Klaus (DIY-LS)

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Klaus (DIY-LS)

Beitragvon Sire » 22.02.2014, 15:36

Geschätze Forenmitglieder,

heute möchte ich mich vorstellen, registriert habe ich mich schon vor einiger Zeit.

Dieses Jahr noch werde ich die "50" erreichen. Für Musik interessiere ich mich schon so lange ich denken kann. Allerdings habe ich Musik nie wirklich HiFi oder gar Highend gehört, deshalb dürft Ihr mich in sämtlichen Belangen durchaus als Anfänger betrachten.

Wie bin ich nun hier im Forum gelandet? Vielleicht darf ich ein wenig ausholen? Letzten Sommer wollte ich für unserer Gartenhaus eine mobile Soundbox bauen. Als Zutaten besorgte ich mir Lautsprecherchassis (BG20 von Visaton) und einen kleinen Verstärker, Indeed 2021. Zuvor hatte ich mich mit Lautsprecherbau etc. nie befasst. Dann habe ich aber für das Projekt eine andere Lösung gefunden und der Selbstbau für das Gartenhaus hatte sich so erledigt. Da reifte der Entschluss, etwas für unser Wohnzimmer zu bauen. Dort taten bisher zwei Bose-Nachbauten aus den 70er Jahren LDL-749-Lautsprecher und ein Grundig Receiver R3 Fine Arts ihren Dienst. (Und tun es zeitweise noch immer)

Auf der Internet-Suche nach einer Verwendungsmöglichkeit meiner bereits erworbenen Breitbänder fand ich ein Projekt, das mich ansprach. Je Gehäuse werden zwei BG20 parallel geschaltet und ein Hochtöner mit einem Kondensator angekoppelt. Die Breitbänder arbeiten nach dem Compound-Prinzip. Einer davon sitzt im Inneren des Gehäuse, kann aber nach unten frei abstrahlen. Der Hochtöner ist koaxial montiert. Näheres zu dem Projekt ist hier zu finden: http://www.analog-forum.de/wbboard/boar ... ost1293801. Ich musste mir nur noch Hochtöner besorgen, meine Wahl fiel auf die TW6NG von Visaton, die ich mit 2µF Kondensatoren angekoppelt habe. Wie Ihr vielleicht bereits bemerkt, sind die Zutaten nicht wirklich High-End. Meine Raumsituation aber auch nicht. Aber davon später mehr. Seid Ihr noch interessiert? Ich erzähl noch ein wenig weiter...

Zeit ist immer ein Thema bei mir, deshalb hatte ich den Nachbau der Lautsprecher in die Weihnachtszeit verlegt. Im Herbst befasste ich mich mit weiterer Recherche. Dabei bin ich das erste Mal über das Thema digitale Raumanpassung gestolpert. Und bei weiterer Suche zu dieser Thematik landete ich dann hier im Forum. Und habe hier wertvolle Informationen gefunden. Ich muss aber bekennen, dass ich den hochkarätigen Ausführungen nicht gänzlich folgen kann. Hier macht sich bemerkbar, dass ich mich schon mit den Grundbegriffen herumplagte. Phase, was ist eine Phase? Jesses, ich habe was ganz anderes gelernt, bin Therapeut kein Elektroingenieur. Aber so einiges kann man sich doch aneignen. Neugierig bin ich jedenfalls. Mein jetziger Lernprozess erinnert mich an meine Anfangszeiten mit Linux vor 15 Jahren. Damals war eine Linux-Installion noch nicht trivial, Nächte saß ich daran, meine ISDN-Karte ans Laufen zu bringen. Aber ich schweife ab. Das Linux-Interesse war es aber, weshalb ich im Herbst einen Raspberry kaufte. Um es kurz zu machen, ich habe mir ein HiFiBerry-Soundinterface dazu besorgt und Volumio installiert.

Mein Raumsituation ist alles andere als optimal. Und kann auch nicht ohne Weiteres geändert werden. Der rechte Lautsprecher steht in einem Durchbruch zum nächsten Zimmer, der linke in einem offenen Türdurchgang zu einem Flur. Der Türdurchgang wird als solcher nicht genutzt, soll aber offen bleiben. Zwischen "Tür" und Durchbruch ist eine Art 50cm breiter Pfeiler. Hinter dem Hörplatz ein Fenster, rechts vom Hörplatz ein Fenster und eine Verandatür. Alles ohne Vorhänge, so soll es nach dem Willen meiner Liebsten auch bleiben. Links eine Wand mit einem großen Spiegel.

Da könnte eine digitale Raumanpassung doch nützlich sein? Aber es soll minimalistisch sein und keine weiteren Kosten verursachen. Ein Messmikro ist natürlich erforderlich. Aber ansonsten im Betrieb nur Raspberry+HiFiBerry, der Indeed 2021 und die beiden Lautsprecher mit jeweils 2 BG20 und einem angekoppelten TW6NG.

Zuerst ging es an die Erstellung der Filter. Dazu musste ich ein Notebook bemühen, da der HiFiBerry über keine Eingänge verfügt. Ein günstiges und kalibriertes Messmikro fand ich bei hifi-selbstbau.de. Bei der Filtererstellung mit DRC blicke ich noch nicht ganz durch, bzw. fehlt mir die Zeit zu einem intensivem Studium. Daher habe ich mir mit DRCDesigner beholfen. Ein leicht zu bedienendes Programm. Die Filter waren denn auch ruckzuck erstellt. Und, oh Wunder, der Test mit dem Notebook brachte Erstaunliches zutage: Wo vorher Stimmen aus dem "Pfeiler" erklangen, waren sie nun in die Mitte gerückt, die Instrumente deutlich zu orten und eine Tiefenstaffelung stelle sich ein.

