Genelec 8260

Diskussion über aktive Schallwandler

Genelec 8260

Beitragvon beltane » 05.12.2012, 13:14

Hallo zusammen,

bei Fairaudio wurde die Genelec 8260 sehr positiv besprochen:

https://www.fairaudio.de/test/lautsprec ... est-1.html

Auch in der Stereoplay gibt es einen positiven Bericht:

http://www.audio.de/testbericht/test-ak ... 60527.html

Wenn ich mich richtig erinnere, ebenfalls in der Stereo.

Nun meine Frage an das Forum: Hat jemand diesen Lautsprecher bereits live hören können? Und wenn ja, wie war das Hörempfinden, welche Stärken und Schwächen feststellbar?

Natürlich ersetzt das keinen persönlichen Hörtest, liefert mir aber erste Hinweise. Rein technisch finde ich das Konzept interessant, da eine Raumkorrektur gleich mitgeliefert wird, die auch eine automatische - aber anpassbare - Raumeinmessung beinhaltet.

Danke für Rückmeldung.

Frank
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Beitragvon dirkhajo » 06.12.2012, 11:21

Hallo Frank,

ich hatte schon mehrfach die Gelegenheit zum Anhören, zum letzten Mal bei den Westdeustchen Hifi-Tagen in Bonn, und bei mir sind folgende Eindrücke noch in guter Erinnerung:

  • aufgrund der Herkunft aus dem Studiobereich sehr neutral aufspielender Lautsprecher, der die Schwächen schlechter Aufnahmen schnell aufdeckt
  • sehr gute räumliche und punktgenaue Abbildung
  • für die Gehäusegröße sehr tief hinabgehender und trockener Bass
  • aufgrund der Raumakustik in dem Hotelzimmer konnte sehr schön die Wirkung der DSP-Raumkorrektur gezeigt werden
Wenn Dich die 8260 wirklich interessiert, unbedingt vorher intensiv anhören! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass manchem Zuhörer der Lautsprecher nicht zusagt. Und optisch muss jeder die Frage selber beantworten, ob es passt (bei mir zu Hause ist der WAF knapp über 0%).

Viele Grüße
Dirk
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Beitragvon Zwodoppelvier » 06.12.2012, 12:43

Hallo miteinander,

daß hier im Forum auch schon über die 8260 berichtet wurde ist bekannt ? Habe den Faden von Christian/"CWZ" aktuell nicht noch einmal durchgelesen, daher ohne Garantie, daß er weiterhilft. Aber sicher wird Christian gerne Auskunft geben...

Gruß Eberhard
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Beitragvon beltane » 06.12.2012, 15:12

Hallo zusammen,

kurz zum Hintergrund meiner Nachfrage: Ich werde irgendwann in den kommenden 1-2 Jahren eine weitere Wohnung mit einer kompletten Hifi Anlage neu ausstatten und möchte dies gerne mit Aktivboxen tun (Kaufpreis zwischen 5.0000,00 und 15.000,00 €). Da macht es auch meiner Sicht Sinn, sich möglichst frühzeitig mit der Lautsprecherfrage zu beschäftigen. Über dieses Forum konnte ich bereits eine Reihe von Lautsprechern lesend kennenlernen, die ggf. in Frage kommen:

- B&M Prime 14
- Klein und Hummel O 410 inkl. Basssockel
- Abacus APC24-23C inkl. Basssockel
- Abacus Concerto Grosso
- AGM 4.4
- Manger MSM s1
- Sonos Natura

Die Adam Audio Tensor hatten mir gut gefallen, sind mir allerdings nach dem Modellwechsel zu teuer geworden.

Über die die Genelec hatte ich nicht gefunden.

@Eberhard: Daher danke für Deinen Hinweis, habe den Thread trotz Nutzen der Suchfunktion nicht gefunden - ist mir wahrscheinlich ein Fehler unterlaufen.

@Dirk: Danke für Deine Einschätzung, danach macht es für mich Sinn, mir die Boxen anzuhören, um mir ein eigenes Bild machen zu können.

Als teilaktive Lösung käne die Cabasse Riga - die habe ich 2010 auf der High End gehört und war sehr beeindruckt. B&M, Manger und Genelec werde ich mir dann auf der kommenden High End anhören - für die anderen Lautsprecher werde ich Hörtermine einplanen, wenn es konkret wird.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon CWZ » 07.12.2012, 11:41

Hallo Frank,

die Genelec stehen bei mir seit sie vor ziemich genau 2 Jahren meine Apogee Diva samt Classé Verstärker abgelöst haben.

Die Beschreibung in fairaudio finde ich schlüssig und differenziert. Genau so empfinde ich das auch: die Qualität der Aufnahme/Mischung wird recht gut hörbar.Dem will ich garnicht viel hinzufügen, das sollte man selbst erfahren. Ich kann nur sagen, daß das Musikhören über die Genelecs extrem alltagstauglich ist, d.h. entspanntes Hören mit guter Durchhörbarkeit und livehaftigkeit auch über längere Zeit ist gut möglich.

