Linn Sneaky auf Gerts Seziertisch

Gerts Modifikationen

Beitragvon MarcB » 09.09.2011, 20:21

Hallo liebe G-Sonos User, ich höre nach wie vor mit diesem Wundergaerät begeistert Musik. Gerade läuft David Grisman-Dawgs Groove und ich bin von dieser Sauberkeit und Klarheit total angetan, da will ich keine Schönmalerei o.ä. Ich mag dieses Gerät nicht mehr missen...... :cheers:


Gruß Marc
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MarcB
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Beitragvon aston456 » 09.09.2011, 20:33

Hallo Marc,

eine klare An- und Aussage:

MarcB hat geschrieben:...da will ich keine Schönmalerei o.ä. Ich mag dieses Gerät nicht mehr missen...

Ich fahre den Volks-Sonos ja auch an meiner Zweitanlage und bin nach wie vor sehr angetan.
Aber da muß man halt ein ganzer Mann sein, um den "sezierenden" Klang ertragen zu können.

Das kann nicht jeder. :mrgreen:

Gruß,
Kai
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Beitragvon Fortepianus » 10.09.2011, 15:20

Heute war der Umbau dran. Gestern abend habe ich noch ein bisschen an den Reglern rumgemacht und die OPs nochmal getauscht. In der Netzteilschaltung ist der AD811 doch etwas besser als der LME49710 - mit letzterem neigt die Schaltung zu leichten Überschwingreaktionen bei Lastwechseln, wogegen mit dem AD ein perfektes Ausregelverhalten erzielt wird. AD797 hatte ich gerade keine mehr, habe ich aber bestellt und werde ich versuchsweise auch mal probieren (der rauscht deutlich weniger).

Das Analogteil vor dem Umbau (links unten ist schon ein neuer Stützelko für die Clockversorgung zu sehen):

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OP, Elko und Widerstände ausgelötet:

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Unter dem ausgelöteten Elko sitzt die besagte Durchkontaktierung zum Versorgungslayer. Direkt davor wird aufgetrennt:

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Der neue Vierfach-OP und die neuen Ausgangswiderstände sind drauf, ebenso ist der Elko wieder an seinen Platz gewandert:

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Danach werden die Flussmittelreste mit Waschbenzin und Zahnbürste entfernt. Jetzt wird's fummelig, das Kabelbäumchen muss rein:

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Huckepack sitzt die neue Ausgangsstufe mit Spannungsversorgung im Hintergrund:

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Versuchsweise auch noch den Kabelbaum für den Reclocker reingemacht:

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Alles wieder zusammengebaut:

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Durch die Steckverbindungen kann ich jederzeit einfach die Zusatzplatine abstecken und in Ruhe ändern oder einfach eine neue Platine dranstecken. Wofür der freie 3pol. kleine Steckverbinder ist? Damit will ich noch bei Gelegenheit eine neue Versorgung des DAC-Chips probieren, und dafür ist auch der noch freie Platz auf der Prototypenplatine reserviert.

Strom drauf, und - welch Wunder - alles spielt auf Anhieb (das ist nicht ganz selbstverständlich, wie jeder Selbstbauer sicher aus eigener Erfahrung weiß).

Ich war doch recht gespannt, was sich jetzt im Hörraum tut. Zunächst interessierte mich das Jitterspektrum. Gestern abend hatte ich noch den Ausgang des Jittermonitors mit und ohne Musiksignal mit dem Notebook aufgenommen (immer 10s) und darüber gemittelt das Spektrum abgespeichert, damit ich einen Vergleich habe nach dem Umbau.

Allerdings war nach einem ersten Anhören des Jittermonitorausgangs klar, dass das Reclocking kontraproduktiv ist. Plötzlich waren nicht unerhebliche Musiksignalanteile auf dem Takt zu hören - also kurzerhand wieder raus damit.

