop. Das ist zwar nicht ganz sauber, aber da ich immer nur eine der Signalquellen zur Zeit nutze, kann es nicht zu Übersteuerungen kommen. Den ungefilterten Kopfhörerausgang des usb-audiointerfaces benutze ich nur selten, um den Sound vom Kopfhörer (der ja keine Raummoden anregt) mit dem Sound über Lautsprecher am Hörplatz zu vergleichen. Die Verzögerung wird dabei so gewählt, dass Lautsprecher und Kopfhörer synchron laufen.

# Layout pro Kanal:
#
# usb in  >>---\       /---(convolve)-->> usb out main
#               \     /        |
#               (+)---    coefficients
#               /     \
# loop in >>---/       \----(delay)---->> usb out headphone
#                              |
#                            blocks


# input  0,1: usb audio in L/R
# input  2,3: alsa loop L/R
# output 0,1: usb out main L/R
# output 2,3: usb out headphones L/R
# coef   0,1: music excess phase L/R
# coef   2,3: music minphase L/R
# coef   4,5: movie minphase L/R
# filter 0,1: convolve input with selected coef and write to usb out main
# filter 2,3: delay input as specified and write to usb out headphones
# filter 4,5: add usb audio + alsa loop L/R


Als letztes habe ich mir noch einige kleine shell Skripte geschrieben, die ich per Tastenkombination über die Funktastatur aufrufen kann (unten ein Bespiel für das default-Filter). Damit lassen sich jetzt die unterschiedlichen FIR-Filter per Tastendruck umschalten.

#!/bin/sh
echo "cfc 0 0; cfc 1 1; cfd 2 64; cfd 3 64; quit" | nc localhost 3000


Damit bin ich meinem Ziel, brutefir per lernfähiger IR-Fernbedienung zu steuern, wieder ein großen Schritt näher gekommen. Mal schauen, wann ich mir für den nächsten Schritt Zeit nehme ...
:cheers:

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 06.05.2015, 07:16

Guten Morgen,

irgendwie läuft die neue Konfiguration nicht stabil. Sowohl bei 48 kHz als auch bei 96 kHz Samplingfrequenz bricht brutefir sporadisch mit buffer overflow oder underflow ab -- trotz "ignore_xrun: true;" für alle alsa I/Os. Ich habe den Eindruck, dass die Filter stabil laufen , wenn ich alsa-loop als Input aus der brutefir-Konfiguration entferne. Hat jemand schon mal ein solches Problem gehabt?

Ich beobachte das mal weiter ... :roll:

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Nova Auralis » 06.05.2015, 19:44

Hallo Andree,

bei mir zeigt BruteFIR gleiches Verhalten, ich hoffe also es findet sich eine baldige Lösung diesbezüglich. :? Ich drücke uns beiden die Daumen... :cheers:

Beste Grüße,
Jannis
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Beitragvon Buschel » 15.05.2015, 10:06

Hallo zusammen,

am gestrigen Vatertag hat Vati sich mal wieder Zeit zum Durchmessen genommen. Dies war das erste Mal, dass ich die gesamte AD/DA-Kette so gemessen habe wie sie auch in Betrieb ist. D.h. anstatt die Testsignale direkt in die Fireface UCX einzuspeisen, habe ich den Weg über einen freien Eingang am Vorverstärker gewählt. Ziel für mich war es, gebrauchte -- für mich neue -- Bassabsorber (4 Stück t.akustik SA-2 RAS, Bild) aufzustellen und deren Wirkung zu ermitteln. Im Bass und den unteren Mitten ist die Nachhallzeit in meinem Wohnzimmer nämlich suboptimal. Außerdem wollte ich die Lautsprecher neu einmessen, darauf basierend aktualisierte Filter erstellen und per Messung verifizieren.

