Simon (DIY Dipol)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
Forumsregeln
Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Simon (DIY Dipol)

Beitragvon Daihedz » 07.10.2011, 22:09

Grüezi miteinander

Meine Faszination für die technische Musikwiedergabe fing bereits als ca. 5-jähirger an, als ich, u.a. auf dem Boden lebend, entdeckte, wie an der Unterseite des Plattenspielers ein kleines Rädchen drehte - mal schneller, mal lansamer, je nachdem, ob mein Vater eine kleine oder aber eine grosse Schallplatte aufgelegt hatte. Später, als ca. 6-jähriger, fand ich es rätselhaft, dass bei der kleineren Platte das Rädli schneller drehen musste als bei der grossen Platte und umgekehrt, aber auch sehr lustig, wenn das Rädli bei einer kleinen Platte mal langsam drehte, oder bei einer grossen Platte mal schnell.

Als 15-jähriger fand ich gezielt bei einem Elektro-Vertriebshändler einen Ferienjob, da dieser u.a. jede Menge attraktive Peerless-Lautsprecherbausätze an Lager hatte, von welchen ich mit dem Lohn gleich deren vier (zum Mitarbeitertarif verbilligte) leistete und stolz zu doppelt bestückten Stereoboxen verbaute. Das waren meine ersten, eigenen Lautsprecher.

Nachdem ich in einem Lautsprecherbüchlein eines Herrn Klingler nur ganz kurz von Dipollautprechern gelesen hatte, liess mich die Idee eines boxenlosen Lautsprechers nicht mehr los - damals baute man obligat mit Box, im Umfeld der Marshall-Türme je grösser, desto besser. Damals getraute ich mich jedoch in Ermangelung von Messmöglichkeiten nicht an den Bau eines Dipols heran - ein lieber Kollege hatte wohl ein B&K-Mikrofon und einen Neutrik-Thermoschreiber, aber besagtes Thermopapier war so sündhaft teuer. Dann, wesentlich später, legte ein PC-AT (8Mhz Taktfrequenz, 30MB Festplatte, 640kB, CHF 5000.-) eine solide Basis für numerische Simulationen (Calsod) und etwas später für Messungen über die parallele Schnittstelle (IMPm).

Auf der Website von S.Linkwitz fand ich den theoretischen Hintergrund zu Dipollautsprechern, welcher mir die Motivation gab, selbst welche zu bauen. Ich habe daraufhin auf der Suche nach der perfekten Schallwandform quadratmeterweise MDF versägt. Die definitiven Verwirklichungen der letzten Jahre waren schliesslich aus V2A, Corian und/oder Acrylglas gefertigt.

Seit den letzten zwei bis drei Jahren bin mit dem Konzept gemäss Horbach-Keele beschäftig. Nach einigen Prototypen habe ich nun valable HK-Dipollautsprecher gebaut, die mit grosser Wahrscheinlichkeit meine bisherigen LKR4-Dipole ablösen werden:

http://www.acourate.com/HorbachKeeleCro ... peaker.pdf

http://www.acourate.com/HorbachKeeleCro ... _Notes.pdf

Das mit dem Rädli ist zum Glück bis heute geblieben, d.h. das sukzessive Entdecken, die Lust, das Lernen, das Belustigende des Unerwarteten: Sowohl die Erarbeitung unbekannter Wissensgebiete, als auch das Erlernen der Bearbeitung mir unbekannter Materialien ist das, was für mich am Selbstbau so spannend ist.

Zum Forum bin ich wohl aufgrund eines Google-Search zum Stichwort Horbach-Keele gestossen, d.h. auf den Thread von Uli Brüggemann.

Es gäbe (zum Glück) noch mehr über mich zu berichten. Aber ich lass es mal bei dem bewenden.

Grüsse
Simon
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon Fujak » 08.10.2011, 06:19

Grüezi Simon,

willkommen im Forum. Namentlich kenne ich Dich schon aus der Yahoo-Group von Acourate, bei der ich ab und zu stiller Mitleser bin - und bin daher bereits ein wenig im Bilde, womit Du Dich in den audiophilen Gefilden beschäftigst. :wink:

Hier im Forum gibt es einige, die sich mit dem Bauen von hochwertigen Aktiv-Lautsprechern beschäftigen. Dipole nach Horbach-Keele sind hier meines Wissens noch nicht vertreten, insofern kannst Du hier möglicherweise noch echte Pionier-Arbeit leisten.

