Frank (Fullrange DIY-LS mit Fostex Fe206E)

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Frank (Fullrange DIY-LS mit Fostex Fe206E)

Beitragvon frankl » 27.01.2013, 02:06

Liebe Forumsteilnehmer,

ich heiße Frank und bin schon gelegentlich bei der Websuche auf diese Seiten gestoßen. Kürzlich wurde ich von Hans-Martin auf einige sehr interessante Diskussionen hingewiesen (im Bereich der digitalen Korrektur). Bei genauerem Hinsehen gefällt mir das Forum, die Art und der Stil der Diskussionen sehr gut. Dass man sich vor dem Schreiben anderer Beiträge erstmal vorstellen soll, ist eine gute Idee.

Aktive Lautsprecher habe ich nicht (und auch nicht vor, welche zu bekommen), ich muss also den Titel des Forums etwas weiter auslegen.

Hier sind ein paar Stichworte zu meinem "Hifi-Werdegang":

Seit der Schulzeit (in den 80ern) bis etwa 2005 hatte ich einige Geräte, mit denen ich jeweils eine ganze Zeit zufrieden war: Thorens TD147, Yamaha CD-X2, Verstärker von Technics und Denon, Cassettendeck, DIY 3-Wege Standboxen aus einem Bausatz. In den 90ern gab es einen ONIX OA 31 MM Verstärker und einen Harman Kardon HD7625 CD-Spieler, die lange bei mir Ihren Dienst versahen.

Seit 2005 habe ich einen separaten Raum mit etwa 15 qm für die Hifi-Anlage und ich wollte mich verbessern mit: Benchmark DAC1 Wandler am Digitalausgang des CD-Spielers, Cyrus 8vs Verstärker und Audiophysik Spark Lautsprecher. (Die Lautsprecher zu finden fand ich nicht leicht. Ich war überrascht, wie schlecht mir bei der Suche die meisten Lautsprecher gefallen haben, auch noch viel teurere.) Etwas später bekam die Anlage noch eine separate Stromleitung, einen Isotek Minisub GII für sauberen Strom und verschiedene bessere Kabel.

Ich habe dann zunehmend entdeckt, wie viel Information zu Hifi man im Internet finden kann. Vieles, oder sogar das meiste, ist Unsinn. Aber es gibt immer wieder Leute, die viel Erfahrung weitergeben und richtig gute Ideen haben. Mir wurde immer klarer, dass man mit Ausdauer und Experimentierlust zu wirklichem "High-End" finden kann, und dass das keine 6-stelligen Euro-Beträge kosten muss (und umgekehrt 6-stellige Beträge noch lange kein High-End sichern).

So habe ich Schritt für Schritt mit DIY und Geräten, die beim lokalen Hifi-Händler nicht zu bekommen sind, die gerade beschriebene Anlage zu einem nicht für möglich gehaltenen Niveau verbessert. Ich fasse die wichtigsten Schritte nur in Stichworten zusammen; bei Interesse kann ich dazu mehr berichten:

DIY-Kabel, Geräte-Aufstellung, raumakustische Maßnahmen, CD-Spieler durch Notebook und Trends-Audio UD-10.1 ersetzt, Raumkorrektur mit Denis Sbragions DRC und brutefir (der Start war nicht leicht, wurde aber dann sehr verfeinert), Trends-Audio TA-10.1 Verstärker und Mardis V3.0 Modding-Variante aus USA (unglaublich, wie alt der Cyrus dagegen aussah), lautlose Computer mit ALIX Boards, Experimente mit Stromversorgung für die genannten Geräte, DIY Lautsprecher mit Fostex Fe206E Fullrange Drivern in BIB ("bigger is better") Gehäuse, DAC durch Ayre QB-9 ersetzt, Verstärker durch Doppelmono Class D Endstufen mit DIY-Modulen NC400 mit SMPS600 Netzteilen von Hypex ersetzt, immer wieder mal an der Abspielsoftware gebastelt.

Meine Abspielkette ist jetzt sehr minimalistisch und kann sich hören lassen.

Hardware: Rechner mit ALIX Board und USB-Festplatte voller Musik (nicht im Hörraum) -> Standard-Ethernet-Kabel -> zweiter Rechner mit ALIX Board -> Aqvox USB-Kabel -> Ayre QB-9 DAC -> symmetrisches Kabel von Hypex mit XLR-Steckern im QB-9 und direkt in die Endstufenmodule -> Hypex NC400 Mono-Endstufen mit SMPS600 Stromversorgung -> Cat7 Ethernetkabel von Verstärkermodulen zu Lautsprechern -> BIB (20x30cm x 2m hoch, oben offen) mit Fostex Fe206E Fullrange. Stromversorgung mit separater Zuleitung hinter AHP-Sicherung und Isotek Minisub GII. Akustikschaum, um Reflektionen über 250Hz weitgehend zu vermeiden. Kalibriertes Messmikrofon ECM8000 mit Roland UA-25EX USB-Soundkarte.

