Frederik (Backes & Müller BM 8 V-FET, Neumann KH 120 A)

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Beitragvon qwe » 19.02.2014, 08:13

Tolle Foto-Love-Story Frederick,

mit den 8ern sehe ich das sehr ähnlich, ohne sie zu besitzen. Habe ein Paar BM 10 Prozessor, mit denen ich eigentlich wunschlos glücklich bin. Ein echter Vollbereichs- und vollgeregelter Lautsprecher, der aber optisch nicht so dick aufträgt. Quasi die jüngere 8er.

Meine 14er läuft daher nicht so häufig... eventuell muss sie mal gehen, bleibt aber auch in der "Familie". Was ich auch immer wieder bestätigen kann, ist die gute Arbeit von Herrn Kühn oder von Michael (BM-Fan). Damit lässt sich entspannter und noch besser hören, aber das hat Dein Vater ja auch gerade festgehalten.

Beste Grüße,

Qwe
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Beitragvon Frederik » 28.02.2014, 19:03

Ja, möchte noch hinzufügen das sich auch mit den B&Ms die Ralph (Aktive Hifibörse) überholt und verkauft entspannt hören lässt. Falls notwendig, tauscht auch er die Chassis im Zuge einer Überholung aus (wie bei Werksüberholten).

Sehr zu empfehlen ist es auch für alle, die sich für alte B&Ms interessieren, günstig gebraucht kaufen und ab ins Werk (Kühn oder Zimmermann) damit. Da ist dann definitiv Ruhe.

Gut sind auch die Angebote vom Gülker die immer wieder auf ebay auftauchen, ist schon ein lustiger Trick die "alten" B&Ms günstig zu verkaufen um vorzugaukeln das die neuen auf ganzer Linie besser sind. :mrgreen:

Zugreifen solange es geht! :cheers:
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Generationenvergleich BM Prime 8 vs. BM 8 V-FET

Beitragvon Frederik » 23.04.2014, 21:16

Hi Leute,

Im neuen Jahr ist Hifi technisch bisher eine Menge passiert, so hatte ich das Vergnügen die B&M Prime 8 im eigenen Raum zu hören, hatte einen Oppo BDP-105EU zu Besuch, habe mir mit den KRK RP10-3 RoKit mal angehört was die Chinesen für kleines Geld bieten und schlußendlich mein Heimkino mit 4 Stück M-Audio BX8 D2 und einem geschlossenem DIY Subwoofer/Shaker mit 31er Chassis (voll) aktiviert. :D

Als mein Vater seine schwarzen BM 12 V-FET zur Überholung Herrn Kühn vom Service Center Süd anvertraute bot dieser an uns mit den BM Prime 8 einen Vertreter der Neuen B&Ms mit auf den Weg zu geben.

Die BM 12 werden nämlich direkt beim Kunden abgeholt und nach erfolgter Überholung wiedergebracht. Komfortabler geht es nicht.

Herrn Kühn möchte ich auf diesem Wege auch noch einmal für die informativen Telefonate und den tollen Service im Allgemeinen danken. :)

Somit kommt es hier nun zum "Generationenvergleich": B&M BM Prime 8 vs. B&M BM 8 V-FET

Was hat sich nach fast 30 Jahren geändert ?

Sehr gerne nahm ich die Gelegenheit wahr meinen persönlichen Favoriten unter den Neuen B&Ms in gewohnter Umgebung hören zu können.

Vorab hatte ich mich immer mal wieder mit den Neuen von Backes & Müller, insbesondere der Prime Serie beschäftigt und alles was man dazu finden kann gelesen.

Unter Anderem die:

"Einordnung der alten Backes & Müller Modelle in ein Klang-Preis-Verhältnis mit Bezug auf neuere und aktuelle Baureihen." von Herrn Gülker vom "Sprint Service".


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Toll sehen sie aus, die neuen von B&M. Das Design der Lautsprecher lässt sofort erkennen, da waren Profis am Werk. Insgesamt hochwertig anmutend mit leichten "Studio Touch", dem nüchtern wirkenden Nextel sei Dank.

