Linn Sneaky auf Gerts Seziertisch

Gerts Modifikationen

Beitragvon JoeBroesel » 03.09.2011, 11:17

Hi,

es freut mich, daß der Gert wieder eine neue Lieblingsbeschäftigung gefunden hat, so liest es sich zumindest. Gerts Frau bzw. die Kinder werden mich dafür hoffentlich nicht verfluchen.

Das mit den Verzerrungen mit eingeschalteter Lautstärkeregelung >~ 80 habe ich auch beim Renew, bzw. vorher mit dem Klimax DS bemerkt. Ich habe es allerdings nicht nachgeprüft, sondern die LS-Regelung wieder abgeschaltet. Jetzt könnte ich auch mal testen, wie das mit dem Klimax DS/1 ist, bzw. ab welchem Wert das genau passiert. Werde ich mal machen.

Ich habe schon nach dem Umbau meines Sonos in einen G-Sonos am Digitalausgang keine Unterschiede zum Sneaky mehr gehört. Allerdings bedeutet das ja nicht, daß andere da was hören, weil eine Digitalschnittstelle hat ja 2 Seiten: Den Sender (beim Sneaky mit etwas unkorreliertem Jitter) und den Empfänger (bei mir war das z.B. ein dig. Eingang meines Accuphase-VV). Je nachdem, wie intelligent, bzw. wie raffiniert der Takt zurückgewonnen wird, kann sich der Jitter relativ wenig bemerkbar machen.

Rainer
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Beitragvon Fortepianus » 03.09.2011, 22:16

Hallo Rainer,

JoeBroesel hat geschrieben:es freut mich, daß der Gert wieder eine neue Lieblingsbeschäftigung gefunden hat, so liest es sich zumindest. Gerts Frau bzw. die Kinder werden mich dafür hoffentlich nicht verfluchen.

geht so (Frau und Kinder betreffend) :mrgreen: . Es macht mir aber großen Spaß, den Linn zu erkunden. Ich bin inzwischen soweit, dass ich - so glaube ich zumindest - die kleinen Schwachstellen, wenn man das so nennen darf, identifiziert habe. Im Analogteil sind sie offensichtlich und wahrscheinlich auch gewollt, aber das Digitalteil ist schon eine Ansage bei Linn. Im Bereich Netzteil geht sicher auch noch was, wobei man das an zwei Seiten angehen kann. Entweder, das Schaltnetzteil ganz vorne liefert eine sauberere Spannung, oder man bemüht sich bei den Reglern. Für vorne hat sich Linn entschieden - Stichwort Dynamic Power. Oder man kann in den Reglern was machen - da bin ich gerade unterwegs.

JoeBroesel hat geschrieben:Das mit den Verzerrungen mit eingeschalteter Lautstärkeregelung >~ 80 habe ich auch beim Renew, bzw. vorher mit dem Klimax DS bemerkt. Ich habe es allerdings nicht nachgeprüft, sondern die LS-Regelung wieder abgeschaltet. Jetzt könnte ich auch mal testen, wie das mit dem Klimax DS/1 ist, bzw. ab welchem Wert das genau passiert. Werde ich mal machen.

Ja, das wäre interessant, ob das bei Dir auch genau zwischen 85 und 86 passiert (das war bei mir so bei 16/44,1-Auflösung).

JoeBroesel hat geschrieben:Ich habe schon nach dem Umbau meines Sonos in einen G-Sonos am Digitalausgang keine Unterschiede zum Sneaky mehr gehört. Allerdings bedeutet das ja nicht, daß andere da was hören, weil eine Digitalschnittstelle hat ja 2 Seiten: Den Sender (beim Sneaky mit etwas unkorreliertem Jitter) und den Empfänger (bei mir war das z.B. ein dig. Eingang meines Accuphase-VV). Je nachdem, wie intelligent, bzw. wie raffiniert der Takt zurückgewonnen wird, kann sich der Jitter relativ wenig bemerkbar machen.