Erste Überraschung: Das Signal kommt verpolt aus der Kette heraus. Naja, die Polarität in brutefir fix geändert und weiter ging es. 8)

Bei den Messungen hat sich wieder mal gezeigt, dass die Position der Helmholtzresonatoren extreme Auswirkungen hat. Ein Verschieben um 10 cm macht einen Unterschied von bis zu 10 dB bei deren Wirkung aus. In der Wohnrealität nach einem solchen von Messungen geprägten Tag denke ich da aber nicht mehr drüber nach. Jetzt stehen die Teile erstmal wieder so wie sie sollen. :)

Beim Einmessen der Lautsprecher dann die nächste Überraschung. Ich habe Messungen des Klirrs bei etwa 70 dBC und 80 dBC am Hörplatz gemacht, in 1 m Entfernung zum Lautsprecher sind das jeweils etwa 6-7 dB mehr. Im Vergleich beider Messungen sieht man, dass selbst bei 80 dBC noch weite Teile des Klirrverlaufs vom Grundrauschen der Messung dominiert sind. Der k3 liegt oberhalb von 30 Hz bei weniger als -50 dBr, und über weite Bereiche um -60 dBr. Allerdings klirrt der rechte Lautsprecher bei der Messungm mit höherem Pegel deutlich hörbar bei 305-310 Hz. Grund dafür sind offenbar mechanische Resonanzen -- u.a. schnarrt der Kühlkörper deutlich und lässt sich per Aufpressen der Hand weitestgehend ruhig stellen. Warum das beim linken Lautsprecher nicht so deutlich auftritt, erschließt sich mir nicht. Die Lautsprecher werden ja vor allem mit den hohen Pegelreserven beworben, von daher sollte dieses Problem meiner Erwartung nach nicht auftreten. Mal schauen, ob das mein nächster Servicefall mit den Primes wird ... :roll:

Diese Auffälligkeit bei 300 Hz und dem rechten Lautsprecher findet sich auch in der Gruppenlaufzeit und dem Spektogramm wieder. Bei 300 Hz gibt es eine deutliche Verzögerung. Dieser Effekt ist beim linken Lautsprecher nicht erkennbar. Inwiefern das noch von der Aufstellung beieinflusst wird, ist mir nicht klar. Ich habe die Lautsprecher nicht ausgetauscht, um das zu untersuchen. Wie sieht das für die Lautsprecherbauer unter euch aus?

Bild
Spektogramm rechter Lautsprecher (Verzögerung um 300 Hz deutlich sichtbar)

Nächste Enttäuschung war dann, dass die Bassabsorber sich quasi gar nicht ausgewirkt haben. Ich habe sie also wieder in den Keller verbannt und muss mir jetzt überlegen was ich mit ihnen mache. Die Nachhallzeit ist dementsprechend leider unverändert suboptimal...

Aber: Trotz allem lässt sich mit dem Setup schon ganz ordentlich hören! :mrgreen:

Bild
Frequenzgang korrigert (angelehnt an B&K mit etwas früherem Abfall bei 20-30 Hz)

Bild
Reflexionen (fast vollständig unterhalb -20 dBr)

Bild
Nachhallzeit

Bild
Sprungantwort korrigiert (Bodenreflexion bei 2 ms gut zu erkennen)

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Pittiplatsch » 15.05.2015, 21:21

Hallo Andree,

der Nachhallzeit im tieffrequenten Bereich mit Absorbern beizukommen habe ich seinerzeit aufgegeben. Die brauchen i.d.R. einfach zu viel Volumen um weit nach unten zu wirken.
Ich bin im Moment mit meiner aktiven "Bassabsaugung" ganz zufrieden: einen Sub der FG Maessig ganz gut zu den Mains zu passen scheint, phasenmeassig soweit verdreht bis der Nachhall messbar gepasst hat. Die e-traps von BagEnd arbeiten ja im prinzip aehnlich (http://www.zehner.ch/aktiveabsorber.htm) - ein passend eingestellter Sub kann das IMO auch mit ein bisschen Frickelei :).
D.h. der Sub traegt eigentlich nichts zu mehr Bass bei und sollte wirklich nur das wegbuegeln was der Raum von den Mains zuviel verstaerkt.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Buschel » 16.05.2015, 09:26

Hallo Tobias,

bevor ich auf digitale Raumkorrektur eingeschwenkt bin, habe ich die BagEnd e-trap bei mir getestet. Leider hat das gute Teil ebenfalls zu keinem nennenswerten Unterschied geführt. Möglicherweise liegt das daran, dass bei mir die Raummoden zu eng beieinander liegen (u.a. bei 42, 48, 52 Hz).