Die erste kleine Enttäuschung ereignet sich beim obligatorischen "Klopftest".

"Autsch! das klingt hohl." :oops:

Ganz anders verhält sich da das 40mm dicke Spangehäuse der alten BM 8, eher bricht man sich den Knöchel als das man dem Gehäuse beim Klopfen einen Ton entlockt. :roll:

Gut, das muss nichts heißen, also auf zum Hörtest.

Als erstes merke ich: "Es klingt einfach echt". :shock:

Die virtuelle Bühne ist exakt abgezirkelt und hat realistische Ausmaße. Die Räumlichkeit ist extrem sauber und aufgeräumt, jedes Instrument, jede Stimme hat ihren festen Platz innerhalb der Musik.

Man fühlt sich wie live dabei, da können die alten B&Ms nicht mithalten. (Jedenfalls nicht ohne FIR Entzerrung.)

Ich vermute das liegt an der zeitrichtigen Wiedergabe der Neuen. Gegenüber den alten B&Ms ein teilweise exzessiv beworbener Vorteil.

Das habe ich so ähnlich schon einmal gehört, nämlich bei der KS digital C88-COAX nur das die B&M BM Prime 8, ebenfalls aus dem Hause Siegler stammend, sauberer klingt.

Kompressionstreiber und geregelte Tief/Mitteltöner machen ihre Sache besser als die Kombination aus Gewebekalotte und ungeregelten Tief/Mitteltönern in Bassreflexgehäuse. :P

Nach einiger Zeit des Hörens fällt mir allerdings auf, die Neuen können etwas anstrengend klingen.

Ein Schicksal welches die B&Ms ebenfalls mit den KS digital C88-COAX teilen, nur das die KS digital etwas schneller anfangen aufdringlich zu werden.

Der Kompressionstreiber spielt recht tief hinunter (880 Hz ?), die Frage ist nur ob er das auch gerne macht. :?

Danach hört es sich für mich nicht an. Im Hochtonbereich bleibt etwas Eigenklang übrig, welcher die Prime 8 obenrum etwas wie einen PA Lautsprecher klingen lässt.

Der Bass ist trocken, ein bisschen trockener als bei der alten BM 8, was vielleicht daran liegt das hier 2x 8 Zoll Chassis, statt einem 10 Zoll Chassis arbeiten. Die Regelung wurde, soweit ich weiß, seit dem Weggang Friedrich Müllers nicht weiterentwickelt.

Im Bassbereich meine ich zu hören, dass sich das dünne Gehäuse bemerkbar macht. Es kann zuweilen etwas hohl klingen, und auch im Bereich der Mitten meine ich stört das Gehäuse durch ein leichtes Dröhnen und zeichnet, in meinen Ohren, mitverantwortlich dafür, das man die Neuen von B&M als Lautsprecher wahrnimmt. Wenn auch als "sehr gute", nur dass die alten BM 8 im Gegensatz zu den Neuen völlig frei von derartigen Fehlern sind.

Als ich von der Prime 8 zurück auf die alte B&M BM 8 V-FET schalte, fällt mir erst das Ganze Ausmaß der Unterschiede auf.

Die BM 8 V-FET fällt einfach nicht auf.

Komplett mühelos entfaltet sich die Musik vor einem. Es ist als ob man vorher ein Rauschen gehört hat (quasi die Summe allen Eigenklangs), was beim Umschalten auf die vollgeregelte BM 8 entfällt. Das ist ersteinmal ungemein entspannend und macht deutlich in welchem Maße, die Prime 8 den Hörer "stresst".

Ich hätte schon gerne die exakte, zeitrichtige Wiedergabe räumlicher Klangstrukturen wie sie die Prime 8 bietet, bin aber nicht bereit deswegen auf den fehlenden Eigenklang des Originals zu verzichten.

Abschließend soll die geäußerte Kritik jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei der Prime 8 insgesamt um einen sehr guten Lautsprecher handelt. (Die BM 8 V-FET empfinde ich als „ausgezeichnet“.)

