Holger (Backes & Müller BM Prime 14)

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Holger (Backes & Müller BM Prime 14)

Beitragvon Hosky » 05.02.2012, 01:59

Hallo Aktivhörer,

nachdem ich hier nun schon eine geraume Weile passiv mitlese und viele Anregungen und Informationen fand, ist nun an der Zeit, im doppelten Sinne aktiv zu werden.

Meine Hifi-Leidenschaft begann irgendwann in den frühen achziger Jahren mit einer Saba Kompaktanlage im Starktrek Design mit gossem „HIFI“ Logo, welche meinen Kassettenrecorder ablöste und mit der ich einige Jahre glücklich hörte. Gegen Ende meiner Schulzeit in den späten Achzigern leistete ich mir von meinem in den Ferien erjobbten Geld dann die erste richtige Hifi-Anlage, bestehend aus einem Thorens Plattenspieler, Sony CD-Player, Kenwood Verstärker und ein Paar Elac Lautsprechern. Nach einigen kleinen Änderungen – der Plattenspieler musste weichen und wurde in CDs umgesetzt, der CD-Player hatte das damals typische Sony-Ladenproblem und wurde durch einen Kenwood ersetzt (der im übrigen über 20 Jahre später noch absolut störungsfrei seinen Dienst in meiner Zweitanlage verrichtet) – lösten irgenwann in den frühen 90ern eine Rotel 980 Vor-End-Kombi und ein paar wunderschöne Ecouton LQL 150 in anthrazit gebeiztem Vogelaugenahorn den Kenwood VV und die Elacs ab. Die Rotel-Kombi und der Kenwood CD wurden einige Jahre später durch T+A CD 1200 R und PA 1200 R ersetzt, und damit hatte ich eine Kombination, mit der ich ca. 8 Jahre glücklich hörte und meinen von Pop/Rock geprägten Musikgeschmack um Klassik und Jazz erweiterte. 2005 wurde die erste Nautilus-Serie von B&W abgelöst, und ich nutzte die Gelegenheit, anlagentechnisch wieder einmal einen Schritt nach vorne zu machen, und ersetzte die LQL 150 durch die N 803, die T+A Zuspieler wurden durch die feine Ayre CX-7 / AX-7 Kombination abgelöst, die seither bei mir zuhause spielen.

Letztes Jahr war ich nach längerer High-End-Abstinenz und eigentlich nur aus Verlegenheit bzw mangels anderer Wochenendaktivitäten mal wieder auf der H.O.T in Stuttgart und wollte mich umsehen, was sich denn in den letzten Jahren so getan hat bzw einfach mal wieder das obere Ende der Fahnenstange erleben – Canton Reference 1.2 DC, Dynaudio Confidence, Avantgarde Acoustic Trio, Focal Stella Utopia und einige mehr, alles an feiner und meist erschreckend teurer Elektronik, teilweise im Gegenwert einer Luxuslimousine. Liesse man die Preise ausser acht, fand ich das Gebotene von nicht schlecht bis ziemlich beeindruckend, allerdings in keinerlei Verhältnis zum aufgerufenen Preis stehend. Die Vorführungen von für mich noch bezahlbarer Technik konnten mich bis auf eine Ausnahme nicht wirklich überzeugen, und so wäre ich beinahe in vollster Zufriedenheit mit meiner eigenen Anlage in dem Bewusstsein heimgegangen, dass eine deutliche Steigerung nur mit exorbitanten Ausgaben zu verwirklichen wäre – aber eben nur beinahe...

Denn als ich vorsichtig während der Vorführung den Raum von B&M betrat, erschien es mir, als schwebte hier die Musik mitten im Raum, und obwohl von der Seite eintretend, konnte ich akustisch kaum die Seite ausmachen, auf der die LS stehen – es spielten gerade die BM Prime 14, wie ich in der darauffolgenden Pause erfuhr, dann auch nach dem Platznehmen am Rand konnte ich einfach nicht ausmachen, welcher Teilnehmer der beeindruckenden Schallwandlerparade hier spielte. Die unglaubliche Transparenz und Losgelöstheit bei gleichzeitig tiefem und satten Fundament, die feste, dreidimensionale Bühne mit hervorragender Ortbarkeit und eine unglaubliche Auflösung, ohne irgendwelche spitzen oder scharfen Anteile, haben mich sofort in ihren Bann gezogen.

