Aktivierung meiner B&W N804

Lautsprecherbau und -tuning

Aktivierung meiner B&W N804

Beitragvon wgh52 » 02.03.2008, 00:11

Liebe Mit Aktiv Hörer!

So richtig tolle Aktiv-Lautsprecher à la BM 10 oder 12 aufwärts kann ich mir leider nicht leisten. Nachdem ich aber technisch etwas elektronisch/phylikalisch/lautsprecherbauerisch vorbelastet und mit hochgradiger intellektueller Neugier ausgestattet bin, wagte ich mich an dieses Projekt.

Diesen Beitrag hier basiere ich bewusst auf einem Artikel, den ich für das "OEM" Forum geschrieben habe, fokussiere aber auf die "Aktiv" Interessengruppe. Ich bin ein bisschen unsicher, ob ich zu weit ins Detail gehe, also sagt mir wenn's langweilt. Ich fang' mal an:

Zum Hintergrund:
Ich bin (ursprünglich) Elektronik Ing., darum mit Technik und physikalischen Gegebenheiten vertraut. In den 70er Jahren habe ich mehrere Lautsprecher Eigengbauprojekte realisiert. In den 80ern die BM3 mit Linkwitzweichen und Allpass nachgerüstet. Ich bin Elektroniker und Aktivboxen-Verfechter, aber kein Möbelschreiner, darum kam auf die Aktivierung meiner Lautsprecher; nicht zuletzt wegen des hohen WAF der N804.

Ich wollte "in Schritten experimentieren":

1. Was bringt Bi-Wiring
2. Was bringt Bi-Amping mit passiver Weiche
3. Was bringt Halb-Aktivierung (Tief- zu Mittel-Hochton Trennung)
4. Was bringt Voll-Aktivierung mit Originalweichencharakteristik
5. Was bringt Voll-Aktivierung mit Frequenzgangbegradigung
6. Was bringt Voll-Aktivierung mit verschiedenen Filterabstimmungen
7. Was bringt Voll-Aktivierung mit Frequenz- und Phasengangoptimierung

Ich bin inzwischen bei Punkt 6 angekommen, komme aus zeitlichen Gründen aber nur sehr langsam weiter, besonders die Messtechnik will ich verbessern (damit der Ing. in mir befriedigt ist und versteht was passiert und warum).

Meine Anlage und Hörsituation ist hier dargestellt.

Die bisherigen Ergebnisse der einzelnen Schritte (ich kürze ab!):
1. Bi-Wiring brachte m.E. SEHR wenig (wir sollten das nicht Thematisieren!)

2. Bi-Amping mit passiver Weiche brachte ein bisschen (wir sollten das nicht Thematisieren!)

3. Halb-Aktivierung brachte den bisher grössten Schritt vorwärts. Die Auflösung und Feinzeichnung in Tiefen bis Mitten nahm nachvollziehbar zu, die Impulse kamen viel "knackiger", mit dem effekt einer signifikant verbesserten Impüulswiedergabe und Ortungsschärfe. Tonal war praktisch kein Unterschied, das hatte ich auch nicht erwartet...

4. Voll-Aktivierung gab das "Sahnehäubchen". Noch klarere und durchgezeichnetere Höhen, die Räumlichkeit und Ortungsschärfe sowie Impulswiedergabe nochmals etwas gesteigert.

5. Durch ATB-PC Pro am Hörplatz ermittelter Frequenzgang wurde durch vorsichtigen Einsatz parametrischer Filter im Mittelton und Hochtonbereich etwas begradigt, wodurch sich der tonale Charakter (meiner Empfindung nach!!) zu mehr Ausgeglichenheit hin veränderte, die Wärme wich etwas der Natürlichkeit, Stimmen kamen etwas zurückhaltender.

6. und 7. sind langsam verlaufende Projekte und verändern wahrscheinlich die Ergebnisse Punkte 3-5 nochmals. Ob ich irgendwann alles so lasse oder vielleicht die eine oder andere Einstellung verändere oder weglasse wird man dann sehen, denn mehr "verbiegen" heisst nicht unbedingt verbessern. Aber ich will hald sehen was noch etwas bringt und was nicht.

Das praktische Vorgehen

Jetzt geht's an's "Eingemachte" - so etwas wie eine "rudimentäre" Anleitung:
Hier mische ich den ersten Schritt (Halbaktivierung) mit der Vollaktivierung tue also so, als hätte ich gleich vollaktiviert, OK?)