Es ist Kritik auf hohem Niveau, welcher sich die Prime 8 allerdings nicht zuletzt wegen ihres in Anbetracht der klanglichen Leistung (sehr) ambitionierten Preises stellen muss.

Überhaupt, das größte Problem dass dieser Lautsprecher hat ist (meiner Meinung nach) der Preis. Die BM 8 V-FET hatte zu D-Mark Zeiten, rein numerisch betrachtet mit 9000.- DM einen ähnlichen Neupreis. Aber Friedrich Müllers BM 8 scheint in jeder Hinsicht für die Ewigkeit gebaut zu sein, wohingegen die neue Prime 8 wie ein möglichst kosteneffektiv konstruiertes Konsumprodukt daherkommt.

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Die Unterschiede zeigen sich zuerst beim Gehäuse, wo die BM 8 V-FET mit 40mm dicken Span klotzt, genügt der Prime 8 ein Gehäuse das schon beim einfachen Klopftest durchfällt. Die massiv geformten Kühlkörper welche auch unter Dauerlast nicht einmal handwarm werden wurden bei der Prime 8 auf Miniaturgröße geschrumpft, und nicht zuletzt fehlt es der Prime 8 gegenüber dem Original an geregelten Hoch und Mitteltönern. Was sich klanglich negativ bemerkbar macht.

Wer diese beiden Lautsprecher in echt einmal nebeneinander gesehen (und vor allem gehört) hat wird verstehen was ich meine.

Noch deutlicher wird das Ausmaß der Gewinn optimierenden Maßnahmen wenn man die beiden Lautsprecher einmal hochhebt. Während sich die Prime 8 mit ihren 32,5 Kg locker in die Höhe reißen lässt, sollte man bevor man plant die 52 Kg schwere BM 8 V-FET anzuheben gut gefrühstückt haben. :shock:

Nichts für ungut, aber klanglich sehe ich die Prime 8 eher auf einer Ebene mit der ebenfalls nur teilgeregelten B&M Sigma. Die BM Prime 8 legt den Fokus auf Zeitrichtigkeit und klingt dabei anstrengender, die Sigma räumlich ungenauer dafür entspannter und damit langzeittauglicher.

Die BM 8 V-FET ordne ich eine Klasse über der Prime 8 ein, obwohl die Neue die Alte in manchen Bereichen schlägt kann sie sich nicht auf ganzer Linie gegen das Original durchsetzen.

Es mag einige Gründe geben weshalb man als Hörer der Alten B&Ms auf die Neuen Modelle umsteigen möchte, der Klang wäre für mich persönlich in diesem Fall keiner davon.

Ein angemessener Neupreis für die Prime 8 läge in meinen Augen auch eher bei um und bei 3999.- Euro. Also etwas weniger als die Hälfte.

Das ich damit nicht ganz falsch liegen dürfte beweist vielleicht, dass man für etwa die Hälfte des Preises einer B&M Prime 3 die Zwillingsschwester aus dem Studio Bereich, die KS Digital ADM-30 bekommt.

Es ist schon eine Weile her, dass die Prime 8 bei uns war. Ich habe mir mit dem Einstellen des Berichts etwas Zeit gelassen, in der Zwischenzeit aber nicht für alles schonendere Worte gefunden. Meine Eindrücke hatte ich während des Tests notiert, sodass sie bis zum heutigen Tag nichts von ihrer Authenzität verloren haben. :wink:

Die Prime 8 findet also in ihrem Urahn, nämlich Herrn Friedrich Müllers BM 8 aus den 80ern ihren Meister.

Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um sehr gute Lautsprecher, die sich wohltuend vom passiven Lautsprechereinerlei abtun, und auch unter den Aktiven Lautsprechern positiv herausstechen.

Die neuen Modelle sind allesamt sehr interessante Alternativen zu den Originalen „Classic Line“ Modellen, können diese allerdings (anders als regelmäßig beworben) nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht klanglich ablösen und wären mir persönlich für das (klanglich) Gebotene obendrein viel zu teuer.