Für mich war sehr wichtig, Lautsprecher zu finden, die auch in einer minimalistisch eingerichteten Wohnumgebung ohne akustische Zusatzmaßnahmen gut klingen. Im Gegensatz zur Erfahrung des fairaudio-Autors machte bei mir die Raum-Einmessung einen Riesenunterschied aus. (Läßt sich an der Meßkurve des Sinus-sweeps und den danach berechneten Einsatzparametern der Notch- und Shelf-filter auch ganz gut nachvollziehen: Bassabsenkung bis 12dB, da kann es ohne Filter schnell mal ein wenig wummerig werden - unabhängig von der Qualität der Lautsprecher).

Die Einmessung kann man selbst machen, das Programm dazu ist ziemlich narrensicher (wenn auch mit Messmikro und Software recht teuer - aber vielleicht kan man sich die Ersteinmessung ja vom Vertrieb machen lassen; oder es hilft ein netter Mitforent ;-) ).

Quelle ist bei mir ein naturbelassener Linn Akurate DS, der über die symmetrischen Ausgänge (und einen symmetrischen Abacus Linetreiber) angeschlossen ist. Genausogut klingt allerdings ein Laptop mit foobar(mit Wasapi-Treibern), der über einen Hiface Evo direkt am Digitaleingang der Genelecs hängt. Ist halt nicht so bequem fernbedienbar, ich erwähn es nur weil Du das ganze ja ungefähr so betreiben willst.

Viel Spass noch beim Probehören!

Grüsse
Christian
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Beitragvon beltane » 07.12.2012, 17:16

Hallo Christian,

vielen Dank für die Beschreibung Deiner Klangempfindungen.

Ich finde das sehr spannend, da Du neben den Genelec auch die Apogee Diva (also Flächenstrahler) kennst. Wie würdest Du denn den Vergleich Genelec - Apogee beschreiben?

Ich frage aus folgendem Grund: Ein guter Freund von mir hört über die Kette Aurender - MBS DAC - Krell Endstufe - Apogee Duetta. Ich finde den Klang aus folgenden Gründen ziemlich genial:

- Hohe Dynamik.
- Klares und gut aufgelöstes Klangbild.
- Sehr schöne Mitten und Höhen.
- Breite Bühne.

Ohne Subwoofer fehlt es mir allerdings etwas an Bass. Und wenn man Subwoofer zusammen mit der Apogee einsetzt, dann muss die Konfiguration ziemlich aufwendig und genau eingemessen und eingestellt sein. Darüber hinaus brauchen sie Platz und vor allem eine laststabile Endstufe.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Frank
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Beitragvon CWZ » 09.12.2012, 14:05

Hallo Frank,

interessant daß Du die Duetta kennst, die hatte ich nämlich vor der Diva. Als dann ein engagierter Händler mir ein Probehören zuhause ermöglichte, durfte er die Duetta gleich mitnehmen. Alles, was Du zu recht der Duetta zuschreibst, kann die Diva noch ein wenig besser. Insbesondere den in allen Lautstärken unangestrengt-seidig-durchhörbare Hoch-Mitteltonbereich kenne ich kaum besser.

Allerdings: Der Raum war ideal proportioniert, die Lautsprecher waren ideal positioniert (ca. 1 m Abstand zu Rück- und Seitenwänden), die Raumbedämpfung stimmte und mit 2 Classe ca 400 die im Biamping 2x400 W an jeden Lautsprecher lieferten war auch der Bass gut kontrolliert. (... und mit ca. 1,5m² Abstrahlfläche auch recht wuchtig).

Alles war gut. Die nächsten 10 Jahre hab ich einfach Musik gehört; Vorher war ich jeder neuen Sau, die durchs Dorf getrieben wurde, hinterhergehechelt, weil irgendwas noch nicht stimmte. D.h. die Anlage war nicht hinreichend gut, um der Musik nicht irgendwie im Weg zu stehen.

Nach dem Umzug war es leider wieder genauso: die Diva zickte. Ob es das schwimmende Parkett war, der anders Proportionierte Raum, die nicht ideale Aufstellung: Ich habe den alten Kland, der mich so zufrieden gemacht hatte, nie wieder herstellen können. Ich hab mich dann entschlossen, mich von den Apogee zu trennen, ohne einen Nachfolger zu haben; daher kann ich auch nicht von einem direkten Shootout vs. Genelec berichten.

Mir war aber klar geworden, wie immens wichtig die Komponente Hörraum ist, und habe daher nach einer gut anpassbaren Lösung (die aktiv halt deutlich unaufwendiger zu realisieren ist) gesucht.
Auf die Genelec bin ich gekommen, weil mir die 8020 als Schreibtischlautsprecher so viel Spaß gemacht haben.