Danke, dass Du das nochmal ansprichst. Es könnte ja der geneigte Leser auf die Idee kommen, dass da irgendwas nicht stimmt. Mancher findet den Linn besser am Digitalausgang, mancher den G-Sonos, und so mancher hört keinen Unterschied. Was denn nun? Zumindest die letzte Fraktion, zu der auch ich gehöre, könnte man natürlich einfach in die Holzohr-Schublade stecken. Aber, wie Du richtig bemerkst, hängt das eben vom nachgeschalteten DAC ab. Beide, G-Sonos wie Linn, produzieren fast keinen datenkorrelierten Jitter. Beim unkorrelierten hat der G-Sonos leicht die Nase vorn - aber wenn der DAC das eh ausbügelt, hört man eben keinen Unterschied. Wobei die Fähigkeit, den unkorrelierten Jitter auszubügeln, nicht von der restlichen Güte des DAC oder gar seiner Performance im Analogteil abhängt. Deshalb kann es durchaus sein, dass man Unterschiede hört auch an so exzellenten DACs wie z. B. dem B.M.C. Und wenn man dann den messtechnisch am Digitalausgang knapp unterlegenen Linn dem G-Sonos vorzieht, heißt das doch nur, dass der höhere zeitlich recht konstante Jitter besser mit der restlichen Anlage harmoniert. Ein leichter unkorrelierter Jitter bewirkt sowas wie ein leichtes Anschleifen von Impulsen.

Aber bitte Vorsicht: Der Linn spielt ja auch Auflösungen jenseits der CD-Qualität ab. Dass dann noch erheblich mehr geht, ist klar. Man muss aber aufpassen, dass man nicht die Performance bei solchen Daten unbewusst auf die Spielweise bei CD-Qualität überträgt. Und: Den höheren Jitter am Digitalausgang habe ich beim Sneaky beobachtet. Ob das auch bei den größeren Brüdern mit Digitalausgang so ist, weiß ich natürlich nicht.

Viele Grüße von der Lötfront (die Prototypenplatine schreitet voran)
Gert
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Beitragvon martino » 08.09.2011, 17:43

martino hat geschrieben:Also kann er [Anm.: mein Linn Majik DS, damals noch mit Cara-Firmware] offenbar zumindest zur Zeit nicht mehr als 24/96 am Digitalausgang. Das hatte ich in den Linn-Foren auch mal so gelesen. Allerdings hatte mich gerade die hier von Uli vorgestellte Messung am Digitalausgang von Georgs Sneaky schon stutzig gemacht. Und Gerts Sneaky kann jetzt auch nachweislich mehr. Vielleicht installiere ich doch mal Davaar, möglicherweise handelt es sich ja um ein erst kürzlich per Update ermöglichtes Feature. Denn eigentlich sollten sich die DS-Typen in diesen Dingen nicht unterscheiden...


Genauso wars. Mit dem Firmware-Update Cara -> Davaar erhalten die Linn-Streamer mit Digitalausgang das neue Feature, neben bitgenauer Ausgabe auch ein festes Upsampling bis nun 24/192 auf den s/pdif-Digitalausgang zu geben.

Immer wieder beeindruckend... Linn legt regelmäßig nach und ermöglicht neue Funktionen. Ich habe selten ein so gut betreutes Produkt gehabt.

Martin
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Beitragvon Fortepianus » 09.09.2011, 06:40

Hallo liebe Linnianer,

die kleine Sendepause hier auf dem Kanal war keinesfalls dadurch bedingt, dass ich etwa die Lust an der Sache verloren und den Sneaky deshalb in die Ecke gelegt hätte. Ganz im Gegenteil. Rainers Sneaky ist inzwischen sehr weit zerlegt und gibt immer neue Details der Schaltung preis. Ich will aber nicht die Hand dafür ins Feuer legen, ob ich ihn wieder in den spielfertigen Zustand zurück bringen würde. Deshalb habe ich mir ja einen zweiten Sneaky gekauft, mit dem dann gehört wird. Diesen habe ich nun seit kurzem, und ich wollte, bevor ich irgend etwas daran mache, ihn ungeöffnet erst mal in Ruhe hören, um mir ein detailliertes Urteil über seine Klangqualität im unmodifizierten Zustand erlauben zu können.