Damit sind meine heimlich geschmiedeten Pläne mir irgendwann eine Gebrauchte BM 2s oder eben Prime 8 zuzulegen auf Eis gelegt.

Schade, denn so werde ich mir wohl beim nächsten Umzug den Rücken verrenken. :P

Kurz was zum Oppo BDP-105EU, den ich etwa zeitgleich mit der Prime 8 geliehen bekommen habe. (Von einem Aktiv interessierten Besucher, welcher sich mit mehreren Oppos eingedeckt hatte.)

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Gehört habe ich mit den normalen Cinch Ausgängen die Teil des Mehrkanal Pre Outs sind. Bei Musik fand ich klang es anders als mit meinem Focusrite. Vielleicht weniger warm und etwas straffer im Bass?

Gefallen hat mir das nicht, ich fand die Unterschiede insgesamt allerdings auch zu subtil, gut möglich dass mir die umständliche Bedienung per App den Hörspaß genommen hat. (Die Fernbedienung stand mir leider nicht zur Verfügung.)

Bei Filmen fand ich klang es genauso wie man es von AV-Receivern mit Pre Outs gewöhnt ist, nur dass man hier kein Einmesssystem hat.

Ich konnte via MacBook Air ausprobieren was Dirac im Mehrkanalbereich leistet, das hat mir wiederum sehr gut gefallen. War allerdings von der Handhabung her zu umständlich. Da warte ich auf eine bezahlbare Hardware Lösung die Dirac integriert hat. (Emotiva?, Mini DSP?)

Ich bin jedenfalls weiterhin zufrieden mit meiner günstigen Focusrite Scarlett 2i2 Dac-Vorstufen-Kombination, schnell ist es mit dem MacBook Air via USB verbunden, die richtige Lautstärke gewählt und zum messen kann man es auch noch gebrauchen, was will man mehr?

Nachdem ich mein 2. Paar B&M Sigma verkauft hatte hab ich mir ein Paar gebrauchter KRK RP10-3 RoKit geholt weil mich diese günstigen Chinesen interessierten.

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Es handelt sich dabei um einen 3-Wege Aktivlautsprecher, der von der Bestückung her meiner BM 8 nicht unähnlich ist. Jedenfalls von Weitem betrachtet. :P

Für sich genommen ein guter Lautsprecher, der recht souverän mit höheren Pegeln umgehen kann.

Die Vorteile der aktiven Bauweise kommen hier voll zum Tragen. Obenrum klingt es sauber und aufgeräumt, der Bass ist kräftig und reicht recht tief hinab, bis in die Nähe der 30 Hz Marke. Mir ist kein passiver Lautsprecher bekannt der da klanglich mithält, schon gar nicht für das Geld.

Als ich die Chinesen via Dirac digital entzerrte legten sie klanglich deutlich zu. Noch räumlich realistischer und noch mehr aus einem Guß spielten sie nun.

Die ebenfalls via Dirac entzerrten B&M BM 8 V-FET, hatten nun denselben Frequenzgang wie die Chinesen.

Anfangs klangen beide Lautsprecher recht ähnlich, mit der Zeit merkt man aber doch warum man mehr Geld für Lautsprecher ausgeben kann. Die Chinesen werden trotz Entzerrung nach einiger Zeit "nervig".

Problematisch ist der recht stark ausgeprägte Eigenklang. Es klingt alles ein bisschen nach Plastik und der Bassreflex Bass ist seiner Natur entsprechend das Gegenteil von trocken. :roll:

Das Gehäuse ist extrem dünn (!) und besteht aus 10mm dicken MDF, die aufgesetzte Plastikfront klappert jämmerlich, sofern man es wagt sie einem "Klopftest" zu unterziehen. Hoch und Mitteltöner sind in einem eigenem kreisrunden Plastikgehäuse untergebracht. Das Tieftonchassis hingegen macht einen recht soliden Eindruck.

Für das Geld was einen die RoKit neu kosten, bekommt man locker eine sehr gut klingende Gebrauchte B&M Delta oder Sigma welche die klobigen Chinesen deklassieren.

