Alex (KEF LS50, I.Q System 300T)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Alex (KEF LS50, I.Q System 300T)

Beitragvon Jahresprogramm » 09.12.2012, 12:39

Hi,

ich sitze hier in meinem halb fertigen Hörzimmer, welches von meiner Frau leibevoll als "Das Spielzimmer des Mannes" genannt wird, und genieße unter anderem meine alten Lieblings CDs. Nur würden alleine die CDs ohne Acourate, ohne AcourateFLOW, ohne LS-spezifische Vorfilter, ohne virtuellen DBA (Gegenbass) und somit auch ohne dieses Forum für den vollen Genuss nicht reichen. :cheers:

Ich bin 35 Jahre jung und in Oberschwaben ansässig. Die HiFi-Wiedergabe beschäftigt mich mit zugegebener Maßen langen Zwischenpausen schon seit meiner Kindheit. Als ich noch 6 Jahre alt war, dürfte ich die erste HiFi taugliche Anlage mit einen wunderschönen Geräten "Radiotechnika RRR" russischer Herkunft auskosten. Die hatten damals in den 80igern einen 13cm Tief-/Mitteltöner mit 2cm Langhub in einer Bassreflexbox verbaut, welche sogar den Freifeld-FG als Zierde auf der Front zeigen dürfte. Ja, das war die schöne russische Klingonen-Technik, die sogar wunderbar klang. Jedenfalls wurde damals "Modern Talking" auf und ab gespielt... Später habe ich während meiner Schulzeit als Ferienjobber zwei Sommer lang geschuftet, um mir eine aus damaliger Sicht tolle Anlage leisten zu können. Tja, die Anlage gibt es jetzt fast zwanzig Jahre später immer noch und sie darf das Kinderzimmer einer meiner Töchter beschallen. Nach meiner Schulzeit kamen das Studium, Familie und Hausbau. Da geriet das Hobby in den Hintergrund.

Vor nicht ganz drei Jahren entdeckte ich die Leidenschaft für Musik und deren Wiedergabe wieder. Und habe seit dem einige Geräte gewechselt und eine Boxen probegehört. Ohne den aktiven LS Beachtung zu schenken habe ich mich relativ schnell für die I.Q System 300T entschieden. Jedoch war ich nie ganz glücklich und wechselte immer weiter die Elektronik. Auf der Jagd nach den alten Helden unter den Gebrauchtgeräten bin ich zufällig an eine Abacus 60-120B PE geraten. Der unscheinbare Verstärker brachte die Wende in meinem Denken. Denn es müssen nicht immer sehr kostspielige Geräte sein, um gut Musik Hören zu können... Ich bin somit durchaus ein Fan von Geräten, bei welchen der Wert anhand der Technik und Know-how und nicht anhand von Kilogramm Aluminium bestimmt wird. Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.

So kam es wie es kommen musste. Ich habe Fujaks Beiträge im HiFi-Forum verschlungen und befinde mich, seitdem ich seine ansteckenden (Fujak :wink: ) Posts kenne, mehr oder weniger auf seinen Fußspuren. Da ich im meinem Hörzimmer, welches eigentlich noch eine Baustelle ist, den virtuellen DBA sehr erfolgreich einsetze, wurde mein Zögern mich hier vorzustellen durch Lust Erfahrungen über Acourate mit Euch hier auszutauschen abgelöst.

Vollständigkeitshalber ein kurzer Überblick meiner Wiedergabekette

  • LS: die klassischen I.Q 300T mit einem SSC Upgrade, welche auf eine Aktivierung warten
  • Amp:
    - Abacus 60-120 (von 1989) wartet auf seien Einsatz zum Aktivieren des Basszweigs
    - Abacus 60-120B PE treibt z.Z. die noch passiven LS bis in den Keller mit 28Hz an und mir Schweiß auf die Stirn
  • Quelle: Foobar, seit neuesten RME FireFace 400 mit PeakTech "Tuning"
  • Raumkorrektur: AcouratePro, AcourateConvolver, AcourateFLOW, virtueller Gegenbass und LS spezifische Vorfilter
  • Kabel: falls es jemanden interessiert, DIY mit Industrieware
  • Sonstiges: invertierte Polarität sagt mir inzwischen auch etwas
Ich hoffe diese mEn sehr sinnvolle Hürde meiner Vorstellung nun hinter mich gebracht zu haben und
grüße alle Forianer recht herzlich