Dabei muss ich gestehen, dass, je länger ich ihn jetzt gehört habe, sich doch auch für mich am Digitalausgang Unterschiede zum G-Sonos ergeben. Ich habe ausschließlich ohne Acourate-Filter gehört, also direkt in den DAC ohne Umwege. Der Grund ist ganz einfach und keinesfalls einer Skepsis Ulis Kunst gegenüber geschuldet: Der Raum hat sich verändert und ich bin noch nicht dazu gekommen, neue Filter zu erstellen.

Wir sind nämlich in einer kompletten Umbauphase im Haus, die sicher noch eine erhebliche Zeit andauern wird:

Erdgeschoss:
Anbau neu -> Hörraum als Musikzimmer mit Flügel
Wohnzimmer alt -> Flügel raus und dort wird die AGM 3.3 stehen (als kleiner Hörraum)

1. Stock:
Kinderzimmer alt -> Zimmer für Söhnchen 1
Elternschlafzimmer alt -> Zimmer für Söhnchen 2

Dachgeschoss:
Hörraum alt -> Elternschlafzimmer
Kleines Spielzimmer alt -> begehbarer Kleiderschrank

Das wird uns das nächste Jahr beschäftigen. Der Einfachkeit halber bleibt die vorhandene Anlage oben im Hörraum genau wie sie ist, und im neuen Hörraum wird dann komplett neu gestartet. Der Umzug unseres Schlafzimmers ins DG ist bereits vollzogen, so dass ich jetzt äußerst bequem auf dem Bett liegend hören kann (dem elektrisch verstellbaren Bett sei Dank).

Also mir fiel Folgendes auf:

Der Linn am Digitalausgang klingt in der Tat etwas wärmer in den Mitten, könnte man sagen. Nach längerem Hören merkt man aber (wieder an meiner Anlage, wohlgemerkt), dass es eine kleine Unsauberkeit ist, die diesen Eindruck vermittelt. Er verschleift ein klein wenig, und das mag vordergründig den Eindruck von Schmelz und Seidigkeit vermitteln. Er ist aber schlicht nicht so sauber wie der G-Sonos. Der zeigt dann vor allem im Hochtonbereich, was Sache ist. Becken oder auch gezupfte Geigen sind einfach in einer anderen Klasse angesiedelt, Annette drückte das beim Sneaky ungeschmickt mit dem Wort "dumpf" aus. Ich würde sagen, wärmer, aber unsauberer. Diese Sauberkeit des G-Sonos lässt ihn aber auch etwas schlanker, weil schlackefreier, erscheinen. Sibilanten sind beim G-Sonos klar und sauber, beim Linn ist es zwar nicht verzischt, aber es fehlt diese letzte Nuance an Klarheit, die mich mit dem Finger schnippen lässt und ich mich zufrieden zurücklehne im Sinn von "habe fertig".

Hat man sich nach Stunden in diese Feinheiten eingehört, ist ein Umschalten auf den (im Pegel exakt angeglichenen) Analogausgang des Sneaky erheiternd. Annette: "Das geht gar nicht." Das ist dann klanglich eine andere, viel kleinere Welt. Unsauber, in den Mitten aufgedickt, verzischt.

Nun ist der Analogausgang des Linn Sneaky in einer Klasse angesiedelt, von der man bei so manch anderem Gerät nur träumen kann. Ich möchte ihn mit der Aussage oben auch keinesfalls schlecht machen, sondern klarmachen, in welcher Größenordnung die beobachteten klanglichen Effekte am Digitalausgang im Vergleich zum G-Sonos angesiedelt sind.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass meine Beobachtungen im Gegensatz stehen zu denen von René, Franz und Sigi, die den Klang des Linn bevorzugen. Zumindest bei Franz und René muss ich aber anmerken, dass deren Majik sich in einem Detail, das ich aus den Platinen ablese, vom Sneaky unterscheidet: Der Taktgeber, der letzte Xilinx-Käfer, läuft beim Sneaky ohne XO vermutlich mit seinen internen PLLs, beim Majik aufwärts gibt's hier Unterstützung durch einen XO. Und vermutlich ist das Netzteil des Sneaky etwas schlechter.

Aber wäre es nicht langweilig, wenn wir alle genau gleich hören würden?