Die Lautsprecher müssen nah an der Wand oder in der Ecke stehen (praktisch in kleinem Raum), sind in den Höhen sehr direktional und sind auf den Hörplatz ausgerichtet. Das ist hervorragend im Zusammenspiel mit DRC und sie decken einen Frequenzbereich von etwas über 20Hz bis über 20kHz ab (ohne Sub, ohne Frequenzweiche).

Die Software ist auch minimalistisch: Die (bis auf die Festplatte) lautlosen ALIX Rechner laufen unter Voyage-Linux mit einem selbst-kompilierten Kernel, der Ayre QB-9 wird mit dem ALSA USB-Audio Class 2 Treiber angesprochen. So ein Rechner mit 500Mhz Geode Prozessor kann auch zwei Stereokanäle mit brutefir beim Abspielen filtern. Mittlerweile mache ich aber Upsamplen und Filtern auf einem schnellen Rechner und speichere das auf der USB-Festplatte, die am ersten ALIX Rechner hängt. Zum Abspielen wird nur noch auf dem ersten Rechner die Lautstärke digital geändert und das (96/32 oder 88/32) Signal per Ethernet mit 'netcat' an den zweiten Rechner geschickt. Dieser hat eine "audiophile" Stromversorgung und macht nichts anderes, als das Signal mit 'netcat' zu lesen und per 'aplay' über USB an den DAC zu schicken. Ich vermute mal, dass sich das klanglich nicht vor den Software- und Streaminglösungen, die hier im Forum diskutiert werden, verstecken muss.

Meine ersten Forumsbeiträge werde ich nach Freischaltung zum Thema "FLOW" schreiben.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon GUSMaster » 27.01.2013, 12:49

Hallo Frank

Liest sich interesant deine Lösung
Viel Spass hier :cheers:

Gruss
Gunter
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Beitragvon Raal » 27.01.2013, 14:15

Hallo Frank,

herzlich Willkommen hier!

Wie bist du zufrieden mit den Hypex nCore 400 Endstufen?

Viele Grüsse
Andreas
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Beitragvon frankl » 27.01.2013, 23:30

Hallo Andreas,

danke für das Willkommen.

Raal hat geschrieben:Wie bist du zufrieden mit den Hypex nCore 400 Endstufen?

Kurz gesagt: Bei der Suche nach der ultimativen Anlage ist beim Verstärker für absehbare Zeit das Ziel erreicht.

Ein paar mehr Details:

Ich habe bei meinen Modulen einen Widerstand ausgelötet, der die Verstärkung von 26dB auf 12.6dB senkt. Das passt besser zu meinen Lautsprechern, die 96dB/W/m liefern, und meiner digitalen Lautstärkeregelung.
Auch mit 26dB ist kein Eigenrauschen des Verstärkers mit Ohr am Lautsprecher hörbar. Die Module übernehmen souverän die totale Kontrolle über die Lautsprecher und geben verfärbungsfrei wieder, was man hineinschickt.

Ich habe die Feinsicherungen gegen welche von Hifi-Tuning ausgetauscht; das war der einzige Tweak, den
ich für diese Module im Internet gelesen habe. Die Sicherungen habe ich bei allen besseren Hifi-Geräten getauscht und immer als deutliche Verbesserung wahrgenommen. In diesem Fall war der Unterschied nicht soo groß - weil es nicht viel Verbesserungspotential gibt.

Außerdem habe ich etwas mit Stromkabeln und Lautsprecherkabeln herumprobiert; fand die Module aber ziemlich immun gegenüber verschiedenen Varianten. Deswegen habe ich auch einfaches Cat7 Kabel statt aufwendigerer Lautsprecherkabel, die ich vorher hatte, genommen.

Es gibt einen > 6000 Seiten Thread auf diy-audio.com zu den NC400 Endstufen. Da ist die Informationsdichte natürlich ziemlich dünn. Was ich dem Thread und einigen anderen Foren entnehmen konnte:

  • Etliche Leute mit viel Erfahrung mit High-End Verstärkern nennen die NCores den besten Verstärker, den sie bisher gehört haben. (Es gibt sogar eingefleischte Röhrenfans, die konvertiert sind.)

  • Es gibt wohl keine Berichte, dass jemand eine bessere Stromversorgung für die NC400 gefunden hat, als die von Hypex dazu empfohlene SMPS600.

  • Einige Leute haben kommerzielle Endstufen mit den NC1200 im Vergleich gehört und finden die noch etwas besser; könnte sein, dass es damit zu tun hat, dass sehr leistungshungrige Lautsprecher betrieben werden.

  • Es gibt auch Leute, die die NC400 für aktive Lautsprecher verwenden.
Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon GUSMaster » 27.01.2013, 23:44

Braucht für meine LS viel Strom. :cheers:

Gruss
Gunter
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Beitragvon Raal » 28.01.2013, 18:22

Hallo Frank,

danke. Das bestätigt auch genau meine Erfahrungen. Danke noch für den Tipp mit der Sicherung. Ich selber konnte sehr gute Unterschiede zumindest zwischen WSS OEM Kabeln und VOVOX OEM Kabeln feststellen.
Ich selber bin sehr gespannt wie sue sich in meiner aktiven Manger Box machen. :cheers:

Viele Grüsse
Andreas
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Beitragvon RC23 » 06.08.2013, 18:52

Bin auch nach einigem Mitlesen in den Foren über die Endstufen Hifimediy T2, S.M.S.L SA-50 und L15-D beim Hypex NC400 hängengeblieben.