In jedem Falle aber wünsche ich Dir viel Spaß bei uns im Forum. :cheers:

Grüße
Fujak
Bild
Fujak
Administrator
 
Beiträge: 5386
Registriert: 05.05.2009, 20:00
Wohnort: Bayern

Beitragvon Franz » 08.10.2011, 08:30

Hallo Simon,

schöne Vorstellung deinerseits, gefällt mir. Zwei wichtige Voraussetzungen für den Erfindungsgeist bringst du mit: Staunen und Neugierde. Daraus entstehen oft großartige Werke, wenn das Wissen um die Zusammenhänge dazu kommt. Gern erfahren wir mehr über deine Projekte und hoffen, daß du uns deinerseits hier Anregungen geben kannst. :cheers:

Gruß
Franz
Bild
Franz
inaktiv
 
Beiträge: 3769
Registriert: 24.12.2007, 17:07
Wohnort: 53340 Meckenheim

MORGENDLICHE SCHRECKSEKUNDE

Beitragvon musikgeniesser » 08.10.2011, 09:36

Moin Simon,

puh, nachdem sich mein Schreck über Dein Hannibal-Lecter-artiges Foto hier wieder gelegt hatte, habe ich mir Deine Ausführungen zu Deinen Selbstbauprojekten angesehen und bin beeindruckt (besonders gefällt mir die Steckerleiste an der Hobelbank, aber ich möchte nicht unnötig abschweifen). Ich hatte in den 80er Jahren -- angeregt durch die in meinen Augen ordentlich gemachten Elektor-Sonderhefte -- kurze Zeit die Idee, Aktiv-Boxen selbst zu bauen, bis mir der sich in der Zeit zu meinem Glück etablierende Gebrauchtgeräte-Markt die Möglichkeit eröffnete, Fertigboxen zu kaufen. Ich würde heute noch keine Musik hören, wenn ich damals ein solches Bastelprojekt gestartet hätte. Bastelprojekt, ja, über ein solches Stadium wäre es bei mir nie hinausgekommen.

Herzlich willkommen! Die Dipol-Idee finde ich (bis auf den Bassbereich, das kann nach meiner Überzeugung zu nichts führen, wenn man wirklich tiefe Töne wiedergeben will) immer wieder interessant, wenn auch kapriziös. Aber vielleicht macht gerade das den besonderen Reiz aus. Nein, nicht vielleicht, sondern ganz bestimmt, wenn auch nicht für jeden. Das macht ja gerade das Wesen eines Hobbys aus: dass man sich richtig reinkniet und dass nicht jeder mitmachen muss, Gott bewahre!

Eine Sache übersteigt mein gegenwärtiges Vorstellungsvermögen: die Box -- der Schallwandler, um eine Box handelt es sich ja gerade nicht -- ist nicht abgeschlossen, also nach beiden Seiten offen. Schallwandler gefällt mir besonders gut, weil darin Schallwand enthalten ist. Nun wächst in uns allen das Verlangen, zu sehen, wie Du Deine Schallwandler aktivierst. Doch hier ergibt sich ein Design-Problem: wie kann man die Offenheit des Schallwandlers in der Elektronik reflektieren, ohne, dass man das Leben seiner Besucher oder Kinder riskiert? Ein Ausweg könnte im bewussten Kontrast liegen, die Elektronik in extra zu schaffenden Standfüßen zu verbergen, aber die Schallwand ist jetzt schon so weit "mit Chassis zugepflastert", wie Gert (Fortepianus) es nennen würde, dass unten kaum noch Platz dafür ist. Na ja, halt nur ein Denkanstroß von mir, der ich mich mit diesen Schallwandlern bisher nicht auseinandergesetzt habe.

Herzliche Grüße

PETER
Bild
musikgeniesser
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1117
Registriert: 23.03.2011, 19:56
Wohnort: 22149 Hamburg

Beitragvon Daihedz » 08.10.2011, 09:52

Grüss euch alle

Prototyp 3 wird übrigens auf der Hobby-Music-World am 5./6.11. in Stuttgart am Stand von Uli Brüggemann (Acourate) zu sehen und hoffentlich auch zu hören sein.

