Christian (Backes & Müller BM 8)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Christian (Backes & Müller BM 8)

Beitragvon SirAeleon » 29.02.2008, 14:51

Ein herzliches Hallo an alle hier Versammelten.

Nach langer Zeit des Mitlesens möchte ich mich nun auch kurz vorstellen. Mein Name ist Christian, ich bin 26 und wohne im nördlichen Saarland.

Mein Arbeitsplatz ist allerdings in Saarbrücken Burbach. Dem einen oder anderen wird dieser Ort bestimmt etwas sagen (besonders nach diesem Thread hier).

Ihr habt Recht... ca. 1,5 km Luftlinie sind's bis zu den "heiligen Stätten". Womit wir auch schon beim Thema wären: mein akustischer/aktiver/audiophiler Werdegang (wenn man das so nennen kann).

Angefangen hat es bei mir mit einem selbstreparierten Verstärker (einem HH Scott Transistorgerät mit 4x 150 W Sinus am Ausgang) vom Sperrmüll. Ich habe den gesehen und wollte den haben. Leider waren alle 4 Endstufentransistoren durchgebrannt. Zu dieser Zeit war ich gerade in meiner Ausbildung zum Energieelektroniker, so dass ich nicht nur die geeigneten Messgeräte sondern auch direkt eine günstige Quelle für Ersatzteile hatte. (Bilder und genauere technische Daten werde ich nachliefern, sobald ich wieder zuhause am Rechner sitze.) Das Teil läuft heute noch, aber die Potis für Laustärke und Balance haben wohl den Geist aufgegeben. Linker und rechter Kanal sind nicht mehr gleich laut. Außerdem fing er irgendwann an, zu kratzen. Naja... wenn ich mal wieder Zeit habe, kümmere ich mich auch dadrum.

Aber zurück zur Geschichte. Jetzt hatte ich einen tollen Verstärker, aber noch keine Lautsprecher. Glücklicherweise hatte gerade der PLUS-Markt Discoboxen (von CAT?) für 100 Mark pro Paar da stehen. Die waren dann direkt mein. Die Kombination mit dem Scott war brutal laut und klang auch ziemlich gut. (Im nachhinein muss ich sagen: Klang war das definitiv nicht!)

Ich jedenfalls war erstmal glücklich und zufrieden. Bis ich dann irgendwann mal bei meinem Onkel war... er betreibt ein kleines Heimstudio und hat mehrere Aktivmonitore als Abhöre da rumstehen. Unter anderem ein Paar Mackies (HR-824?). Ich war begeistert. Die "klangen" wirklich. Er hat mir an diesem Wochenende noch jede Menge über Audio, Aktivtechnik und Akustik im Allgemeinen erzählt. Naja... verstanden hab ich da wohl das wenigste. Aber mein Interesse war geweckt.

Was ich allerdings von ihm mitbekommen habe, war eine Kaufempfehlung. Da ich mittlerweile studierte, war mein Budget ziemlich eng bemessen, so dass sich mein Einstieg in die Aktivtechnik ziemlich günstig gestalten sollte. Er empfahl mir die Behringer Truth B2031A, da die für meine Belange am besten geeignet schien.

Aber auch das Geld dafür musste erstmal aufgebracht werden. Bis es soweit war, vergingen sicher auch nochmal anderthalb Jahre. In dieser Zeit habe ich mich aber sehr viel mit Audio beschäftigt.
Habe viel gelesen, die verschiedensten Foren durchkämmt, jede Menge Meinungen kennengelernt... und das hat mich in der eigentlichen Entscheidung, nämlich "aktiv zu hören" nur bestätigt. Hier geht mein besonderer Dank an Herrn Messinger, der mit seiner Website und seinem Forum wunderbar klar und anschaulich Fakten darstellt. Aber auch andere Seiten rund ums Hören habe ich verschlungen (Herstellerseiten, Tontechnikseiten, verschiedene "Voodoo"-Seiten,... ich kann garnicht alle aufzählen).
Nur eins hat mir immer gefehlt (und fehlt mir heute noch): die Möglichkeit, so viele HÖReindrücke wie möglich zu sammeln.