Ich hatte mir die RoKits nocheinmal im heimischen Garten angehört, da sich das beim schönen Wetter geradezu anbot. Dort wurde mir schnell klar, der beste „Raum“ ist immer noch der Garten. Ich habe noch nie so viel unverfärbten Direktschall gehört, ohne dass es „unnatürlich“ klingt.

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Die nächsten baulichen Akustikmaßnahmen werden sich also an dem Ideal der Akustik im Garten messen lassen müssen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 8)

Die RoKits bin ich tags drauf wieder losgeworden. Recht pünktlich, denn zu dem Zeitpunkt war mir klar wie ich mein Mehrkanal System aufbauen möchte.

Kurz davor hatte ich mir einen gebrauchten Onkyo TX-NR708 zugelegt, weil ein AV-Receiver für mich immer noch die günstigste Möglichkeit darstellt ein Mehrkanal Setup aufzubauen.

Der fungiert jetzt als Vorstufe für die 4 Stück M-Audio BX8 D2 und den DIY Subwoofer/Shaker.

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Die M-Audio BX8 D2 überraschen aufgrund des Paarpreises von nur 249.- Euro.

Ich finde sie machen ihre Sache gut, nicht nur "fürs Geld" sondern generell.

Sie klingen ausgewogen, detailreich, durchhörbar und haben einen ausreichend tiefen Bass (bis 40 Hz). Kurzum, es gibt keinen Grund die 250.- Euro in einen passiven Lautsprecher zu stecken, denn alle Vorteile der aktiven Bauweise werden schon für kleines Geld hörbar.

Die M-Audio haben zudem einen weniger stark ausgeprägten Eigenklang als die RoKit. Das Gehäuse ist vom Aufbau her ähnlich, als würden sie in der selben chinesischen Fabrik gefertigt. (Werden sie wahrscheinlich auch.) Aber allein dadurch, dass die M-Audio ein gutes Stück kleiner als die Rokits sind, hinterlässt das Gehäuse einen kleineren akustischen Fingerabdruck.

Genau wie die RoKit können sie der BM 8 natürlich nicht das Wasser reichen, dafür klingen sie im Vergleich zu unentspannt.

Dennoch, für die Einschätzung „gut“ reicht es allemal. Vor allem wenn ich bedenke was ich an passiven Lautsprechern alles gehört habe was weitaus teurer war und nicht annähernd so gut klang.

Wer nicht viel ausgeben mag findet hier für kleines Geld den Einstieg ins Aktive Hören und/oder wie in meinem Fall eine günstige Möglichkeit auch bei Mehrkanal mit ausreichend Membranfläche „vollaktiv“ zu werden.

In meinem Mehrkanal Setup trenne ich sie bei 80 Hz, ab dann übernimmt mein erster Ausflug in den DIY Bereich den Job.

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Und der hat es in sich, der LFE Kanal ist schließlich nicht nett zu Lautsprechern und fordert diesen einiges ab. Komischerweise klingt mein selbstgebauter Subwoofer gar nicht mal schlecht, sondern irgendwie sogar ganz gut.

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Ich hätte nicht gedacht, dass das so leicht geht. Wie man sehen kann spielt er sogar knapp bis 30 Hz hinab, was mir persönlich momentan völlig reicht. Das 310mm Chassis mit „Wave Sicke“ sitzt in einem (recht kleinen) geschlossenen Gehäuse und wird von einer Thomann the t.amp S-150 mk2 Endstufe angetrieben.

Ich sitze beim Filme schauen direkt über dem Subwoofer, welcher unter dem Bett Platz findet. Ich meine es klingt recht ausgewogen, ist das vielleicht sogar die optimale Aufstellung für einen Subwoofer ? (Direkt am Hörplatz?)

In der Theorie hatte ich mir gedacht, dass der Subwoofer auch ruhig gleich noch als Shaker funktionieren könnte, was er in der Praxis auch tatsächlich wie gewünscht tut.

Wenn man ausreichend laut hört, hat man dieselbe Wirkung wie bei einem „Shaker“ nur das der Effekt „breitbandiger“ wirkt - also nicht nur an dem Punkt wo der Shaker angebracht ist.