Meine größte Hoffnung lag in den letzten Monaten noch eher darin, über richtig dimensionierte PEQ-Filter nicht nur die Überhöhungen durch Moden, sondern auch das Zeitverhalten zu dämpfen. Da zu gibt es ein interessantes Paper von Genelec (Klick mich). Die Auswirkung solcher Filter auf das Ausklingverhalten lässt sich z.B. in REW im Wasserfalldiagramm darstellen. Ich habe das soweit getrieben, dass die definierten Filter in der Simulation in REW und Acourate zu einer verringerten Nachhallzeit geführt haben, sich bei Anwendung in der Realität aber nicht messbar auswirkten. Bei einem Bekannten von mir war der Erfolg aber laut seiner Aussage deutlich hörbar und messbar. Allerdings liegen die Moden dort auch nicht so nah zusammen ...

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon uli.brueggemann » 16.05.2015, 10:45

Andree,

das im Link vorgestellte Konzept kann doch mit den IIR-Filtern im Zusammenhang mit Macro0 einfach realisiert werden. Die Auswirkung auf das Nachschwingverhalten (was denn auch die Nachhallzeit scheinbar verkürzt) lässt sich ebenfalls prima simulieren.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Buschel » 16.05.2015, 13:07

Hi Uli,

genau so hatte ich das auch umgesetzt -- IIR-Prefilter in Makro 0, dann Filtererstellung wie gehabt. Ich habe gerade eben die alten Settings nochmal aktiviert, die Filter neu erstellt und eine Probefaltung gemacht. Nach der Probefaltung mit Acourate ergibt sich eine recht ansehnliche Absenkung der Nachhallzeit, vor allem beim rechten Kanal.

Bild
Nachhallzeit rechter Kanal (rot = ohne Korrektur, grün = mit Korrektur inkl. IIR-Prefilter)

Bild
Nachhallzeit rechter Kanal (rot = Korrektur ohne IIR-Prefilter, grün = Korrektur inkl. IIR-Prefilter)

In der Realität ist dieser Vorteil aber nicht so stark messbar. Man sieht den Wasserfalldiagrammen an, dass die Moden bei 66 Hz, 73 Hz, 138 Hz und 179 Hz zwar reduziert werden, die dominanten Moden um 25-30 Hz und 40-50 Hz bleiben aber mehr oder weniger unbeeindruckt.

Bild
Korrektur ohne IIR-Prefilter

Bild
Korrektur ohne IIR-Prefilter

Das Tunen der Filter ist ziemlich aufwändig. Da der Erfolg nicht so groß war wie erhofft, habe ich diese Prefilter letztlich wieder verworfen. Vielleicht schau mir das aber bei Gelegenheit nochmal wieder an. Man kann ja an den reduzierten Abklingzeiten einiger Moden sehen, dass das Prinzip funktioniert.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Pittiplatsch » 16.05.2015, 13:17

Hallo Andree,

wenn ich den Trick in dem Genelec Whitepaper richtig verstanden habe ist das im Prinzip doch auch ein 'Gegensignal' abzustrahlen was den Moden entgegenwirkt. Als 'primary source' wenn ich das richtig verstanden habe wuerde ja dann der Filter das Signal so veraendern das die Main-LS sowohl das Musik als auch das "Gegensignal" unter 200Hz abstrahlen. Das Verlangt den LS sicher einiges ab.
Ich ein halbwegs brauchbarer Sub sollte das auch ganz gut uebernehmen koennen was ja dem was sie dort als 'secondary source' Bezeichnen nahe kommen sollte.
Ich verstehe jetzt auch so langsam das es bei mir wohl eher purer Zufall war das das nur durch Anpassung von Phase/Volume/Sub-frequenz ganz gut gepasst hat - ganz ohne zusaetzliche Filteranwendung.
Warum die BagEnds dieses komische Konzept mit den 2 Modenfrequenzen haben leuchtet mir ohnehin nicht ein... wenn das Ding schon per Mic. misst - warum dann nicht das komplette Bassignal abdaempfen?