Mittlerweile habe ich meine Behringers, aber ich ertappe mich immer wieder, wie ich mir die Frage stelle: "Muss das jetzt so klingen? Oder sind da noch mehr Details versteckt?" Selbst meine Kopfhörer (Senn HD600) helfen mir da nicht immer weiter. Der Zweifel bleibt manchmal.

Da ich aber auch oft DVDs anschaue, habe ich mir nachträglich noch einen Subwoofer dazugestellt (M-Audio, BX10s). Der ist einzig und allein für den Spaßfaktor. Beim Musikhören ist er meistens aus.

Damit kämen wir auch zum Faktor Raumakustik. Hier habe ich einige tolle Tipps aus verschiedenen Foren versucht, umzusetzen. Allerdings, mangels Geld, noch nicht in allerletzter Konsequenz. Da ich auf weibliche Meinungen noch keinen Wert legen muss, stehen die Lautsprecher und mein Hörsofa so ziemlich mitten im Raum. Naja nicht ganz: die Lautsprecher auf einer gedachten Linie bei 1/5 der Raumlänge, das Sofa bei ca. 3/5 der Länge und das in einem gleichseitigen Dreieck mit ca. 2m Kantenlänge. Die Lautsprecher sind demzufolge auch um 30° eingewinkelt und stehen auf (ehemaligen) Rollcontainern. (*grins* Ich sehe gerade eure geschockten und fragenden Blicke vor meinem geistigen Auge.)

Die Rollcontainer habe ich "etwas" modifiziert. Das heißt, die Rollen habe ich abmontiert, sie stehen nun auf ca. 1cm dickem Moosgummi satt auf dem Dielenboden. Die Schubladen habe ich mit Sand gefüllt und mit dem Korpus verschraubt. So bringt ein einzelner Container nun stattliche 30 kg auf die Waage. Darauf, wiederum mit 1cm Moosgummi entkoppelt, stehen dann die Lautsprecher mit ja ca. 15 kg Gewicht.

Potential ist ganz sicher noch für weitere Verbesserungen vorhanden, aber, wie bereits angesprochen, die sollten erstmal "wenig kosten und viel bringen". Ich bin mir sicher, dass ich da von euch noch sehr viel lernen kann.

in diesem Sinne

viele Grüße

Chris
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Beitragvon strauch » 29.02.2008, 15:25

Ha, bin doch nicht der einzige Jungspund, willkommen im Forum :-). Ich selber habe statt "Rollcontainer" einfach 25x25x5cm starke Betonplatten die wiegen 25kg das Stück. Habe aber auch Teppichboden auf Betonboden. Von daher wohl etwas bessere Grundvorraussetzungen.

Wo liegen die Boxen Preislich? Such ja immer noch etwas für "hinten" beim DVD schauen.
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Beitragvon SirAeleon » 29.02.2008, 16:21

Hi strauch,

die Truth kosteten pro Paar ca. 350 Euro. Ich hatte bei Thomann (ist das eigentlich Werbung? Wenn ja, editier ichs wieder raus.) Glück, dass die gerade Ausstellungsstücke verkauft haben. So hab ich sie mit leichten Kratzern für 320 Euro bekommen. Ein Hauch Edding darüber und sie waren wieder wie neu.

Aber ich spare schon wieder (momentanes Ziel: die Mackies), und dann wandern die Truths - wie bei dir - nach hinten.

Übrigens: Wenn ich mir die anderen Vorstellungen so anschau, habe ich den Eindruck, dass wir den Altersdurchschnitt schon gewaltig senken :)

viel Gruss

Chris
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Beitragvon Ralph » 29.02.2008, 17:35

Hallo Chris,

willkommen im Forum! Toll, das immer mehr junge Menschen zu uns finden.

Wenn's nicht so viel kosten darf, so würde ich eine alte aber überholte B&M Beta, oder ähnliches empfehlen: da gibt es für unter 1000 Euro schon einiges an Wiedergabequalität und einen geregelten Bass...
Schau mal hier...

Gruß,

Ralph
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Beitragvon SirAeleon » 29.02.2008, 18:51

So... ich habe mal auf die Schnelle ein paar Bildchen gemacht.