- Ausbau der beiden Tieftöner (nur aus Box 1!!!) und Ausbau der 3 Weichenplatinen (etwas kniffelig wegen der räumlichen Enge und der soliden Befesigung der Platinen mit Plastik.Clips im Gehäuse) unter "fast Brechen der Finger" und Kabel ablöten (Mensch sind die Kabel kurz !! Ob ich das je wieder reingebaut kriege, falls nötig...??).

- Ausbau des Anschlussterminals, Ablöten der Innenverkabelung von den LS Klemmen... Das Terminal hat 4 Banana-Anschlüsse, ich muss mit 6 Leitungen zu den LS... Also, wie geht dieses verdammte Terminal ab? Aha! Unter dem Seriennummernschild ist eine Arretierungsschraube. OK, Terminal raus, Kabel ablöten, Die soliden Buchsen ausbauen (das war NICHT wirklich einfach!). Die 3 Stk. 2x4 mm2 LS Leitungen durch die freien Buchsenlöcher im Terminalträger gesteckt, diese mit Dichtmasse abgedichtet. Die originalen internen LS Kabel habe ich als Zugdraht für die neuen Leitungen benutzt (und natürlich aufbewahrt). Jetzt Kabel richtig an die Chassis anschliessen, Dämmaterial wieder zurück an die richtigen Stellen, Terminal befestigen

- Wiedereinbau der TT - Kniffelig wegen der dünnen, weichen, leicht knickenden und rutschenden Dichtungsringe (LS muss dabei liegen, aber im Endeffekt gut machbar wegen der verwendeten Gewinde-Inbusschrauben

Bild
Mit Weichen (eine ist schon lose, darum schief)

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Ohne Weichen (ja, erstmal mit kräftigen Lüsterklemmen!)

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Das modifizierte Anschlussfeld

Box 1 Fertig. Nach vielleicht 2 1/2 Stunden!

- Zwischenschritt: Analyse der von den Platinen abgelesenen Weichenschaltung und Programmierung der digitalen Frequenzweiche inkl. Pegelvoreinstellung der Zweige.

- Anschluss Weiche an VV und Endstufen, dann Hörtest in Mono Box1 gegen unmodifizierte Box 2. Erster Eindruck: Phuuh! Die Dinger gehen noch und nix ist falsch! Tonalität unverändert, aber klarere, differenziertere Wiedergabe.

- Also, weiter: Box 2 modifiziert wie Box 1. Dauert nur 1 Stunde weil ich nichts "neues" und keine "hinderlichen Überraschungen" mehr finde, dann Anschluss an die Weiche.

- Dann wieder Hörtest:
Mitten und Höhen eigentlich wie bei Halbaktiv... Hä?
Die Tiefen sind gut, vielleicht ein bisschen zurückhaltend... Na ja hören wir erstmal weiter. Ein Freund HiFi und Musik Freak kommt zu Besuch, wir hören zusammen und sind auch zusammen sagen wir "begeistert", er hat Aufnahmen mitgebracht, die er sehr gut kennt. Mit der Zeit finden wir, dass die Durchzeichnung und Ortungsschärfe nochmals zugenommen hat, mehr Live Charakter bei entsprechenden Aufnahmen! Irgendwie ist der Bass etwas zurückhaltend...

- Am nächsten Tag merke ich: Die Bässe der linken Box machen zwar Hübe, aber wenig Pegel. Auuuu, Du Sch... Ein TT der Box2 ist verpolt! Also: TT Chassis wieder ausbauen, umgesteckt (siehe da: ich war nicht dem auf dem Chassis deutlich von mir dokumentierten Anschluss/Farb Schema gefolgt...), Box vosichtig hinlegen, die TT Chassis vorsichtig wieder einbauen, Box wieder aufstellen, anschliessen...
Ah! Da ist er wieder! Konturiert und kontrolliert! Ich habe dem Bass mit einer moderaten Anhebung unter 80 Hz noch etwas mehr Druck verliehen, unter 25 Hertz schneide ich mit 24 dB Besselfilter ab.

Die originalen Weichen habe ich kanalweise auf 22 mm Sperrholzbretter montiert, mit den originalen Kabeln wieder verdrahtet und Ein- und Ausgänge auf Bananenstecker/-buchsen geführt. Jetzt kann ich jetzt durch Umstecken der LS Anschlüsse von den Endstufen in kurzer Zeit von Voll-Aktiv auf Voll-Passiv umstellen. Ich mach das aber fast nie, weil mir Voll-Aktiv an besten gefällt!