Alex

PS: Die Langhüber der Radiotechnika RRR hatten damals ein Wahnsinns-Antrieb. Faszinierende Technik, welche heute als High-End in Kompakten/Schlanken LS für mehr Tiefgang sorgt. Übrigens Produziert RRR auch heute noch in Litauen LS mit selbst entwickelten Chasssis (http://www.rrr.lv/lv)
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Beitragvon Fujak » 09.12.2012, 13:59

Hallo Alex,

na, das ist ja eine tolle Überraschung, dass Du Dich nun hier endlich anmeldest und vorstellst. Es ist Dir im Hfi-Forum wohl zu einsam ohne mich geworden. :wink: Ich habe mich in den letzten Monaten dort ja nicht mehr viel blicken lassen. Dennoch habe ich erst kürzlich Deinen Erfahrungsbericht über Dein VBA mit Acourate gelesen und Deine Experimente damit. Kompliment.

Auch ich bin gerade am Experimentieren damit. Leider ist bei mir das Moden-Thema so komplex, dass es mit einer einfachen Feuerung nicht getan ist (eine Längs- und eine Quermode, die kurz hintereinander folgen). Wie Du schon beschrieben hast, birgt aber die mehrfache Feuerung auch mehrfache Nebenwirkungen. Aber ich bleibe dran und werde berichten - natürlich hier bei uns im VBA-Thread. :wink:

Viel Spaß bei uns im Forum :cheers:
Fujak
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Beitragvon macpete » 09.12.2012, 14:14

Hallo Alex,

die I.Q 300T hatte ich auch, ist doch ein genialer Lautsprecher, perfekte Abmessung, super Klang, unglaublich Pegelfest, Irrsinns Bass, einfach eine geniale Konstruktion. Hält immer noch mit jedem modernen Lautsprecher mit.
Habe sie mit einer Denen POA 3000 betrieben, so einem Kraftwerk aus den 80igern, die konnte sie so richtig antreiben bis sie dann leider den Geist aufgab...
Es gibt ja auch eine teilaktive 500T, manchmal im audiomarkt zu finden, sonst aber eher selten, hast Du die mal gehört?
Hast Du deine 300ter modifiziert? Hochtöner, Weiche?

Grüsse

Peter
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Beitragvon vierzigo » 09.12.2012, 18:49

Hallo Alex,

auf die 300T habe ich damals auch immer geschielt, hatte mir dann vor ca.4 Jahren dann die 5180 geholt, die nun im Surround ihren Dienst verrichten, ich denke IQ hat schon gute LS gebaut.
Ich wünsche dir viel Spass hier im Forum .

Grüße

Oliver
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Beitragvon Jahresprogramm » 09.12.2012, 20:32

Hi,

vielen Dank für das Willkommen! Ich lese ja schon seit etwas über einem Jahr hier mit - eigentlich seit dem ich mich für Acourate interessiere. Die Anfänge mit DRC von Dennis Sbragion in meinem halligen Wohnzimmer waren schon etwas hart. Umso mehr ist jetzt das Acourate und das Spiel-/Hörzimmer eine Offenbarung.
Fujak hat geschrieben:Es ist Dir im Hfi-Forum wohl zu einsam ohne mich geworden. :wink: Ich habe mich in den letzten Monaten dort ja nicht mehr viel blicken lassen.

Es ist schon etwas langweilig ohne Dich geworden, aber nur ein kleines bisschen. :D

Fujak hat geschrieben:Dennoch habe ich erst kürzlich Deinen Erfahrungsbericht über Dein VBA mit Acourate gelesen und Deine Experimente damit. Kompliment.

Ja, das virtuelle DBA ist schon eine tolle Erungeschaft der FIR-Filter Technik. Mir hat aber ein Vögelchen gezwitschert, dass das Ende der Story noch nicht erreicht ist. Ich habe ja im HiFi-Forum angedeutet, dass das virt. DBA bei mir am besten funktioniert, wenn ich das Delay auf die erste aufschaukelnde Mode einstelle. Das ist genau die Zeit, wenn es in der Sprungantwort das erste Mal nach dem Sprung wieder nach oben geht. Das ist eigentlich nichts anderes als ein "stehendes Echo" bzw. die erste sich aufschaukelnde Mode. Ich feuere den Gegenbass somit bei ca. 5m . Das Maß deckt sich zwar mit keiner Raumabmessung, funktioniert aber am besten. Uli ist glaube ich an etwas ähnlichem dran. Ich bin davon überzeugt, dass das virt. DBA der Zukunft keine Raumabmessungen benötigt. Eigentlich ist alles, was man braucht, in der Sprungantwort enthalten. Wenn ich darf, werde ich in dem entsprechendem Thread hier weiter berichten. :wink:

macpete hat geschrieben:Es gibt ja auch eine teilaktive 500T, manchmal im audiomarkt zu finden, sonst aber eher selten, hast Du die mal gehört? Hast Du deine 300ter modifiziert? Hochtöner, Weiche?