Brutefir auf dem Raspberry? Ich muss gestehen, ich hab es nicht geschafft. Und war schon kurz vor dem Aufgeben. Dann habe ich hier im Forum den Hinweis auf folve entdeckt... Was soll ich sagen: Folve läuft auf dem Raspberry und seit vorgestern höre ich nur noch gefaltet. Mit einem zufriedenen Grinsen über die erstaunliche Hörqualität und meinen kleinen Erfolg mit einem minimalistischen Setup.

Einen herzlichen Dank an Fujak, uli.brueggemann, frankl, Simon.Rabert, CWZ, Melomane und alle anderen die sich in den einschlägen Threads beteiligt haben. Besonderen Dank an Unicos, der die folve-Entwicklung angestoßen hat.

Fürs weitere könnte ich mir vorstellen, irgendwann aktive Lautsprecher zu bauen. Aber das liegt noch in der Ferne. Im Moment bin ich zufrieden.

Viele Worte sind es geworden.

Herzlich
Klaus
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Beitragvon aktivator » 22.02.2014, 22:12

Hallo Klaus

Ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Bei deinem mutigen Vorhaben werden dir hier viele Leute helfen können. Mutig deshalb weil du als Anfänger dich irgendwann gleich in die Königsklasse wagen willst.

Sire hat geschrieben:bin Therapeut kein Elektroingenieur. Aber so einiges kann man sich doch aneignen.

Aber wer nicht wagt ... Wie gesagt ich probiere auch gerne aber bei manchen Sachen (Schuster bleib bei deinen Leisten) ... Aber hier gibt es viele Tüftler die dir bei Vielem helfen können, bin gespannt was draus wird. Stell mal ein paar Fotos von deinem Hörraum ein dann kann man schon einige Tipps geben.

Grüsse Andreas
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Beitragvon Sire » 22.02.2014, 23:38

Hallo Andreas,

vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Königsklasse wäre für mich die Entwicklung geregelter Aktivlautsprecher. Bevor Missverständnisse entstehen, daran hatte ich nicht gedacht. Ich habe z.b. Romans und Gerts Threads gelesen. Gelesen, aber weniger verstanden...

Mein Interesse liegt im Moment auch noch eher dort, wo ich bereits angesetzt habe: Convolving und minimale Umsetzung. Und natürlich auch ein Grundverständnis dafür zu entwickeln. DRC z.b., da habe ich DRCDesigner verwendet, um die Filter zu erstellen. Mit REW habe ich bereits (Raum-)Messungen durchgeführt. Noch ist mir aber nicht klar, wie ich die Messergebnisse mit Konsolenbefehlen in brauchbare Filter hätte wandeln können. Tatsächlich habe ich mit DRCDesigner ja brauchbare Filter bekommen, aber die Hintergründe interessieren mich. Und "brauchbare" Filter lassen sich bestimmt noch optimieren. :cheers:

Klaus
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Beitragvon frankl » 23.02.2014, 00:05

Hallo Klaus,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Du hast Dein Hifi-Projekt sehr schön beschrieben. Ich bin mir sicher, dass das beschriebene System schon so manches (erheblich teureres) aus dem Hifi-Laden klanglich in den Schatten stellt. Und umgekehrt gibt es natürlich, falls Du Lust und Laune zu weiterem Experimentieren hast, an allen Ecken und Enden weitere Verbesserungsmöglichkeiten.

Gut zu hören, dass Du mit DRCDesigner den Einstieg in die Nutzung von Denis Sbragions DRC gefunden hat. Damit hat man zwar nicht Zugriff auf alle Möglichkeiten von DRC, aber dafür ist einiges selbsterklärend - insbesondere muss man nicht viele Details darüber wissen, wie man eine Messung macht und diese in DRC einfüttert. (Ich benutze DRC nun schon seit einigen Jahren und habe das immer weiter verfeinert. Falls es ein allgemeineres Interesse gibt, könnte ich auch mal dokumentieren, wie ich Messungen mache und DRC nutze.)

Falls Du doch mal brutefir zum Laufen bringen willst, dann kannst Du hier im Forum sicher Hilfe bekommen.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon Sire » 23.02.2014, 00:44

Hallo Frank,

Deine Threads finde ich interessant, und darüber

frankl hat geschrieben:(Ich benutze DRC nun schon seit einigen Jahren und habe das immer weiter verfeinert. Falls es ein allgemeineres Interesse gibt, könnte ich auch mal dokumentieren, wie ich Messungen mache und DRC nutze.)

würde ich mich freuen. Aber erstmal vielen Dank für Dein Willkommen. Und ja, brutefir hätte ich schon gerne noch auf dem Raspberry laufen. Auf dem Notebook ist es kein Problem. Ich habe noch die Idee, meinen Plattenspieler mit integriertem Soundchip via USB mit dem raspberry zu verbinden. Da könnte dann brutefir hilfreich sein. Ob dann die Performance noch ausreicht, da bin ich nicht sicher. Es ist auch kein Muss, nur eine Idee... Apropo Performance: Mein PI ist nicht übertaktet und läuft mit 30-50% CPU-Last, wenn folve aktiv ist.

Klaus :wink:
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