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 09.09.2011, 07:13

Nach den Höreindrücken wieder zurück zur Technik. Hier ein erster Eindruck der Prototypenplatine in Lochrastertechnik. Die analoge Ausgangsstufe mit den BUF634 hatte sich schon als sehr brauchbar herausgestellt, die findet sich auch im neuen Aufbau:

Bild

Was bisher aber noch suboptimal war, ist die Spannungsversorgung sowohl der BUFs wie auch der analogen Ausgangsstufe auf dem Linn-Board. Die Versorgung des Vierfach-OPs im Analogteil aufzutrennen ist übrigens nicht so einfach, wie man zunächst denkt. Die Analog-Spannungsversorgung beliefert nämlich allerlei Bauteile und hat einen eigenen Layer tief im Sandwichaufbau der Multilayerplatine. Aber ich habe unter einem kleinen Elko, nachdem ich ihn ausgelötet hatte, die Durchkontaktierungsstellen vom OP zu diesem Layer entdeckt, kann sie dort auftrennen und dann unauffällig den kleinen SMD-Elko wieder drauflöten. Also, die neue Spannungsversorgung. Das ist so ziemlich der aufwändigste Längs-Querregler, den ich bisher entworfen und gebaut habe, und da habe ich die letzten Abende einige Zeit mit Feinabstimmung verbracht:

Bild

Die LM317 bzw. LM337 sind nur für's grobe Erste da:

Bild

Die Feinarbeit basiert auf einem Regler mit OP, für den ich den gleichen Typ wie in der Analogausgangsstufe nehme:

Bild

Dann hat's noch ein D-Flipflop an Bord, um den S/PDIF-Ausgang neu zu takten:

Bild

Die vielen silber-roten Elkos sind übrigens diese neuen Typen mit organischem Polymer als Elektrolyt, die mit 7mOhm ESR rekordverdächtig sind. Am Wochende will ich die neue Platine dann in den neuen Sneaky einbauen. Aber vorher will ich noch den Jitter am Jittermonitor aufnehmen, damit ich einen Vergleich habe, ob das Reclocking was bringt.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Franz » 09.09.2011, 09:41

Hallo Gert,

Fortepianus hat geschrieben:Ich bin mir durchaus bewusst, dass meine Beobachtungen im Gegensatz stehen zu denen von René, Franz und Sigi, die den Klang des Linn bevorzugen.

Du bist, was mich betrifft, gar nicht so weit weg von meinen Eindrücken, nur daß ich diese "Ehrlichkeit" des G-Sonos schon fast als "gnadenlos" empfinde.

Zumindest bei Franz und René muss ich aber anmerken, dass deren Majik sich in einem Detail, das ich aus den Platinen ablese, vom Sneaky unterscheidet: Der Taktgeber, der letzte Xilinx-Käfer, läuft beim Sneaky ohne XO vermutlich mit seinen internen PLLs, beim Majik aufwärts gibt's hier Unterstützung durch einen XO. Und vermutlich ist das Netzteil des Sneaky etwas schlechter.

Ich sagte ja schon, daß der Majik nicht völlig identisch ist am digitalen Ausgang, auch das Netzteil ist ein anderes. Der Majik am Digitalausgang ist eine andere kleine Welt als der Sneaky. aber hier soll es ja um den Sneaky gehen, wollte nur nochmal darauf hinweisen, daß damit die Linn-Welt erst anfängt. :mrgreen: :cheers:

Gruß
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Beitragvon Rudolf » 09.09.2011, 11:07

Hallo Franz,

Franz hat geschrieben:Du bist, was mich betrifft, gar nicht so weit weg von meinen Eindrücken, nur daß ich diese "Ehrlichkeit" des G-Sonos schon fast als "gnadenlos" empfinde.