Peter, die 500T habe ich nicht gehört. Ich wüsste aber auch nicht warum die besser klingen sollten. Denn den Löwenanteil am guten Klang hat der Audax Breitbänder welcher den Mittelton von 250Hz bis ca. 2800Hz bedient. Der Mitteltöner hat im wichtigen Frequenzbereich im eingebautem Zustand um 1% Klirr (auch K2 - wozu Acourate nicht alles gut ist). Das ist gut genug, um sich keine Sorgen zu machen. Die Hochtöner sind ein Austauschmodell der feineren Klasse Scan Speak Typ D2904/980000. Bei Interesse: In HiFI-Wiki sind Bilder meiner LS hochgestellt. Als ich die gesehen habe, war es Begeisterung auf den ersten Blick.

Die Modifikation wurde anscheindend vom Vor-Vorbesitzer bzw. von einem sachkundigem Bekannten des Vor-Vorbesitzers durchgeführt. Dabei wurden neue Gehäuse für den HT und MT verbaut und die Weichen entkoppelt. Es sieht alles professionell verarbeitet aus.

vierzigo hat geschrieben:...hatte mir dann vor ca.4 Jahren dann die 5180 geholt...

Oliver, die 5180 mit der Bärennase sind auch jetzt noch ein Kaliber. Mich faszinierte schon immer der Transmission Line Resonator...

Grüße
Alex
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Beitragvon Fujak » 09.12.2012, 22:15

Jahresprogramm hat geschrieben:Ich bin davon überzeugt, dass das virt. DBA der Zukunft keine Raumabmessungen benötigt. Eigentlich ist alles, was man braucht, in der Sprungantwort enthalten. Wenn ich darf, werde ich in dem entsprechendem Thread hier weiter berichten. :wink:

Ja, Alex, Du darfst, Du sollst sogar. Denn etwas ähnliches dämmert mir mittlerweile auch bei meinen Experimenten, denn wenn ich mich beim Optimieren des Gegenfeuers an der Sprungantwort orientiere, komme ich zu anderen "Rotationswerten" in den TD-Functions, als die Raumabmessungen ergeben. Es hört sich auch sauberer an. Aber wie gesagt, lass uns im VBA-Thread darüber weiter austauschen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon nihil.sine.causa » 09.12.2012, 22:33

Hallo Alex,

Jahresprogramm hat geschrieben:Ja, das virtuelle DBA ist schon eine tolle Erungeschaft der FIR-Filter Technik. Mir hat aber ein Vögelchen gezwitschert, dass das Ende der Story noch nicht erreicht ist. Ich habe ja im HiFi-Forum angedeutet, dass das virt. DBA bei mir am besten funktioniert, wenn ich das Delay auf die erste aufschaukelnde Mode einstelle. Das ist genau die Zeit, wenn es in der Sprungantwort das erste Mal nach dem Sprung wieder nach oben geht. Das ist eigentlich nichts anderes als ein "stehendes Echo" bzw. die erste sich aufschaukelnde Mode. Ich feuere den Gegenbass somit bei ca. 5m . Das Maß deckt sich zwar mit keiner Raumabmessung, funktioniert aber am besten.

Da bin ich ja mal sehr gespannt. :cheers:

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Jahresprogramm » 15.12.2012, 22:02

Hallo,

falls es jemand interessiert wie so ein Hochtöner von Innen aussieht, ich habe heute meinen zerlegen müssen.

Bei einer Messreihe ist mir aufgefallen, dass der Hochtöner der linken Box leiser als der der rechten Box spielt. Das blieb heute den ganzen Tag gleich. Beim vorsichtigen Antippen der Membrane wurde mir kar, dass die Spule schleift/klemmt.

Der Hochtöner wurde schnell ausgebaut und auf den Seziertisch gelegt. Hier ist schon die Frontplatte weg:

Bild

Unter der Tischlampe habe ich festgestellt, dass die Membrane ziemlich schief sitzt. Entweder ist die Sicke defekt oder die Spule hat sich gelöst. Das Öffnen sollte für Klarheit sorgen:

Bild

Gut, die Spule ist noch dran und soweit ich es sehe unversehrt. Jedoch bleibt das Problem mit der schiefen Membrane. Somit ist die Sicke kaputt. Mal schauen ob es die Baugruppe als Ersatzteil zu beschaffen möglich ist.

