Passive Lautstärkeregelung für Aktivlautsprecher?

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon Ralph Berres » 13.11.2011, 15:10

Also ich zitiere mal aus der Webseite der Fa Silbercore

"Widerstandsnetzwerke oder Potentiometer liegen in Reihe zur Quelle, also unserem CD-Player."

Für mich ist ein Poti immer noch ein Spannungsteiler

"Das Kabel zwischen CD-Player und Verstärker bildet ein R-C-Glied, wobei das R die oben genannte Impedanz ist und C die Kapazität des Kabels."

Welche Impedanz ist denn jetzt gemeint?

" Hier führt ein abdrehen der Lautstärke zu einer durch das R-C-Glied hervorgerufenen Höhenbedämpfung, die im ungünstigen Falle innerhalb des Hörbereiches liegt, jedenfalls der Forderung nach einer hohen Übertragungsbreite für SACD widerspricht. "

Kann mir das einer mal genauer erklären?

Wenn man das Poti leise dreht, dann wird der Zweig zum Verstärker niederohmiger, also steigt die Grenzfrequenz, und sinkt nicht wie angeführt. ( Fg = 1/ 2PiRC )
Im Zweig zum CDPlayer änderst sich eigentlich garnichts, solange der Ausgangswiderstand um 2 Zehnerpotenzen kleiner ist, wie der Eingangswiderstand des Verstärkers.

" Mit Verminderung der Lautstärkestellung vermindert sich die Impedanz zu noch besseren Werten."

Tut sie bei einen Potentiometer auch , wenn auch zugegeben nicht quadratisch wie bei dem Spartransformator mit Abgriffen. Aber wo ist hier das Problem? Auser was das Widerstandsrauschen des Potis betrifft.

" Eine hohe Impedanz erfordert eine höhere Anzahl von Windungen in einem Übertrager. Und da nichts geschenkt wird, erhöhen die Windungen die Kapazität des Wickels. Ergo begrenzt diese erhöhte Kapazität den Frequenzgang nach oben. Das ist die Physik. Wir haben die Physik überlistet, mehr sagen wir zu dem Thema nicht. "

Der letzte Satz spricht Bände über diese Fa. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

" Silberdraht
Wir verwenden für unser Spitzenmodell einen Drahtwickel aus reinem 999er Silberdraht der extra für uns gezogen und isoliert wurde. Das tun wir nicht, weil es so schön exotisch ist, sondern weil Silberdraht dem neutralen Klang der amorphen Übertragern das i-Tüpfelchen Glanz zur Perfektion verleiht. Und damit dem Anspruch auf klare reine Präsenz der Quelle mehr entspricht."

Na denn. Wer daran glaubt?


Ganz allgemein.

Auch wenn Trafos im Signalweg in der audiophilen Szene verpönt sind, stehe ich trafos nicht grundsäzlich negativ gegenüber, denn in der Studiotechnik werden NF Trafos haufenweise verwendet. Nämlich an jeder NF-Schnittstelle eines Gerätes. Diese Übertrager kosten aber auch mal schnell 100 Euro und mehr und dienen in erster Linie der galvanischen Trennung um Erdschleifen zu vermeiden. Lineübertrager für 1,55V Pegel ha ben aber auch mal schnell die Größe eines kleinen Netztrafos.

Grundsätzlich haben Übertrager aber Probleme bei der unteren Grenzfrequenz. ( Deswegen sind sie auch relativ groß im Studiobereich ). Man hat es in der Hand, durch Auswahl des Kernmaterials entweder eine hohe Austeuerbarkeit bei mittleren Klirrfaktor so um 0,5% hinzubekommen, Bei kleinen Pegel steigt der Klirrfaktor dann an, oder man kann einen relativ kleinen Klirrfaktor so um 0,2" von kleinsten Laustärken bis zu einen Pegel der aber um 10-16db niedriger liegt als bei der ersten Kernmaterialvariante. Wohlgemerkt bei gleicher Kerngröße und Induktivität.