... wobei du die "gnadenlose" Ehrlichkeit deiner Silbersand ansonsten überaus schätzt. :wink:

Der Majik am Digitalausgang ist eine andere kleine Welt als der Sneaky. aber hier soll es ja um den Sneaky gehen, wollte nur nochmal darauf hinweisen, daß damit die Linn-Welt erst anfängt. :mrgreen: :cheers:

Da hast du bestimmt Recht und man erkennt bereits, worauf Gerts Bemühungen hinauslaufen: uns, die wir uns allenfalls einen Sneaky leisten können/wollen, die Möglichkeit zu geben, mittels eines G-Sneaky auf Majik-Niveau zu klettern. :cheers:

Viele Grüße
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Beitragvon Franz » 09.09.2011, 11:33

Hallo Rudolf,

Franz hat geschrieben:... wobei du die "gnadenlose" Ehrlichkeit deiner Silbersand ansonsten überaus schätzt. :wink:

Ja, durchaus. Ich könnte das jetzt seitenweise ausführen, was ich unter "musikalischem Fluß" verstehe oder wie das "Verschleifen" von Hochtonsignalen wirken kann. In aller gebotenen Kürze deshalb: Der Linn schafft es, mir das Gefühl zu geben, mitten drin im Geschehen zu sein. Beim G-Sonos bleib ich als Hörer mehr außen vor. Ich überzeichne das jetzt mal, um auf das Wesentliche hinzudeuten. Und klar, das ist völlig subjektiv von mir so empfunden. Wie sich das jittermäßig mißt, wird da zur Nebensache.

Oder mal anders ausgesdrückt: straight vorne und hinten kann als des Guten zuviel wahrgenommen werden. So ähnlich erging es mir mal mit einer sehr gut beleumundeten Vorstufe mit den allerbesten messtechnischen Daten. Freude an der Musik wollte sich da bei mir aber einfach nicht einstellen, es war mehr ein Erbsenzählen auf allerhöchstem Niveau. Halten wir uns auch einmal die Aufnahmequalität vor Ohren. Die spielt die alles entscheidende Rolle. Und wenn geschlampt worden ist - was leider bei sehr vielen Aufnahmen zum Vorschein damit kommt - dann ist ein "gnadenloses" System mitunter ernüchternd.

Gruß
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Beitragvon Bernd Peter » 09.09.2011, 11:54

Hallo,

was vielleicht bedeuten würde, daß Linn mit dem Firmwareupdate vom messtechnischen zum - firmeninternen - hörgefühlten Optimum gewechselt ist.

Ist dann eben eine andere Philosophie und Ausrichtung.

Gruß

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Beitragvon Franz » 09.09.2011, 12:10

Viele Leute sprechen nicht ohne Grund bei Linn-Gerätschaften von einem "Linn-Klang". Den scheint es in der Tat zu geben. Das sagte man ja auch dem Plattenspieler und CD-Gerätschaften von denen nach. Mir gefällt dieser "Linn-Klang" ganz ausgezeichnet. Frühere firmware kenne ich nicht, die Davaar 1, die ich jetzt aufgespielt habe, halte ich für richtig gut.

Gruß
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Beitragvon Bernd Peter » 09.09.2011, 12:24

Hallo Franz,

wir kennen ja den Mark Levinson-, den Accuphase-, etc. Sound.

Der Begriff "Linn-Jünger" ist auch nicht unbekannt.

Einer mag des Steak blutig, mancher rosa, der andere well-done (oder wie der Franzose sagt: die Deutschen töten das Rind zweimal, das zweitemal beim Braten).

The music must swing.

Gruß

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Beitragvon Ralf Koschnicke » 09.09.2011, 12:50

Fortepianus hat geschrieben:Der Linn am Digitalausgang klingt in der Tat etwas wärmer in den Mitten, könnte man sagen. Nach längerem Hören merkt man aber (wieder an meiner Anlage, wohlgemerkt), dass es eine kleine Unsauberkeit ist, die diesen Eindruck vermittelt. Er verschleift ein klein wenig, und das mag vordergründig den Eindruck von Schmelz und Seidigkeit vermitteln. Er ist aber schlicht nicht so sauber wie der G-Sonos. Der zeigt dann vor allem im Hochtonbereich, was Sache ist. Becken oder auch gezupfte Geigen sind einfach in einer anderen Klasse angesiedelt, Annette drückte das beim Sneaky ungeschmickt mit dem Wort "dumpf" aus. Ich würde sagen, wärmer, aber unsauberer. Diese Sauberkeit des G-Sonos lässt ihn aber auch etwas schlanker, weil schlackefreier, erscheinen. Sibilanten sind beim G-Sonos klar und sauber, beim Linn ist es zwar nicht verzischt, aber es fehlt diese letzte Nuance an Klarheit, die mich mit dem Finger schnippen lässt und ich mich zufrieden zurücklehne im Sinn von "habe fertig".