Beim Zusammenbauen und beim Anziehen der Befestigungsschrauben muss peinlich darauf geachtet werden, das die Spule nicht schleift. Ich musste ein paar mal die Schrauben lösen und die Membrane nachschieben. Durch die Schräglage der Spule ist es gar nicht so einfach. Nun spielt der Hochtöner wieder. Mal schauen wie lange.

Grüße
Alex
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Die Suche nach den Moden

Beitragvon Jahresprogramm » 30.12.2012, 21:25

Hallo,

nach dem meine ersten Versuche ein DBA einzumessen kläglich gescheitert sind, bin ein Schritt zurückgegangen und habe mich wieder auf die Suche mach den Moden begeben. Dabei will ich ein Überblick über die im Raum vorherrschenden Moden verschaffen. Das soll mir helfen zu verstehen, welche Moden mit dem DBA bekämpft werden können.

Der Raum ist Massivbauweise mit den Abmessungen:
Länge: 5,86 Meter
Breite: 3,36 Meter
Höhe: 2,25 Meter

Die Lautsprecher stehen z.Z. 1,2 Meter von der Frontwand und jeweils 0,7 Meter von der Seitenwand entfernt. Der Hörplatz ist 3,3 Meter von der Frontwand entfernt und 1,1 Meter über Fußboden angeordnet. Ich sitze somit 2,1 Meter von der LS Base entfernt.

Um die Moden erfassen zu können, werden mehrere Messungen in alle drei Dimensionen: in der Höhe, Breite und in der Länge des Raums durchgeführt. Der Hörplatz ist immer der Ausgangspunkt und die Messungen werden in 40 cm Abstand zu einander gemacht. Zur Vereinfachung wird der Sweep gleichzeitig über beide LS als Mono-Ton abgespielt.

A. Messreihe in der Höhe des Raums

Fangen wir mal mit der ersten "einfacheren" Messreihe in der Raumhöhe an. Ich habe unterhalb und oberhalb des Hörplatzes gemessen. Da die Messungen oberhalb und unterhalb fast spiegelgleich ausgefallen sind, werden nur die Messungen in der Höhe dargestellt.

Bild

Messung am Hörplatz (rot), 0,4 Meter über Hörplatz (grün), 0,8 Meter ü. Hörplatz (braun) und 1.0 M u. Hörplatz (blau)

Erster Versuch einer Deutung und einer Gruppierung:

Um bei späteren Messreihen einfacher die Moden wieder erkennen zu können habe ich die markanten Moden (Modengruppen) dieser Messreihe durchnummeriert:

1. Die Mode ist sehr Eindeutig. Das ist die axiale Mode 1 Ordnung in der Raumhöhe (0,0,1) bei genau 75Hz.
2. Das ist vermutlich eine "Gruppe" an Moden. Hier gibt es keine ausgeprägte Überhöhung und die Senke "driftet" zur Seite. Das sind vermutlich die tangentialen Moden (0,1,1), (2,0,1) und (1,1,1) bei ca. 90-95Hz. Mal schauen ob die Moden bei der Messreihe in der Länge oder Breite deutlicher sichtbar sind.
3. Das ist wieder so eine "Gruppe" von Moden die sehr eng bei einander sitzen. Es gibt absolut keinen ausgeprägten Peak. Das sind wahrscheinlich folgende Moden: (3,1,0) und (2,2,1). Aber wirklich eindeutig ist es hier nicht. Mal schauen ob bei nächster Messreihe mehr zu sehen ist.

Bei dieser Messreihe ist übriges sehr schön zu sehen, dass sich unterhalb von 60-70Hz, d.H. da wo keine Moden in der Breite und Höhe des Raumes entstehen können, nichts tut.

B. Messreihe in der Breite des Raums

Auch hier habe ich nur die Messungen rechts vom Hörplatz, da die FG`s links fast deckungsgleich zu rechts waren, dargestellt.

Bild
Messung am Hörplatz (rot), 0,4m rechts vom Hörplatz (grün), 0,8m r. (braun) und 1,2m r. (blau)

Zweiter Versuch einer Deutung und einer Gruppierung:

Hier sind die zuvor Nummerierten Moden gut wieder zu finden und können sogar in Untergruppen unterteilt werden.