Antreiben möchte ich eine Open Baffle 4-Wege-Kombi, die sich an der LX521 von Siegfried Linkwitz orientiert. http://www.linkwitzlab.com/LX521/Description.htm Die Chassisbestückung ändere ich, da eigene Vorlieben und gute alte Chassis vorhanden sind.

Die Chassis bewegen sich alle im Bereich von 90 dB/W und Meter, sodaß nur im Baßbereich und Tiefmitteltonbereich richtig Leistung angezeigt ist.

Grundüberlegung ist pro Seite ein Hypex SMPS600 Netzteil einzusetzen, das dann alle 4 Endstufen versorgt. Der Komplettausbau mit 4x NC400 und einem SMPS600 bringt den Preis auf 3.700 Euro. Ist auch eine Mischbestückung von NC400 mit anderen asymmetrisch anzusteuernden Endstufen sinnvoll?

Habe mal gelesen, der NC400 läßt sich von 125 bis 400W skalieren. Bringt eine bedarfsgerechte Skalierung klangliche Vorteile?

Anzumerken ist, daß ich mit Audio-PC (JRiver und Acourate) und externer Soundkarte "Focusrite Saffire Pro 40" (8-Kanal-Interface), die Signale symmetrisch bzw. asymmetrisch ausgeben kann.

Grüße

Rüdiger
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Beeindruckende Stereo-Raumlupe

Beitragvon nihil.sine.causa » 16.10.2014, 12:04

Hallo Frank,

schönen Dank für den netten Empfang gestern. Ich habe viele Eindrücke gewonnen und will Dir und allen Interessierten ein paar Sätze dazu schreiben.

Franks Abhörkette ist die ungewöhnlichste, die mir bislang begegnet ist. Minimalistisch von ihrer Grundkonzeption her. Fangen wir am Ende an, bei den Lautsprechern: Fullrange (also keinerlei Frequenzweichen) mit klaren Nachteilen, die aber systematisch kompensiert werden. Im Bass erfahren sie eine Verstärkung durch eine raumhohe Hornkonstruktion und über alles wird der Frequenzgang grundsätzlich durch eine digitale Korrektur mit FIR Filtern korrigiert. Tonal ist das stimmig, das konnte ich auch an vielen Beispielen hören. Damit ist Frank aktiver und passiver Hörer zugleich, denn vor den LS kommen lediglich Verstärkerendstufen.

Die Ansteuerung erfolgt durch zwei selbst gebaute bzw. modifizierte Linux-Rechner. Ein Rechner bereitet die zu spielenden Stücke ggf. per online-Convolver auf, der andere spielt sie ab und sendet sie per Direktverdrahtung in den DAC, der nur einen USB-Eingang besitzt. Damit sind viele Funktionen einfach nicht vorhanden, die Frank nicht braucht. So besitzt der Abspielrechner keinerlei Grafikausgabe. Schon eine potentielle HF-Quelle weniger. Dass Frank die Player-SW selbst geschrieben und optimiert hat, wisst Ihr bestimmt. Es gibt dazu zahlreiche Beiträge im Forum und auch eine Webseite.

Der Raum ist passiv behandelt besonders an der Rückwand. Aber auch hier ist Frank nonkonformistisch unterwegs. Er hört über die kurze Seite von ca. 3m und hat die LS quer über die ca. 5m lange Seite aufgestellt. Eine irrsinnige Bühnenbreite ergibt sich so. Die LS sind penibel auf den Hörplatz hin ausgerichtet und bei der Hörplatzkorrektur, oder wie Frank sie nennt „Systemkorrektur“, ist sogar der Ohrabstand berücksichtigt.