Mir war jedoch ein Verdacht gekommen beim Sichten der Spektren. Waren da möglicherweise Schweinereinen durch die Versorgungsspannung auf dem Takt? Also habe ich die einfachste Möglichkeit zur Verbesserung der Spannungsqualität gewählt - höchstwertige Elkos zur Stützung gezielt an zwei Stellen, und schon hörte sich das Jitterspektrum besser an. Also genau wie das gestern aufgenommene Spektrum des originalen Sneaky und des G-Sonos gespeichert.

Ich habe mich nun ein wenig in Powerpoint verkünstelt und versucht, die Spektren im Vergleich darzustellen. Im unteren Frequenzbereich sind sie alle recht ähnlich, und es kann gut sein, dass da die Spannungsversorgung des Referenztaktes, der zum Vergleich herangezogen wird, einen Fingerabdruck hinterlässt. Ab 2kHz werden die Unterschiede aber interessant:

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Die Signale sind mit 96kHz Abtastrate und 24Bit Auflösung aufgenommen, wobei der Verstärker des Jittermonitors bei ca. 20kHz einen Tiefpass hat, damit nicht der ganze HF-Müll in den Verstärker gelangt. Die große lila Fläche ist der Rauschteppich, aus dem sich einzelne kleine Peaks nach oben erheben. Einen roten Strich habe ich jeweils ungefähr auf dem Niveau des niedrigsten Spektrums in Höhe des Rauschanteils gezogen. Der Sneaky zeigt mit und ohne Musik zwei signifikante Peaks, einen bei ca. 6,5kHz und einen etwas kleineren bei ca. 11kHz. Zwischen 2 und 4kHz findet sich bei allen ein ganz ähnlicher Fingerabdruck, den ich der Referenzquelle zuschreiben würde. Insgesamt sieht man jedoch, dass der Sneaky ein höheres Phasenrauschen hat im Vergleich zum G-Sonos. Der Effekt der beiden 7mOhm-Elkos aus organischem Polymer zeigt sich dabei deutlich - der Rauschteppich geht also zu einem guten Teil auf die Rechnung der Versorgungsspannung.

Was jedoch bleibt, sind diese beiden charakteristischen Peaks beim Linn, die auch nach der Reinigung der Versorgung in gleicher Größe aus dem Rauschteppich hochstehen. Sind die gewollt oder nicht? Sind sie gar das Geheimnis?

Klar ist aber, dass man mit einfachen Maßnahmen das Jitterniveau auf das des G-Sonos drücken kann, zumindest ohne Signal. Aber auch mit Musiksignal zeigt sich eine Verbesserung, wobei die beiden Peaks immer bestehen bleiben. Auch zu sehen sind, trotz Abschneiden mit dem analogen Tiefpass, beim Sneaky ein paar Peaks zwischen 24 und 48kHz, die auf dem Takt Piccoloflöte spielen und die beim Sonos fehlen.

Hörtest folgt. Besonders auf den Analogausgang mit der aufwändigen Versorgung bin ich gespannt.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Franz » 10.09.2011, 20:35

Hallo Gert,

interessante Untersuchungsergebnisse. Jetzt wäre es hilfreich, wenn man genau bestimmen könnte, was zu welchem Klangeindruck dabei führt. :wink: Der peak des Sneaky scheint den "Piccoloklang" von Sigi :mrgreen: , den er für "echter" hält als den des G-Sonos, ja eher zu fördern.

Gruß
Franz
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Beitragvon Fortepianus » 10.09.2011, 20:57

Hallo Franz,

Franz hat geschrieben:interessante Untersuchungsergebnisse. Jetzt wäre es hilfreich, wenn man genau bestimmen könnte, was zu welchem Klangeindruck dabei führt. :wink: Der peak des Sneaky scheint den "Piccoloklang" von Sigi :mrgreen: , den er für "echter" hält als den des G-Sonos, ja eher zu fördern.

ja, dazu fände ich folgendes Experiment interessant:

Wenn ich fertig bin mit den kleinen Umbauten, könnte man ja den umgebauten Sneaky mal mit dem originalen vergleichen am Digitalausgang. Das ist bei mir extrem schwierig, was den Digitalausgang betrifft, weil ich meinen DAC ja darauf gezüchtet habe, ankommenden Jitter bestmöglich zu unterdrücken. Ich kann zwar mit dem Jittermonitor interessante Dinge feststellen, aber die klanglichen Auswirkungen sind bei mir äußerst gering, was eben der Qualität der Taktrückgewinnung zuzuschreiben ist, die ungewöhnlich gut ist. Da wäre es doch besser, das würde jemand machen, der die Unterschiede bei sich leichter hört. Bei Dir wäre das aber Äpfel mit Birnen verglichen, weil ich nicht weiß, ob der Majik nicht vielleicht besser tickt als der Sneaky am Digitalausgang, was gut möglich ist. Aber bei Ralf z. B., wenn er Lust zu dem Vergleich hätte, wäre ein direkter Vergleich möglich an seinem Setup zwischen Sneaky und G-Sneaky am Digitalausgang, weil ihm ja gleich die Feinheiten des Linn-Klangs auch am Digitalausgang auffielen. Was mich insbesondere interessieren würde ist, ob mit gesenktem Jitterniveau bzgl. des Breitbandrauschens, aber gleichem Fingerabdruck der beiden Peaks bzw. hochfreqenten Komponenten, der Linn-Klang immer noch erhalten bleibt, aber vielleicht insgesamt dennoch an Präzision zunimmt - könnte ja sein, so meine Arbeitshypothese. Dann kämen wir evtl. weiter.

Zu deutsch: Hat der G-Sneaky immer noch den typischen Linnklang am Digitalausgang? Klingt er aber dennoch präziser?

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Franz » 10.09.2011, 21:10

Was mich insbesondere interessieren würde ist, ob mit gesenktem Jitterniveau bzgl. des Breitbandrauschens, aber gleichem Fingerabdruck der beiden Peaks bzw. hochfreqenten Komponenten, der Linn-Klang immer noch erhalten bleibt, aber vielleicht insgesamt dennoch an Präzision zunimmt - könnte ja sein, so meine Arbeitshypothese.


Ja, das ist auch für mich die Hauptfrage dabei. Wenn Ralf dieser Frage bei einem Vergleich mal nachgehen könnte, könnte das in der Tat aufschlußreich sein.

Mal ganz davon abgesehen: Finde es wirklich toll, mit welcher Akribie, profundem Wissen und Tatendrang du an solche Untersuchungen herangehst. Das macht selbst mir als Laien immer viel Spaß zu lesen - und am Ende fällt immer was für uns ab. :D :cheers:

Gruß
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Beitragvon martino » 10.09.2011, 23:52

Hallo Gert,

ein wahrer Audio-Krimi ist das hier! Sehr spannend zu lesen! Besonders Deine Jittermonitor-Vergleiche. Brennend interessieren würde mich natürlich das Jitter-Spektrum anderer Modelle im Vergleich. Ist die Aufzeichnung ein großer Akt? Oder könnten Interessierte z.B. bei Forentreffen ihre Linn-Flagschiffe (oder auch andere natürlich) mitbringen und unkompliziert die Spektren messen lassen? Ein Jitterspektrum-Vergleichskatalog für hochwertige Streamer sozusagen... Würde ich jedenfalls spannend finden!

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Beitragvon Fortepianus » 11.09.2011, 15:26

Hallo Martin,

martino hat geschrieben:ein wahrer Audio-Krimi ist das hier! Sehr spannend zu lesen! Besonders Deine Jittermonitor-Vergleiche. Brennend interessieren würde mich natürlich das Jitter-Spektrum anderer Modelle im Vergleich. Ist die Aufzeichnung ein großer Akt? Oder könnten Interessierte z.B. bei Forentreffen ihre Linn-Flagschiffe (oder auch andere natürlich) mitbringen und unkompliziert die Spektren messen lassen? Ein Jitterspektrum-Vergleichskatalog für hochwertige Streamer sozusagen... Würde ich jedenfalls spannend finden!

danke für die Blumen. Das wär' natürlich interessant, aber das ist so einfach nicht zu machen. Ja, ist ein ziemlicher Akt.