Das erste ist ein Blick in mein Wohnzimmer, das eigentlich nur als Hörzimmer dient:

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Hier ist der erwähnte Verstärker von Scott:

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Und hiermit war ich lange glücklich:

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Beitragvon Rudolf » 02.03.2008, 18:18

Hallo Chris,

herzlich willkommen im Forum und deine Bereitschaft, unseren Altersdurchschnitt zu verjüngen!

Ich selbst hatte von Behringer mal den Equalizer DEQ2496, der für's Geld extrem viel bietet! Dasselbe sagt man den Monitoren von Behringer nach. Insofern, denke ich, hättest du keinen deinem knappen Budget angemesseneren Lautsprecher finden können - außer vielleicht mit einer gebrauchten Backes & Müller.

Viel Spaß bei uns,
Rudolf
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Beitragvon JoeBroesel » 02.03.2008, 18:35

Hi,
mein Bruder Thomas hat genau den gleichen Scott-Verstärker! Ist zwar uralt, funktioniert aber super!
Was für ein Zufall.
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Beitragvon strauch » 24.03.2008, 14:18

Hallo Chris,

hast du auch die kleineren B2030A schon mal gehört? Meine Mutter sucht ebenfalls nach aktiven Boxen (hat einen kleinen Sony Cube CD Player mit integriertem Vorverstärker). Sie sollen aber nicht so groß wie die 2031 sein, die 2030 wäre aber ok, jetzt wollte ich dazu noch die Audioengine A5 Probehören und mal schauen was dabei herumkommt. Aber vielleicht weißt du ob die kleine überhaupt etwas taugt?

Bisher hatte sie immer irgendwelchen Computerboxenkram der aber nicht wirklich viel bringt (vor allem mit Mitteltonbereich kommt da gar nichts) z.B. von Logitech oder JBL/Harman.
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Beitragvon SirAeleon » 24.03.2008, 16:04

Hi strauch,

zu den 2030A kann ich dir leider keine Hörerfahrung liefern. Aber laut dem Behringer Datenblatt (gibts hier) sind die 2030er nicht wirklich viel kleiner:

B2030A
Dimensions (HxWxD) 317 x 214 x 211 mm
Weight 9,84 kg

B2031A
Dimensions (HxWxD) 400 x 250 x 290 mm
Weight 15 kg

Macht also 8,3 cm weniger hoch, 3,6 cm schmaler und 7,9 cm weniger tief.

Da ich nicht weiß, wie beschränkt der Platz ist, würde ich schon zu den Größeren raten. Im Gegensatz zu den Kleinen brauchen die nicht unbedingt einen Subwoofer (Wobei der natürlich gerade beim DVD schauen für mich unentbehrlich geworden ist).

Ich hoffe, geholfen zu haben...

Frohe Ostern und dicke Eier ;)

Chris
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Beitragvon strauch » 25.03.2008, 13:54

Naja für meine Mutter sind das Welten, vielleicht werde ich mir auch beide Ordern und mich dann entscheiden, leider gibt es keinen Laden in der Nähe wo ich sie mir mal anschauen kann.

Danke für deine Hinweise.
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Beitragvon SirAeleon » 18.08.2008, 16:19

Hallo zusammen,

da Joe sich ja nun als erster als "Kopfhörer" geoutet hat, muss ich mich dem ja mal anschließen. Ich kann zwar nicht ganz mit dem Gespann K1000/BAP1000 mithalten, denke aber, trotzdem ganz gut unterwegs zu sein.

In der Firma nutze ich folgende Kette:

An meinem PC hängt der Corda Cantate von Meier Audio als Kopfhörerverstärker für einen Sennheiser HD280 pro. Der Cantate fungiert dabei als externer DAC und akzeptiert über USB maximal 48kHz/24bit.
Die bekommt er vom Player (foobar2000), für den es ein sehr gutes Upsampling-Plugin gibt. Der Output des Players wird, mittels Kernelstreaming, am Windows-eigenen Mixer vorbei direkt zum Cantate geroutet. Somit unterbleiben jegliche microsoft'schen Resamplingversuche, die qualitativ ja nicht zu den Besten gehören.