Nach Anhören in Heilbronn beim Vertrieb und der Erkenntnis, daß man für noch bessere Wiedergabe dramatisch mehr hinblättern muß, wohnten sich die 8260 bei mir ein und nach etwa einem Monat hin- und herrücken war alles wieder so gut wie vor meinem Umzug.

Nicht gleich, aber gleich befriedigend: Die Diva stellt sich auf die Bühne und fängt an zu strahlen und dich zu verzaubern (wenn alles stimt und sie nicht indisponiert ist - und es Dich nicht stört, das Opernglas, das den Mund der Sängerin riesig macht, ständig am Auge zu haben); die Genelec ist viel intimer, zurückhaltender, tritt mit ihrem nicht vorhandenen Eigenklang noch mehr in den Hintergrund, die Instrumente haben noch mehr Platz um sich herum, man kann den Eigenklang der Instrumente sehr gut von Raumreflexionen unterscheiden, fiese Tricks der Toningeneure werden entlarvt (vgl. Katie Melua, bei der der Hochton überpräsent verstärkt wird).

Beide Positionen machen Spass, ich könnte nicht entscheiden, was "besser" klingt, weil ich keinen objektiven Vergleichsmaßstab habe. Ich kann aber berichten, daß nach einer frustrierenden Phase, in der ich erkennen mußte, daß ein Top-Lautsprecher nicht unter allen Bedingungen gleich gut klingt, wieder eine Lösung gefunden habe, in der die Testplatten wieder in der Kiste bleiben und ich mich einfach Musik hören kann; denn das, und nicht das Anlagenhören- und vergleichen, ist ja mein Hobby; demzufolge müssen die Genelecs irgendwas richtig machen.

Beste Grüße

Christian
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Beitragvon beltane » 09.12.2012, 19:30

Hallo Christian,

ich habe Flächenstrahler bisher nur bei meinem Freund gehört - und dort bisher immer nur im selben Raum. Insofern habe ich natürlich keine Erfahrung, wie empfindlich die Flächenstrahler auf Raumveränderungen reagieren. Bei meinem Freund stehen Sie gut und klingen - wie gesagt - wunderbar.

Und es ist natürlich nicht gut möglich, einen exakten Vergleich von zwei verschiedenen Lautsprechersystemen vorzunehmen, die man zeitlich nur länger auseinanderliegend hören konnte. Umso mehr möchte ich mich für Deine Beschreibung bedanken, mit der ich sehr viel anfangen konnte. Auch die Duettas springen mich an, wenn ich Sie höre. Ob Sie aber absolut langzeittauglich für mich wären, da bin ich mir nicht sicher.

Auf jeden Fall hat mir Deine Beschreibung geholfen. Ich werde mir die Genelec anhören.

Schönes Restwochenende

Frank
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Beitragvon AktivStudio » 13.12.2012, 09:03

Hi Frank,

einen Lautsprecherhersteller hast du noch vergessen, ME-Geithain. :D
RL901K oder auch die neue 930K mit 14K Bässen wären auch sehr gute Kandidaten für einen Vergleichstest.

Grüsse
Romeo
:cheers:
AktivStudio
 

Beitragvon beltane » 19.12.2012, 13:29

Hi Romeo,

danke für den Hinweis. Über die ME Geithain habe ich hier und auch anderswo sehr viel gelesen - meist nur Gutes. Leider gefallen sie mir optisch nicht. Deswegen standen sie auch nicht auf meiner Liste. Sollte ich aber bei allen anderen Produkten nicht zufriedengestellt werden, dann überdenke ich das noch einmal.

Viele Grüße und schöne Festage

Frank
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Beitragvon Urs » 09.04.2013, 18:52

Lieber Christian und Kollegen,

Dein Bericht & Folgethread zur 8260 ist sehr spannend.
Ich bin zwar zur Zeit ausreichend "aktiviert", mit LINN 350A (mal als Artikulate gestartet und jetzt quasi auf KLIMAX Standard aufgemotzt), alles an NAIM Reference Elektronik ...und ein Wechsel ist daher eher unwahrscheinlich....

Meine Frage ist daher eher theoretisch: Wenn Du den Digital-Sound-Processor (ich nehme an, es geht digital ? ) betreibst, gibt’s da auch eine Klang-Verzögerung von wenigen Millisekunden ?
Ich hatte vor der LINN mal eine K & H O500C zur Hörprobe und da gab’s mit dem DSP eben diesen Effekt. Der störte insbesondere, wenn ich gleichzeitig mit anderen Radios hörte, was dann einen komischen & störenden Echoeffekt ergab.

PS: die K & H war grotten-hässlich (typ grauer Tresor-Schrank), mit einem WAF unter null, aber klanglich erste Sahne

Gruss
Urs
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Beitragvon beltane » 05.01.2018, 19:35

Hallo zusammen,

nachfolgend ein Link zu einem etwas älteren Testbericht der Genelec 8260 auf Professional Audio:

http://www.professional-audio.de/test-n ... 8260a-dsp/

Viele Grüße

Frank
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