Weiter im Text. Ein neuer Hörtest. Wieder dürfen antreten:

A) G-Sonos digital an DAC analog an VV
B) G-Linn digital an DAC analog an VV
C) G-Linn analog an VV

Ich will den Bericht auf vier charakteristische Stücke beschränken.

1. Stadtfeld, franz. Suite Nr. 2, Courante:

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2. Franz von Suppé, Leichte Kavallerie:

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3. Bizet, Carmen Habanera Fantasia (von der FIM XRCD):

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4. Diana Krall, The Girl From The Other Room, Temptation:

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Je länger wir uns in Linn vs. Sonos einhörten, desto sensibilisierter wurden wir (Annette und ich) natürlich. Die größten Unterschiede hörten wir gleich beim ersten Stück - da wir beide Klavier spielen, selbst einen Steinway haben und den Klang eines solchen Instruments sehr gut kennen. Im ersten Teil der Courante schlägt Stadtfeld den Steinway recht knallig an, und ich verwende das Stück auch gerne, um Klirr bei Mitteltönern auszumachen. Wir waren uns schnell einig, dass zwischen A und B ein klarer Unterschied auszumachen ist. Allerdings nicht im Sinn vom besser oder schlechter, sondern im Sinn von "der Flügel ist anders intoniert". Beim Intonieren wird der Hammerkopf mit einer Nadel mehr oder weniger aufgestochen, das heißt, der Filzkopf wird weicher, je länger man drauf rum stochert. Bei B ist der Flügel etwas weicher intoniert als bei A. Wir würden beide den Flügel A auswählen, wenn wir bei Steinway A und B probegespielt hätten. Das ist aber reine Geschmackssache, ein anderer würde vielleicht B wählen.

Äußerst gespannt war ich nun auf C. Der analoge Ausgang des Sneaky konnte ja letztes Mal nicht so richtig gefallen. Diesmal war es so, dass wir uns den Spaß gemacht haben, den jeweils anderen raten zu lassen, was spielt - B oder C. Wir konnten es beide nicht unterscheiden, A und C dagegen wieder problemlos. Nun sind beide Analogstufen samt Netzteilen aus meiner Feder, sowohl im Linn wie im DAC, und ich habe mir bei beiden ziemlich viel Mühe gegeben. Das Ergebnis ist offensichtlich recht ähnlich ausgefallen. Damit bin ich sehr zufrieden.

Interessant ist aber, dass der "digitale Fingerabdruck" des Linn sowohl am Digitalausgang wie an seinem Analogausgang klar zu hören ist. Dabei sind ganz unterschiedliche DA-Wandler-Chips im Einsatz, einmal der mit 352,4kHz getaktete Wolfson WM8740 mit 24Bit, im anderen zwei BurrBrown PCM1704 mit 768kHz ebenfalls mit 24Bit Auflösung. Das unterfüttert erneut meine Erfahrung, dass der klangliche Einfluss von DAC-Chips überschätzt wird, ab einer gewissen Qualitätsstufe natürlich.

Bitte erlaubt mir an dieser Stelle einen kleinen Ausflug in die Welt der Wandlerchips:

Vom Datenblatt her gesehen ist der Wolfson WM8741 in den größeren Linn DS etwa vergleichbar mit dem BurrBrown PCM1792A bzw. 1794A. Der 1792er will von einem Prozessor seine Settings haben, den 1794er kann man hardwaremäßig setzen, mit dem Wolfson geht beides, und Linn nimmt die Hardware-Variante. Deshalb bevorzuge ich bei den BBs den 1794A und setze ihn in meinen AGM-DACs ein. Im BMC z. B. ist der 1792A, wie Franz berichtet hat. Beim WM ist im Datenblatt angegeben, dass er auch 32Bit kann - das gilt aber nur, wenn man den internen Upsampler verwendet. Die Wandlung geht immer "nur" mit 24Bit, und wenn man ihn direkt von einem externen Upsampler anspricht, versteht er deshalb auch nur 24Bit.