Nun wie klingt das Ganze? Ich durfte meine üblichen Teststücke in Ruhe hören. Der erste Aha-Effekt kam, als ich Rosa Rauschen in Mono gehört habe. Das kam derart präzise aus einem kleinen Schlitz zwischen den LS, wie ich es so noch nie gehört habe. Bei Klavieraufnahmen war auffällig, dass das Instrument sehr kohärent dargestellt wurde. Klar hier fällt jede Mehrwege-Komplikation weg, die sonst mühsam durch S-Weichen oder DSPs ausgeglichen werden müsste. Mit solchen Maßnahmen lässt sich m.E. ein ähnliches Niveau in der Kohärenz erreichen. Und dann spielte Frank diese einfache Streichtrio-Einspielung ab: Beethoven: Streichtrio, G-Dur, op. 9 Nr. 1, 1. Satz, Trio Italiano d’Archi, 1968, Tonmeister: Harald Baudis. Und das Erlebnis werde ich so schnell nicht vergessen. Denn die Instrumente sind derart präzise verortet, wie ich das bislang noch nicht gehört habe: links die Violine, in der Mitte die Bratsche und rechts das Cello. Das klingt simpel aber über eine 5m breite Bühnendarstellung bei zwei handlichen Fullrange-Chassis war das schon sehr beeindruckend für mich. Im weiteren Verlauf hatten wir mehrere Aufnahmen, bei denen die räumliche Darstellung so gar nicht funktionieren wollte. Im Extremfall löste sich der Klang kaum von den LS. Andere Aufnahmen wiederum waren Klasse. Besondere Freude hatte ich an alten Bruno Walter Aufnahmen, wo die einzelnen Instrumentengruppen des Orchesters ebenfalls sehr präzise ortbar waren und über die gesamte Bühnenbreite verteilt aufspielten. Was die Aufnahmen so unterschiedlich klingen lässt, haben wir nicht wirklich verstanden. Die Vermutung: wenn wenige Mikrofone bei der Aufnahme im Spiel waren (z.B. bei dem oben genannten Streichtrio oder bei den Bruno Walter Aufnahmen) und/oder wenn mit großer Sorgfalt und Sachverstand abgemischt wurde (z.B. Domnerus, Jazz at the Pawnshop, Lady be Good) funktioniert die Lokalisation hervorragend. Leider hat auch Franks System seine Grenzen. Große Dynamik-Attacken vertragen die Lautsprecher nicht, der räumliche Eindruck geht dann zurück und die Details verschmieren. Bei moderaten Pegeln und guten Aufnahmen aber hat mich dieses System sehr beeindruckt.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon frankl » 21.10.2014, 23:47

nihil.sine.causa hat geschrieben:Hallo Frank,

schönen Dank für den netten Empfang gestern. Ich habe viele Eindrücke gewonnen und will Dir und allen Interessierten ein paar Sätze dazu schreiben.

Hallo Harald,

mit ein paar Tagen Verzögerung auch nochmal auf diesem Wege vielen Dank für Deinen netten Besuch!
Und auch vielen Dank für Deinen schönen Bericht.

Für diejenigen, die hier mitlesen möchten, sollte ich vielleicht die Beschreibung meines Setups aus meinem Eingangsbeitrag aktualisieren. Was sich geändert hat ist die Computerhard- und Software, und das ergibt insgesamt nochmal eine bemerkenswerte Verbesserung.

Die Kette sieht also so aus: Rechner Odroid XU mit externer 2TB Festplatte an USB -> Standard-Ethernetkabel -> Gigabit-Switch -> Meicord Ethernetkabel -> Minirechner Aria G25 -> DIY USB Kabel -> Ayre QB9 USB-DAC -> XLR Kabel -> Hypex NC400 Monoendstufen -> Cat7-Kabel -> DIY Fullrange Lautsprecher mit Fostex Fe206E Chassis

Es gibt eine separate Stromversorgung (Klangmodul, geschirmte Leitung, HMS-Steckdose) zu einem Stromfilter Isotek Minisub GII. Die beiden Rechner werden mit 5V aus einem Netzteil von Thel Audio (NT25.09 und SPR2) versorgt.

Die Abspielsoftware nutzte Testversionen des nächsten Releases (Version 0.7) meiner hier erhältichen Programmsammlung.
Während Haralds Besuch war meine System- und Raumkorrektur mit DRC und auch mein LoCo-Filter immer eingeschaltet. Bis auf kurze Vergleiche war RACE ausgeschaltet.

Ich war vor Haralds Besuch schon recht gespannt, zu erfahren, wie ihm meine Kette gefällt. Harald hat sicher schon viel mehr gute Ketten gesehen und gehört als ich. Jetzt freut es mich natürlich, dass mein Setup bei ihm nicht durchgefallen ist . . .

Wir haben hauptsächlich Haralds Referenz-Musikstücke gehört, die er mitgebracht hatte. Als erstes ist mir aufgefallen, dass Harald einen merklich höheren Wiedergabepegel bevorzugt, als ich (und ich hatte gedacht, dass ich meist schon ziemlich laut höre). Da mein System auf einen Hörplatz optimiert ist, konnte ich Haralds Klangbeurteilungen, insbesondere in Bezug auf die räumliche Abbildung, nicht gleich nachvollziehen. Ich habe seine Stücke daher später in Ruhe (hm, vielleicht nicht das richtige Wort?) nochmal am Hörplatz angehört. Die meisten gefallen mir auch sehr gut, insbesondere das von Harald erwähnte Streichtrio erinnerte mich, dass es im Bereich der Kammermusik noch einiges für mich zu entdecken gibt (die Klassikaufnahmen in meiner Sammlung sind fast alle mit Orchester oder Soloinstrumente - Klavier, Cello, Violine, Gitarre). Ich bin immer wieder erstaunt, wie fantastisch einige 50 Jahre alte Aufnahmen auf einer guten modernen Kette klingen können.