Der Ausflug in den DIY Bereich hat sich für mich gelohnt, zumal sich die Kosten nur auf 10.- Euro für den MDF Zuschnitt vom Baumarkt beliefen. Endstufe und Chassis hatte ich rumliegen. :D

Die Frequenzweiche für den Sub spielt der Onkyo, den ich eh für Mehrkanal benötige.

Die BM 8 hängen jetzt unabhängig vom Mehrkanal Setup am Focusrite und geben bei Musik den Alleinunterhalter. Auch bei Film machen sie natürlich eine ausgezeichnete Figur, lassen sich aber nicht wirklich ins restliche System integrieren.

Zu unterschiedlich sind die Frequenzgänge, zudem ist es mir nur recht wenn ich die geregelten Sensibelchen ein wenig schonen kann.

Deshalb jetzt 2 „Anlagen“.

Bei Filmen oder Games über die XBOX 360 kracht es teilweise recht ordentlich, da macht sich die voll Aktivierung rundherum (auch bei den Rears) positiv bemerkbar. Jedes Chassis hat seine eigene Endstufe, und das hört man. Details werden fein herausgearbeitet, während gleichzeitig die Hölle los ist.

Schön zu hören wenn zum Beispiel ein einfaches Telefonklingeln im Film so echt rüberkommt, dass man sich fragt ob man nicht vielleicht wirklich gerade angerufen wurde ...nur um dann im nächsten Moment von einer gigantischen Explosion zurück in den Film geholt zu werden.

Bei meinen bisherigen passiven Mehrkanal Lösungen hörte es sich einfach nur "matt" an, als ob die Hälfte verschluckt wird.

China sei Dank kosten Aktivlautsprecher heute nicht mehr die Welt. :cheers:

Grüße,
Frederik
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Beitragvon angermouth » 23.04.2014, 21:46

Hallo Frederik,

ein sehr guter Vergleich zwischen den beiden B&M 8. Ich bin momentan noch auf der Suche und schwanke auch zwischen alten B&M oder Silbersand und neuen B&M. Ich kann Deine Einschätzung sehr gut nachvollziehen, hätte es aber bei weitem nicht so gut ausdrücken können. Besonders das Thema Räumlichkeit und Zeitrichtigkeit hat mir bei den neuen B&M auch sehr gut gefallen, allerdings hören sich die alten Modelle für mich souveräner und entspannter an. Gerade beim Leisespielen gewinnen die alten Lautsprecher deutlich.

Deshalb danke für den Beitrag, er hilft mir bei meiner Entscheidung weiter.

Gruß,
Andreas
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Beitragvon Frederik » 23.04.2014, 22:34

Hi Andreas,

Vielen Dank. Freut mich wenn mein Beitrag helfen konnte.

Von Silbersand finde ich die Emotion 5 faszinierend, ist einerseits recht krass wie weit Herr Müller die Regelung perfektioniert hat, andererseits sind bereits die alten B&Ms verdammt gut und am Ende ist es dann eine höchst individuelle Angelegenheit.

Eine BM 12 ist im Bass nochmal eine ganz andere Hausnummer, (geregelte) Fläche ist durch nichts zu ersetzen. :P Nicht dass man "mehr" hört, da kommt es dann auf das "wie" drauf an.

Was sich immer lohnt sind natürlich digitale Helfer wie Acourate oder in meinem Fall Dirac und natürlich "bauliche Maßnahmen" was die Raumakustik angeht.

Allerdings macht es natürlich am meisten Spaß sich erst die Lautsprecher auszusuchen. :cheers:

Grüße,
Frederik
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Beitragvon vierzigo » 24.04.2014, 06:01

Morgen Frederik,

schöner Bericht, habe ich heute morgen beim Frühstück gelesen, da schmeckte das Schnittchen gleich noch besser. :D Wie immer mit vielen Bildchen gespickt, da kommt keine Langeweile auf.