Ja Gert, irgendwo kann ich Deinen Eindruck bestätigen, irgendwo aber auch wieder nicht. Wir dürfen nicht vergessen, wir reden hier über den Digitalausgang, d.h. der DAC inkl. Leitung dorthin spielt mit.

Von meinem Erstaunen über die Mitten hatte ich je auch bereits berichtet. Das kann ich also bestätigen. Ein Verschmieren kann ich jedoch nicht feststellen. Ich bin eher fasziniert von der Detailauflösung. Vielleicht spielt da mein Big Ben eine Rolle.

Ich glaube man muss arg aufpassen mit der Bewertung von Höhen bei Digitalgerätschaften. Nach meiner Erfahrung hat man ganz schnell Pseudopräsenzeffekte, so eigentlich beispielsweise immer beim Resampling von 24/192 auf CD. Das klingt dann mit analytisch "programmierten" Ohren - was sie beim Vergleichen immer erst mal sind - zunächst gerne spritziger, brillianter. Beim längeren Musikhören merkt man aber sehr schnell, dass es so einfach nicht stimmt und vielleicht sogar nervt. Der LINN kommt in meinen Ohren einfach nur tonal unheimlich ausgewogen daher, frei von solchen Effekten.

Nun ist die Maschine jedoch "bit-echt" und da stellt sich die viel spannendere Frage, wie so ein "Sounding" auf LINN-Klang überhaupt gehen soll? Klar, über den Analogausgang kann man leicht jede erdenkliche Klangfarbe einstellen, aber per bitgenauen Digitalausgang...? Genau das ist es was mich staunen lässt: Analog hatte ich gleich den Klang, den ich von einem LINN erwarte, aber dass ich den auch per Digital mit einem ganz anderen DAC noch durchschimmern höre...?

Da an den Daten nichts gefummelt ist, bleibt doch eigentlich nur die These, dass der LINN freier von irgendwelchen die Höhen betonenden Effekten ist als vieles andere. Das mag im Vergleich dumpf klingen - tun eben 24/192 Aufnahmen im direkten Vergleich zu CD gerne auch - aber es muss eigentlich ehrlicher sein und das ist glücklicherweise dann auch musikalischer. Ich kenne eigentlich nur Effekte, die nicht vorhandene Höhen draufsetzen, z.B. durch Jitter oder HF-Noise. Effekte, die ein digitales Signal dumpf werden lassen, wäre ein völlig neues Ding. :shock:

Bitte verstehe mich aber richtig. Ich habe volles Vertrauen in Deine Hörsitzungen und Deine Analysen. Ich finde nur, dass die Logik dazu rät, eher das "Dumpf" als das Richtige anzusehen, auch wenn das Brillante in Deiner Konstellation vielleicht besser weg kommt.

Grüße
Ralf
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Beitragvon Kienberg » 09.09.2011, 13:00

Hallo Freunde,

Franz hat geschrieben:Viele Leute sprechen nicht ohne Grund bei Linn-Gerätschaften von einem "Linn-Klang". Den scheint es in der Tat zu geben.

ob es nun einen "LINN-Klang" wirklich gibt, kann man ja nur vermuten, und sorum versuchen, unterschiedliche Hörergebnisse zu erklären. Ich jedenfalls habe den LINN Sneaky, nach dem Upgrade auf Davaar 1, klar und deutlich dem G-Sonos aus den folgenden Gründen vorgezogen:

1. Instrumente hatten "mehr Körper", Kontrabässe, Posaunen, Hörner, Tuben, Pauken etc. kamen mit mehr Wucht, man konnte die Gundtöne bessser raushören, z.B. auch die Pedaltöne der Posaunen

2. Auch die Höhen waren richtiger, z.B. eine stark angeblasene Piccoloflöte kam so, wie ich sie Live kenne (des öfteren bläst ja unsere Flötistin in 1 m Entfernung von meiner Tuba mit voller Power ... kann zwar lästig werden...ist aber ECHT ! )

3. Der Einsatz der Instrumente, sowohl im grossen Orchester, wie in der kleinen Combo, kommt ungemein deutlich ... man ist versucht gleich hinzuschauen, WIE die Musiker da spielen.