1. Nun was soll man dazu sagen. So eindeutig war das doch nicht. Ansonsten müsste hier ein Dip bleiben und sich nicht verändern. Somit haben wir es bei 1. um eine Modengruppe mit den Moden (0,0,1) und (2,1,0) zu tun. Das sind die m.E.n. die dafür in Frage kommenden Moden.
1.1 Da diese Gruppe sehr nah bei 1. sitzt habe ich mal die Nummer 1.1 vergeben. Das sind wahrscheinlich die Moden (1,0,1) als Dip und sonst noch was, weil der Dip wandert. Ich finde aber beim besten Willen nichts mehr passendes bei diesen Frequenzen.
2. Nun wurde endlich das bestätigt, was ich in der Messreihe zuvor gesehen habe. Das ist die Mode (0,1,1). Die Anderen Moden in der zuvor definierten Gruppe Nr. 2 können in der Gruppe 2.2 fortgeführt werden.
2.2 Das sind die Moden (1,1,1) und (2,0,1). Die letztere sollte bei der Messreihe in der Länge des Raumes sichtbar sein.
3. Das kann nur noch die Mode (3,1,0) sein, oder!? N,e da ist bestimmt noch die Mode 2,1,1 dabei. So langsam wird das ganze wenig überschaubar.

Auch hier ist schön zu sehen, dass unterhalb von 60-70 Hz nichts passiert.

C. Messreihe in der Länge des Raums

Nun kommt die spannendere Messreihe. hier erhoffe ich die Moden zu sehen, gegen welche ich mit dem DBA ankämpfen kann.

Bild

0,8m vor dem Hörplatz (rot), 0,4m vor dem Hörplatz (grün), am Hörplatz (braun), 0,4m hinter dem Hörplatz (blau)....

Dritter Versuch einer Deutung und einer Gruppierung:

Auf die Gruppen 1 bis 3 möchte ich doch nicht näher eingehen. Jedoch sind diese drei Gruppen auch bei dieser Messreihe gut wiedererkennbar.

4. Das kann nur die (2,0,0) Mode sein. Aber warum bekomme ich 1,2 Meter hinter dem Hörplatz und somit bei ca. 3/4 Raumläge keinen ausgeprägten Dip??
5. Das kann nur die Fundamentalresonanz die Mode (1,0,0) sein. Die können mein LS zwar kaum anregen, jedoch ist die Mode klar erkennbar.
6. Keine Ahnung was das sein soll :?

Zusammenfassung

1. Die letzte Messreihe in der Länge des Raums wirft noch mehr Fragen auf. Ich vermute immer noch stark, das die Rückwände meiner Schränke hier einiges versauen. Das würde wieder rum erklären, warum ich mit dem DBA auf die erste Harmonisch der Fundamentalresonanz (2,0,0) kaum Einfluss nehmen konnte. Dennoch kann man bei dieser Messreihe erkenne, dass die Trennfrequenz mit 70-80 Hz für das DBA ausreichend ist. Die Tangentialmoden (2,x,x) und die zweite Harmonische (3,0,0) spielen eine eher untergeordnete Rolle.
2. Erfreulicher Weise passiert bei der Messreihe in der Breite des Raums auch relativ wenig. Hier kann man ja schlecht näher an eine Seitenwand rücken.
3. Wenn man sich die Messreihe in der Höhe des Raums anschau, könnte man meinen, dass Messreihe die Position des Hörplatzes auf einem zusätzlichen Podest mit 40cm Höhe vorteilhaft wäre. Mal schauen, vielleicht wird ein weiteres Projekt in der Zukunft :)

Jetzt muss ich dringend Anidröhnmatten besorgen. :shock: :D

Was mein ihr dazu? Kann sich jemand ein Reim auf die Messreihe längst im Raum machen?

Dröhnfreie Grüße
Alex
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Beitragvon nihil.sine.causa » 31.12.2012, 00:48

Hallo Alex,

super Dein Ansatz, das systematisch zu messen. Leider werde ich auch nicht schlau daraus. :oops: Jedenfalls habe ich Dir eine PN geschickt. Das sollten wir im Detail diskutieren.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Jahresprogramm » 01.01.2013, 20:50

Hallo Harald,

ein frohes neues Jahr!