Grüße

Oliver
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Beitragvon frmu » 24.04.2014, 07:49

Moin Frederik,

hast dir viel Mühe gegeben ... :cheers:

Trotzdem muß halt jeder seine eigenen Erfahrungen machen, denn wenn ich so zurück denke, haben mich die alten BM nie wirklich vom Hocker gehauen, muss aber einschränkend gestehen, dass ich sie bei Ralph in dem damals akustisch schrecklichen Vorführraum gehört habe. Du hattest da deutlich bessere Vergleichsbedingungen.

Frederik hat geschrieben:Von Silbersand finde ich die Emotion 5 faszinierend ....

Die Emotion 5 ist ein Schönspieler finde ich, vor allem fehlt ihr der Bass und das geht meiner Meinung für 18,5 k€ gar nicht.


Gruss
Frank
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Beitragvon Salvador » 24.04.2014, 09:24

Hallo Frederik,

vielen Dank für den interessanten Bericht, habe ihn auch zum Frühstück gelesen.
Insbesondere die Einschätzung zu alter und neuer BM 8 fand ich sehr aufschlußreich.
Danke auch für die detaillierte und sprachlich gelungene Beschreibung.

Beste Grüße,
Andi
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Beitragvon Herbert Z » 24.04.2014, 13:08

Hallo Frederik

Ein sehr schöner Bericht! Vielen Dank, has spaß gemacht zu lesen.

Mit einer BM-Omega, BM14, BM4 und nun BM12 habe ich aehnliche klangliche Erfahrungen gemacht.
Nachwievor tolle LS die einige Neuen heute noch in den Schatten stellen. Die konsequente Weiterentwicklung der Regelungstechnik und damit Ausloeschung fast jeglichen Eigenklang der Chassis ueberzeugt mich bei Silbersand noch am besten.

Noch viel Spaß beim Hobby

Herbert
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Beitragvon Uwe » 24.04.2014, 13:34

Hallo Frederik,

danke für den Bericht.

Ich bin mit meiner BM 18 immer noch sehr zufrieden. Schau mal unter “Aktiver Marktplatz“, da wird gerade eine angeboten.

Da ich Ende des Jahres in eine Etagenwohnung ziehe, überlege ich die Emotion 5 zu erwerben. Die Emotion 5 wird immer als zu schwach im Bass bezeichnet. Wie ist dein Gefühl? Ich fand den Raumklang sehr gut, den Bass habe ich nicht besonders getestet. Mir geht sie seit dem ich sie gehört habe nicht mehr aus dem Sinn.

Grüße Uwe
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Beitragvon Eisen7 » 24.04.2014, 14:10

Hallo Frederik,

danke für den tollen Bericht.

Finde die voll geregelten AGM sollten auch noch erwähnt werden, stehen für mich auf der gleichen Stufe wie Silbersand. Auch hier ist die Regelungstechnik und damit die Auslöschung fast jeglichen Eigenklangs der Chassis überzeugend gelungen.

Grüße Ralph
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Beitragvon Koala887 » 24.04.2014, 15:00

Hallo Frederik,

danke für den ausführlichen Bericht. :cheers:

Frederik hat geschrieben:Nach einiger Zeit des Hörens fällt mir allerdings auf, die Neuen können etwas anstrengend klingen. Der Kompressionstreiber spielt recht tief hinunter (880 Hz?), die Frage ist nur ob er das auch gerne macht. :? Danach hört es sich für mich nicht an. Im Hochtonbereich bleibt etwas Eigenklang übrig, welcher die Prime 8 obenrum etwas wie einen PA Lautsprecher klingen lässt.

Die Erfahrung hatte ich mit der Prime 3 und 8 auch gemacht. Der gesamte Mitteltonbereich klang für mich nicht besonders angenehm. Hier denke ich, ist der Übergang vom relativ großen Bass auf den kleinen Kompressionstreiber nicht besonders gut gelungen. Die Prime 6 und 14 klingen dagegen viel harmonischer, solltest du unbedingt auch mal hören. :wink:

Schöne Grüße
Daniel
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Beitragvon Frederik » 24.04.2014, 15:55

Hi Oliver,

Danke. Bilder sind doch das Salz in der Forensuppe. :lol:

Hi Frank,

Das kann gut sein. In meinem Fall hatten beide Lautsprecher gleichwertige Bedingungen. Zudem war der Frequenzgang für die A/B Vergleiche identisch entzerrt.

