Linn Sneaky auf Gerts Seziertisch

Gerts Modifikationen

Beitragvon lessingapo » 16.09.2011, 07:29

Hallo Gert!

Habe dieses Teil seit einiger Zeit an meiner Sqeezebox Touch im Einsatz, es entlastet sie von den
Streaming-Aufgaben, der Klang ist dadurch ein bisschen "freier".

Wollte Dich schon gefragt haben, ob bei einem eventuellen Umstieg auf Sonos nicht nur das Kabel, sondern auch die Bridge eingespart werden könnte - für den Sneaky (und eventuell späteren G-Sneaky) warte ich dann gespannt auf Euren(!) Hörvergleich Kabel-Netgear, da ich hier schlecht Kabel legen kann...

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Rudolf » 16.09.2011, 09:00

Hallo Gert,

vielen Dank für diesen Tipp mit dem Netgear WLAN-Adapter! :D

(Ich bin allerdings etwas erstaunt darüber, dass das bei dir so gut funktioniert, denn wenn ich HD-Formate wireless über mein Notebook streame, kommt es zu den gefürchteten Aussetzern; vielleicht aber ist mein WLAN einfach nur zu langsam. :( )

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Unicos » 16.09.2011, 14:37

Rudolf hat geschrieben:(Ich bin allerdings etwas erstaunt darüber, dass das bei dir so gut funktioniert, denn wenn ich HD-Formate wireless über mein Notebook streame, kommt es zu den gefürchteten Aussetzern; vielleicht aber ist mein WLAN einfach nur zu langsam. :( )

Hallo Rudolf,

schau doch einfach mal, wer sonst noch so auf Deinen Kanaelen haengt.

Sonos mit seinem eigenen "WLAN" benutzt die gleichen Frequenzen. Was haeufig auch ein Grund fuer Unterbrecher ist, ist diese automatische Channel Hopping, was man einschalten kann, damit der Router sich neue freie Kanaele sucht... wenn Du eine Fritzbox hast kannst Du das mittlerweil direkt im Wireless Teil sehen.

Ansonsten WirelessNetwiew oder aehnliches (hier wurde schon ein gutes tool empfohlen ist mir entfallen der Name)

Gruss

Thomas
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Beitragvon Fortepianus » 18.09.2011, 14:47

Hallo liebe Linnfans,

meine Untersuchung macht Fortschritte. Mittlerweile habe ich Folgendes begriffen:

1. Der letzte XILINX-Käfer vor dem DAC ist lediglich ein sog. CPLD (Complex Programmable Logic Device). Das ist ein Teil, bei dem man aus einer Ansammlung von Gattern und Flipflops sich eine Schaltung per Software zusammenbauen kann - Löten per Software sozusagen. Dieser CPLD macht keinesfalls das Upsampling, wie damals in der Audio beim Test behauptet, dazu ist dieser IC nicht in der Lage. Das macht der Virtex-4.

2. Das Digitalteil von Sneaky bis Klimax sieht zwar gleich aus, ist aber an einer Stelle grundsätzlich unterschiedlich zwischen den verschiedenen Modellen: Der o. g. CPLD ist anders programmiert.

3. Beim Sneaky macht er lediglich das Setzen der Hardware-Pins des DAC-Chips WM8740 und routet die Takte durch, die vom Virtex kommen. Den Datenstrom sieht das Teil nicht, weder beim Sneaky noch beim Klimax.

4. Bei Klimax und Akurate kommen als DAC-Chip zwei WM8741 zum Einsatz, ebenfalls im sog. 8fs-Mode mit 24bit Wortlänge, Daten linksbündig, der das interne Digitalfilter umgeht. Merkwürdigerweise ist dieser Modus beim WM8741 nur im sog. Software-Control-Modus einzustellen, beim WM8740 nur im Hardware-Modus.

5. Kommt der WM8741 zum Einsatz, braucht er aber einen Mastertakt von 33,8688 bzw. 36,864MHz, der dann vom völlig anders programmierten CPLD bereit gestellt wird. Er hat dann zwei XOs und zwei VCXOs, je einen mit den beiden genannten Frequenzen, an der Seite, und ist als PLL programmiert. Bis auf die fehlenden Quarze beim Sneaky sieht das von außen gleich aus.