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Die passiven Weichen

So ist der Stand der Dinge seit Mitte 2005. Inzwischen ist keine mechanische Arbeit gelaufen sondern messtechnische und gehörmässige Optimierung hin zu geradlinigerem Frequenzgang auf Basis der originalen Weichenparameter. Z.B. haben wir mit einem Freund Stunden damit verbracht, Equalizerfilter der Frequenzweiche abzustimmen und den LS Frequenzgang jeweils zu messen. Der Erfolg war in mehr Natürlichkeit der Wiedergabe zu finden und in z.B dem geringeren "Wandern" von einigen Musikinstrumenten bei unterschiedlichen Tonhöhen.

Ich wollte eigentlich als nächstes mal sehen, wie ich das Messen von Phasengang und Impulsantwort hinbekommen kann. Meine Sony-Weiche kann in 3.5 mm Inkrementen Chassiversatz kompensieren und 5 Grad-weise Phase schieben. Die Chassis sind bei der N804 aber schon versetzt angeordnet um die akustischen Zentren anzugleichen, aber ich will mal sehen wie weit ich bei einem 3-Weg System den Phasengang linearisiert bekomme und wie sich das dann gegen z.B. die ursprüngliche Weichenkonfiguration anhört (die Weiche speichert -zig set-ups).

Jetzt ist mir allerdings diese Neuabstimmung der N804 Weiche aus HH04/07 dazwischengekommen und ich habe diese Parameter schonmal programmiert. Vorletzte Woche wollte ich mal einen intensiven A/B/C Hörvergleich zwischen der aktivierten B&W Weichenkonfiguration, der passiven B&W Weiche und der HH 04/07 Weichenkonfiguration machen. War sehr gespannt, was sich da tut... Aber ich hatte erstmal einen Rückschlag: Es gibt Wackelkontakte mit den XLR Adaptern (bekanntlich kommt aus HiFi Greäten ja Cinch...). Ich bestelle also als nächstes richtig gute XLRs, konfektioniere die Kabel endgültig neu und dann geht's in die nächste Runde.

Beste Grüsse,
Winfried
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Beitragvon wgh52 » 02.03.2008, 16:27

Ich hab's mir irgendwie vorher gedacht: Selbstmachen ist nicht jedermanns Sache. Jetzt hab' ich Euch hoffentlich nicht verschreckt oder gelangweilt....

Tut mir Leid wenn's doch so sein sollte. :oops:

Gruss,
Winfried
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Beitragvon BM Fan » 02.03.2008, 16:57

Hallo Winni,
Mein Kompliment. Eine saubere Arbeit.
Das sich sonst noch keiner gemeldet hat liegt bestimmt daran das die Jungs spazieren sind. Wetter ist doch gut.
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Beitragvon Michael » 02.03.2008, 17:46

Hallo Winfried,

du langweilst sicherlich überhaupt keinen mit deinem letzten Bericht über die Aktivierung deiner Nautilus.
Ich habe ihn gestern Nacht mit großem Interesse gelesen und freue mich schon auf weitere Berichte von dir.
Denn bei deinem Wissen bzw. Vorbildung (einem Ingeniöör ist nichts zu schwöör!), deiner Neugier und deinem Hifi-Werdegang halte ich dich mit einigen anderen für einen der "Schwergewichte" in diesem Forum und deshalb verfolge ich deine Berichte mit besonderem Interesse.
Ebenfalls nötigt mir deine Akribie und der Zeiteinsatz mächtig Achtung ab.

Bin sehr gespannt, wie sich speziell der Zeitversatz z.B. zwischen den beiden Tieftönern und dem "Rest" akustisch bemerkbar macht. Du kannst doch sicher mal einen Zeitversatz simulieren, der z.B. einem Ortsversatz der beiden TT von ca 20cm hinter dem Rest gehörmässig ausmacht.

Viel Spaß und Erfolg an deiner interessanten Aktivierung und.... bitte bald wieder neue Infos hierüber!

Viele Grüße
Michael (aus Bonn)
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Beitragvon Rudolf » 02.03.2008, 17:56

Hallo Winfried,

ein sehr interessanter Bericht, dem ich mangels fundierten technischen Wissens leider nichts Gescheites hinzufügen kann!