Da der HD280 pro als geschlossener KH doch etwas füllig im Bassbereich ist, habe ich den mit einem EQ etwas gesenkt:

  • 55Hz: -2dB
  • 77Hz: -2dB
  • 110Hz: -1dB
  • Rest: 0dB
Die Entscheidung für den Cantate fiel nach einem ca. zweiwöchigen Probehören von Corda Arietta gegen Corda Cantate. Für mich persönlich (Vorsicht! Alles, was jetzt kommt ist höchst subjektiv!) hat der Arietta diesen Vergleich verloren. Während der Cantate in dieser Zeit immer besser wurde, hat sich der Arietta kaum verändert. Im direkten Vergleich würde ich den Arietta als heller, aber rauher beschreiben, während sich der Cantate seidiger anhörte.
Außerdem habe ich, da man den Arietta nur analog anschließen kann, auf einmal die seltsamsten Einstreuungen meiner Soundkarte gehört (CD-Laufwerk, Festplatte, usw.) Da hat der Cantate mit eigenem DAC unbestreitbar Vorteile.

Ein weiteres "Feature", das nicht mehr missen möchte, ist der eingebaute Crossfeed. Beim ersten Hören merkt man fast überhaupt nichts. Die Tonalität und die Lautstärke ändern sich nicht. Aber das Hören wird weniger anstengend. Die Bühne wandert etwas nach vorne vor den Kopf und wird leicht schmaler. Je nach Song ist der Effekt unterschiedlich stark.
Ich merke es halt sehr deutlich am Langzeiteffekt. Ohne Crossfeed habe ich das Kopf-Hören nach ein bis zwei Stunden satt. Mit Crossfeed kann ich die Ohrenwärmer problemlos den ganzen Tag tragen.

Übrigens: bevor ich den Cantate hatte, habe ich genau dieses Crossfeed durch ein foobar2000-Plugin simuliert. Es nennt sich "Bauer stereophonic-to-binaural" und kann auf Sourceforge.net gefunden werden. Der Vergleich zwischen Hardware (Cantate) und Software (Plugin) fällt hier aber unentschieden aus. Das Plugin schafft die Bühne zwar noch weiter vor den Kopf, was ich persönlich angenehmer empfinde, bezahlt dafür aber mit einem deutlichen Verlust an Bass. Es gibt halt nichts geschenkt.

Daheim höre ich mit dem Corda Opera. Dieser bekommt seinen Input entweder vom Rechner (auch hier: USB), vom DVD-Player (via S/P-Dif) oder analog vom CD-Player. Der Opera fungiert hier quasi als Vorverstärker und befeuert entweder einen Sennheiser HD600 oder ein kleines Behringer-Mischpult, das die Lautsprecher versorgt.

Auf dem Silbersand-Workshop hatte ich die Gelegenheit, Axels AKG K701 an meinem Opera zu hören. Aufgrund der doch eher kurzen Zeit, in der wir gehört haben, sind mir keine wirklich großen Unterschiede zwischen meinem HD600 und dem K701 aufgefallen. Beide klangen tonal sehr ähnlich. Eventuell werde ich aber demnächst den 701 doch nochmal einem eingehenden Vergleichshören unterziehen. Mal schauen, ob sich diese Investition für mich lohnt.

viele Grüße

Chris

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Edith meint: Bilder werden nachgereicht.
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Beitragvon JOE » 18.08.2008, 17:15

SirAeleon hat geschrieben:Ein weiteres "Feature", das nicht mehr missen möchte, ist der eingebaute Crossfeed. Beim ersten Hören merkt man fast überhaupt nichts. Die Tonalität und die Lautstärke ändern sich nicht. Aber das Hören wird weniger anstengend. Die Bühne wandert etwas nach vorne vor den Kopf und wird leicht schmaler. Je nach Song ist der Effekt unterschiedlich stark.
Ich merke es halt sehr deutlich am Langzeiteffekt. Ohne Crossfeed habe ich das Kopf-Hören nach ein bis zwei Stunden satt. Mit Crossfeed kann ich die Ohrenwärmer problemlos den ganzen Tag tragen.