6. Will man dem Sneaky auf die Sprünge helfen im Digitalteil, muss man an seinem Takt was machen. Der 11,2896 bzw. 12,288MHz-Takt, den sein DAC vom FPGA geliefert kriegt, zappelt stark. Man sieht das schon mit dem Digitalspeicheroszi, die Taktflanken zittern innerhalb eines Zeitfensters von ca. 4ns. Das begrenzt die klanglichen Möglichkeiten des DA-Wandlers enorm. Man kann aber leider nicht einfach die fehlenden XOs bzw. VCXOs drauf löten und alles läuft, sondern dazu müsste der CPLD anders programmiert werden, wozu man Insiderwissen von Linn bräuchte. Das, was das Teil aber machen soll, kann ich natürlich auch extern nachbilden. Da bin ich dran.

7. Am Digitalausgang zappelt der Takt aber keineswegs so wie der Systemtakt und die Bitclock für den internen DAC.

8. Für die feinen Digitaldatenlieferanten G-Sonos und G-Sneaky hatte mein Jittermonitor zuviel Eigenrauschen. Ich habe ihn deshalb grundlegend überarbeitet. Ich habe mal drei Kandidaten im Vergleich angeschlossen, einen unmodifizierten ZP90, einen G-Sonos und den G-Sneaky, Stand heute:

Bild

Jedes Spektrum beginnt links bei 22Hz und endet rechts bei 20kHz, Einteilung logarithmisch. Man sieht sehr gut, dass das Rauschniveau insgesamt nun deutlich niedriger ist, und auch im Frequenzbereich unter 1kHz sind jetzt Aussagen möglich. Man sieht bei allen Spektren Vielfache von 200Hz, was ich der Spannungsversorgung des Jittermonitors zuschreibe. Man sieht beim Sneaky wieder die beiden ganz feinen Nädelchen bei ca. 7 und 11kHz, die bei den anderen fehlen. Im Wesentlichen ist aber das Niveau des breitbandigen Jitterrauschens interessant.

Man sieht, dass der G-Sneaky seinen Meister immer noch im G-Sonos findet. Allerdings könnte sich das ändern, wenn ich mit der neuen (automatisch umschaltbaren Clock) im Sneaky auch ein Reclocking des digitalen Ausgangsdatenstroms mache. Das ist nicht ganz so trivial, wie man zunächst denken mag. Ich habe jetzt erst mal Material bestellt für einen ersten Versuchsaufbau.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 21.09.2011, 09:23

Nächster Zwischenstand:

"Sneaky" lässt sich ja ins Deutsche mit "raffiniert", aber auch "hinterhältig" übersetzten. Beides trifft zu. Raffiniert ist er, weil er das exzellente digitale Eingangsteil aller Linn DS Player hat. Warum er auch etwas hinterhältig ist, will ich im Folgenden erklären.

Ich habe mich etwas eingehender mit dem Timing seiner Digitalsignale beschäftigt. Der Xilinx CPLD, der die Clocksignale für den DAC aufbereitet, hat zwei Eingänge - die Wordclock (WClk) und die Systemclock (SClk), angeliefert vom Xilinx Virtex-4. Die WClk hat 352,8 bzw. 384kHz, die SClk 11,2896 bzw. 12,288MHz. Die erste der genannten Frequenzen tritt bei der Sampleraten-Familie von 44,1k, 88,2k und 176,4k auf, die zweite bei 48k, 96k und 192k.

Ich habe nun die Clocks mit einem digitalen Speicheroszilloskop (DSO) untersucht. Folgender Versuchsaufbau:

Oszi Ch1 geht an die Wordclock, die der Xilinx kriegt. Darauf wird getriggert, also bei jeder steigenden Flanke, die auftritt, ungefähr bei 1,3V Höhe der Verlauf rausgeschrieben. Nun kann man bei einem DSO entweder ein einmaliges Event aufzeichnen, oder wie bei einem analogen Oszi immer auf's Neue triggern und so online die Veränderungen am Signal beobachten oder auch die alten Kurven einfach stehen lassen und die neuen Verläufe drüber schreiben. In der analogen Welt der Oszis nannte man Letzteres das "Nachleuten" des Schirms. Das brauchen wir hier.