Wenn ich es zusammenfasse:
Der G-Sonos klang im Vergleich zum Sneaky "dünn" und etwas "schmalbrüstig", mehr so in Richtung Barockmusik auf Originalinstrumenten gespielt. Ein Klangbild das mir weniger zusagt.

Habe meinen G-Sonos ja auch kurz danach verkauft und für mich entschieden, weiter in den "LINN-Klanghimmel" aufzusteigen ... und da kam eben ein wunderbarer Renew DS des Weges.

Jetzt erlebe ich jeden Tag neu, wie nahe der von Euch vermutete "LINN-Klang" mir das Live-Erlebnis aus dem Wiener Musikverein in meinen Hörraum "beamt" ! :D

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich zu 80% grossorchestrale Werke ab Wiener Klassik höre, ganz besonders aber Werke meines Lieblingskomponisten Gustav Mahler. Barockmusik, auch wenn diese aus der Feder von J.S. Bach stammt, höre ich meist nur zu Beginn eines "Konzertabends" ... sozusagen als Ouvertüre und bevorzuge auch dabei Einspielungen, wo die Streicher mit gepflegten Vibrato zu gefallen wissen.

Ich kann mir also gut vorstellen, dass Barockmusikfreunden der "dünnere" Klang des G-Sonos besser gefällt. :wink: :mrgreen:

Gruss
Sigi
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Beitragvon Franz » 09.09.2011, 13:28

Naja, von "dünn" würde ich eher nicht reden wollen, es wirkt mit dem G-Sonos eher "entschlackter", glaube sogar, daß er in den tiefsten und höchsten Lagen tiefer bzw. höher geht, jedenfalls ist das mein Eindruck. Der Linn spielt jedoch körperhafter, der hat mehr "Fleisch am Knochen", außerdem malt er die Klangfarben prächtiger aus. Sei es, wie es sei: Lezten Endes sitzt man bei einem Vergleich davor und stellt sich die Gretchenfrage, womit man lieber hören möchte. Und mit einem Linn swingt und groovt es halt mehr. Ist auch Geschmackssache. Bessere Messwerte sind eben nicht alles, sie müssen vom Hörer auch so empfunden werden können, sonst ist das rein akademischer Natur. Und da sind wir wieder bei der analogen Wiedergabe per Platte. Dem ist der Linn jedenfalls näher als der G-Sonos, zumindest in meinen Ohren.

Gruß
Franz
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Beitragvon Kienberg » 09.09.2011, 13:58

Hallo Ralf,

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Ein Verschmieren kann ich jedoch nicht feststellen. Ich bin eher fasziniert von der Detailauflösung. Vielleicht spielt da mein Big Ben eine Rolle.

dem stimme ich zu, habe bei guten Aufnahmen nicht im geringsten feststellen können, dass der Sneaky "verschmiert", im Gegenteil, gerade der Einsatz von Soloinstrumenten kam mit grosser Präzision am richtigen Platz, wie ich dies vorher so nicht hören konnte. Und ja, der Sneaky lief bei mir ebenfalls über die BigBen in den Denon AVP.

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Das klingt dann mit analytisch "programmierten" Ohren - was sie beim Vergleichen immer erst mal sind - zunächst gerne spritziger, brillianter. Beim längeren Musikhören merkt man aber sehr schnell, dass es so einfach nicht stimmt und vielleicht sogar nervt.

Sehr schön beobachtet, genauso höre ich die Unterschiede zwischen 24/192 und CD bei Deinen hervorragenden "Comparison Kits". :D

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Ich kenne eigentlich nur Effekte, die nicht vorhandene Höhen draufsetzen, z.B. durch Jitter oder HF-Noise. Effekte, die ein digitales Signal dumpf werden lassen, wäre ein völlig neues Ding. :shock:

Diese artefaktfreie Reproduktion der Höhen beim Sneaky stellte ich immer wieder gerade bei der Piccoloflöte fest. Klangfarbe und Dynamik dieses kleinen Instruments kommt ungemein natürlich, wie ich's halt aus unseren Proben kenne, hier stimmt alles.


Gruss
Sigi
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