Sonst hätte die BM 8 V-FET mit ihrer etwas schönfärberischen original Abstimmung der neutralen Prime 8 die Show gestohlen.

Das der Silbersand Emotion 5 der Bass fehlt halte ich für ein Gerücht. Sie hat sich aber für mich so angehört, als würde ich wieder zum ersten Mal geregelte Aktivlautsprecher hören.

So trocken und explosiv klang es.

Dagegen wirkt meine BM 8 fast so lahm wie ein passiver Lautsprecher und im Bass aufgedickt.

Es ist also natürlich alles relativ und abhängig vom Maßstab den man ansetzt.

Hi Andi,

Danke. Ich habe mich bemüht dem Niveau des Forums gerecht zu werden. :D

Hi Herbert,

Das freut mich. Ich teile deine Einschätzung bezüglich Silbersand, der Herr Müller hat's nunmal erfunden. (Und entwickelt wohl kontinuierlich Tag für Tag weiter.)

Hi Uwe,

Mir geht sie seit dem ich sie gehört habe nicht mehr aus dem Sinn.


Dann ist doch alles klar. :D

Die Einschätzung "die haben ja gar keinen Bass", kann man auch als verstecktes Kompliment werten.

Da ich mir ziemlich sicher bin, dass die Emotion 5 auch den tiefsten Tiefbass wiedergibt.

Höchstens im Pegel wird es aufgrund der kleinen Chassis Limitierungen geben. Da könnte man ja vielleicht, falls man eh Acourate oder so im Einsatz hat, den Tiefgang auf digitaler Ebene begrenzen.

So mache ich es zurzeit bei meiner BM 8, da ist dann ab 30 Hz Schluss.

Hi Ralph,

Ja, AGM lohnt es sich eigentlich immer zu erwähnen. Die 7.4 haben mir auf dem Forentreffen ausgezeichnet gefallen. Die anderen Modelle kenne ich noch nicht. :wink:

Hi Daniel,

Das werde ich. Die Prime 6 und 14 wirken schließlich schon optisch harmonischer. :P

Mit freundlichen Grüßen, Frederik
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Beitragvon Zwodoppelvier » 24.04.2014, 16:03

Hallo miteinander,

das erinnert mich an Ralph Berres' Berkung, daß ihn an der damaligen BM7 der fehlende Mitteltöner gestört hatte (die BM6 hatte den, war aber gleich SEHR viel größer - auch vom Gewicht her praktisch das doppelte :shock: ).

Aus meiner Sicht sollte B&M auch überlegen, bei Prime 6 und 8 entweder auf kleinere TMT umzustellen oder einen der TMT durch einen echten MT zu ersetzen. Diesbezüglich ist die Prime14 sicher sehr viel gelungener.

@Frederik: Danke für die viele Mühe :cheers:


Viele Grüße
Eberhard

Komisch btw.: mir haben früher sehr technisch anmutende Dinge besonders gefallen - je älter ich werde, desto mehr neigt sich der Geschmack den rustikaleren Teilen zu. Daher finde ich so eine Uralt-BM6 oder 7 richtig schön, während ich mit den stylisch anmutenden aktuellen B&Ms leider so gar nichts anfangen kann...
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Beitragvon Fujak » 24.04.2014, 16:05

Hallo Frederik,

Dein Bericht basiert auf einer Ausgangslage, die es nur selten gibt, nämlich alte und neue Modelle unter exakt den gleichen Wohnraumbedingungen zu hören. Ein toller Bericht, der gut aufzeigt, weshalb die alten Modelle nach wie vor begehrt sind. Wer diesen direkten Vergleich nicht kennt, wird sicherlich auch mit den neuen Modellen glücklich - ohne zu wissen, dass man mit den alten Modellen mitunter mehr Klanggenuss fürs Geld bekommen kann.

Grüße
Fujak
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