Simon
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon LIFU » 09.10.2011, 10:23

Hoi Simon

Ich freue mich schon das interessante-Projekt auf der HMW hören zu können.

Vor allem im Vergleich mit der Feiertag-Lösung des HK-Aufbaus und der Filter.


Grüsse von einem Landsmann

Gustav
Bild
LIFU
inaktiv
 
Beiträge: 28
Registriert: 09.11.2010, 16:38

Beitragvon Daihedz » 09.10.2011, 15:03

Danke Euch allen für Eure freundlichen Antworten.

Fujak, Du sprichts mit den nicht funktionierenden Links eigentlich präzise ein weiterer Punkt an, der mich am Selbstbau fasziniert: Das ewige Auf- und Ab von Freude und Frustration bei Erfolg und Misserfolg, und auch die Prozesse, welche sich zwischen unkritischer Eigenbrötlerei und sozialer Vernetzung (die sowohl Kritik einbringt, aber auch Hilfe anbietet), abspielen. Danke also für Deine Bereitschaft, die defekten Links zu bereinigen.

Franz, danke für die Ermutigung, Grossartiges zu wagen und auch zu publizieren :wink: - und dennoch: Es ist mir fast lieber, wenn ich mich öffentlich blamiere, zumal es manchmal genau jene unangenehmen Momente der Niederlage sind, welche zum Nachdenken über die eigenen Automatismen hinaus anregt. Und zur konstruktiven Blamage gehört auch wohlwollendes Unverständnis und sachbezogene Kritik von aussen. Genau das erhoffe ich mir, in diesem Forum vorzufinden.

Peter, dass ich mich auf dem Bild scheinbar mit einer Schallwand zupflastere, hat nichts mit einer Motivation zu tun, andere Leute erschrecken zu wollen - sorry für Dich und Deine Morgensemmeln, welche Dir möglicherweise während einer Sekunde im Halse stecken blieben. Vielmehr handelt es sich beim Bild um einen Ausschnitt aus der Dokumentation einer vorzeitig abgebrochenen Versuchsreihe (abgebrochen wegen zu breiter Streuung der erhobenen Werte). Es wäre in diesem bionisch angelegten Experiment darum gegangen, einerseits die Strahlungsimpedanz der einzelnen Schallwandöffnungen einer HK-Baffle mittels Lippen-Sensorik zu erfassen, andererseits aber auch, die Geometrie der HK-Schalkkeulen (sic!) optometrisch zu kartographieren :wink: . Ein PS noch: Von offener Elektronik sehe ich lieber ab ...

Lifu, auch für mich wird Stuttgart sehr interessant werden, zumal in Stuttgart mit dem Projekt von Feirtag wohl ein Vollbereichs-HK-System vorgestellt werden wird, mit geometrisch eng angeordneten Hoch-und Mitteltönern und 6 Wegen, so wie es sich eigentlich für ein ausgewachsenes HK-System gehört. Mit meinem Projekt hingegen mit "nur" 4 Wegen pro Kanal geht ein HK-Minimalsystem an den Start. Ich bin mal gespannt, wie beide Systeme im Hörvergleich wirken, besonders bei der räumlichen Abbildung im höheren Frequenzbereich, wo das Feirtag-System doch eine doppelt so hohe Obergrenze der "controlled constant beamwidth" (ein wesentlicher HK-Parameter) erreichen dürfte als mein Projekt.

Sonntagsgrüsse
Simon
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon Franz » 09.10.2011, 15:11

Hallo Simon,

Es ist mir fast lieber, wenn ich mich öffentlich blamiere, zumal es manchmal genau jene unangenehmen Momente der Niederlage sind, welche zum Nachdenken über die eigenen Automatismen hinaus anregt. Und zur konstruktiven Blamage gehört auch wohlwollendes Unverständnis und sachbezogene Kritik von aussen. Genau das erhoffe ich mir, in diesem Forum vorzufinden.

Du scheinst mir ein sehr offener Geist zu sein. Und ehrgeizig. Bin sicher, du kannst hier das finden, wonach du suchst. Hier gibt es Gleichgesinnte, einige darüber hinaus mit profunden Kenntnissen und praktischer Erfahrung ausgestattet. Wir alle können hier voneinander profitieren und lernen. Wünsche dir somit bei deinen Fortschritten viel Erfolg. Hoffe, wir bekommen von der Veranstaltung noch einen detailierten Bericht.