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Buschel » 02.08.2015, 13:08

Hallo zusammen,

ein kleines Update von meiner Seite: In meiner Kombination von Ubuntu 14.04 mit Fireface UCX war der Startup vor allem im Betrieb mit 96 kHz Abtastfrequenz sehr instabil. Ich musste die Fireface häufiger aus-/einschalten und brutefir neu starten, um Ton aus der Büchse zu bekommen. Das Problem ordne ich aufgrund des Fehlelbilds der Fireface zu. Leider war war RME -- wie erwartet -- nicht besonders hilfreich oder auch nur interessiert an Fehlermeldungen zum Linux-Betrieb. Geholfen hat letztlich das Deaktivieren von pulseaudio. Seitdem tritt das "no Audio"-Problem deutlich seltener auf. Soweit zur Vergangenheit.

Heute habe ich dann zum ersten Mal seit dem Abschalten von pulseaudio erneut die alsa-loop eingebunden, die bisher erhebliche Probleme bereitet hat und daher für mich vollkommen unbenutzbar war (siehe auch Klick mich). Siehe da, die läuft jetzt auch. :cheers:

Vorhin liefen schon HD-Trailer mit korrigiertem Sound über kodi, jetzt läuft mit korrigiertem Sound "On Every Street" über kodi. Ich bin sogar überrascht wie gut die aus historischen Gründen meist in musepack kodierten Titel auch über Lautsprecher klingen. Mal schauen, was ich noch an Jugendsünden entdecke! :mrgreen:

Also: Alles gut bei Andree!
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Beitragvon Buschel » 09.08.2015, 19:39

Hallo zusammen,

angeregt durch die letzten DAAD-Messungen von Uli habe ich mich heute mit meinem ADDA-Setup auf Basis der Fireface UCX beschäftigt. Mich hat interessiert wie sauber das Signal digitalisiert wird. Erster Schock: Oha! :shock: brutefir zeigt mir etwa -80 bis -84 dB Peak an, obwohl der Vorverstärker nur "idle" -- also ohne Nutzsignal -- mitläuft. Also flux unter Windows nachgemessen: -94 dB Peak und knapp -106 dB RMS, bei einem Referenzpegel von etwa 3,5 V (+4 dBu Einstellung gibt +13 dBu bei 0 dBFS). Das ist mehr als ordentlich und besser als erwartet. Aaaaber: Diese Werte erreiche ich nur im Akkubetrieb. Sobald das Netzteil angeschlossen wird, kommen heftige Störungen hinzu, und es werden nur noch -69 dB RMS (!) erreicht.

Das war mir genug Anlass, nochmal genauer bei meinem Faltungsrechner genauer hinzusehen. Nach einigen Experimenten ist der hauptsächliche Störenfried jetzt klar: Der HDMI-Anschluss an den TV. Wenn er angeschlossen ist, ist das Eingangssignal gestört (etwa -94 dB RMS). Nach Abziehen der Verbindung (Abschalten des TV oder Screensaver genügt nicht) werden mit -105 dB RMS quasi die Werte vom Windowsrechner im Batteriebetrieb erreicht. Allerdings sind bei starker Verstärkung noch synthetische Geräusche hörbar und auch im Spektrum sichtbar. Interessante Erkenntnis ...

Weil mir der Anschluss an den TV wichtig ist, schaue ich mich bei Gelegenheit mal nach einer galvanischen Trennung für meine USB-Verbindung um. Allerdings mit High Speed Support, was wohl eher selten anzufinden ist.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 04.10.2015, 12:44

Hallo zusammen,

nach längerer Zeit mal wieder ein Update von mir. Die Hardware ist -- dem allgemeinen Trend entgegen -- gleich geblieben. :D

Geändert hat sich, dass ich mittlerweile Musik hauptsächlich über den PC höre. Der PC und das Audiointerface waren ja bereits schon länger in die analoge Wiedergabekette eingeschleift. Das ist für meine analogen Quellen (TV, BDP, CDP) auch so geblieben. Zusätzlich spiele ich jetzt flac über den Faltungsrechner direkt ab. Damit wird eine AD-Wandlung gespart, und die Aussteuerung ist geringfügig höher. Als Player benutze ich kodi, das über "kodi remote" von meinem Smartphone aus gesteuert wird.

