Nicht geschirmte, symmetrische Kabel

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Unsymmetrische Flechtkabel (?)

Beitragvon wgh52 » 14.01.2018, 12:56

Liebe Kabelfreunde,

ich beginne mal ein "Off-Topic", was je nach Verlauf ein eigenes Thema bilden oder "in die Auslaufrille" wandern könnte.

Die hier entwickelten, symmetrischen Kabel entwickeln ja inzwischen sowas wie Kultstatus. Aber nicht alle Leute haben symmetrische Verbingungsmöglichkeiten. Mir stellt sich nach all den hier gewonnenen Erkenntissen ernsthaft die Frage ob es nicht sinnvoll oder möglich wäre einen Teil davon für unsymmetrische Kabel nutzbar zu machen und vielleicht entsprechende Experimente durchzuführen. Ich selbst habe von der Thematik zu wenig Ahnung, als dass ich konkrete Vorschläge machen könnte - aber was sagen unsere Kabel-Erfahrenen/-Wissenden dazu?

Danke und Grüße,
Winfried

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Beitragvon nihil.sine.causa » 14.01.2018, 13:34

Hallo Winfried,

wgh52 hat geschrieben:Mir stellt sich nach all den hier gewonnenen Erkenntissen ernsthaft die Frage ob es nicht sinnvoll oder möglich wäre einen Teil davon für unsymmetrische Kabel nutzbar zu machen und vielleicht entsprechende Experimente durchzuführen.

Mit nicht symmetrischen Kabeln habe ich mich in der Praxis noch nicht beschäftigt. Ich würde jetzt halt so dran gehen wie bei den symmetrischen und von der Geometrie her ein 5er big black verwenden.

  • Tip vom Kabel her behandeln wie den Hot-Leiter (entsprechend Pin 2)
  • Sleeve vom Kabel her behandeln wie den Return-Leiter (entsprechend Pin 3), entspricht dann aber der Signalmasse
  • Den 0V Leiter mit einflechten und einseitig auf die Signalmasse auflegen, das ist gut für die Quasi-Schirmung und macht das Geflecht lockerer und luftiger
  • ggf. sogar ein 6mm² parallel mitführen und die Gehäusemassen miteinander zu verbinden

Aber vielleicht bin ich da auf dem Holzweg, weil Experimente dazu habe ich noch nicht gemacht.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon music is my escape » 14.01.2018, 20:46

Hallo Winfried,

Um u.a. eine evtl. Laufrichtung der Kabelcharge bestimmen zu können, habe ich ein kleines asymm. IC zur Verbindung DAP-pKHV gebastelt, welches an den Enden jeweils eine 3.5er Miniklinke aufweist und von Aufbau und Material her identisch mit einem Monostrang des hier besprochenen XLR-Kabels ist (allerdings sehr locker geflochten).

Das klingt auf jeden Fall ziemlich gut (als Vergleichsobjekte dienen hier u.a. ein kleines Oyiade, ein Forza Audioworks Claire, ein iBasso CB06, ein ForenSolidcore) und ich könnte mir vorstellen, dass dies in der von Harald vorgeschlagenen Version auch als reguläres Stereo-RCA ausgezeichnet funktioniert.

Grüße,
Thomas
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Beitragvon Hans-Martin » 14.01.2018, 21:31

music is my escape hat geschrieben:Um u.a. eine evtl. Laufrichtung der Kabelcharge bestimmen zu können, habe ich ein kleines asymm. IC zur Verbindung DAP-pKHV gebastelt, welches an den Enden jeweils eine 3.5er Miniklinke aufweist und von Aufbau und Material her identisch mit einem Monostrang des hier besprochenen XLR-Kabels ist (allerdings sehr locker geflochten).

Hallo Thomas,
meinst du mit "Monostrang", dass der jeweilige Leiter nur einfach vorhanden war (was dann auch besser in einen 3,5mm Klinkenstecker passt)?
Zu Haralds Kabel habe ich bei meinen Grundvorschlägen jeweils Doppelleiter eingesetzt, die beide Laufrichtungen parallel einsetzten. Ds hat sich gut bewährt, wenn man beim Einzelleiter eine Laufrichtung nicht als bekannt voraussetzen darf. Einfach beide Möglichkeiten parallel einsetzen...
Wenn man einzelne Leiter für ein unsymmetrisches Kabel einsetzt, benötigt man 2 , dann kann man noch einen 3. Leiter einseitig auf Masse legen (wer sagt, dass er auf das Signal quelleseitig geklemmt schlechter würde?). Diese 3 könnte man zu einem Zopf flechten, hätte aber dabei folgende Möglichkeiten:

1. Beide Leiter gehen parallel von der Vorratsrolle von Quelle zum Abnehmer.
2. Wie vor, aber entgegengesetzte Laufrichtung.
3. Signalleiter von der Vorratsrolle von Quelle zum Abnehmer, Masseleiter entgegengesetzt.
4. Wie vor, aber entgegengesetzte Laufrichtung.