Schaut man nun in Bezug auf die WClk die SClk an, die in den Xilinx geht, sieht das so aus:

Bild

Ein WCkl-Zyklus dauert eigentlich 2,8µs, also 2800ns. Hier habe ich die Zeitbasis aber stark gespreizt, ein Kästchen sind 10ns. Man sieht oben in blau die WClk-Flanke, auf die auch getriggert wird. Genau in der Mitte des Bildes, senkrecht unter dem kleinen blauen Pfeil oben, ist t=0. Hier ist die blaue Linie deshalb am dünnsten, das ist der Trigger-Bezugspunkt für alle anderen Kurven. Die nächste steigende Wordclockflanke käme dann 2,8m weiter rechts, wenn ein Kästchen 1cm groß ist.

Der Verlauf des WCLK-Signals ist deshalb eine etwas dickere Linie, weil hier über ein paar Sekunden Millionen von WCkl-Verläufen übereinanderliegen. Wäre der WCkl-Verlauf immer genau gleich, wäre die Linie ganz dünn.

Interessant ist nun der gelbe Verlauf, die SCkl, die vom Virtex-4 geliefert wird. Zunächst sieht man, dass ein paar ns nach t=0 die Flanken im Wesentlichen zwischen zwei Zeitpunkten hin- und herspringen in Bezug zur WClk, abgesehen von den zwei Ausreißern rechts davon. Links davon sieht man die fallende Flanke, und die springt sogar zwischen drei möglichen Zuständen, der Zyklus wird also manchmal etwas verkürzt. Nach etwas Nachdenken, was denn das eigentlich soll, wird klar, dass im Virtex-4 so die genaue Frequenzabstimmung gemacht wird. Eine Art PWM-Taktung zwischen zwei möglichen Frequenzen, die eine zu hoch, die andere zu niedrig. Im Mittel kann man so die Frequenz feinfühlig einstellen.

Aber dieser Sprung zwischen den Zeitpunkten ist eben Jitter, der der DA-Fraktion da angeliefert wird. Nun, vielleicht kann ja der als Taktgeber geschaltete Xilinx danach was richten. Schauen wir uns also zunächst die Systemclock an, die aus dem Baustein raus geht und direkt den Wolfson-DAC füttert:

Bild

Das sieht keinesfalls besser aus. Na gut, vielleicht ist der Bitclock-Jitter, der im Wolfson (wie übrigens auch bei den Burr Brown) der entscheidende ist, besser:

Bild

Nein. Die Wordclock am Ausgang des Xilinx zeigt ein recht stabiles Verhalten im Vergleich zum WClk-Eingang, hat aber auch manchmal merkwürdige Patzer:

Bild

Die Daten dazu zappeln auch ein bisschen, auch wenn das nicht so entscheidend ist:

Bild

Diese Taktsprünge meine ich mit "hinterhältig". Erst beim genauen Studium der Taktverläufe merkt man, wo der Hase im Pfeffer liegt. Natürlich kann man das Problem richten, indem man - wie in den größeren Brüdern des Sneaky - den besagten Xilinx-CPLD als VCXO-basierte XO schaltet. Macht man das nicht, ist die klangliche Performance der nachfolgenden DA-Wandlung eben nicht über ein gewisses Maß hinaus zu kriegen. Ich kann aber durchaus verstehen, dass Linn hier diesen rohen Takt verwendet, sonst würde der Sneaky keinen Grund bieten, sich einen größeren DS zu kaufen.

Nun, mich hindert aber niemand, hier Hand anzulegen. Ich bin dabei, eine VCXO-basierte PLL an dieser Stelle einzuschleifen, die mit zwei Tentlabs-VCXOs arbeitet. Meine Hoffnung ist, dass das zusammen mit den neuen Analogausgangsstufen den Sneaky in die Liga der großen DS befördert. Ob es so sein wird, wird sich zeigen müssen.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon wgh52 » 21.09.2011, 10:00

Hallo Gert,

das ist ja spannend wie ein Krimi!