Ob man sich in der audiophilen Szene mit Klirrfaktoren um 0,2% zufrieden gibt , mag jeder selbst entscheiden. Ich würde für einen Lautstärkeregler mir diese zusätlichen Verzerrungen nicht einhandeln wollen, zumal es mit einen simplen Widerstandsteiler auch anders geht. Wie aufwendig man den Widerstandsteiler dann realisiert, bleibt im Einzelfall jedem selbst überlassen. Von einfachen Poti , bis Stufenschalter mit Festwiderständen gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten.

Ralph
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Lautstärkeregelung ohne Vorstufe

Beitragvon xhaidi » 09.11.2012, 10:09

Hallo,

ich wollte mal neugierig in die Runde fragen, wie ihr die Lautstärke eurer Aktivboxen regelt. An einigen Modellen ist ja ein Regler installiert, aber das Einstellen der Lautstärke am Speaker selbst ist ja nicht gerade luxoriös, vor allem dann nicht, wenn kein Link zwischen den Boxen besteht, also die Lautstärke jeder Box individuell geregelt und auf die der anderen angepasst werden muss.

Alternativ kann die Lautstärke ja auch im Wandler (falls vorhanden) eingestrellt werden, aber auch hier ergeben sich ja Probleme (Entfernung zum Hörplatz, usw.)

Also, welche Erfahrungen habt ihr mit externen Volume-Reglern wie sowas hier gemacht?

http://www.thomann.de/de/tc_electronic_level_pilot.htm

... bzw. welche Alternativen sind in Gebrauch und was könnt ihr davon berichten?

Beste Dank und Grüße,

Andreas
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Beitragvon wgh52 » 09.11.2012, 10:40

Hallo Andreas,

zu Deiner Ratsuche habe ich erstmal eine Rückfrage:

Falls ich Deinen Vorstellungsthread richtig verstehe hast Du doch einen Vorverstärker (mit Lautstärkesteller):

xhaidi hat geschrieben:Amps: AVM Competition Vorstufe

Warum benutzt Du diesen nicht? (Vielleicht hab ich ja was verpasst... :wink: )

Gruß,
Winfried

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Beitragvon bvk » 09.11.2012, 10:56

Hallo Andreas,

ich habe auch eine Weile gegrübelt wie ich das machen soll. Inzwischen mache ich es in der Playersoftware mit der drahtlosen Maus. Die reicht 5 Meter, man muss also nicht aufstehen. Gute analoge Mehrkanal Lautstärkesteller sind recht teuer. z.B. den http://www.thomann.de/de/spl_2control_black.htm gibt es auch für 8-Kanal.

Grüße Bernd
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Beitragvon Thias » 09.11.2012, 11:14

Hallo Andreas,

die passiven Potis haben den Nachteil, dass die Anpassung VV und Endstufe leidet und damit klanglich negativ sein kann.

Ich mach es in der Soundkarte digital mit entsprechender Bittiefe (und damit ohne hörbare Verluste) und verwende die RME Fireface UC.

Die Fernbedienung dazu ist etwas "gebastelt", funktioniert aber sehr gut. Mit einem beliebigen Gerät (Fernbedienung, Maus, Drehsteller, Tastatur, Handy ...) stelle ich die Windows-Lautstärke (die bei ASIO natürlich keine Auswirkung hat). Diese wird durch eine kleine Software abgefragt und steuert über MIDI die FF-Lautstärke.

Grüße
Thias
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Beitragvon xhaidi » 10.11.2012, 11:22

Hallo Winfried,

wgh52 hat geschrieben:
xhaidi hat geschrieben:Amps: AVM Competition Vorstufe

Warum benutzt Du diesen nicht? (Vielleicht hab ich ja was verpasst... :wink: )

Da hast Du sicherlich recht, aber im Zuge einer Umstellung gebe ich den ganzen Hifi-Kram ab, also auch den VV. Insofern hat sich für mich die Frage nach der Lautstärkenregelung gestellt...