Sei’s drum, die Veranstaltung hatte mir ja insgesamt gezeigt, dass ich doch recht zufrieden mit meiner Anlage sein konnte. Sollte. Und auch war. Jedenfalls meistens. Naja, zumindest bei sparsam instrumentierter Musik, denn bei komplexeren Arrangements bricht die heimische Bühne, die ohnehin nicht so weit und tief aufgespannt ist wie bei der B&M Vorführung, leider in sich zusammen. Ausserdem harmoniert die N803 mit ihrem sagen wir mal suboptimalen Abstrahlverhalten nicht eben mit meinem jetzigen relativ halligen Raum, der zwar noch ein wenig optimiert, aufgrund des geringen WAF von durchgreifenden Ramakustikmassnahmen aber nicht von Grund auf verändert werden wird. Nun ja, über den Sommer schwand dann langsam meine Erinnerung an das Hörerlebnis und Aktivitäten im Freien liessen mich ohnehin nicht soviel hören, doch im Herbst kam die Erinnerung langsam zurück, und so nahm ich Anfang Dezember am B&M Workshop in Frankfurt teil – ein Gänsehauterlebnis, welches mich in meinem inzwischen bereits gefassten Entschluss endgültig bestätigte – ich werde aktiv!

(to be continued...)

Grüße,
Holger
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Beitragvon Wolfman » 05.02.2012, 03:53

Hallo Holger,

herzlich Willkommen!

Deine Hörerfahrung können hier jede Menge Leute nachvollziehen. Vor allem das Preis/Leistungsverhältnis spricht für Aktive.

Die klanglichen Vorzüge hast Du sehr treffend beschrieben und deine Messeerfahrung kann ich genau so bestätigen. Ist denn die BM 14 schon geordert?

Hier im Forum wird viel auf Silbersand, AGM und "renovierten" BM Classic Line gehört. Die solltest Du auf jeden Fall auch noch anhören. (Im Raum Stuttgart und im Saarland gibts dafür einige Adressen)

Viel Spaß hier im Forum
Grüße
Lutz
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Beitragvon vierzigo » 05.02.2012, 20:19

Hallo Holger,

herzlich Willkommen bei uns im Forum,
toller Bericht, was für ein Glück das dein Gefühl dich nach BM hat leiten lassen, sonst wäre dir etwas entgangen, was leider den meisten immer noch verborgen ist, Musik losgelöst von den LS zu erleben.
Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Grüße

Oliver
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Beitragvon Figo » 05.02.2012, 22:46

Hallo Holger,

Ich höre bei mir zuhause die BM Prime 14 an Linn Elektronik und kann nur sagen: Super

LG Hans
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Beitragvon Hosky » 20.04.2012, 15:27

Liebe Aktivhörer,

seit meinem ersten Beitrag ist nun einige Zeit vergangen, in der sich viel getan hat. Die gesamte Geschichte mit allen zwischenzeitlichen Überlegungen und Optionen, die ich für mich durchgespielt habe, möchte ich Euch ersparen, und mich auf die eigentliche Geschichte konzentrieren.

Nach dem B&M Workshop in Frankfurt hatte ich ja die Prime 14 im Auge, wobei ich sagen muss, dass in Frankfurt die Prime 8 so hervorragend aufgespielt hat, dass sie für meine Ohren erstaunlich nahe an der 14er lag - mit durchaus unterschiedlichen Ausprägungen was Bassbereich, Auflösung und Tonalität angeht, was für mich allerdings eher in den Bereich Geschmackssache fiel. Für den aufgerufenen Preisunterschied also auf jeden Fall eine Alternative, die ich mir Zuhause anhören wollte. Die Performance im eigenen Raum kann ja nun doch deutlich unterschiedlich sein, und der ordentlich bedämpfte Raum in Frankfurt war mit meinem Wohnzimmer nicht zu vergleichen.