Wie Du den Linn Ings. auf die Spur kommst, toll! Sehr schön nachvollziehbar gestaltet!
Danke für die viele Arbeit! Ich kann verstehen, dass das bei Dir so richtig "zwiebelt"! :mrgreen:

An den geplanten zwei Tent Lab Oszillatoren zusammen mit der nötigen "Rundumbeschaltung" sieht man (mal abgesehen von den Sneaky Endstufen) auch, dass der bei den teureren Linns getriebene Aufwand auch nachvollziehbar signifikant höher ist, der höhere Preis u.a. also auch kostenmässig nachvollziehbar. 8)

:cheers:
Gruss,
Winfried

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Beitragvon Bernd Peter » 21.09.2011, 10:09

Hallo Gert,

paß bloß auf, daß der Sneaky danach nicht besser ist als die großen Brüder.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Heule » 21.09.2011, 11:52

Bernd Peter hat geschrieben:Hallo Gert,

paß bloß auf, daß der Sneaky danach nicht besser ist als die großen Brüder.

Wer Gert kennt, der weiss das dies leicht passieren kann :wink:

Gruß Oliver.
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Beitragvon martino » 21.09.2011, 15:32

Fortepianus hat geschrieben:(...) 1. Der letzte XILINX-Käfer vor dem DAC ist lediglich ein sog. CPLD (Complex Programmable Logic Device). Das ist ein Teil, bei dem man aus einer Ansammlung von Gattern und Flipflops sich eine Schaltung per Software zusammenbauen kann - Löten per Software sozusagen. (...)

6. Will man dem Sneaky auf die Sprünge helfen im Digitalteil, muss man an seinem Takt was machen. (...) Man kann aber leider nicht einfach die fehlenden XOs bzw. VCXOs drauf löten und alles läuft, sondern dazu müsste der CPLD anders programmiert werden, wozu man Insiderwissen von Linn bräuchte. Das, was das Teil aber machen soll, kann ich natürlich auch extern nachbilden. Da bin ich dran. (...)

Fortepianus hat geschrieben: (...) Diese Taktsprünge meine ich mit "hinterhältig". Erst beim genauen Studium der Taktverläufe merkt man, wo der Hase im Pfeffer liegt. Natürlich kann man das Problem richten, indem man - wie in den größeren Brüdern des Sneaky - den besagten Xilinx-CPLD als VCXO-basierte XO schaltet. Macht man das nicht, ist die klangliche Performance der nachfolgenden DA-Wandlung eben nicht über ein gewisses Maß hinaus zu kriegen. Ich kann aber durchaus verstehen, dass Linn hier diesen rohen Takt verwendet, sonst würde der Sneaky keinen Grund bieten, sich einen größeren DS zu kaufen.

Nun, mich hindert aber niemand, hier Hand anzulegen. Ich bin dabei, eine VCXO-basierte PLL an dieser Stelle einzuschleifen, die mit zwei Tentlabs-VCXOs arbeitet. Meine Hoffnung ist, dass das zusammen mit den neuen Analogausgangsstufen den Sneaky in die Liga der großen DS befördert. Ob es so sein wird, wird sich zeigen müssen.

Hallo Gert,

das wäre eine Sensation - die Linn weniger gefallen wird, uns dafür umso mehr! Immerhin könnte man damit so um die 13.000 EUR sparen! Gespanntes Warten also, ein Forum hält die Luft an...

Eine Frage stellt sich mir noch: die Linn-Geräte zeichnen sich u.a. durch eine sehr regelmäßige Versorgung mit Firmware/Software-Updates aus, die häufig genug neue Funktionen beinhalten oder auch (mal gefühlt mal wirklich) etwas am Klang verändern. Was ja sicherlich durch die programmierbaren Käfer (s.o., "Löten per Software sozusagen") ermöglicht wird.

Nun zum Verständnis für einen Laien, vielleicht ergibt sich die Antwort ja aus dem Gesagten - allerdings nicht für mich: denkst Du Dein Sneaky wird nach den Modifikationen für neue Firmware/Software-Updates genauso offenstehen, oder ist es damit nach einem Umbau vorbei? Anders gefragt, kriegt der G-Sneaky durch eine Fern-Verbesserung durch Linn Probleme, oder überstimmen die neuen Elemente einfach jegliche z.B. den Takt betreffende Umprogrammierung der Käfer (z.B. weil nachgeschaltet)?