Grüße,
Andreas
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Beitragvon xhaidi » 10.11.2012, 11:33

Hallo Bernd,

bvk hat geschrieben:Gute analoge Mehrkanal Lautstärkesteller sind recht teuer. z.B. den http://www.thomann.de/de/spl_2control_black.htm gibt es auch für 8-Kanal

allerdings! Ich will ja kein Knauser sein, aber es ist schon eine heftige Relation, wenn der Volume-Regler ein Drittel der Boxen kostet ;-)

Grüße, Andreas
:cheers:
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Beitragvon wgh52 » 10.11.2012, 12:23

Hallo Andreas,

Lautstärkeeinstellung geht natürlich in unterschiedlichen Preisklassen. Je nachdem welche Kompromisse Du einzugehen bereit bist wird's billiger oder teurer. So ein einfaches, rein passives, Potentiometer mit Cinch Anschlüssen hat natürlich Nachteile wenn man lange Kabel dranhängt, wie bei Aktiv-LS halt nicht vermeidbar.

Ich gebe mal zwei Beipiele, die noch immer weit über 100 € kosten, aber anerkanntermassen sehr gute Qualität bieten:

Abacus Line Treiber direkt vom Hersteller für 200 € mit dem Vorteil sehr guter aktiver Leitungstreibereigenschaften, ersetzt einen Vorverstärker, falls Du nur eine Quelle hast, Dein DAC keinen analogen Lautstärkesteller hat und Du digitale Pegeleinstellung vermeiden willst.

SPL Volume2 z.B. von Thomann für 350 €, ist halt richtig professionelles Studioequipment und hat seinen Preis.

Lass uns wissen wie's weitergeht, wir wollen Dir helfen eine Fehlkauf zu vermeiden.

Gruß,
Winfried

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Beitragvon Rabl » 10.11.2012, 22:59

Hallo Andreas,

ich nutze den Levelpilot, auf den du oben verlinkt hast nun seit ca. 1 Jahr zwischen DA Wandler und Endstufe und bin sehr zufrieden damit. Da er über XLR Kabel angeschlossen wird, sollten auch größere Entfernungen machbar sein. Bei mir sind es aber eher kurze Wege.

Ab und zu überlege ich doch auf einen DA Wandler mit fernbedienbarer Lautstärkeregelung (Wadia 121) umzusteigen, aber so oft regele ich die Lautstärke eigentlich auch nicht und klanglich bin ich voll zufrieden. Wenn ich mir sicher wäre, dass der Wadia meinen PS Audio DL III deutlich hörbar an die Wand spielt, kommt er aber evtl. doch noch unter den Weihnachtsbaum :D.

Viele Grüße,
Rainer
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Beitragvon xhaidi » 09.01.2013, 09:34

Hallo,

und auf diesem Weg ein frohes neues Jahr an alle!

Ich war jetzt tatsächlich kurz davor mir den Level-Pilot zu besorgen, allerdings haben mich die Erfahrungsberichte bei Thomann doch abgeschreckt und ich habe keine Lust in ein Gerät zu investieren, das - zumindest in einigen der Fälle - nach drei Monaten zu 'kratzen' anfängt (das gleiche Problem hat mir auch ein Bekannter berichtet und ich durfte es selbst hören :-( ).

Die Geschichte mit der Bittiefe scheint mir interessant, aber was machen, wenn das Material z.B. nur in 16Bit vorliegt und der Volumeregler bei meinen Monitoren (ach so, hier hat sich nun was getan: ADAM a7x, aber dazu in einem anderen Threat wenn die Zeit es erlaubt mehr) auf 9Uhr steht und ich bei Foobar z.B. um -40db runtergehen muss?

Ansonsten bin ich für weitere Anregungen zu passiven Potis immer dankbar. Es gibt ja auch eine ganze Reige von SM Pro Audio (http://www.thomann.de/de/search.html?gk ... fid10=6803), aber hier fällt nicht nur das Design (zumindest aus meiner Sicht), sondern auch die immer wieder ermahnte Verarbeitungsqualität auf.