Viele Grüße,
Rudolf
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Beitragvon Ralph » 03.03.2008, 06:20

Hallo Winfried,

ich bin von Deiner Arbeit an den B&W begeistert. Danke für diesen ausführlichen Bericht! Das ist konsequent ausgelebter Spieltrieb auf hohem Niveau: ganz mein Geschmack.

Gruß,

Ralph
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Beitragvon wgh52 » 03.03.2008, 19:21

wgh52 hat geschrieben:Die originalen Weichen habe ich kanalweise auf 22 mm Sperrholzbretter montiert, mit den originalen Kabeln wieder verdrahtet und Ein- und Ausgänge auf Bananenstecker/-buchsen geführt. Jetzt kann ich jetzt durch Umstecken der LS Anschlüsse von den Endstufen in kurzer Zeit von Voll-Aktiv auf Voll-Passiv umstellen.

Ah, dazu fällt mir noch ein:
Durch meine Umsteckmöglichkeiten kann ich natürlich auch jeder Zeit Bi-Wiring und Bi-Amping machen, und zwar mit den originalen B&W Kabeln.
Mach ich aber nach meinen erwähnten Versuchen nicht mehr... :mrgreen:

Ich würd's aber machen falls mal einer Vergleichshören will.... :P 8)

Gruss,
Winfried
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Beitragvon wgh52 » 10.05.2008, 23:57

So langsam nimmt "das nächste Staduim des Wahns nach Besserem" Formen an...

Ich bin mit verschiedenen Anbietern von digitalen Audiokomponenten in Kontakt um ein Konzept zu entwickeln, das aus meinen aktivierten N804 ein paar "möglichst" Phasenlineare Lautsprecher machen soll.

Dazu bin ich (nach all den Jahren, die es in meiner Bastelkiste verstaubt ist) wieder auf ein in den 80ern entwickeltes Konzept der Chassis Frequenzgang u. Phasenlinearisierung in der analogen "Welt" gestossen: Das Pfleid TPS Modul. Und: Das Teil gibt's noch!! :shock:

Hier mal mein erstes Konzeptschaltbild:
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Auf der Frequenzweichen-Seite hat mich Michael auf die Weichen von HiFi Akedemie "geschubst" (Danke übrigens!), die auf die HiFi Welt abgestimmte Pegel verarbeiten und von der Bedienung/Programmierung optimale Hilfsmittel bieten.

Als nächstes werde ich mal sehen, wie das alles zusammenpasst und dann anfangen ernsthaft zu planen und zu entwickeln. Das wird ein langsamer Prozess über viele Monate sein, weil ich so wenig Zeit habe. Aber irgendwie bin ich wild entschlossen... Wenn und falls ich Fortschritte mache, werde ich Euch teilhaben lassen und versuchen eine dokumentierte Entwicklung abzuliefern, bei der ich allerdings auch auf Anregung von kompetenter Seite hoffe (es gibt da inzwischen Leute im Forum, die da bestimmt helfen könnten!).

Das solls erstmal sein, ich will "den Ball mal noch flach halten", wie an anderer Stelle im Forum so treffend gesagt wurde.

Gruss,
Winfried
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DEQX PDC 2.6

Beitragvon wgh52 » 19.05.2008, 11:50

Tja Freunde,

so kann's gehen! Da dachte ich, die Lösung für den nächsten Schritt ist klar, und schon kommt eine mehr als ebenbürtige Alternative daher.
Aber der Reihe nach...

Ich habe mit Michaels Hilfe (vielen Dank dafür!) mehr recherchieren können, mich bezüglich passender DSP Module und den Details der TPS Implementierung sowie der aufgerufenen Preise sowie Konstruktions und Aufbauaufwand befasst.

Fazit: Das beschriebene Eigenbau-Projekt (siehe Blockschaltbild) kann 3.500 bis über 4.000 Euro kosten (Rückschläge, Arbeitszeit usw. natürlich nicht gerechnet!).

Vorteil: Selbstgemacht, genau so wie ich's (jetzt...) brauche, also zwei Mono-Geräte, Hobbyspass ist angesagt.
Nachteil: Viel teurer als gedacht, viel Arbeit, Risiko des Scheiterns oder unvorhergesehener Kosten, Unflexible End-Lösung (TPS fest programmiert). Nicht wirklich wiederverkaufsfähig.