Chris, da hast Du, glaube ich ein - wenn nicht das - entscheidende Feature angesprochen, deren Fehlen dafür verantwortlich ist, dass vielen von uns letztlich das Hören auch mit Spitzen-Kopfhörern verleidet worden ist.

Es geht ja nicht darum, grundsätzlich Lautsprecher gegen Kopfhörer auszuspielen, sondern für spezifische Anforderungen entsprechende Antworten zu finden. Und da kann mir keiner erzählen, dass nicht mehr von uns häufiger - z.B. in der späten Nacht - eigentlich das Bedürfnis hätten, entspannt und in hoher Qualität - wozu eine angemessene Lautstärke gehört - auch mal ausgedehnter Musik zu hören.

Ich verstehe nicht, dass von beiden Seiten, Produzenten wie Konsumenten, dieser Aspekt so wenig berücksichtigt wird. Aber vielleicht ist es ja so, dass "dicke" glänzende Kästen mehr hermachen, als vergleichsweise unauffällige Apparate, die keinen bombastischen Sound machen, sondern "nur" auf die eine oder andere Weise zwangsläufig vorhandene spezifische Probleme der Kopfhörerwiedergabe angehen. Ich glaube, da gibt es einige Parallelen zum relativen Nischendasein aktiver Boxen ...

Maximallösungen à la BAP 1000 (siehe: meine Vorstellung unter "wie ich zum aktiven Hören kam") sind ja nur wegen der Miniserien so extrem teuer und, wie Chris sicher zutreffend beschreibt, bringen auch schon nicht ganz so umfassende Lösungsansätze erhebliche Fortschritte sowohl bezüglich der Langzeitverträglichkeit, als auch der Klangqualität im umfassenderen Sinne (eben nicht nur Linearität, Impulsgenauigkeit, Frequenzumfang etc.).

Gruß
Joe


Nachtrag: Hab' mir mal die von Chris erwähnten Corda-Kopfhörerverstärker mit Crossfeed-Technik im Internet angeschaut: Durchaus interessant und gar nicht so teuer!
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Beitragvon SirAeleon » 19.08.2008, 21:01

N'Abend zusammen,

hier zur Auflockerung mal noch ein paar Bilderchen:

Mein Hörzimmer im Überblick:

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Das Mischpult, ein Behringer Xenyx 1002 (Bild schon einen Tick älter):

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Und hier mal meine selbergedengelte Kopfhörerhalterung:

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viele Grüße

Chris
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Beitragvon SirAeleon » 10.03.2009, 01:23

Hallo zusammen.

Es wird mal wieder Zeit, meine Vorstellung hier zu ergänzen. Wie man gelegentlich zwischen den Zeilen lesen konnte (Danke Rudolf ;)) hat sich bei mir im Wohnzimmer einiges getan.

Obwohl ich kaum abwarten kann etwas über meine neueste Errungenschaft zu schreiben, erzähle ich doch chronologisch weiter.

Im Sommer letzten Jahres (Verdamp lang her, verdamp lang... - ich weiß) bekam der Sennheiser HD600 Gesellschaft von einem fast neuen Kopfhörer aus der Beyerdynamic Manufaktur. Ein DT880 (in der 2005er Version mit 250 Ohm) komplett in schwarz bis auf die Alugabeln der Ohrmuscheln und die Abdeckgitter. Dieser fand den Weg über mehrere Hände/Köpfe zu mir, wo er bis auf weiteres ein schönes Zuhause gefunden hat.

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Der 880er ist superkomfortabel zu tragen und vom Klang her für mich über jeden Zweifel erhaben. Er hat gegenüber dem HD600 etwas mehr Höhen, ohne dabei scharf zu klingen. Es werden einfach noch einen Tick mehr Details dargestellt. Der Grundton ist dem Senn gegenüber allerdings etwas schlanker geraten, zugleich aber auch noch etwas präziser. Somit hat der Senn nach wie vor seine Daseinsberechtigung, da ich es gelegentlich auch gerne im Bassbereich etwas "ausladender" mag. Ich finde, die beiden ergänzen sich großartig.