:cheers:

Andreas
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Beitragvon Rabl » 09.01.2013, 12:01

Hallo Andreas,

ich habe auf einen DAC mit Lautstärkeregelung (Wadia 121) umgestellt und meinen Levelpilot Hans-Martin vermacht. Meine Erfahrungen damit waren aber sehr gut (mir hat nur die Fernbedienung gefehlt - typisch Sesselpuper eben :) ).

Frag doch bei ihm mal nach, wie er mit dem Levelpilot zufrieden ist. Er gehört bestimmt zur kritischeren Hörfraktion. Wenn du es Online bei Thomann bestellst, kannst du es bei Fehlfunktion (Kratzen) oder nicht Gefallen jederzeit zurück geben.

Vielleicht liest Hans-Martin ja mit und kann es gleich kommentieren?

Viele Grüße,
Rainer
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Beitragvon Knurzibald » 09.01.2013, 13:18

Hallo Andreas,

schon einmal bei http://www.dodocus.de/ geschaut? Dort gibt es die UBox 4C-L. Dodocus erfüllt auch Sonderwünsche.

Ich habe dort vor etwa vier Jahren eine UBox 4C-D mit zwei Ausgängen anstatt einem Ausgang geordert und bin damit sehr zufrieden, kein Krachen beim Umschalten.

Viele Grüße

Jürgen
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Beitragvon Matty » 09.01.2013, 13:36

Hallo Andreas,

ich würde mich an Deiner Stelle mal auf die Suche nach einer Lösung mit PGA2310 oder PGA2311-Chip machen. Diese Chips sind in vielen z.T. sehr hochwertigen Vorverstärkern eingebaut. Es gibt sowohl fertige Komplettlösungen als auch eine Vielzahl von DIY-Angeboten.

Beispiele:

http://www.audiophonics.fr/audiophonics ... -5805.html
http://www.ebay.de/itm/New-version-PGA2 ... 1c1e64aeda
http://www.ebay.de/itm/PGA2311-Remote-A ... 1c271ec100

oder eine etwas edlere Lösung:

http://www.hoer-wege.de/prepga.htm

Ein PGA2311P ist auch im Hifi-Akademie-Vorverstärker eingebaut:

http://hifiakademie.de/?id=3&si=MTM1Nzc ... MjUwLjZ8IA

Diesen habe ich mal besessen und wahr sehr zufrieden damit. Ich habe ihn letztendlich nur wegen einer Komplettumstellung meines Systems verkauft.

Ein weiteres Beispiel aus der oberen Preisregion:

http://www.audio.de/testbericht/d-a-wan ... 98869.html

Die PGA2310/11-Chips zeichnen sich durch sehr gute Werte bezüglich Rauscharmut, Klirr und Kanalgleichheit aus.

Es handelt sich wohlgemerkt um eine analoge Regelung, auch wenn es eine Chip-Lösung ist. Details dazu können sicher die Elektronik-Experten im Forum besser erklären.

Viele Grüße
Matthias
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Beitragvon xhaidi » 09.01.2013, 15:04

Hallo und danke für die Ratschläge soweit.

Zur Zeit hab ich die Boxen auf dem Schreibtisch und höre viel beim Arbeiten. Eine Bedingung ist folglich, dass ich mir keinen weiteren (großen) Kasten auf den Tisch stellen möchte. Auch ein Quellenwahl brauch ich eigentlich nicht, da die Kette - am Desktop - so aussieht: Foobar > DAW > Adam a7x und ich nur ein puristisches Gerät zwischen DAW und Boxen klemmen möchte, um die Lautstärke nicht digital - und somit evtl. mit Verlusten behaftet - zu regeln. Insofern wäre der TC Level Pilot prinzipiell genau richtig...

Danke & Grüße,

Andreas
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Beitragvon Mpmusik » 09.01.2013, 15:27

Hallo

ich kann für diesen Zweck das Level Pilot nur wärmstens empfehlen.

Hatte es selbst während meiner Anfänge mit aktiven Lautsprechern.

gruß

Mario
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