Nach einigen schnell gemachten Messungen heute habe ich brutefir und das Audiointerface auf 44,1 kHz Samplingfrequenz eingestellt und die Polarität korrigiert. Das vermeidet das Re-sampling durch kodi, das Aliasing bei -- gemessen -- etwa -70 dBr einbringt. Die geringere Abtastrate bei der AD/DA-Wandlung für analoge Quellen kann ich verschmerzen. Überprüfen möchte ich bei Gelegenheit die bitgenaue Wiedergabe von kodi. Der 24 Bit Ausgang von brutefir (ohne Raumkorrektur) zeigt geringe Unterschiede zum 16 Bit Original. Die Ursache wird irgendwo in der Formatkonversion -- 16 (flac) > 32 (alsa) > 24 (brutefir) Bit -- begründet sein. Das macht mir aber nicht wirklich zu schaffen, die Differenzen liegen jenseits der 16 Bit Auflösung.

Ein weiterer Punkt, den ich mir noch in Ruhe anhören möchte, betrifft Dithering. Leider kann ich brutefir bei meiner Soundkarte nicht zu Dithering auf 24 Bit überreden. Die RME-Karte lässt sich nur über das Format S32_LE betreiben, schneidet aber die 8 LSBs ab. Um brutefir in diesem Modus dennoch auf 24 Bit dithern zu lassen, musste ich brutefir patchen. Ich werde das nochmal messen, ein einfacher Test mit stärkerem Dither auf 8 Bit zeigt aber Wirkung.

Interessanterweise ist meine hauptsächliche Befürchtung, dass ich bei einer PC-Audio-Lösung mehr "zappe" als höre, bisher nicht eingetreten. Ich höre Alben immer noch durch, und ich entdecke viele meiner alten CDs wieder, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gehört habe. Da sind schon einige interessante Jugendsünden dabei. :mrgreen:

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 04.10.2015, 14:36

Hallo nochmal,

hier noch ein Bild, das die Aliasingstörungen durch das Resampling in kodi bei einem linearen Sweep sehr schön sichtbar macht:

Bild
Linearer Sweep 0-20 kHz, Resampling 44,1 > 96 kHz in kodi

In der Zwischenzeit habe ich kodi auf seine "Bit-Genauigkeit" gecheckt. Alles tutti. Die Differenz eines von kodi an alsa übergebenen PCM-Signals zum Original ist immer exakt Null. Die Unterschiede in meiner vorherigen Messungen sind Abweichungen, die durch mein Setup verursacht wurden. Der leerlaufende analoge Eingang rauscht leicht. Wer misst, misst Mist. :wink:

Viele Grüße,
Andree

PS: Werde jetzt wieder Musik hören. :cheers:
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Beitragvon bastelixx » 10.11.2015, 20:11

hallo Andree,

vielleicht ist meine Beschreibungen etwas spunghaft.
Ich habe ausgelassen, dass ich PC_CROSSOVER+DRC erst mit der brutefir_config nur mit Cross-over Filtern und ohne Verkettung mit DRC_Filtern anwende und eine Raumeimessung durchführe.
nach Export->Linearisierung->inPCM-Format Umwandlung; wechsele ich brutefir_config aus: die mit verketteten DRC+CROSS_OVER-Filtern kommt zum Einsatz
Fertig ist System
ich habe in deinen früheren Beiträgen die "Wohnzimmer Impressionen" gefunden und musste echt schmunzeln.
Deine Wohnzimmer Decke erinnert mich an meine nur in Potenz 4, ich habe an meiner 18 Elemente 100x100cm selbstgemacht aus MDF- Platten (mit Bohrungen und Akustikfilz drauf) und Basotect 30mm 100x20 Schaumstoffelementen angebracht um zuerst Physikalisch Nachhall zu bekämpfen. Es hat gut funktioniert, aber von der DIN-Norm für Studioräume bin ich leider immer noch weit entfernt.

Gruß
Stan







Buschel hat geschrieben:So, hier mal ein paar Impressionen aus dem Wohnzimmer. Die Deckensegel sind wie gesagt noch provisorisch.

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Wohnzimmer mit Absorbern

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Resonatoren

Durchgemessen habe ich selbst. Dazu verwende ich Carma und ein ECM-40 an Focusrite Scarlet 2i2. Hier ein paar Ergebnisse, wobei Nachhallzeit und ETC noch mit den Dynaudios gemessen wurden. Bei den letzten Messungen mit den B&M's hatte ich zu viele Nebengeräusche. Die muss ich nochmal nachholen.

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Frequenzgang, Nachhallzeit und ETC

@Admin: Danke für die Änderung des Threadtitels. :cheers:
bastelixx
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