5-8 Wie vor, jedoch Verarbeitung, Flechtrichtung entgegengesetzt. Bei gleichen Steckern auf beiden Seiten kann man sich das sparen, weil man das im Hörtest durch einfaches Umdrehen ersetzen kann.

Legt man 2 in sich antiparellele Doppelleiter für Signal und Masse an, bleibt die Verarbeitungsrichtung als Erklärung übrig, wenn man beide Laufrichtungen klanglich unterschiedlich erlebt.
Jedoch ist ein Unterschied auch schon darin, ob man die Doppelleiter parallel oder links- oder rechtsorientiert gewendelt weiterverarbeitet, also dann zum Zopf flicht.
Es kommt also auch hier eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten zusammen, die gebaut und ausprobiert werden wollen...
Der einfache Weg wäre ein Vierergeflecht, wo beide Pole mit jeweils 2 gegenläufigen Drähten vertreten sind.
Es versteht sich, dass man konsequent entweder den quelle- oder zielseitigen Stecker markiert, wenn man ein Stereopaar herstellt, sonst wird es schwieriger, weil noch erschwerend die 4 möglichen Varianten zum Hörtest auffordern.
Das ist das Los des Kabeldesigners, aber tröste dich, bei XLR verhindert die Verschiedenartigkeit von Stecker und Kupplung, was bei SingleEnded durch einfaches Umdrehen des Kabels schnell getestet werden kann, ohne ein weiteres, ansonsten identisches Paar mit getauschten Stecker-Kupplungen hergestellt haben zu müssen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon frankl » 14.01.2018, 22:45

wgh52 hat geschrieben:Die hier entwickelten, symmetrischen Kabel entwickeln ja inzwischen sowas wie Kultstatus. Aber nicht alle Leute haben symmetrische Verbingungsmöglichkeiten. Mir stellt sich nach all den hier gewonnenen Erkenntissen ernsthaft die Frage ob es nicht sinnvoll oder möglich wäre einen Teil davon für unsymmetrische Kabel nutzbar zu machen und vielleicht entsprechende Experimente durchzuführen. Ich selbst habe von der Thematik zu wenig Ahnung, als dass ich konkrete Vorschläge machen könnte - aber was sagen unsere Kabel-Erfahrenen/-Wissenden dazu?


Hallo Winfried,

ich habe schon mit verschiedenen Kabelkonfigurationen experimentiert, symmetrisch und unsymmetrisch. Da hat sich nach meiner Erfahrung, was für die eine Version gut war auch für die andere Version als gut herausgestellt (in der Regel statt Pin 2 im XLR die Mitte in Cinch und statt Pin 3 die Masse im Cinch).

Also, nur zu mit den Versuchen!

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon Thor_7 » 15.01.2018, 07:42

Guten Morgen Harald,

Mit braunC → farblosC gehe ich in die AGM Lautsprecher. FarblosC war dabei aber nur einen Hauch besser als orangeC auf der Zielseite.

Also es hängt davon ab, wie Neumann den Groundlift realisiert hat. Ich gehe davon aus, dass orangeC auf der Zielseite ebenso funktioniert. Große Unterschiede erwarte ich da nicht. Der Vorteil von orangeC: man kann dann mit dem Groundlift noch spielen. (Zweiter Vorteil: orangeC ist leichter zu löten als farblosC.) Deine Entscheidung - Du bist der Boss. :mrgreen:


Ganz lieben Dank für deine so schnelle Rückmeldung und die umfassende Antwort. :)

Dann werde ich die Materialien für braunC —> orangeC bestellen und bin schon ganz gespannt auf das Ergebnis.

Einen schönen Start in die Woche und viele Grüße
Thorben
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Beitragvon nihil.sine.causa » 16.01.2018, 10:24

Liebe Freunde guter symmetrischer Kabel,

ich möchte Euch auf einen Nachbarthread aufmerksam machen. Dort geht es um interessante Tests mit "gewöhnlichen" XLR Kabeln im Vergleich zu den hier in diesem Thread diskutierten Kabeln. Dabei werden Wirkzusammenhänge deutlich, die wir für alle Kabel brauchen können (Stichworte: dielektrische Absorption, Vor-Elektrisierung).

Viele Grüße
Harald
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