Die kleineren Brüder heißen dann WM8740 und PCM1796 bzw. PCM1798. Wer nun glaubt, dass es sicher gleich viel besser klänge, wenn man den größeren Bruder nähme, dem sei als Beispiel für die Performance, zu der auch die "kleinen Brüder" fähig sind, der Denon DBP-4010UD genannt. Was man da rausholen kann, habe ich ja schon gezeigt. Er verwendet den PCM1796.

Also, ich denke, der WM8740 ist nicht wirklich ein Handicap für den Sneaky oder den Majik.

Weiter im Hörtest. Die Kavallerie. Hier leitete Annette ein mit "jaja, recht ähnlich beides, aber, mit Verlaub, unsere Anlage hier oben taugt einfach nichts. Das ist auf der kleinen 3.3 im Esszimmer viel besser, und von der völligen Körperlosigkeit der 8.4 oder 701 ist das meilenweit entfernt. Man hört den Lautsprecher, und außerdem habe ich das Gefühl, in Reihe 30 zu sitzen. Aber als Schlafzimmeranlage ist es schon ok." Umpf, das saß. Seit ich unser Schlafzimmer in den ehemaligen Hörraum verlegt habe, ist der Raum stärker bedämpft durch das große Bett, das dort steht, wo vorher das Hörsofa war, und ich habe noch keine passende FIR-Korrektur im Einsatz.

Dennoch, von der Unzulänglichkeit der Anlage abgesehen, nach der sich mancher die Finger schlecken würde, liebe Annette, ist auch hier wieder ein kleiner Unterschied zwischen A und B/C auszumachen. Für alle drei ist die Auflösung komplexer Passagen kein Problem, aber bei B und C klingen die Streicher etwas seidiger. Geschmackssache, würde ich wieder sagen.

Bizets Carmen-Fantasie in der recht spektakulären XRCD-Einspielung ist vor allem geeignet, Impuls- und Hochtonauflösung der Anlage herauszufordern, vor allem bei den Kastagnetten und Triangeln. Lösen alle drei, A bis C, exzellent auf, waren wir uns einig. B und C legt wieder den leichten Linn-Schmelz auf die Streicher.

Das ist doch aber genau, was ich wollte. Den Linnklang erhalten (wem's gefällt :mrgreen: ) und aber die leichten Defizite im Fach Präzision beheben (durch breitbandige Reduktion des Rauschanteils im Jitters).

Diana Krall, Temptation. Ein klasse Stück, finde ich, ich finde sogar ihr bestes. Ja, und die Präzision, die Annette letztens noch im Hochtonbereich bemängelt hatte bei B, die ist jetzt auf Augenhöhe mit A. Auffällig aber ist der Unterschied bei der Stimme von Diana Krall. Sie klingt bei B/C wärmer, bei A entschlackter. Wieder Geschmackssache, würde ich sagen.

Nun weiß ich nicht so richtig, ob weitere Schritte bei der Jitterreduktion nun kontraproduktiv wären. Eigentlich wollte ich auch noch was an der Spannungsversorgung des WM8740 machen, aber nach der Vorstellung, die das Analogteil jetzt abgibt, kann ich mir das vermutlich auch schenken. Heute abend will ich mal ein bisschen was in 24/192 mit dem G-Sneaky hören.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 12.09.2011, 20:00

Hallo Gert,

alles sehr interessant. Gerne kann ich einen Vergleich übernehmen. Wenn Du mal in der Nähe bist, könnte man das gerne auch zusammen machen. Ich muss mir dann nur mal einen guten Symmetrier- und Aufholverstärker von -10dB auf +4dB beschaffen...

