Udo (aktive DIY-Dipole)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Udo (aktive DIY-Dipole)

Beitragvon ToP3 » 15.01.2014, 17:29

Hallo Forums-Aktivisten,

nach längerer Zeit des Passivismus und des Schwarzlesens will ich nun den Schritt in die Öffentlichkeit dieses Forums „wagen“.

Ich heiße Udo, bin Jahrgang 58 und wohne in der Nähe von Bremen.
Musik hören und Musikwiedergabe(geräte) faszinieren mich schon seit frühester Jugend.

Am Anfang stand das Röhrentonbandgerät meines Vaters (Grundig TK23(?) mit magischem Auge) mit dem ich über das Mikrofon (!) Sendungen aus dem (ebenfalls Röhren) Radio mitschnitt. Und wehe meine Mutter kam während so einer „Session“ ins Zimmer …

Irgendwann gab es den ersten Stereoplattenspieler (Phillips Wechsler) und dann Mitte der 70er Jahre die erste echte Anlage: Verstärker Grundig SV200 mit 5fach-EQ, Sansui Tuner und Altec 2-Wegeriche. Alle Rücklagen aus Omas Zuwendungen und dem Verdienst aus Ferienjobs wurden dafür aufgebraucht.

Später kamen ein Thorens TD160 mit Shure V15III bzw. AKG P8ES dazu. Der Grundig wurde gegen einen Harman Kardon ausgetauscht, der Sansui gegen Kenwood und die Altecs gegen Infinity 3-Wege. Cassettendecks von Onkyo und Nakamichi durften auch nicht fehlen. Die Jobs in den Sommerferien mussten für das nötige Kleingeld sorgen.

1981 dann der echte Rundumschlag. Nach Abitur und Berufsausbildung musste die (deutsche) HIFI-Wirtschaft angekurbelt werden: Thorens TD126 mit Koshin GST801 und Ortofon MC200, audiolabor feinMC + schalt ein, Backes&Müller BM6. Mann, war ich stolz und mein Umfeld erklärte mich für komplett verrückt.

1984 kam der erste CD-Player ins Haus (Philips CD104) und der Canton EC-P1 ersetzte die audiolabors.

Diese aktive Liebe kühlte sich in den nächsten 10 Jahren leider etwas ab. Die BM6 hatten zu viele Defekte (Mittel- und Hochtontreiber), sodass ich wieder passiv wurde. T+A T160 und T+A PA2000 Mk2 wurden als Ersatz beschafft, Sony CDP-X555 ES ersetzte den Philips. In dieser Kombination höre ich noch heute, mittlerweile ergänzt um ein NAS und einen low budget Streamer von Philips (NP2500).

Nun sind die Kinder aus dem Haus und mich juckt es, nach so langer Zeit mal wieder etwas zu ändern.

Angestachelt durch die vielen positiven Berichte hier im Forum soll als erstes ein Audio-PC à la
Franz/Fujak gebaut werden. USB-Dac wird erstmal ein Scarlett 2i2 damit auch „acourate“ Einzug halten und mit Messungen versorgt werden kann und dann kommt der eigene Hörraum. Soweit der Plan für dieses Jahr …

An dieser Stelle möchte ich allen aktiven Schreibern für den Input danken. Die vielen tollen und fundiert vorgetragenen Ideen/Lösungen haben mich sehr inspiriert, zumindest zum Nachahmen. Mangels tieferer technischer Kenntnisse bin ich leider vorwiegend auf Futter von außen angewiesen.

Musikalisch bin ich überwiegend in der Jazz-Ecke (+ Funk/Soul) zu Hause.

Viele Grüße,
Udo
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Beitragvon Bernd Peter » 15.01.2014, 20:28

Hallo Udo,

Werdegang und Gerätschaften kommen mir irgendwie bekannt vor. :wink:

Einen Audio-PC à la Franz zu bauen, ist ein interessanter Plan.

Laß hören, wie das ausgegangen ist. :roll:

Nette Grüße

Bernd Peter
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Beitragvon beltane » 15.01.2014, 22:45

Hallo Udo,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum, viel Spaß und interessante Informationen.

Wenn Du einen Audio PC ins Auge fasst inkl. Acourate als Raumanpassung, würde ich ergänzend noch JPlay und das Reclocking mit dem Mutec System ins Auge fassen.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon ToP3 » 02.02.2014, 20:03

Melde Vollzug !
Heute hat es endlich geklappt, der neue Audio-PC wurde in den Wohn-/Hörraum verfrachtet.

Und es ist gut ...
Am frappierendsten ist der Zugewinn im Bassbereich, deutlich runder und vor allem straffer.
Alles noch ohne JPlay, spez. Stromversorgung, Phil's AudioOptimizer, Acourate ...
Das gibt Anlass zum Optimismus und zu Lust auf mehr :D

Bisher habe ich nur mit JRiver gehört, das gefällt mir vor allem von der Oberfäche her (schön bunt :wink:).
Foobar ist dann als nächstes dran. Mal schauen, ob meine alten Ohren da etwas merken.

Grüße, Udo
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Beitragvon Holiday48 » 02.02.2014, 20:17

Hallo Udo,

habe eben erst deine Vorstellung gelesen, sorry. Viel Spaß hier mit den "verrückten" Aktiven. :mrgreen:
Habe auch mal zur Gymnasialzeit mit einem TK23 angefangen ...

Aber an die "Flac-Kiste" geh' ich nicht mehr ran ... mir reicht mein BMC. :cheers:

Bremen ist ja nicht so weit weg "vonne Autostadt wech".
... hab noch ne BM4 übrig. :mrgreen:

Gruß
Erhard
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Beitragvon ToP3 » 07.12.2015, 16:44

Moin zusammen,

es hat zwar länger gedauert als geplant, aber nun ist mein Hörraum (vorerst) fertig.