Die Beispiele, bei denen Harald enttäuscht war, waren eine Applausszene und eine Klavieraufnahme, die für ihn zu den besten gehört, die er kennt. Die Applausszene finde ich auch ziemlich schlecht auf meinem System, die klingt räumlich regelrecht kaputt (dagegen sind die Applausszenen in den meisten Aufnahmen meiner Sammlung sehr differenziert). Die Klavieraufnahme klingt für mich gut, aber nicht auffällig toll - da habe ich (bei mir) besser klingende. Ich hoffe, ich kann diese Stücke mal bei Harald hören.

nihil.sine.causa hat geschrieben:Leider hat auch Franks System seine Grenzen. Große Dynamik-Attacken vertragen die Lautsprecher nicht, der räumliche Eindruck geht dann zurück und die Details verschmieren.

Das konnte ich so nicht nachvollziehen, was vermutlich daran liegt, dass ich das entsprechende Stück mit geringerer Lautstärke abgespielt habe. Die "Dynamik-Attacken" an sich sind wohl nicht das Problem, aber es ist gut möglich, dass bei hoher Endlautstärke die Chassis nicht mehr genügend linear arbeiten. Da stößt das Konzept mit einem einzigen 20cm Chassis pro Kanal dann an seine Grenzen.

Der Abend war schnell vergangen, so dass nicht viel Zeit blieb, mit Abspielparametern zu experimentieren und zu vergleichen. Bei einigen Stücken habe ich RACE, wie oben verlinkt beschrieben, eingeschaltet; der Unterschied war auf die Schnelle aber von Harald kaum nachzuvollziehen. Da ich bei mir beim Abspielen die Polarität ändern kann, habe ich das auch bei einigen Stücken demonstriert (insbesondere, da es sich ja meist um Klassikaufnahmen handelte, die nach Hans-Martins und mittlerweile auch meiner Meinung sehr oft falsche Polarität haben). Wir waren uns einig, dass das Umschalten der Polarität bei mir oft einen bemerkenswerten und leicht nachvollziehbaren Klangunterschied verursacht, aber nicht welche Version "besser" klingt. Da spielen Hörgewohnheiten sicher eine große Rolle. Für mich ist bei "richtiger" Polarität das Ausklingen von Tönen (besonders Schlagzeugbecken, Klaviersaiten, Streichinstrumente) erheblich länger zu hören, so dass man bei einem schnellen Umschalten die "falsche" Polarität zunächst klarer klingt.

nihil.sine.causa hat geschrieben:Damit ist Frank aktiver und passiver Hörer zugleich, denn vor den LS kommen lediglich Verstärkerendstufen.

Ja, aktiv und passiv sind bei meinem Setup keine sinnvollen Kategorien. (Würde das Setup aktiv, wenn ich das Kabel zwischen DAC und Endstufen etwas länger und das zwischen Endstufen und Chassis etwas kürzer machte?) Ich beantrage deshalb bei der Moderation, in Titel dieses Threads "passive DIY-LS" durch "echte Fullrange DIY-LS" oder Ähnliches zu ersetzen.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon frankl » 01.03.2015, 17:59

Hallo Forenten,

gestern habe ich eine interessante Erfahrung gemacht. Ich habe meinen Ayre-QB9 Dac auf Reisen geschickt. Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen habe ich dann meinen alten Benchmark DAC1 und Trends-Audio UD-10.1 (USB->AES/EBU) wieder in meine Anlage (zwischen optimierten Rechnern und Hypex Endstufen) eingeschleift. Diese Teile sind ja nun auch nicht soooo schlecht, und ich war dann doch erstaunt, wie krass das gegen mein aktuelles Setup abfällt. Da haben sich im Laufe der Zeit doch viele kleine Verbesserungsschritte zu einem Riesenunterschied aufaddiert.

Dadurch ist meine Arbeit am nächsten Release meiner Linux Player Programme etwas verzögert worden. Aber es passt doch ganz gut, da ich gleich einige Dinge nochmal in einem anderen Setup testen kann. Das neue Release soll mit einer ganzen Reihe von Beispiel-Skripten kommen, die den Test der Programme und das Erstellen eines persönlichen Setups hoffentlich stark vereinfachen. Ich bleibe dran . . .

Und natürlich hoffe ich, dass ich wieder Interessantes zu berichten habe, wenn mein Ayre DAC seinen Weg zu mir zurück gefunden hat . . .

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon frankl » 11.04.2015, 00:20

frankl hat geschrieben:Und natürlich hoffe ich, dass ich wieder Interessantes zu berichten habe, wenn mein Ayre DAC seinen Weg zu mir zurück gefunden hat . . .

Hallo Forenten,

ich musste mich mehrere Wochen gedulden, in denen ich mich auch schon wieder mit meinem Benchmark DAC1 angefreundet hatte . . .

Aber das Warten hat sich gelohnt! Im Dezember wurde ich durch Gunter darauf aufmerksam, dass es von meinen Ayre QB-9 (nur) USB-DAC eine neue Version QB-9 DSD gibt, und dass man ein Vorgängergerät upgraden lassen kann.