Im Moment hängen beide parallel am Opera. Der Beyer hat die 0-Ohm-Buchse bekommen, der Senn die 120-Ohm-Buchse. So klingen sie für mich am Besten, ohne dass ich ständig umstöpseln muss.

Im Herbst (Ich weiß... immernoch lang her) hat es sich dann ergeben, dass ein Arbeitskollege mir ein Schnäppchen anbot: ein Spielzeug, auf dass ich schon lange ein Auge geworfen hatte. Es handelte sich hier um einen vorsintflutlichen Videoprojektor von Sony. Die Kiste hat noch 3 Bildröhren mit drei Optiken davor und ist trotz ihres hohen Alters (ca. 20 Jahre, eher mehr) schon HD-ready (720p bzw. 1080i). Näheres habe ich dazu auf www.beisammen.de geschrieben, wer möchte, kann den entsprechenden Thread dort nachlesen.

Nach liebevoller Pflege und kleineren Umbauten (u.A. Lüfterberuhigung mittels Festspannungsregler) habe ich mit meinem Onkel die Kiste unter der Decke montiert.

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Über die Einstellorgie danach kann euch meine Liebste ein Lied singen. 95% reichen mir halt nicht. :) Die Farbeinstellungen waren für den Anfang schon ganz okay, da der Projektor ursprünglich wohl mal kalibriert wurde und mein Arbeitskollege da sämtliche Finger weggelassen hat. Aber auf einer beige/braunen Strukturtapete fällt die Beurteilung naturgemäß schwer.

Als erster Schritt musste ein weißes Leintuch an der Wand herhalten, das war schon besser. Aber kurz drauf habe ich mir doch eine richtige Leinwand selbergebaut. Der Rahmen ist ein Keilrahmen und die eigentliche Leinwand ist eine PVC-Folie von Rabenring. Die Folie hat ihren Namen "blackout" zurecht: Die Rückseite ist schwarz beschichtet und damit ist sie absolut lichtdicht. Die Reste habe ich deswegen kurzerhand zweckentfremdet, um die zwei Glastüren zu verdunkeln. Die Wand hinter der Leinwand habe ich mit schwarzem Molton verhangen.

Und der Aufwand hat sich gelohnt. Das Bild hat deutlich gewonnen, auch wenn ich die komplette Einstellung nochmal machen musste. Vorletzte Woche ist auch mein Selberbau-Farbsensor HCFR - schon von einem netten Forenkollegen betriebsfertig zusammengeschustert - gekommen, so dass ich wohl in naher Zukunft auch die D65-Kalibrierung in Angriff nehmen werde.

Aber nun will ich euch nicht länger auf die Folter spannen. (Danke übrigens, wenn ihr bis hierhin noch gelesen habt ;) ) Meine neueste Errungenschaft, ganz in schwarz:

Bild

Eine BM 8 (Naja eigentlich zwei, aber Singular klingt besser, wie ich finde.)

Wie kam es dazu?

Das ist das alleinige "Verschulden" von Ralph (hier absolut positiv gemeint!). Er hatte auf seiner 3. Aktiven Hifi-Börse diese Schönheit in glänzend schwarzem Klavierlack da stehen, und ich konnte sie in aller Ruhe vergleichshören. Von Anfang an hat mir die BM 8 unheimlich gut gefallen. Aber selbst als gebrauchte Einstiegsdroge war sie mir anfangs noch zu teuer. Deswegen habe ich mir natürlich auch die anderen, günstigeren angehört (Zum Beispiel die BM Omega, die AFB3 und auch eine kleine Geithain). Aber schnell stand fest: für mich kommt nur komplett geregelt in Frage. Grübelnd und rechnend fuhr ich an dem Abend heim. Es passte finanziell einfach nicht.

Nachdem ich meiner Liebsten in den nächsten Tagen immer wieder von der BM 8 vorschwärmte, bot sie mir spontan an, mir zu helfen, meinen Traum zu verwirklichen. Dem ein oder anderen dürfte das bekannt vorkommen... Ich jedenfalls war von den Socken. Als ich Ralph das schrieb, meinte er spontan: "Du weißt doch, wo sie stehen. Ich ruf' Herrn Müller an, dann kannst du sie dir holen kommen und mal daheim hören."