Es handelt sich um einen 5 x 5,3 m großen Raum mit ca. 2,50 m Deckenhöhe der aus 2 kleineren
Zimmern entstanden ist. Die entfernte Zwischenwand musste durch einen Stahlträger ersetzt werden.
Der Träger ist über die gesamte Raumbreite mit Knauf Cleaneo 5/25Q verkeidet (5 x 2 x 0,2 m).
Die Abhängung wurde mit 12,5 cm Rockwool Sonorock gefüllt (+ 8 cm Luft).
Die Wand hinter dem Hörplatz ist ebenfalls mit Cleaneo 5/25Q und 8 cm Sonorock (+ 8 cm Luft) verkleidet.

Das Ergebnis ist im Vergleich zu meiner vorherigen Hörsituation ein Wahnsinnsschritt nach vorn.
Aber wer "Acourate" hat, sieht natürlich was da noch gehen könnte. Besonders die Schwankungen im Bassbereich stimmen mich nachdenklich. Der IACC-Wert ist mit ca. 70 % auch nicht das Gelbe ...

Hier einige Bilder vom Raum und die Pulsantwort/Nachhallzeit.

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Gruß, Udo
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Beitragvon kampanolo » 07.12.2015, 22:03

Hi Udo,

...länger gedauert? Ich halte ein knappes Jahr bis zum eingerichteten Raum für... naja: "real!"
Das Ergebnis sieht schon echt gut aus :-)
Allerdings lassen die angegebenen Raummaße (fast quadratisch / Wandlängen halbe Raumhöhe) den Verdacht zu, daß es kein Selbstläufer wird im Sinne von Plug´n´Play. Da bekommt Acourate die Chance zu liefern.

Bei den Filtern hake ich mal ein, denn ich fände es wirklich interessant, die Fortschritte, oder auch später den Vergleich mit/ohne Acourate in einem laut Papierform nicht einfachen Raum zu hören.
Als ich mit Acourate erste Versuche unternommen hatte, kam die Space Optimisation als kostenloses Software UpGrade von Linn (direkt 2 Wochen nach Erwerb). Da ich damals weniger Zeit dafür verwenden konnte als mir lieb gewesen wäre, habe ich mit der Implementierung von Linn experimentiert und recht schnell ein wirklich gutes Ergebnis erzielt. Nun juckt es aber wieder und ich werde in nächster Zeit selber schauen, ob "da noch was geht?"

Hast Du schon Filter erstellt und erste Eindrücke gesammelt, oder ist der Raum (ich sehe, Du hast bereits einige Massnahmen getroffen die auf die alleinige Hörraum-Nutzung hinweisen :oops: ) doch gnädiger als ich aus der Ferne anmassend unterstelle?
(Der Blick auf die Anlage gefällt mir übrigens gut!)

Gruß aus HB, Karsten

btw - netter Avatar
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Beitragvon Vangogh » 08.12.2015, 09:24

Hi Udo,

sehr ansprechend. Gerade die Idee mit den Akustikplatten ist in Gegensatz zu manchen Nachrüstlösung aus dem Schaumstofflager einfach formschön.

Hast du die Planung der Knauf Platten unter Zuhilfenahme eines Raumaukustikrechners gemacht?

Danke für die Info
Grüße
Sven
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Beitragvon ToP3 » 08.12.2015, 17:29

Moin zusammen

Ich muss noch eine Korrektur nachreichen:
Die Knauf Akustikplatten heissen Cleaneo 12/25Q.

@Karsten:
Mit dem Raum muss ich wohl leben, besser als nix :D
Mangels Vergleichsmöglichkeiten hört sich das für mich erstmal "super" an.
Wie gesagt, die vorherige Hörsituation war eklatant schlechter und lässt sich am besten mit "Waschküche" umschreiben. Ich habe zwar Filter erzeugt, aber nicht alles zur Korrektur mit hineingenommen.
Der Schwankungsbreich ist einfach zu groß. Nur wie geht man da heran, was kann man noch "einfach" im Raum verändern ?

@Sven:
Nein, kein Akustikrechner.
Ich habe mir die Platten mit den, nach meinem Verständnis, breitbandigsten und wirksamsten Eigenschaften herausgesucht und die Dämmung "frei Schnauze" bestimmt, um den Raum nicht unnötig zu verkleinern. Glück gehabt, die Nachhallzeiten sind ja nicht soo schlecht ...
Die Akustikplatten(reste) rechts und links hinter den LS haben z.Zt. noch Luft im Rücken.
Hier will ich noch mit dickeren Sonorock-Dreiecken den Bassbereich etwas zügeln.
Mangels theoretischem Background mach ich das im Try and Error-Verfahren :oops:

Gruß, Udo
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wieder aktiv ...

Beitragvon ToP3 » 09.12.2016, 13:06

Moin zusammen,

jetzt bin ich wieder aktiv, meine DIY-Dipole sind in Betrieb.

Ich habe versucht, den "HifiAkademie Dipol" nachzubauen.
Bestückung bei mir je Seite 2 A&D-Audio R1524 und der Breitbänder TangBand W8-1772.
Die Frequenzweiche wurde von Dr. Brüggemann in Acourate realisiert.

Die Kette davor besteht aus:
- Audio-PC (DIY) mit JRiver
- RME Fireface UC
- HifiAkademie 4.Kanalendstufe (2x400W/2x250W)

Ich bin kein großer "Klangbeschreiber", aber soviel sei gesagt:
Für mich ist es "langzeittauglicher" geworden,
die Instrumente sind gut ortbar und der Bass fühlbar ...

Und so sieht es aus:

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Grüsse, Udo
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