Daraufhin habe ich schnell verschiedene Seiten im Netz gefunden, in denen extrem enthusiastisch über diese neue Version berichtet wurde. Da dachte ich mir, dass so ein Upgrade eine gute Investition ist, wenn auch nur ein Bruchteil der Berichte sich bewahrheitet. Nun, auf diese Idee sind auch andere gekommen, so dass es ziemlich lange Wartezeiten für das Upgrade gibt.

Bei diesem "Upgrade" handelt es sich in Wirklichkeit um ein völlig neues Gerät, nur Gehäuse und Netzteil blieben. Der USB-Eingang bekam eine separate Stromversorgung, der DAC-Chip und die Master Clocks sind andere, und es gibt eine neue analoge Ausgangsstufe. Ach ja, wie der Name andeutet, kann man auch DSD Dateien abspielen - dies interessiert mich jedoch gar nicht, da ich ja alles nach 192 kHz konvertiere und durch einen Systemkorrekturfilter schicke.

Wie beim Neugerät (und in der Bedienungsanleitung erwähnt) sollte man den Klang erst beurteilen, wenn es 100-500 Stunden gespielt hat. In den ersten Stunden klangen bei mir insbesondere die Höhen ziemlich nervig und die räumliche Abbildung war falsch. Nach einem Tag machte das Hören schon Spaß, für eine kurze Zeit wurde der Klang etwas dumpf. Aber jetzt nach gut 150 Stunden Spielzeit ist es einfach nur begeisternd; die Berichte, die ich gelesen hatte, waren nicht übertrieben. Ein Ausmessen und die Berechnung neuer Filter für die Systemkorrektur haben das noch weiter verdeutlicht.

Wie immer ist eine Klangbeschreibung nicht einfach. Im Vergleich zum vorherigen QB-9 192 ist der Klang zum einen erheblich "voller" und das Klangbild "größer" und "tiefer" geworden und gleichzeitig ist der Klang so viel differenzierter, detailierter und "echter" geworden, wie ich das einfach nicht für möglich gehalten habe. Das sind keine Nuancen, sondern eine ganz neue Klasse; eine Investition, die sich wirklich gelohnt hat.

Auch dieser DAC wird gelegentlich als "jitterfrei" beworben, und wie bei allen anderen DACs ist das natürlich Quatsch. Die Arbeit an meiner Abspielsoftware und meinem "improvefile" Skript zahlt sich auch hier (oder gerade hier) voll aus.

Wer einen DAC in dieser Preisklasse (oder höher) sucht, sollte den Ayre (einen eingespielten) unbedingt anhören.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon frankl » 21.04.2016, 23:08

Hallo Forenten,

ich möchte in meinem Vorstellungthread etwas von meinen Versuchen und Basteleien berichten, die ich in den letzten Wochen an meiner Anlage vorgenommen habe. Teile von Daniel (Koala887) und Stephan (SolidCore) haben geholfen, dass mein "Fein"tuning zu einer ausgewachsenen Klangverbesserung meiner Anlage geführt hat.

Mein Setup ist noch fast so, wie es drei Posts weiter oben beschrieben wurde:

Separate Stromversorgung (Klangmodul, geschirmte Leitung, HMS-Steckdose) zu einem Stromfilter Isotek Minisub GII, passiv gekühlter Convolver-Rechner Odroid XU mit externer 2TB Festplatte an USB und 256GB SSD-Festplatte an USB3 -> Meicord Ethernetkabel -> Mini-Audio-Rechner Aria G25 -> USB Kabel von Stephan (SolidCore) -> Ayre QB9-DSD USB-DAC -> XLR Kabel -> Hypex NC400 Monoendstufen -> Cat7-Kabel -> DIY Fullrange Lautsprecher mit Fostex Fe206E Chassis.

Über zwei Änderungen habe ich hier im Forum schon berichtet: Irgendwann ist der Switch zwischen dem Convolver- und Audio-Rechner rausgeflogen, die Rechner sind direkt mit gutem 25 cm Ethernetkabel verbunden und bilden ein separates Netzwerk. (Ich verbinde mich über einen USB-Ethernet Stick mit dem Convolver-Rechner für die Steuerung.) Die andere Änderung im letzten Jahr, der Upgrade meines Ayre QB-9 DAC auf die neuere QB-9 DSD Version, wurde im vorigen Post beschrieben.

In den letzten Wochen habe ich mich daran gemacht, meine Zwei-Rechner Kombination aus Streamer/Convolver- und Audiorechner zu überarbeiten. Hier also der Reihe nach, was ich gemacht habe:

Angefangen hat es mit einer 5V Netzteilplatine von Daniel. Ich wollte ausprobieren, wie sich die im Austausch gegen mein Thel-Audio SPR-2 macht, mit dem ich meinen USB-Regen versorge. Das SPR-2 war schon ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem mit dem Regen mitgelieferten Netzteil, aber der Schritt zu Daniels Platine hat nochmal eine mindestens gleich große Verbesserung gebracht; das hätte ich vorher nicht gedacht.