Ich habe am Wochenende auch nochmal diverse Sachen probiert und dadurch ist das Umfeld für einen solchen Test vermutlich noch viel besser geworden. Seit ich meine Kabel auf CAT6 und RJ45 umgestellt und überall die Trennübertrager installiert habe, habe ich nie wieder die Notwendigkeit für den Big Ben überprüft. Nun, weil mit dem LINN der Big Ben meine Übertragerkistchen nicht mochte - kein lock mehr, habe ich den DAC dann doch mal direkt an den LINN gehängt, ohne Umweg über Big Ben. Und siehe da, klingt viel schöner!? :shock: Zumindest wenn der Zuspieler auf einer guten Clock hängt. Vom Master-PC auf MYTEK-clock und vom Pyramix-PC auf Apogee-clock, klingt die Sache jetzt auch noch etwas besser, feiner aufgelöst, aber mit dem gleichen Mittenbereich wie vom Linn direkt. Somit passt es dann doch ganz gut zur Tatsache, dass LINN bei den größeren Modellen noch eine aufwendigere Clock verbaut. Und Du tust mit Verbesserungen an der Clock sicher noch etwas gutes ... wenngleich der Unterschied zu meinen anderen Lösungen jetzt nicht die Welt ist. Richtig heftig abfallen tut nun nur das Hiface. Also der Big Ben zieht wohl doch einige Unterschiede glatt, muss aber aus irgendeinem Grund nicht nur positiv wirken, wenn die Quelle ohnehin schon recht gut ist.

Meine Meinung über das Hiface muss ich wohl etwas revedieren. Der DAC spielt dann wohl schon eine gewichtige Rolle dabei, ob man wirklich gute Ergebnisse erhält.

Viele Grüße
Ralf
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Beitragvon Fortepianus » 13.09.2011, 11:58

Hallo Ralf,
Ralf Koschnicke hat geschrieben:alles sehr interessant. Gerne kann ich einen Vergleich übernehmen. Wenn Du mal in der Nähe bist, könnte man das gerne auch zusammen machen. Ich muss mir dann nur mal einen guten Symmetrier- und Aufholverstärker von -10dB auf +4dB beschaffen...

habe eben mal schnell geschaut, Du wohnst ja nur zwei Autostunden weg von mir. Wenn ich einen passablen Stand erreicht habe mit dem Sneaky (mir kommen da zur Zeit immer wieder ein paar Ideen), würde ich Dich sehr gerne mit dem G-Sneaky besuchen.

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Ich muss mir dann nur mal einen guten Symmetrier- und Aufholverstärker von -10dB auf +4dB beschaffen...

Ich habe, angeregt durch diesen Deinen Satz, den Ausgangspegel nochmal genauer untersucht. Ich habe ein Digitaloszi, das recht komfortabel die Spitzenspannung eines Signals ausmisst. Zunächst habe ich geprüft, welcher Pegel bei ausgeschalteter Lautstärkestellmöglichkeit aus dem Sneaky kommt, wenn ich einen bis 0dB vollausgesteuerten 1kHz-Sinus mit 16/44,1 abspiele:

LS off: 5,35Vss -> 1,89Veff -> 7,7dBu

Genau das gleiche kommt bei LS on Stellung 80 raus.

Das habe ich dann von Stellung 75 bis 85 gemessen und festgestellt, dass ein Schritt auch tatsächlich recht genau 1dB ist (das ist nicht selbstverständlich, sowas messe ich lieber nach).

Damit käme doch Dein 4dBu-Studio evtl. noch klar? Wenn nicht, könnte man ja den schaltbaren analogen Pegelabschwächer des Sneaky nutzen und ihn auf -3dB stellen, das wären dann 4,7dBu Maximalpegel.

Bleibt die Frage nach einem symmetrischen Signal - der Sneaky hat ja nur einen asymmetrischen Ausgang. Da könnte ich ein pseudosymmetrisch beschaltetes Kabel für RCA -> XLR machen, das symmetrisch bis zum Cinchstecker läuft und dort die invertierte Signalader mit dem Innenwiderstand des G-Sneaky (50 Ohm) auf Masse legt. Ich glaube nicht, dass wir dann einen symmetrischen Ausgang vermissen werden.

Momentan bin ich dabei, den DA-Chip mit fein gesiebter Spannung zu versorgen. Aber hauptsächlich treibt mich die Frage um, wie ich eine höchst präzise Clock in den letzten Xilinx, der den Takt macht, einspeisen kann (oder auch zwei Clocks). Dazu gibt's bereits ein paar geistige Ansätze...