Martin
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Beitragvon Rudolf » 21.09.2011, 16:02

martino hat geschrieben:...das wäre eine Sensation - die Linn weniger gefallen wird, uns dafür umso mehr! Immerhin könnte man damit so um die 13.000 EUR sparen! Gespanntes Warten also, ein Forum hält die Luft an...

Hallo Martin,

ich möchte Gert nicht in die Parade fahren, aber ich habe es so verstanden:

1. Besitzer des G-Sonos haben bereits den digitalen Himmel auf Erden - sprich einen weitestgehend jitterfreien Takt. Leider ist der beim Sonos nur für 16/44,1kHz zu haben.

2. Nur dann, wenn man bis ins digitale Weltall mit bis zu 24/192 kHz vorstoßen möchte, ist ein G-Linn erforderlich.

3. Diejenigen User, die beim Sneaky auch am Digitalausgang (in Kombination mit ihrem DAC) einen gewissen "Linn-Sound" schätzen, könnten evtl. enttäuscht sein. Denn es ist - wenn ich Gert richtig verstanden habe - allein der gegenüber dem G-Sonos erhöhte Jitter, der zu diesem "Sound" führen könnte (der Vergleich ist natürlich ausschließlich für 16/44,1 KHz möglich). Wenn es also Gert gelingt, beim Linn Sneaky das Jitter-Niveau bei der Wiedergabe von höheren Auflösungen auf das des G-Sonos herunterzubringen, könnte es im Umkehrschluss sein, dass das klangliche Resultat nicht jedem besser gefallen wird.

Viele Grüße
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Beitragvon musikgeniesser » 21.09.2011, 17:13

Moin Forenten,

ich glaube, dass wir Gert überstrapazieren würden, wenn wir auf die Idee kämen, zu glauben, er hätte den Über-Linn zum Unter-Linn-Preis gefunden. Ein wenig hat Gert uns in die im Grunde genommen sich der Vorstellung halbwegs normal veranlagter Menschen verschließenden Welt der digitalen Klangverarbeitung entführt und in ihr Schichten freigelegt, die uns alle Staunen machen. Mir jedenfalls geht es so.

Der allzu verständliche Wunsch, nun den Rekord-Klang zu erzeugen, ist gerade mir, der ich als Kind meine Großmutter, Tante und Eltern bei jedem Zoobesuch beim Herantreten an jedes Gehege aufs neue mit der stereotypen Frage "wo ist das größte?" dazu gebracht habe, an meinem Verstand zu zweifeln, sehr sympathisch. Während ich aber hier so vor mich hinschreibe, perlt Musik von meinem sicher 25 Jahre alten Revox-CD-Spieler mit 16-Bit-Vierfach-Oversampling aus den Boxen und es gelingt mir nicht, ihn zu hassen, im Gegenteil: ich finde, er macht seine Sache sehr gut. Ging es nicht ursprünglich um Musik?

Ich freue mich jetzt schon darauf, diese Geräte einmal zu hören. Wer weiß, vielleicht höre ich Unterschiede, gar solche, die mir als Qualitätsunterschiede erscheinen. Bis dahin werde ich weiter lesen, was Gerts Forensik noch alles zu Tage fördert und dabei weiter Musik hören. Oder auch mal Radio, sogar analog über Kabel; die spielen nicht immer Musik.

Herzliche Grüße

PETER
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Beitragvon Fortepianus » 21.09.2011, 21:33

Hallo Martin,

martino hat geschrieben:denkst Du Dein Sneaky wird nach den Modifikationen für neue Firmware/Software-Updates genauso offenstehen, oder ist es damit nach einem Umbau vorbei?

darüber habe ich mir natürlich schon recht intensiv Gedanken gemacht. Bei der Analogausgangsstufe und den Netzteilgeschichten ist eh klar, dass hier mit SW-Updates nichts zu ändern ist. Der Xilinx-CPLD dagegen, der den Takt für den DAC aufbereitet, ist dagegen per Software änderbar. Allerdings sind natürlich die Inputs und Outputs in der Hardware vorgegeben. Und ich gaukle dem Baustein vor, dass er ganz normal seinen Takt wie immer vom Virtex-4 kriegt, und zwar die Wordclock und den Systemtakt. Dass beide aufwändig neu erzeugt werden, weiß er nicht. Für ihn ist alles wie immer, egal, wie er umprogrammiert wird. Wenn er mit dem Wackel-Takt läuft, läuft er erst recht mit dem sauberen.