Vier Tage später habe ich sie dann stolz in mein Wohnzimmer gewuchtet und aufgestellt. Ein umwerfendes Erlebnis! Tonal gab es überraschenderweise kaum einen Unterschied zu den Behringers. Beide spielen unheimlich linear. Aber was die BM8 mir da an Ortbarkeit und Bühne ins Wohnzimmer zaubert, war phänomenal! Wie ihr euch denken könnt, habe ich sie Ralph nicht mehr zurückgebracht. Und das wusste der bestimmt vorher schon. ;)

Auf der anschließenden aktiven HiFi-Börse wollten wir das Ganze auch schriftlich unter Dach und Fach bringen, hatten aber keine entsprechenden Vordrucke mehr zur Hand. Kein Problem für Ralph. Die Unterlagen kamen unterschriftsfertig zwei Tage später per Post. Und was mich da wirklich sehr beeindruckt hat, war die excellente Umsetzung auch in kleinen, scheinbar unwichtigen Details. Dem Vertrag lag nämlich direkt ein adressierter und frankierter Rückumschlag bei. Chapeau! Diesen Service möchte ich gerne überall haben.

Die Leitungen, die ich mir zum Testen mitgenommen hatte, waren insgesamt etwas kurz, zumal ich sowieso eine andere Platzierung meiner Komponenten im Auge habe. Hier fragte ich Ralph, ob er nicht noch ein paar längere Leitungen für mich hat, vielleicht sogar mit abgewinkelten 4-pol-XLR-Steckern. Hatte er leider nicht vor Ort, aber etwas später bekam ich ein Päckchen mit der Post. Darin war eine ganze Rolle mit der von ihm empfohlenen Leitung und die gewünschten Stecker (alles Neutrik bzw. WBT) zum Selberkonfektionieren. Klasse! Auch hier zwei Daumen hoch für den Service.

So sieht's dann im Moment bei mir aus:

Bild

Die Behringers sind nach hinten gewandert, um das Kinoerlebnis auch surroundtechnisch zu komplettieren. Bilder müsste ich mal noch machen, aber solange kann ich mit einer Skizze dienen. (Kennt ihr schon Google SketchUp? Geniales Programm!)

Bild

Falls euch aufstellungstechnisch noch etwas auffällt: ich bin immer dankbar für Vorschläge.

in diesem Sinne
viele Grüße

Chris
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Beitragvon wgh52 » 10.03.2009, 11:39

Hallo Chris,

danke für Deinen ausführlichen Bericht! Interessant, dass die doch etwas betagte BM-8 so dermassen faszinieren kann! Vielleicht werde ich doch noch irgendwann "schwach" und wechsle von meinen selbstabktivierten B&Ws zur BM8 oder zur BM Grande...

Weil Du einen Subwoofer stehen hast, fallen mir noch ein paar Dinge ein/auf:

  • Brauchst Du den Sub wirklich, nachdem die BM-8 ja eigentlich ganz gut "Gewitter" machen? ...mal ohne Sub probiert?
  • Gert hat schonmal angeregt, dass man mit 2 Subs und 2 BM8 ein Dual Bass Array bauen kann, das die Raumakustik im Bass besser in dern Griff bekommt. Schonmal darüber nachgedacht noch einen zweiten Sub zu kaufen und beide hinten (mit Delay) laufen zu lassen?
  • Du machst ja offensichtlich Surround, aber anscheinend ohne Center vorne, richtig?
  • Raumakustisch kommt mir die linke Wand/Tür ziemlich schallhart vor, während die rechte Seite durch die Regale und den Schrank "zerklüfteter" (das meine ich akustisch positiv!) aussieht. Merktst Du das in der Ortbarkeit der Schallereignisse oder an dern Nachhallzeit?

Dieses Google Sketch-Up macht ja sehr gute, realistische Zeichnungen! Wie lange hast Du daran "gebastelt"?

Bis auf meine verrückten Ideen fiel mir sonst nichts weiter auf. Muss ja auch nicht, denn das sieht doch alles sehr sinnvoll und optimal aus! Viel Spass mit Deinen tollen BM8!

Gruss,
Winfried
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wgh52
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