Warum ich so stark ins Schwanken gekommen bin?

Ich hab mich alternativ ja schon länger mit dem DEQX Calibrated PDC 2.6 befasst: Chassislinearisierung, Frequenzweiche, Raumanpassung und Messgerät (mit kalibriertem Micro) in einem, über USB mit dem PC gesteuert/programmiert, fernbedienbar, als vollwertiger Vorverstärker einsetzbar.

Aufgerufener Preis: um 4.000 Euro

Vorteil: Komplett integriert, ohne lange Vorarbeit. Ich kann mich auf das Einmessen konzentrieren. Das Gerät macht zu ~ gleichem Preis mehr und ist flexibel (auch mal für andere LS...), seit Jahren praktisch erprobt und gut beleumundet. Wahrscheinlich wiederverkaufsfähig.
Nachteil: Teurer als erhofft, Stereogerät (also mehr Kabelsalat!).

So, ich lasse diese Situation mal ein paar Tage "sacken" und entscheide dann endgültig. Anfangen kann ich mit dem Projekt sowieso erst im Sommer...

Ich bitte um Eure geschätzten Beiträge und konstruktiven Kommentare.

Gruss,
Winfried
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Beitragvon Rudolf » 19.05.2008, 12:29

Hallo Winfried,

meine Antwort kennst du sicherlich: mache es mit dem PDC von DEQX!

Mir gefällt vor allem die Möglichkeit, die gesamte "Datenverarbeitung" in der digitalen Domäne vornehmen zu können und nur ein einziges Mal - nämlich vor den Pegelstellern der integrierten analogen Vorstufe - zu wandeln.

Aus meiner Sicht einziger Nachteil ist in der Tat, dass du je Weg ein Kabel vom PDC zu den Endstufen deiner Lautsprechern führen musst. Aber wozu sonst hat man Kabelschläuche?

Darüber hinaus hast du Recht: bei einer Selbstbaulösung ist alles "verbraten", der DEQX hingegen hat auch gebraucht sicherlich noch einen substantiellen Wert.

Viele Grüße,
Rudolf
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Beitragvon Franz » 19.05.2008, 12:43

Hallo Winfried,

meine Antwort wird dich vielleicht ärgern, aber ich ärgere nicht mit Vorsatz. An deiner Stelle würde ich mir erstmal Klarheit verschaffen:

1. Will ich die B&W unbedingt aktivieren? Oder möchte ich nicht die Arbeit anderen überlassen und mir gleich eine Aktive leisten?

2. Wieviel darf der Spaß kosten? Wenn ich mir den finanziellen Aufwand anschaue und die Arbeitsleistung und Zeit mit hinein kalkuliere, dann steckt in deinem Projekt ja allerhand drin.

3. Wenn du dich dazu entschlossen hast - und so schaut´s ja aus - selbst tätig zu werden mit dieser Box, dann würde ich auf den Rat diverser Experten hören. Es gibt ja einige hier davon. Ich bin darin Laie. Auch aus diesem Grunde würde ich lieber ein fertiges Endprodukt von den Profis nehmen, welches mich nach einer Anhörung zu Hause überzeugen könnte. Angebote in diversen Preisklassen gibt es ja genug. Und der Wiederverkaufswert ist stabiler als bei einer DIY-Lösung. Die halte ich nämlich für fast unverkaufbar.

Ich hoffe, du bist mir nicht gram. :D

Gruß
Franz
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Beitragvon wgh52 » 19.05.2008, 18:17

Danke für die ermutigende Antwort Rudolf!

Rudolf hat geschrieben:...Aus meiner Sicht einziger Nachteil ist in der Tat, dass du je Weg ein Kabel vom PDC zu den Endstufen deiner Lautsprechern führen musst. Aber wozu sonst hat man Kabelschläuche?

Nun... Hinter meinen Schränken liegt bereits ein ~ 60x40 mm Kabelkanal, in dem leufen jetzt auch die "6 Wege" sowie Antennenkable für Tuner und SPDIF für Satellitenempfang. Wär schön gewesen, das zu verkleinern, aber diese saubere Lösung ist bereits "wife accepted", also OK. :wink:

Gruss,
Winfried
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Beitragvon wgh52 » 19.05.2008, 20:51

Franz,

keine Spur von Ärger! Du bringst gute Denkanstösse! Lass mich drauf eingehen...