@Rudolf:

Rudolf hat geschrieben:3. Diejenigen User, die beim Sneaky auch am Digitalausgang (in Kombination mit ihrem DAC) einen gewissen "Linn-Sound" schätzen, könnten evtl. enttäuscht sein. Denn es ist - wenn ich Gert richtig verstanden habe - allein der gegenüber dem G-Sonos erhöhte Jitter, der zu diesem "Sound" führen könnte (der Vergleich ist natürlich ausschließlich für 16/44,1 KHz möglich). Wenn es also Gert gelingt, beim Linn Sneaky das Jitter-Niveau bei der Wiedergabe von höheren Auflösungen auf das des G-Sonos herunterzubringen, könnte es im Umkehrschluss sein, dass das klangliche Resultat nicht jedem besser gefallen wird.

Ja, es ist der Jitter, denke ich. Wobei ich den so richtig nur für den internen DAC wegkriege. Den Digitalausgang einem Reclocking zu unterziehen, habe ich mittlerweile verworfen. Der Takt ist zwar durch die Netzteilmaßnahmen schon sauberer gewordenen (siehe die kürzlich gezeigten Jitterspektren), aber die Linn-Jünger werden im Vergleich zum Sonos nach wie vor auf ihre Kosten kommen :cheers: . So sauber wie im Sonos wird der Digitalausgang nicht werden. Der Grund ist: Für das Reclocking bräuchte ich mindestens die doppelte Frequenz des S/PDIF-Datenstroms, Vielfache davon gehen auch. So hat z. B. ein S/PDIF-Signal mit 44,1kHz Samplingrate eine Frequenz von 5,6448MHz. Das kommt so: 24bit plus 8 Datenbits macht 32bit, mal zwei wegen Stereo sind 64bit, 44100 mal pro Sekunde macht 2,8224MHz. Nun ist das Signal bei S/PDIFG biphase kodiert, dazu muss es die doppelte Frequenz haben, macht 5,6448MHz. Beim Sonos ist das ideal, denn da hat der Systemtakt, den ich mit der Superclock mache, 11,2896MHz, was genau das Doppelte der S/PDIF-Frequenz ist. Der DAC im Sneaky dagegen läuft ja immer mit 352,8 oder 384kHz Samplingrate nach dem Upsampling, wozu ich zwei Superclocks mit 11,2896 und 12,288MHz brauche. Will ich diesen Takt für ein Reclocking des S/PDIF-Ausgangs verwenden, klappt das nur bei 44,1 oder 48kHz. Ok, Insider wissen, dass man mit Zweiflanken-getriggerten D-Flipflops das auch noch bei der doppelten Frequenz, also 88,2 oder 96kHz mit diesen Frequenzen machen könnte. Aber spätestens bei 176,4 oder 192kHz würde der S/PDIF-Ausgang schweigen, was ausgesprochen schade wäre. Denn bei 192kHz Abtastrate ist der S/PDIF-Datenstrom mit 24,576MHz getaktet, was die doppelte Frequenz dessen ist, was zur Verfügung steht.

Deshalb denke ich, dass der G-Sneaky am Digitalausgang zwar besser sein sein wird als der originale, aber immer noch den "Linnschmelz" behält. Am Analogausgang dagegen werde ich versuchen, den Jitter weitgehend weg zu kriegen. Und dann lohnt sich eine richtig gute Analogausgangsstufe natürlich erst. Nichts anderes macht Linn übrigens bei seinen Dickschiffen. Die Voraussetzungen, auf die ich im Analogteil bei Linn treffe, sind völlig andere als beim Sonos. Da hat es schon sehr gut gesiebte symmetrische Versorgungsspannungen, einen guten DAC-Chip, gut entworfene Analogfilter, brauchbare Mutingschaltungen und gute schaltbare analoge Signalabschwächer. Und nicht zuletzt hat es Platz ohne Ende. Das sind natürlich ganz andere Voraussetzungen.