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 14.09.2011, 09:53

Hallo Gert,

ja dann lass uns das so machen ... würde mich sehr freuen.

Bezieht sich der gemessene Spannungswert jetzt aber auf Deinen modifizierten Ausgang, oder? Der Original-Sneaky kommt bei deaktivierter Lautstärkereglung, auch ohne alle Dämpfung, nämlich recht leise daher.

Ein Kabel von Cinch auf XLR habe ich schon und wie gesagt auch einen -10dB Knopf an meinem Abhörcontroller. Also wir können das schon testen. Ich hatte nur die Sorge, weil der Ausgangspegel eher auf der zurückhaltenden Seite und der Aufholverstärker nicht erste Sahne ist, könnte es das Ergebnis verfälschen. Auf der anderen Seite sind die Bedingungen aber sicher nicht schlechter als ein durchschnittlicher Hifi-Vorverstärker und somit sollten wir ein repräsentatives Bild bekommen.

Viele Grüße
Ralf
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Beitragvon Fortepianus » 14.09.2011, 11:52

Hallo Ralf,

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Bezieht sich der gemessene Spannungswert jetzt aber auf Deinen modifizierten Ausgang, oder? Der Original-Sneaky kommt bei deaktivierter Lautstärkereglung, auch ohne alle Dämpfung, nämlich recht leise daher.

am Pegel habe ich nichts geändert, das ist beim Original genauso. Der Sneaky liefert bei Abschwächung auf 0dB und deaktivierter LS-Einstellung wie gesagt gemessene 1,89Veff. Im Datenblatt steht 2Veff. Wenn Dir das leise vorkommt, bedeutet das für mich, dass die anderen Zuspieler, die Du probiert hast, mehr liefern. Aber das sind immerhin knapp 8dBu. Ist auch egal, für einen Vergleich Sneaky vs. G-Sneaky ist das ja für beide gleich.

Viele Grüße
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 14.09.2011, 12:33

Fortepianus hat geschrieben:Ist auch egal, für einen Vergleich Sneaky vs. G-Sneaky ist das ja für beide gleich.

Hallo Gert,

Ja, das wollte ich hören. Wenn beide auf gleichem Niveau liegen, ist alles okay.

Ich habe die Spannungswerte nicht gemessen. Du hast besseres Equipment für so etwas. Auffällig war nur ganz am Anfang an der Privatanlage, dass die SQEEZEBOX TOUCH, die ich kurz vorher mal dort getestet habe, etwas mehr Pegel als der SNEAKY ohne jegliche Dämpfung liefert. Im Studio muss ich auch den Volumeregler höher drehen als sonst im Mittel. An einer normalen Anlage ist das aber alles kein Thema, das muss keine echte Einschränkung für den Nutzer sein, denke ich. Nur zusammen mit der von Dir diagnostizierten schwachen Ausgangsstufe ist das Hörergebnis mit einem SNEAKY wohl vielleicht dann besonders abhängig vom folgenden Vorverstärker, oder denke ich da falsch?

Viele Grüße
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Beitragvon Fortepianus » 14.09.2011, 12:51

Hallo Ralf,

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Nur zusammen mit der von Dir diagnostizierten schwachen Ausgangsstufe ist das Hörergebnis mit einem SNEAKY wohl vielleicht dann besonders abhängig vom folgenden Vorverstärker, oder denke ich da falsch?