Gruß
Franz
Bild
Franz
inaktiv
 
Beiträge: 3769
Registriert: 24.12.2007, 17:07
Wohnort: 53340 Meckenheim

Beitragvon Daihedz » 18.01.2013, 21:26

Grüsseuch Forenten

Ich benötig(t)e für mein Langzeit-Horbach-Keele-Lautsprecherprojekt ca. 10 bis 14 Kanäle möglichst hochwertiges DA. Deshalb habe ich, von den Gert'schen Modifikationen inspiriert, zwei M-Audio Delta 1010 8-Kanal-Soundkarten günstig (je ca. 100€) im Ricardo erstanden, breiter und tiefer gelegt und an den Antennen je einen Fuchsschwanz montiert. :wink:

Ich habe zuerst die eine, dann die andere PCI-Karte/Wandlereinheit modifiziert, um den Unterschied zwischen den einzelnen Modifikationsschritten vergleichen zu können. Das Resultat getestet habe ich jeweils mit einem Kopfhörer (AKG K702), weil ich das Signal nicht über eine zusätzliche und möglicherweise verfälschende AD->DA-Strecke, nämlich jene meiner Dipole, schicken wollte. Dies hat den Nachteil, dass z.B. Aussagen über Qualitäten wie die Tiefe der Bühne, oder die Abbildung eines Körpers nicht möglich sind, was ich jedoch bewusst in Kauf genommen habe. Zu meinen noch folgenden, subjektiven Aussagen zur Qualität der Veränderungen ist noch beizufügen, dass meine Hochfrequenz-Hörfähigkeit altersbedingt bei ca. 13.5-14kHz endet.

1. Schritt
Zunächst habe ich in den exteren Wandlergehäusen die DA-Wandler ausgetauscht und die Elkos von deren Versorgungsspannungen und deren GND-Referenz des Ausgangssignals grösser dimensioniert. Also AK4393->AK4395, 10mmF->330mmF. Den AK4395 habe ich dem Nachfolger AK4396 vorgezogen, obschon der AK4395 eine etwas höhere Latenz als der AK4396 hat. Dafür hat der AK4395 den besseren Filter als der AK4396.

Vorher:

Bild

Nachher:

Bild

Subjektiver Unterschied Vorher-Nachher: Mehr Auflösung und Räumlichkeit nach der Modifikation


2. Schritt
Beim Original wird das Differenzsignal am Ausgang der DA-Wandler mit je drei NE5532 zusammengefügt. Zwei Modifikationen hier: Ersatz der NE5535->LME49720 und zusätzliche Entkopplung deren Stromversorgung mit grösseren Elkos (330mmF) und einer zusätzlichen Masse (1.5mm^2 Kupferdraht).

Vorher:

Bild

Nachher:

Bild

Subjektiver Unterschied Vorher-Nachher: Praktisch Null. Aber sicher keine Verschlechterung.


3. Schritt
Auf der PCI-Karte der Delta 1010 sind zwei Standardquarze mit den üblichen Frequenzen von 22.5792MHz und 24.576MHz verbaut. Diese wurden durch externe HCMOS-Low-Jitter-Oszillatoren von Crystek ersetzt:
http://www.crystek.com/crystal/spec-she ... HD-957.pdf

Die Stromversorgung der HCMOS-Ozillatoren erfolgt durch eine 3.3V-Spannung, welche von der 12V-Schiene des PCI-Bus gewonnen wird. 12V -> Längsregler -> Konstantstromquelle -> Shuntregler -> Transistorbuffer -> separates RCLC-Glied für jeden Oszillator -> 3.3V (Mein besonderer Dank gilt nochmals Gert für die freundlichen Präzisierungen in Sachen Schaltungsdimensionierung bei einer Konstantstromquelle mit nachfolgendem Shuntregler). Von Print zu Print wird eine direkte, dicke Masse über vernickelte Messing-Distanzhalter gewährleistet.