@Peter:

musikgeniesser hat geschrieben:ich glaube, dass wir Gert überstrapazieren würden, wenn wir auf die Idee kämen, zu glauben, er hätte den Über-Linn zum Unter-Linn-Preis gefunden.

Abwarten :mrgreen: .

Viele Grüße
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Beitragvon Rudolf » 21.09.2011, 22:19

Fortepianus hat geschrieben:Der Takt ist zwar durch die Netzteilmaßnahmen schon sauberer gewordenen (siehe die kürzlich gezeigten Jitterspektren), aber die Linn-Jünger werden im Vergleich zum Sonos nach wie vor auf ihre Kosten kommen :cheers: . So sauber wie im Sonos wird der Digitalausgang nicht werden.

Was, lieber Gert, passiert dann mit uns Acourate-Faltern, die mit einem G-Sneaky liebäugeln?

Gäbe es ggf. die Möglichkeit einer digitalen Monitorschleife vor dem internen DAC? 8)

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon khonfused » 22.09.2011, 06:46

Fortepianus hat geschrieben:Deshalb denke ich, dass der G-Sneaky am Digitalausgang zwar besser sein sein wird als der originale, aber immer noch den "Linnschmelz" behält. Am Analogausgang dagegen werde ich versuchen, den Jitter weitgehend weg zu kriegen. Und dann lohnt sich eine richtig gute Analogausgangsstufe natürlich erst. Nichts anderes macht Linn übrigens bei seinen Dickschiffen. Die Voraussetzungen, auf die ich im Analogteil bei Linn treffe, sind völlig andere als beim Sonos. Da hat es schon sehr gut gesiebte symmetrische Versorgungsspannungen, einen guten DAC-Chip, gut entworfene Analogfilter, brauchbare Mutingschaltungen und gute schaltbare analoge Signalabschwächer. Und nicht zuletzt hat es Platz ohne Ende. Das sind natürlich ganz andere Voraussetzungen.

Hallo Gert,

spannend, spannend, wer ist der Mörder?
Planst Du denn die Endstufen auch rauszuschmeißen? Das würde die Platzverhältnisse ja noch verbessern und hier im Forum braucht wohl fast niemand Endstufen.

Gruss
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Beitragvon Fortepianus » 22.09.2011, 06:57

Rudolf hat geschrieben:Was, lieber Gert, passiert dann mit uns Acourate-Faltern, die mit einem G-Sneaky liebäugeln?

Gäbe es ggf. die Möglichkeit einer digitalen Monitorschleife vor dem internen DAC? 8)

Eine solche Monitorschleife müsste dann wieder über S/PDIF raus und rein. Ausgehebelt würde damit die Grundlage für das saubere Timing am DAC, nämlich die Separation der Takte von den Daten. Theoretisch könnte man das aber so machen wie in meinem DAC, nämlich raus über S/PDIF und die verschiedenen Clocks intern beibehalten. Man weiß ja schon vor dem Rausschicken an den Convolver, mit welchem Takt man das getan hat. Dann müsste man am S/PDIF-Eingangsbaustein den Takt nicht rekonstruieren, sondern schaltet den S/PDIF-Receiver in den sog. Slave-Modus. Da wird er getaktet von der internen Word- und Sysclock, speichert einen Frame zwischen und die Daten werden synchron mit dem internen Takt wieder eingelesen. Soweit die Theorie, aber in der Praxis stellt sich beim Linn das Problem, dass damit das schöne Upsampling auf 352,8 bzw. 384kHz für den DAC-Chip dahin wäre. Also müsste die Faltung weiter vorne passieren. Ideal wäre, wenn man das Upsamplingfilter modifizieren und von extern reinladen könnte, nämlich das vorhandene sinc-Filter multipliziert mit der Raum-Zeitkorrektur für die Anlage. Das ginge aber nicht ohne Linns Hilfe, denn die programmieren den Virtex-4. Man könnte aber noch weiter vorne falten:

Wie wär's mit offline-convolving, z. B. mit AcourateNAS?

Viele Grüße
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