naja, die originale Ausgangsstufe hat ihre Schwäche darin, dass sie direkt einen spannungsgegengekoppelten OP am Ausgang einsetzt und deshalb einen recht hohen Ausgangswiderstand hinter dem OP hat, damit der sich wohlfühlt. Nun ist meine Erfahrung mit Ausgangswiderständen von Line-Ausgängen die, dass sie umso kritischer werden, je länger das Kabel ist. Das ist natürlich eine Binsenwahrheit, aber erstaunlich ist für mich, dass auch Innenwiderstände von z. B. 300 Ohm an kürzeren Kabel das Klangbild regelrecht zusammenbrechen lassen, obwohl man da noch auf der sicheren Seite liegt, wenn man die Grenzfrequenzen und Phasenverschiebungen durchrechnet. Der Sneaky hat im Original 300 Ohm, und das klingt auch schon bei 1 oder 2m Kabellänge deutlich müder als eine knackige strompotente ClassA-Ausgangsstufe, die das Kabel über 50 Ohm an die Leine nimmt und nicht mal zuckt, wenn jemand böswillig einen fetten Kondensator am Ausgang nach Masse legt. Und das ist noch nicht mal so weit hergeholt, zwecks Einhaltung der EMV-Vorschriften finden sich an den Ausgängen nämlich immer recht ordentliche Kapazitäten, und die Mutingschaltungen bilden auch im ausgeschalteten Zustand eine gewisse kapazitive Last.

Was ich damit sagen will: Die klangliche Schwäche des Ausgangs - wohlgemerkt, Jammern auf hohem Niveau - tritt unabhängig vom VV danach auf, auch wenn der eine oder andere vielleicht in der Lage ist, sie besser hörbar zu machen. Die Eingangswiderstände der meisten VV sind vergleichweise hoch und die Eingangskapazitäten klein. Den Unterschied müsste man dann dadurch noch forcieren können, dass man die beiden Testgeräten ein langes Kabel treiben lässt.

Viele Grüße
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WLAN-Adapter für Sneaky

Beitragvon Fortepianus » 15.09.2011, 19:59

Hallo liebe Linnianer,

während ich eifrig über Schaltplänen brüte, die dem Sneaky einen besseren Takt anerziehen sollen (und das hat er bitter nötig, insbesondere für den eingebauten DAC, da unterscheidet sich der Sneaky massiv von den größeren Brüdern, das wird mir immer klarer, je mehr Messungen ich an den diversen Digitalsignalen und -takten mache, das zappelt teilweise so, dass man es schon mit relativ einfachen Messmitteln sehen kann, aber da berichte ich gesondert, wenn's soweit ist), hatte ich ein ganz anderes Problem:

Im Hörraum oben habe ich kein kabelgebundenes LAN. Als verwöhnter Sonosianer dachte ich da zunächst gar nicht dran. Aber Sonos sei Dank - man kann die kleinen Würfel ja auch dazu gebrauchen, dass sie an ihren Netzwerkbuchsen einfach eine Verbindung zum Router bereitstellen. Mein Denon DBP-4010 möchte auch gerne eine LAN-Verbindung, damit er auf dem Laufenden gehalten werden kann, der steckt auch schon im Sonos. Der Sneaky läuft an der Sonos-LAN-Buchse eigentlich recht ordentlich, nur kürzlich abends war's soweit, es gab Aussetzer. Nur manchmal, alle paar Minuten, aber das nervt enorm. Ich habe dann ein bisschen rumprobiert und festgestellt, dass das nur bei 24/192 auftritt. Und wohl auch nicht jeden Abend, hängt wohl vom Verkehr auf 2,5GHz in der Nachbarschaft ab und davon, wer sonst noch im Haus Musik auf dem Sonos-System hört. Kurz zusammengefasst ein untragbarer Zustand also. Mit dem Einsatz von 36 Euro war das behoben:

Bild

Das Teilchen ist kaum größer als eine Streichholzschachtel und funktioniert vorzüglich. Damit kann man einen Linn DS oder was immer kein WLAN hat ganz einfach ins heimische WLAN einbinden. Glücklicherweise sind auch die Zeiten vorbei, als man das ewig lange Passwort für's WLAN eintippen musste. Es gibt eine Verbindungstaste (WSP), und wenn der WLAN-Router sowas auch hat, verbinden die sich ohne großes Theater (an meinem steht WSS oder so ähnlich an der Taste, draufgedrückt und hat sofort geklappt). Hat der Router oder WLAN Access Point (wie in meinem Fall) das nicht, muss man eben zu Fuß das WLAN einrichten.

Viele Grüße
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