Franz hat geschrieben:1. Will ich die B&W unbedingt aktivieren? Oder möchte ich nicht die Arbeit anderen überlassen und mir gleich eine Aktive leisten?

Klare Antwort: JA! Ich will selbst aktivieren. Die N804 passen optisch Top in mein Wohnzimmer und bilden eine technisch(akustisch wirklich gute Grundlage, kombiniert mit hohem WAF!

Franz hat geschrieben:2. Wieviel darf der Spaß kosten? Wenn ich mir den finanziellen Aufwand anschaue und die Arbeitsleistung und Zeit mit hinein kalkuliere, dann steckt in deinem Projekt ja allerhand drin.

DAS ist sehr entscheidend!
Mein Budget reicht in absehbarer Zeit nicht für Silbersand 501 oder 401, nicht für BM-18, BM-12 oder BM-10, nicht für Geithain RLxxxK, und wie all die klangvollen Objekte meine Begierde auch heissen mögen...
4.000 Euro sind äquivalent für EINE BM-4!
Die N-804 hat mir passiv so gut gefallen, dass ich sie gekauft habe, aktiviert hat sie mir und vielen anderen schon etwas begeisterte Reaktionen entlockt. Ich glaube eine weitere Investition lohnt noch.

Franz hat geschrieben:3. Wenn du dich dazu entschlossen hast - und so schaut´s ja aus - selbst tätig zu werden mit dieser Box, dann würde ich auf den Rat diverser Experten hören. Es gibt ja einige hier davon. Ich bin darin Laie. Auch aus diesem Grunde würde ich lieber ein fertiges Endprodukt von den Profis nehmen, welches mich nach einer Anhörung zu Hause überzeugen könnte. Angebote in diversen Preisklassen gibt es ja genug. Und der Wiederverkaufswert ist stabiler als bei einer DIY-Lösung. Die halte ich nämlich für fast unverkaufbar.

Hier stimme ich in Grenzen zu! Ich würde gerne eine Profilösung kaufen, aber die, die ich mir vorstelle, kann ich mir ganz schlicht und einfach nicht leisten!

Also ist mein Ansatz: Basierend auf meinen Kenntnissen und Erfahrungen, hole ich das aus "meinem vorhandenen Zeug" mal heraus was machbar ist .... und ich habe den Verdacht, dass das eine ganze Menge ist.

Zum Thema Wiederverkauf:
Die N804 wieder in den "Lieferzustand" zu versetzen ist KEIN Problem, also ist sie problemlos wiederverkaufbar.
Den DEQX an einen anderen LS Entwickler/Enthusiasten gebraucht verkaufen, sehe ich auch kein Problem. Es gibt "noch viel verrücktere" als mich. :wink:


Ah! Noch was an Alle "Aktiv-Hörer":

Wenn es dann soweit ist, dass mein Projekt vorführbar ist (denke mal es wird Herbst darüber werden...) würde ich meine dann stehende "Konfiguration" gerne mit einigen von Euch "Silbersand/Goldklang-verwöhnten" Ohren anhören und so zur "Disposition" stellen; oder vielleicht besser gesagt: "feinabstimmen". Ist so eine Idee...

Danke und Gruss,
Winfried
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Beitragvon Franz » 19.05.2008, 21:11

Hallo Winfried,

dein Tatendrang ist geradezu ansteckend. Ich meine das wirklich positiv. Ich bin mir jetzt sicher, daß du das Wollen und Können hast. Und wenn dir schon die passive Version so gut gefallen konnte, dann zieh das durch. Ich bin auch überzeugt, daß es sich nachher gelohnt haben wird. Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg. Um dein Wissen um die Dinge beneide ich dich gar.

Gruß
Franz
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Beitragvon Ralph » 19.05.2008, 21:14

Hallo Winfried,

ich bewundere Deinen Pioniergeist und die Ausdauer mit der Du das Thema angehst. Ich würde die 4000 Euro nehmen ein Paar gebrauchte BM12 besorgen und diese auf den neuesten Stand bringen lassen. Also eher der Fertigkaufansatz wie von Franz aufgezeigt. Das würde bestimmt auch super klingen aber weniger schön anzusehen sein als Deine B&W und natürlich keine besondere Herausforderung darstellen.
Wenn Du dann noch einen
Feinabstimmungsworkshop veranstaltest, dann ist Dir der Olymp der Tüftler sicher...

Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße,

Ralph
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