Der Print mit den beiden Ozillatoren und deren Stromversorgung. Die PCI-Karten sind noch nicht mittels der Massenleiter-Distanzhalter assembliert (das Layout der PCI-Karten ist aufgrund verschiedener HW-Revisionen unterschiedlich). Gut sichtbar ist die Entkopplung der Coax-Leitungen mittels 50-Ohm-Widerständen zu den beiden PCI-Karten hin. Die Abschirmungen der Coax-Leitungen sind PCI-kartenseitig mit einem Kondensator galvanisch von der Kartenmasse getrennt:

Bild

Sicht auf die assemblierten Karten:

Bild

Das Ganze nun auf einem Mainboard (AOPEN mit Laptop-Chipsatz / T7200-CPU) aufgebaut:

Bild

Subjektiver Unterschied Vorher-Nachher: Subtile, aber sichere Veränderung. Insgesamt erwirkt dieser letzte Modifikationsschritt ein ansprechenderes, etwas "echteres" Erleben der Programmwiedergabe: z.B. etwas weniger scharfe Zischlaute einer Sopranistin, etwas differenziertere Instrumente (Blech, Hölzer, Streicher), und ein "vertrauterer", "physiologischerer" akustischer Eindruck z.B. eines Orchesters. Oder aber eine insgesamt "feinere" Auflösung z.B. im "Silvertown Blues". Kurz, diese letzte Modifikation erwirkte bei mir das Bedürfnis, mein gesamtes vertrautes Programmmaterial auf hörbare Veränderungen hin durchzuhören.

Die so erhaltene, nach meinem Ermessen doch eher high-endige 16-Kanal-DA-Einheit hat mich bloss insgesamt ca. 400-500€ und einige Winterabende gekostet, und ich habe als Zugabe gelernt, 1. wie man gepflegte Stromversorgungen baut, und 2. wie man prinzipiell mit SMD-Bauteilen umgeht. Das Soundkarten-Projekt ist also insgesamt eine für mich sehr gute Erfahrung gewesen, und ich freue mich darauf, das Ganze dereinst in meinem Horbach-Keele-Projekt einzusetzen.

Lötzinn- und kolophoniumdampf- und musiktrunkene Grüsse
Simon
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon Daihedz » 23.01.2013, 23:28

Grüsseuch Forenten

Ich habe meine 16 Kanäle DA, welche es nun in ein operatives Setup einzubinden gilt. Bei diesem experimentellen Prozess habe ich die Beobachtung gemacht, dass eine fast schon mickerig kleine Rechenleistung der CPU genügt, um was Anständiges, sprich 16 Kanäle bei 96kHz, zu falten.

Hardware:
AOPEN Mainboard i945 GMm-HL mit Mobile Chipsatz ICH7M und Mobile-T7200 CPU.
Intel SSD für das Betriebssystem, die Soundkartentreiber und den Acourate Convolver.
Alternativ 2 RME HDSP PCI-Karten mit 2 Multiface I, oder meine 2 modifizierten M-Audio Delta 1010.
Zuspiel von 44.1kHz- und 96kHz-Material mittels Logitech Touch über SPDIF.

Software:
Win8 unmodifiziert
Acourate Convolver

Beobachtung zur benötigten CPU-Leistung:
Sowohl bei 44.1kHz, als auch bei 96kHz sind 16 Kanäle gefaltetes Audio out möglich, ohne Störungen, unabhängig davon, ob ich die RME oder die M-Audio verwende. Bei einer FFT-Grösse von 128k und einer Filterlänge von 64k ergeben sich eine Pufferzeit von ca. 20-25% und eine CPU-Auslastung von max. 30%. Die Audio-Ausgabe bleibt ungestört selbst bei zufälligen Leistungsspitzen bis zu min. 65% CPU-Auslastung, welche nicht durch den Faltungsprozess selbst, sondern durch sporadisch aktive Dienste des unmodifizierten Win8 verursacht werden.

Mein Schluss:
Es braucht wirklich keine potente CPU der neuesten Generation, um brauchbares Audio zu falten. Für 16 Kanäle gefaltetes DA bei 96kHz tuts offenbar auch eine T7200.

Antiquarische Grüsse
Simon

PS Beobachtung zur Audio-Qualität:
Die Audio-Wiedergabe über die Multiface I ist im Vergleich zur Qualität der modifizierten M-Audio völlig enttäuschend. Ich hätte den Unterschied wirklich nicht derart dramatisch erwartet.
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon Udor » 25.01.2013, 00:27

Hallo Simon,

Glückwunsch zum erfolgreichen Soundkarten Modding. :cheers:

Da hast du ja fast alle Register gezogen. Mein Audio-PC geht ja in die gleiche Richtung, auch ich bin
der Meinung das es keinen CoreI5 braucht um ein bisschen Musik zu streamen/falten. 16 Kanäle ist aber schon eine Ansage, Respekt. Mein IBM X31(Pentium M 1,6ghz) hat immerhin 8 Kanäle bei 30% Last geschafft (ohne Aussetzer).