Vor etwa einem Jahr hatte ich für meinen Odroid Convolver-Rechner eine SSD Festplatte in einem externen Gehäuse, das per USB3 angeschlossen ist und eine externe 5V Stromversorgung erlaubt, angeschafft. Seitdem kopiere ich Musik, die ich aktuell hören möchte von meiner großen Festplatte auf die SSD (was schon einen Klangvorteil beim Abspielen bringt) und auf der SSD verwende ich mein improvefile Skript, um von den flac-Dateien eine "verbesserte" bit-identische Kopie zu erzeugen. Die SSD hatte ich bisher mit einem einfachen 5V Steckernetzteil betrieben. Da dachte ich mir, dass ich die SSD doch testweise auch mal mit Daniels Netzteilplatine versorgen könnte. Einige Rechnerbastler unter Euch werden es schon ahnen: wow!, das führte sofort zu einer signifikanten Klangverbesserung. Und noch besser: mit dieser besser versorgten SSD kann das improvefile Skript erst richtig zeigen, was es kann. Derartig deutlich wie jetzt konnte ich den Klangunterschied bit-identischer Dateien auf der gleichen Festplatte bisher noch nicht heraushören.

Angestachelt durch diese Erfolge, wollte ich nun meine eher lose zusammengestöpselten Teile in der Rechnerkonfiguration mal endlich richtig zusammenbauen und dabei weitere Verbesserungen versuchen.

Als nächstes habe ich von Stephan eine Spezialanfertigung seines High-End USB-Kabels bekommen, dieses hat nur drei Adern weil ich keine 5V Spannung im Kabel benötige, und es hat an einer Seite keinen Stecker, weil ich es direkt an mein Aria G25 Board löten möchte. Da ich noch auf Teile warten musste, habe ich an das Kabel doch zuerst noch einen Stecker gelötet und meine Musik für eine Weile direkt vom Odroid Convolver-Rechner an den DAC geschickt. Auf diese Weise konnte ich das Kabel von Stephan mit meinem Aqvox USB-Kabel vergleichen. Das Kabel von Stephan war da eigentlich sofort klar besser, auch wenn der Klang in den ersten Tagen gelegentlich etwas unruhig oder sogar nervig in den Höhen war (Stephan rät vor einer Klangbeurteilung zu mindestens 50 Stunden Einspielzeit und das kann ich nur bestätigen).

Mit den bisher beschriebenen Änderungen klang das Abspielen nur mit dem Odroid schon merklich besser als das vorherige Setup mit zwei Rechnern. Ich wollte hier aber nicht aufhören, sondern habe von Daniel eine weitere Netzteilplatine bekommen, die das Aria G25 mit sauberen 3,3V betreiben sollte. Dazu habe ich noch ein neues Aria G25 bestellt, weil ich nochmal üben wollte, eine solider gelötete Version meines Audiorechners zu erstellen (eine technische Herausforderung für mich als völligem Laien auf diesem Gebiet).

Da der Aufbau des neuen Setups einige Tage benötigte, habe ich zwischendurch Musik von meinem Netbook mit meiner Software über den Regen mit mitgeliefertem Netzteil gehört (so haben wir meinen DAC auch kurz beim DAC Workshop bei Jürgen gehört). Bei so einer Gelegenheit wird mal wieder so richtig deutlich, wieviel der Zuspieler für den DAC ausmacht. Die Unterschiede von denen ich hier berichte, schätze ich erheblich größer ein, als etwa die zwischen den für gut befundenen DACs auf dem genannten Workshop.

Ich habe dann auf einer Birken-Multiplex-Platte alle beteiligten Bauteile befestigt, und an das neue Aria Board einen SD-Kartenhalter, eine Ethernet-Buchse ohne die LEDs, Drähte für den Strom aus der Netzteilplatine von Daniel und das (eingespielte) USB-Kabel von Stephan angelötet. Der Odroid-Rechner hat auch eine verbesserte Stromversorgung bekommen, für die ich das mit dem Regen gelieferte Netzteil und die Thel SPR-2 Platine benutze. Hier ein Bild (das ganze ist und bleibt ein Bastelprojekt, wenn auch erheblich solider als die bisherige Version):

Bild

Diese Konstruktion verschwindet im Betrieb hinter einer Buchreihe im Hifi-Rack. Einen Einspiel-Effekt konnte ich hierfür (wie auch für Daniels Platinen) nicht feststellen. Da dass nun ziemlich anders klang als zuvor, habe ich nach zwei Tagen Betrieb eine Messung am Hörplatz gemacht und neue System-/Raumkorrekturfilter berechnet. Danach war klar, dass sich der Aufwand sehr gelohnt hat. Grob würde ich die Klangveränderung so beschreiben: Der Klang ist voller/voluminöser und gleichzeitig sind mehr Details aufgelöst. Besonders gefällt mir der damit einhergehende Eindruck einer tieferen virtuellen Bühne bei vielen Aufnahmen, dafür scheint mir hauptsächlich die verbesserte Detailauflösung im Bass wichtig zu sein.