Von der Prime 14 erwartete ich allerdings durch den Zeilenstrahler-AMT ein für meinen Raum deutlich besseres Abstrahlverhalten, da Reflexionen von Boden und insbesondere Decke (hoch, fällt zu Hörplatz hin von 3,50 auf 2,50 ab) die Hauptproblematik im Raum sein dürften. Also wurde die Prime 14 in Ebenholz Grigio mit schwarzer Nextel-Front geordert, und als Option die Prime 8 vereinbart.

Nachdem ich ja nun meine Elektronik in Zahlung geben würde, soviel Gutes über den Lyngdorf DPA-1 und seine Kompatibilität zu B&M gehört/gelesen hatte (Danke ans Forum :) ) und in Bezug auf die Raumanpassungsmöglichkeiten sicher gehen wollte, stand eben dieser als Zuspieler bereit. Als Quelle wurde in der Zwischenzeit eine Squeezebox Touch an USB-Platte eingerichtet (ein eigenes Thema, was Stabilität betrifft...), die zukünftig (vorerst) den Lyngdorf über ihren Digitalausgang versorgen wird.

Um besser vergleichen zu können, sah der Testaufbau allerdings etwas anders aus. Die Squeezebox ging über Digital out an einen T+A K6 DVD-Receiver (über den alternativ auch CDs gehört werden konnten). Der T+A hat nun einen Pre-Out, an den die Prime 14 angeschlossen wurde, und einen Digital Out, der über den Lyngdorf die Prime 8 antrieb. So war ein A/B Umschalten praktisch unterbrechungsfrei möglich, wenn auch mit nicht exakt gleichem Zuspieler. Von der Papierform sollte der Lyngdorf dem T+A überlegen sein, weshalb ich diesen eventuellen Wettbewerbsvorsprung der kleineren Prime 8 gönnte. Bei dem aufgerufenen Preisunterschied erwartete ich, dass sich die Prime 14 auch mit unterlegener Elektronik durchsetzt.

Und das tat sie - als klarer Punktsieger ihn Auflösungsvermögen, Räumlichkeit und Tonalität, dabei kein ganz so voluminöses Bassfundament wie die Prime 8 (die mich in Frankfurt beeindruckte, in meinem Raum aber eher etwas zuviel des Guten bot). Insgesamt der wesentlich stimmigere Gesamteindruck, und nie zuvor habe ich in meinen vier Wänden eine solch direkte, realistische und dynamische Musikwiedergabe erlebt, nie zuvor eine solche Losgelöstheit der Musik vom Lautsprecher gehört, nie zuvor eine solch beeindruckende Bühnenstaffelung empfunden,... ich könnte noch eine Weile fortfahren. Ein direkter Vergleich mit meiner alten Anlage wurde schlicht unsinnig, das hier spielte in einer anderen Dimension. Zur Ehrenrettung der N803 an Ayre CD/AMP muss ich allerdings sagen, dass diese Kombi in meinen vorherigen, besser bedämpften Wohnzimmern deutlich besser aufspielten als in meinem jetzigen. Sparsam instrumentierte Musik spielte sie durchaus schön, luftig und farbenreich, sobald allerdings mehr als 3 Instrumente gleichzeitig spielten, wurde die Sache anstrengend und das Klangbild verschwomm - das war in meinem vorherigen, gut bedämpften Raum deutlich besser.

Nach etwas über einer Stunde Vergleichshören, in denen ich immer noch versuchte, den in Frankfurt als so gering empfundenen Eindruck irgendwie bestätigt zu bekommen (schliesslich ging's hier auch um einen nicht geringen Aufpreis), traf meine Lebensgefährtin, die meine Einschätzung in Frankfurt uneingeschränkt teilte, ein. Nun teilt sie zwar nicht mein Hobby, hört aber auch gerne Musik und besitzt ein zwar weniger trainiertes, aber doch sehr gutes intuitives Gehör. Also kurzerhand eines unserer bevorzugten Referenzstücke eingelegt (Chris Jones - No sanctuary here), je 20 s A/B/A/B Vergleich, worauf sie mich etwas ungläubig ansieht und meint "Ja das ist doch so klar, warum vergleicht Ihr denn immer noch?" So kann man es kurz und knapp auf den Punkt bringen!