Bei unserem gestrigen Telefonat, haben wir ja festgestellt, dass einige Moden bei der Messreihe in der Breite des Raumes gänzlich fehlen. Das ist so, weil ich durch die Mono-Ansteuerung beider Lautsprecher eine in der Breite des Raums mehr oder weniger ebene Wellenfront erreicht habe. Wie eben die Wellenfront ist, kann sehr gut anhand der oben aufgeführten Messreihe betrachtet werden. Nun stellt sich die Frage: Wie würde die Messreihe aussehen, wenn ich nur einen LS ansteuern würde? Das habe ich heute nachgeholt.

Somit wurde der gleiche Messaufbau, außer dem Ansteuern nur eines LS, verwendet. Und herausgekommen ist folgende Situation:

Bild

Messung am Hörplatz (rot), 0,4m rechts vom Hörplatz (grün), 0,8m r. (braun) und 1,2m r. (blau)

Die markanten Moden habe ich nun mit a,b,c,d nummeriert.
Diese Moden können nun eindeutig identifiziert werden:
a) Axialmode erster Ordnung (0,1,0)
b) Tangentialmode (2,1,0)
c) Axialmode zweiter Ordnung (0,2,0)
d) Tangentialmode (3,1,1)

Zum Vergleich nochmal die Messung von gestern, bei Ansteuerung beider LS mit einem Monosignal:

Bild

Messung am Hörplatz (rot), 0,4m rechts vom Hörplatz (grün), 0,8m r. (braun) und 1,2m r. (blau)

Die Markierungen der Messung mit einem LS habe ich auf diese Messreihe übertragen.
Nun können die Messungen anhand der markanten Morden verglichen werden:
a) diese Mode ist durch die Anregung des Raumes mit beiden Lautsprechern nicht mehr vorhanden.
b) siehe a
c) Das ist nun interessant. Diese Mode wurde bei dieser Messreihe wesentlich stärker angeregt. Bei der Betrachtung dieser Mode stehen die LS jeweils im Druckminima. Hier wird jedenfalls keine ebene Wellenfront erreicht.
d) siehe a

Es ist interessant zu sehen wie unterschiedlich die Moden sich ausbilden, wenn diese unterschiedlich angeregt werden. Besonders beeindruckend ist, das die wichtigen Moden erster Ordnung in der Breite des Raums bei der Messreihe mit beiden LS sich nicht mehr ausbilden können.

Grüße
Alex
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Beitragvon aston456 » 03.12.2013, 15:58

Hallo Alex,

hat sich eigentlich irgendetwas getan bei Dir respektive bei den Moden in Deinem Hörraum?
Hast Du den weiter optimiert oder ist alles so geblieben?

Gruß,
Kai
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Beitragvon Jahresprogramm » 03.12.2013, 16:30

Hallo Kai,

ja es hat sich einiges getan. Das Hörzimmer ist weiter bedämpft worden. Die frühen Reflexionen bis auf die am Boden sind auch ausreichend bedämpft. Die Lautsprecher und der Hörplatz haben nach einer gefühlt ewigen Messorgie ihren Platz gefunden. Ich habe endlich in den frühen IACC-Werten deutlich mehr als 90% stehen und habe eine gute Stereobühne ohne Loch zwischen den LS. Ich würde sagen, die Akustik ist jetzt OK - besser geht aber immer.

Respektive Moden habe ich ein "poor man" DBA mit Hilfe von Acourate eingerichtet. Hier kann weiteres nachgelesen werden. Mit dem Gegenbass und Acourate Korrektur bin ich nun mit dem Bass zufrieden.

Das Hörzimmer muss jetzt noch "verschönert" werden.

Interessiert dich was konkretes?

Grüße
Alex
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Beitragvon aston456 » 04.12.2013, 09:08

Hallo Alex,

ich hatte mir Deinen Vorstellunsgthread nur nochmal wegen eines Kommentares von Dir angeschaut und bin dann an den Meßdiagrammen hängengeblieben. Vielleicht kannst Du ja mal ein aktuelle Messung einstellen und vlt. auch mal ein Bild, damit man eine Vorstellung vom Umfang der Maßnahmen hat.

Gruß,
Kai
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Beitragvon Jahresprogramm » 04.12.2013, 10:15

Hallo Kai,

aston456 hat geschrieben:Vielleicht kannst Du ja mal ein aktuelle Messung einstellen und vlt. auch mal ein Bild, damit man eine Vorstellung vom Umfang der Maßnahmen hat.

Ja, es ist eh mal Zeit den aktuellen Stand nachzumessen. Es ist aber mehr oder weniger ein Experimentierstadium - nicht erschrecken bei den Bildern. :D

Grüße
Alex
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