Nach diesem Tuning des Hardware-Setups ist auch auf der Software-Seite weiteres Tuning-Potenzial entstanden; improvefile habe ich oben schon erwähnt, aber auch durch Veränderung einiger Parameter meiner Abspielprogramme (zum Beispiel --period-size) konnte die Detailauflösung weiter verbessert werden. (Zum Abspielen verwende ich Skripte, die die aktuelle Version meiner eigenen Abspielprogramme aufrufen.)

Konsequenterweise habe ich dann in der letzten Woche auch noch die Verbindung zwischen Regen und DAC durch diesen Adapter von Stephan ersetzt. Dieser hatte eine so starke Veränderung zur Folge, das der Klang erstmal schlechter(!) wurde, da mein Systemkorrekturfilter nicht mehr passte. Nach drei Tagen einspielen habe ich neue Filter erzeugt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon mm2 » 15.06.2017, 16:58

Hallo Frank,

Ich hatte Deinen Ansatz bisher nur am Rande verfolgt.
Deinen Beitrag im Thread "Systematischer Audio-PC Vergleich" finde ich sehr interessant,
auch die Darstellung von digital "0" und "1" in Theorie und
Praxis auf Deiner Web-Seite, ist aus meiner Sicht sehr anschaulich.
Ich würde gerne mehr über Deinen Ansatz erfahren und
möglichst auch etwas davon selbst ausprobieren.

Leider habe ich nur wenig Linux Hardware und nur Linux Grundkenntnisse zur Verfügung.

Meine Musik liegt als FLAC auf einem Linux NAS mit MinimServer.
Vor dem Abspielen konvertiert der Minimserver die Musik per ffmep in WAV.
Der Minimserver hat in den System-Properties umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten
um auch externe Programme/Skripte einbinden zu können.

Siehst Du eine Möglichkeit einen Teil Deiner Skripte / Programme dort
mit hörbaren Einfluss zum Einsatz zu bringen ?

Z.B. die Musikdateien auf dem NAS neu zu "Schreiben"
oder das temporäre WAV auf besondere Art zu schreiben ?
Man könnte z.B. den ffmpeg Aufruf durch ein Skript ersetzen,
das vor oder nach der WAV Konvertierung etwas von Deinem Ansatz/Programmen durchführt ?
Wäre super wenn das geht oder Du eine andere Idee hast.

Da NAS mit Minimserver auch bei einigen anderen hier im Forum im Einsatz ist,
könnte das auch andere interessieren.

Viele Grüße
Maximilian
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mm2
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Beitragvon frankl » 20.06.2017, 22:36

Hallo Maximilian,
danke für Dein Interesse. Ich musste erstmal nachschauen, was 'minimserver' eigentlich ist. Das ist ein UPnP Server mit einigen Features für Musikdateien, der auf Deiner NAS läuft. Du spielst also dann wohl die Musik von einem Rechner oder Streamer, der die Musikdaten per UPnP über Netzwerk von der NAS liest. Mir ist nicht klar, warum die flac-Dateien auf der NAS zuerst in wav-Dateien verwandelt werden.

Bevor Du ans Skripten gehst, könntest Du erstmal an Beispieldateien probieren, ob etwa das 'improvefile' Skript, das ich bei verschiedenen Gelegenheiten erwähnt habe, bei Deinem Setup einen hörbaren Unterschied erzeugen kann (da wage ich keine Vorhersage). Die Programme und Skripte sind jetzt hier zu finden (die Links weiter oben gehen leider nicht mehr). Wenn Du die Programme nicht selbst kompilieren kannst oder willst, sind an der angegeben Stelle auch vorkompilierte für verschiedene Rechnerarchitekturen. Die Programme und Skripte auspacken und auf die NAS kopieren in einen Standard-Suchpfad wie '/usr/local/bin'.

Dann könntest Du auf der NAS per Kommandozeile erstmal Beispiel-Musikdateien erzeugen:
  improvefile Stueck.flac StueckKopie.flac

und anschließend beide flac-Dateien im Vergleich hören. Wenn das einen Unterschied ausmacht, dann kann man weiter überlegen, wie man die Programme in Skripte einbauen kann und damit experimentieren.

Viele Grüße,
Frank
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frankl
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Beitragvon mm2 » 21.06.2017, 19:36

Hallo Frank,

richtig der minimserver ist ein Upnp Server,
er läuft auf meinem Linux NAS auf dem auch meine Musikfiles liegen.
Als Streamer verwende ich einen Windows Pc auf dem jplay läuft.
Jplay erwartet wav, auf dem NAS liegen aber flac wegen dem taggen der Files.
Minimserver macht das transcoding von flac auf wav. Hier lässt sich viel über Parameter steuern.
Man kann natürlich auch direkt wav abspielen.
Mit wav würde ich auch Dein improvefile testen, da dann das transcoding entfällt und
der Einfluss des improvefile hoffentlich deutlicher wird.

Danke für Deine Tipps, bis ich zum ausprobieren komme wird es aber etwas dauern. :wink:

VG
Maximilian
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mm2
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