Nur der Vollständigkeit halber wurden die Zuspieler an den LS getauscht, so dass der Lyngdorf an der 14 und der T+A an der 8 spielte. Was soll ich sagen, DAS war es, die Prime 14 legte in allen Belangen nochmal zu! Details erspare ich Euch, aber damit hat sich die Vermutung des Wettbewerbsvorteils der 8er im Testaufbau bestätigt.

Fazit: Der Test zeigte zum Einen, wie stark die Wechselwirkung zwischen LS und Raum die Ergebnisse von Hörvergleichen verschieben kann, und wie stark das gerichtetere und gleichmässigere Abstrahlverhalten "einen Raum ausschalten" kann und damit auch in meinem halligen Raum ein superbes Auflösungsvermögen und klare Differenzierung auch bei Tutti-Passagen ermöglicht. Zum Anderen habe ich für meinen Traumlautsprecher gefunden und freue mich über eine massive Klangsteigerung im Vergleich zur alten Anlage. Somit bin ich nun glücklicher Aktiver! :mrgreen:

Grüße,
Holger

PS: Die anschliessende Einmessung des Lyngdorf ergab einen Raumkorrekturfaktor von 14 %, und machte sich im wesentlichen durch eine leichte Gruntonanhebung einerseits und eine noch bessere Ortbarkeit andererseits bemerkbar. Beim doppelblinden Durchschalten wurde zu ca. 70 % der Fälle "Fokus", zu ca 30 % "Global" und (bisher) nie "bypass" als beste Variante erkannt. (nur als Indikation, der Aufbau und die statistische Probe erfüllen keine echten DBT-Absprüche :wink: )
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Beitragvon Hosky » 18.06.2012, 12:40

Liebe Forenten,

Nachdem ich nun einige Wochen damit verbracht habe, meine CD-Sammlung nicht nur auf Festplatte zu archivieren, sondern sie bei dieser Gelegenheit auch neu zu entdecken - was weniger der Archivierung als vielmehr den Qualitäten der Kombination Lyngdorf / Prime 14 zu verdanken ist - ist es nun an der Zeit, mich dem Thema Zuspieler etwas eingehender zu widmen.

Als Übergangslösung betreibe ich derzeit eine Squeezebox Touch an einer USB-Festplatte, die das Signal digital an den Lyngdorf liefert. Für den aufgerufenen Preis legt sie imho eine sensationelle Performance hin, in dieser Kombi imho vergleichbar mit einem guten CDP. Weiterhin habe ich Internetradio zu schätzen gelernt - abseits vom Mainstream der üblichen Radiosender habe ich bereits einiges an neuer Musik für mich entdeckt, und meine Wunschliste wächst permanent.

Nun soll also eine "endgültige" Lösung her. Nachdem ich mich durch viele viele beeindruckende Seiten diverser G-Modifikationsfreds gelesen habe, steht für mich fest, dass Linn auf jeden Fall einige heisse Kandidaten ins Rennen schicken wird. Als bisher einzige wirkliche Alternative habe ich den Ayon S3 ausgemacht. NAS-seitig werde ich wohl Ripnas als komfortable Variante wählen, da ich mit Netzwerkadministration und sonstigen Computereinrichtungen bei meiner Anlage eigentlich nichts zu tun haben will und weder besonderes Talent noch die nötige Geduld hierfür mitbringe.

Damit wird sich zwangsläufig die Frage stellen, welche Rolle der Lyngdorf in der Kette spielen wird. Aber das werden Performance und Budget letztlich entscheiden.

Einen ersten Schritt habe ich letzte Woche getan und einen Linn Majik DS und einen Akurate DSM zum Probehören zuhause gehabt. Meine Vergleichs-Playlist enthielt ua Stücke von Chris Jones (No sanctuary here), Oleta Adams (Get here), Sting (Englishman in NY), Jack Johnson (Better together), Miller Anderson (By the light) , Paul Simon (Diamonds on the souls of her shoes), Allan Taylor (The beat hotel), Nils Lofgren live (Keith don't go) - allesamt gute Aufnahmen, die ich teilweise seit Jahren zur Beurteilung von Anlagen heranziehe. Die Playlist wurde auf der Squeezebox und dem NAS meines freundlichen Händlers eingerichtet, anschliessend trat der Linn Majik DS über Analogausgang am Lyngdorf gegen die digital angeschlossene Squeezebox an.

Nach einigen anfänglichen A/B-Umschaltungen und einer kurzen Eingewöhnungsphase wurde schnell klar, dass der Majik in einer anderen Klasse spielt. Er brachte deutlich mehr Ruhe ins Klangbild, bot eine etwas gesteigerte Auflösung und vor allem eine wesentlich präzisere räumliche Abbildung. Insgesamt ein deutlich entspannteres Hören, es war irgendwie einfacher, sich auf Details zu konzentrieren, irgendwie schienen die Instrumente gleichzeitig unabhängiger (weil bei besserer Feinzeichnung räumlich besser getrennt) zu sein und doch besser miteinander zu spielen, der Fluss der Musik kam natürlicher. So fiel dann bei späteren Stücken der Playlist das Rückschalten auf die SQ immer kürzer und mein Urteil dementsprechend eindeutig aus.

Als Alternative sollte nun der Akurate DSM direkt an den Prime 14 gehört werden. Bei dem aufgerufenen Preis käme er als Alternative allerdings nur in Frage, wenn ich den Lyngdorf im Gegenzug "verflüssigen" würde. Es wurde also umgesteckt, wobei dadurch leider die Möglichkeit eines A/B-Vergleiches entfiel. Durch die anderthalbstündige Hörsession mit dem Majik hatte ich dessen Klang inzwischen aber ganz gut im Ohr. Was soll ich sagen, der Akurate legte in Punkto Feinzeichnung und insbesondere Feindynamik noch etwas zu, das Anzupfen der Gitarrensaiten kam "schneller", insgesamt erschien mir die Bühne breiter, und die Stimme Oleta Adams' stand noch etwas fester im Raum.

Allerdings fiel für meinen Geschmack der Grundtonbereich etwas dünn aus, insgesamt ein deutlich helleres Klangbild als in der Kombination Majik über Lyngdorf. Nun bewirkt die Raumkorrektur des Lyngdorf eben genau dies – eine leichte Gundtonanhebung gegenüber der Bypass-Schaltung. Dies bringt einen Schuss Wärme ins Klangbild, den ich nicht missen möchte (vielleicht bin ich hier als jahrelanger B&W-Hörer auch entsprechend vorgeprägt). Bei allen "objektiven" Vorteilen, die klanglich für den Akurate sprachen, konnte ich mich mit dem (subjektiv zu) hellen Klangbild zumindest in der halbstündigen Hörsession nicht anfreunden, zumal der DSM selbst bei Veräusserung des Lyngdorf die deutlich teurere Variante gegenüber einem Majik (evtl später gertifiziert?) wäre. Auch im Hinblick auf die Kostenfrage, aber insbesondere aus Zeitgründen haben wir darauf verzichtet, den Akurate auch am Lyngdorf zu hören. Lt Aussage des Händlers sind die Geräte tonal eng verwandt, so dass wohl davon auszugehen wäre, dass bei eingeschalteter Raumkorrektur am Lyngdorf die "Wärme zurückkehren würde.

Fazit des Tests: der Majik bringt eine deutliche Steigerung meines derzeitigen Setups. Der Akurate legt in vielen Kriterien nochmals eine Schippe drauf, aber das helle Klangbild kann mich nicht 100%ig überzeugen. Sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber ich empfinde es nun mal so. Ich werde in den nächsten Wochen einmal häufiger die Raumkorrektur ausschalten (vielleicht ist es ja tatsächlich einfach eine Gewohnheitsfrage) und versuchen, inwieweit eine die Anpassung am LS mein Hörempfinden hier beeinflusst (die Regler stehen bei mir in Nullstellung). Ausserdem möchte ich mir den Ayon S3 anhören, der allerdings auch unabhängig vom Lyngdorf direkt an der Prime 14 betrieben würde.

Grüße,
Holger
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Beitragvon wgh52 » 18.06.2012, 13:12

Hallo Holger,

Den Lyngdorf als convolver in der Kette zu behalten kann ich von meiner Warte aus gut nachvollziehen. Eine Sache ist mir beim Lesen Deines interessanten Berichtes allerdings aufgefallen:

Hosky hat geschrieben:... Linn Majik DS über Analogausgang am Lyngdorf gegen die digital angeschlossene Squeezebox ...

Wie schlug sich denn der Majik über die Digitalschnittstelle am Lyngdorf? Immerhin entfiel ja dadurch eine DA/AD Wandlung - das müsste mbEn noch Steigerung bringen.


Gruß,
Winfried

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Beitragvon Hosky » 18.06.2012, 14:04

Hallo Winfried,

nachdem der Majik analog bereits eine so signifikante Steigerung brachte, habe ich ihn nicht mehr am Digitalausgang verglichen, da ich ja den Akurate DSM noch testen wollte und ich falls es der Majik werden würde immer noch die Option habe, die bessere Anschlussvariante in Ruhe herauszufinden.

Beim Vergleichshören zuhause, wenn ich nicht alle möglichen Alternativen in einer Session hören kann, ziehe ich es vor, mir in der zur Verfügung stehenden Zeit weniger Alternativen anzuhören und dafür besser einzuprägen. Immerhin kann ich, wenn ich den Ayon zuhause hören möchte, diesen nicht direkt vergleichen.

Ich muss mich also auf meine Erinnerung verlassen, und da ich keine riesigen Unterschiede zwischen Digital- und Analoganschluss erwarten würde (der mehrfachen Wandlung steht im Majik wenn ich Gert's Modifikationsthreads richtig verstanden habe ein auf kurze, direkte Anbindung ausgelegtes Wandlerkonzept entgegen), habe ich getreu dem methodischen Grundsatz "von der Grobform zur Feinform" auf diese "Feinheit" verzichtet.

Grüße,
Holger
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Beitragvon wgh52 » 18.06.2012, 15:06

Holger,

alles soweit klar. Es hätte ja sein können, dass Du das noch probieren konntest. :wink:

Doppelwandlung vermeinden ist jedenfalls und grundsätzlich gut. :cheers:

Bei den Linn G-Mods. wird übrigens auch der Digitalausgang verbessert, so dass die SPDIF Taktung sauber und jitterarm ist, was dem folgenden DA Wandler gute Wandlung erleichtert. Falls Du also sowieso die Digitalanschlussvariante bevorzugen solltest (so verstand ich Dich), könntest Du, sofern Du Gerts Mod. in Betracht ziehst, "nur" den Digitalzweig umbauen lassen und den Majik DA Wandler nebst Analogausgang im Lieferzustand belassen; das würde Geld sparen und es liegt nichts teuer modifiziertes brach.

Es bleibt spannend!

Bis bald,
Winfried

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Beitragvon Hosky » 18.06.2012, 16:05

wgh52 hat geschrieben:Bei den Linn G-Mods. wird übrigens auch der Digitalausgang verbessert, so dass die SPDIF Taktung sauber und jitterarm ist, was dem folgenden DA Wandler gute Wandlung erleichtert. Falls Du also sowieso die Digitalanschlussvariante bevorzugen solltest (so verstand ich Dich), könntest Du, sofern Du Gerts Mod. in Betracht ziehst, "nur" den Digitalzweig umbauen lassen und den Majik DA Wandler nebst Analogausgang im Lieferzustand belassen; das würde Geld sparen und es liegt nichts teuer modifiziertes brach.

In der Tat auch eine überlegenswerte Variante, danke hierfür. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ein Grossteil des Klanggewinns von Gerts Modifikationen von der verbesserten Analogsektion herrührt, welche auch am meisten vom neuen Netzteil profitiert (braucht der Digitalteil eine solche Armada an Stützelkos??). Ausserdem las ich irgendwo, dass das Signal am SPDIF-Ausgang nicht so sauber bereitgestellt wird als bei direkter interner Wandlung. Da ich kein Techniker bin, kann ich das allerdings auch falsch verstanden haben, ich werde diesbezüglich wohl mal Gert anfragen :roll:

Aber zunächst steht ja noch der Test des Ayon an...
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Beitragvon martino » 18.06.2012, 17:31

Hallo Holger,

falls Du Dich für einen Linn entscheiden solltest, wäre es falls das für Dich in Frage kommt am sinnvollsten, eine komplette G-Modifikation mit einzuplanen und eine möglicherweise gewünschte "Raum- und Zeitkorrektur" (letztere macht der Lyngdorf nicht) z.B. über AcourateNAS einzubinden. Dazu gibt es hier einen eigenen Thread, und Einige setzten das wie ich höre zu grosser Zufriedenheit ein. So würdest Du die in Amplituden- und Phasenfrequenzganz vorkorrigierten Musikfiles von der NAS direkt an den Linn streamen, dort jitterärmst DA-wandeln und über die fette Ausgangsstufe digital lautstärkegeregelt direkt in die Prime14 gehen. Den Lyngdorf könntest Du dann veräußern. Das ist nach meinem Dafürhalten das optimale Konzept.

Zugegebenermassen muss man sich dafür etwas mit Acourate beschäftigen. Und wenn Dir der Lyngdorf vom Bedienkonzept gefällt, spricht das natürlich für ihn...

Grüße aus Trier, Martin
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Beitragvon Christian Kramer » 18.06.2012, 18:28

Hosky hat geschrieben:... Allerdings fiel für meinen Geschmack der Grundtonbereich etwas dünn aus, insgesamt ein deutlich helleres Klangbild als in der Kombination Majik über Lyngdorf ...

Du solltest den Hochtonbereich etwas reduzieren, stell das Poti auf 10 Uhr, dann probiere noch mal ohne den Lyngdorf.

Grüße Christian
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Beitragvon Hosky » 19.06.2012, 09:52

Danke für die vielen Tipps.

@Christian
werde mal probieren, was mit den LS-Anpassungen im Bypass-Modus des Lyngdorf machbar ist.

@Martin
AcourateNAS ist für mich bisher noch ein Buch mit sieben Siegeln, mir ist aber bewusst, dass es hier im Forum zur großen Zufriedenheit angewandt wird. Die Hauptfragen für mich sind, wie ich die Filter erzeuge (Messequipment?), wie es um die Kompatibilität mit ALAC bestellt ist und wie komplex sich die Bedienung gestaltet. Bis vor ein paar Monaten war Musikhören für mich einfach CD einlegen, Start drücken und geniessen. 8)

Jetzt wird gemessen, gerippt, gestreamt, gefaltet,... wohin das wohl noch führt? :roll:

Grüße,
Holger
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Beitragvon Christian Kramer » 19.06.2012, 13:52

Hosky hat geschrieben:Jetzt wird gemessen, gerippt, gestreamt, gefaltet,... wohin das wohl noch führt? :roll:


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Beitragvon Winfried Dunkel » 19.06.2012, 15:01

Christian Kramer hat geschrieben:
Hosky hat geschrieben:Jetzt wird gemessen, gerippt, gestreamt, gefaltet,... wohin das wohl noch führt? :roll:


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Hallo Christian,

eventuell dazu, daß man vor lauter Dateierstellung-, -pflege, -verwaltung und -sicherung sowie Bildschirmbetrachtung nicht mehr zum Musikhören kommt...?

Beste Grüße: Winfried
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