Ist das ein reiner Audio-In/Audio-Out Falter oder läuft da auch noch ein Player mit und wie macht sich die
M-Audio in sachen Störgeräusche PC-seitig?

Edit: Eine Frage noch, ich nutze noch Win7 prof. lohnt sich das Update auf Win8 und kann man einfach updaten oder ist das dann eine Neuinstallation?

Gruß Udo
Bild
Udor
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 360
Registriert: 01.09.2010, 23:17

Beitragvon Fortepianus » 26.01.2013, 00:00

Hallo Simon,

Glückwunsch zur Modifikation der Soundkarte! Das sieht auch handwerklich sehr gut aus.

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3484
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon Daihedz » 26.01.2013, 16:10

Danke für die Blumen, Udo und Gert.

Udor hat geschrieben:Ist das ein reiner Audio-In/Audio-Out Falter oder läuft da auch noch ein Player mit und wie macht sich die
M-Audio in sachen Störgeräusche PC-seitig?

Edit: Eine Frage noch, ich nutze noch Win7 prof. lohnt sich das Update auf Win8 und kann man einfach updaten oder ist das dann eine Neuinstallation?

Ich bin immer noch in der Projektphase. Da läuft nun versuchsweise Foobar als Player, welcher über Uli's virtuelle ASIO-Schnittstelle den Acourate-Convolver bedient. In der produktiven Version soll der Player hauptsächlich als stilles Interface zu einem Datenstrom aus dem Heimnetz dienen, aber auch sporadisch und nach Bedarf auch direkt eingestöpselte wav's wiedergeben.

Die M-Audio ist subjektiv sehr ruhig. Sie "chräschelet" bloss ein wenig, wenn der PC hochfährt, that's all. Nichts von einem >><<RIESENPLOPP<<>>. Dies wird wohl der Vorteil sein der separaten, externen Stromversorgung der Wandlerbox. Aber gemessen habe ich noch nicht, da ich die Wandlerbox ohne die (freundlicherweise steckbare) DA-Platine betreibe.

Ich setze prinzipiell meine neuen Betriebssysteme von Null auf frisch auf. Win8 finde ich, ebenso subjektiv, weitgehend angenehm und audiofreundlich, aber wegen der für mich nach meinem Gusto etwas allzu indirekten Benutzerfühung zuweilen auch etwas lästig. Ich würde aber das Update bedingungslos empfehlen, zumal es praktisch nichts kostet.

Simon
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon Daihedz » 27.01.2013, 14:18

Grüsseuch Forenten

Im Rahmem meiner Beschäftigung mit der viruellen ASIO-Schnittstelle des Acourate-Convolvers habe ich ein einfaches Diagnosetool für Convolver gebastelt. Wer ein Dropbox-Account hat, kann es gerne mal anschauen:

https://www.dropbox.com/home/Public/Aud ... er_DX-Tool

Grüsse
Simon
Bild
Daihedz
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 488
Registriert: 25.06.2010, 14:09

Beitragvon uli.brueggemann » 28.01.2013, 18:47

Daihedz hat geschrieben:Grüsseuch Forenten

Im Rahmem meiner Beschäftigung mit der viruellen ASIO-Schnittstelle des Acourate-Convolvers habe ich ein einfaches Diagnosetool für Convolver gebastelt. Wer ein Dropbox-Account hat, kann es gerne mal anschauen:

https://www.dropbox.com/home/Public/Aud ... er_DX-Tool

Grüsse
Simon

Hallo Simon,

du hast eine PN.
Ich bekomme derzeit mit demselben Test ein korrektes Ergebnis von digital NULL bei Aufzeichnung des Convolverausgangs mit Loopback und Abspeicherung als 24 bit wav-Datei,

Grüsse
Uli
Bild
uli.brueggemann
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 3222
Registriert: 23.03.2009, 15:58
Wohnort: 33442

Nächste

Zurück zu „wie ich zum aktiven Hören kam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste